Es ist: 16-05-2021, 12:44
Es ist: 16-05-2021, 12:44 Hallo, Gast! (Registrieren)


Der letzte Befehl (Überarbeitet)
Beitrag #1 |

Der letzte Befehl (Überarbeitet)
Dies ist gerade in einem zweistündigen Schreibfluss erschienen. Es wollte einfach heraus und ich hoffe, es gefällt euch Icon_smile

Das monotone Ticken der kleinen Uhr auf seinem Schreibtisch riss ihn aus seinen Gedanken. Es waren düstere Erinnerungsfetzen gewesen, in die Commander Ryker versunken war. Seit dem Tag des Angriffs waren seine Träume dunkel und angsteinflößend. Die allumfassende Leere des Alls wirkte in dieser Zeit noch unheimlicher und bedrohlicher als sonst. Zeigen durfte er seine Gefühle jedoch nicht. Er war der Befehlshaber der UCS Silver Horizon, des neuesten Superschlachtschiffes der Erdflotte. Er schaute auf die kleine Uhr. Seit neun Tagen, drei Stunden, vierzehn Minuten und sechsunddreißig Sekunden war er auch der Befehlshaber des letzten Kriegsschiffes der Menschheit. Das letzte existierende Schiff der Erde, tief verborgen im Kuipergürtel, jener scheibenförmigen Region rund um das irdische Sonnensystem.

Ryker fuhr seinen Computer herunter, für heute hatte er alle Berichte seiner Mannschaft durchgesehen und das Logbuch aktualisiert. Eine Zigarette rauchend, entledigte er sich seiner Uniform und hängte sie auf den Bügel, der an seinem kleinen Kleiderschrank hing. Für eine Sekunde hielt er inne und strich liebevoll über das Rangabzeichen seiner Jacke. „Für die Ehre und die Zukunft der Menschheit“ hatte er geschworen, als er die Uniform zum ersten Mal angelegt hatte, damals, vor mehr als fünfunddreißig Jahren. Seitdem war viel Zeit vergangen. Er drückte die Zigarette aus, legte seine Brille auf seinen Nachttisch und kroch unter die Bettdecke. Kurz nahm er das alte Foto zur Hand, das seit Jahren neben seiner Schlafstätte stand. Seine Frau lächelte ihn an, seine zwei Töchter starrten schlechtgelaunt in die Kamera. Ein wehmütiges Schmunzeln machte sich auf seinem Gesicht breit und ein Ausdruck tiefer Trauer huschte für einen Augenblick über sein Antlitz.
Wir werden uns bald wiedersehen, dachte er noch, bevor er einschlief.

Wie jede Nacht seit dem Angriff, waren auch diesmal seine Träume voller grauenhafter Bilder. Bruchstückhafte Fetzen aus dem Intercom schossen an ihm vorbei.

„Hier … Alpha Neun, haben Feindbeschuss … Wir … angegriffen …“

„Sie kommen! Äußere Verteidigungsringe durchbrochen! Ziehen uns auf die Rückseite des Mondes zurück! Haben schwere Verluste!“

„Weitere Treffer auf Deck Zwei und Sieben, haben Kontakt zum Maschinenraum verloren. Wir versuchen zu evakuieren, Austritt von Sauerstoff auf allen Decks!“

„Unsere Waffen richten nicht genug Schaden an! Wir haben keine … “

„Antrieb und Lebenserhaltung ausgefallen, unsere Hangars brennen, wir können nicht raus… wiederhole: wir können nicht raus!“

Mit einem Schrei fuhr er aus dem Schlaf. Senkrecht saß Ryker im Bett, kalter Schweiß tropfte von seiner Stirn und sein Atem ging schnell. Mit verkrampften Fingern fuhr er durch seine grauen Haare, dann warf er die Decke von sich und stand auf. Müde kroch er nahezu zu seinem Schreibtisch, öffnete die Flasche Cognac, die dort immer stand und füllt hektisch sein Glas. In einem einzigen großen Schluck leerte er es, bevor er kauernd, mit gesenktem Kopf auf seinem Stuhl zur Ruhe kam.

„Jede Nacht die gleichen Bilder, das muss ein Ende haben“, flüsterte er. Das wird bald ein Ende haben, sagte der Soldat in ihm. Ein Piepsen riss ihn aus seinen Gedanken.

„Hier der Commander, was gibt es?“ antwortete er mit ruhiger Stimme, die nicht ganz zu dem zusammengekrümmten Menschen zu passen schien, der hier auf dem Stuhl saß.

„Sir, der erste Offizier erbittet ihre Anwesenheit auf der Brücke, wir haben Flottenbewegungen ausgemacht“, quäkte eine Frauenstimme.

„Ich bin unterwegs“, gab der Commander zurück. Mit der Routine eines altgedienten Veteranen stieg er in seine Uniform, bevor er sein Quartier verließ.

In den Gängen des Schiffes war es beängstigend still. Mehr als dreitausend Menschen dienten, lebten und arbeiteten auf der Silver Horizon, dennoch herrschte in den Korridoren eine beinahe friedhofsähnliche Ruhe. Stumm marschierten die Besatzungsmitglieder an ihm vorbei. Keine unterbrochenen Gespräche, keine unterdrückten Kichereien, noch nicht mal ein leises Stöhnen über den monotonen Alltag an Bord dieser fliegenden Festung waren zu hören. Die letzten neun Tage hatten sich in den Gesichtern der Besatzung eingebrannt, hatten alles Menschliche hinweggefegt und nur noch leblose Hüllen zurück gelassen, die funktionierten, aber innerlich schon längst tot waren. Ein stiller Strom trieb hier durch die Gänge, wie ruhelose Seelen auf dem Weg in die Dunkelheit. Das Menschliche war hinfort gerissen worden; hier waren nur noch Maschinen, dressierte Killer, die die Befehle ihres Commanders ausführen würden, ohne sie zu hinterfragen. Und genau dafür liebte Ryker sie in diesem Moment. Der letzte Befehl würde ihm so um einiges leichter von den Lippen kommen.

Der Angriff war völlig überraschend geschehen. Bis zu diesem Tage hatte es keinerlei Beweise für die Existenz weiteren intelligenten Lebens im All gegeben. Die Unbekannten waren in der Nähe des Mars aufgetaucht und hatten die menschliche Kolonie dort binnen weniger als dreißig Minuten in einem Feuersturm vernichtet. Keine Kontaktaufnahme, keine Warnung war dem Ganzen vorausgegangen. Ihre Massenvernichtungswaffen waren wie eine Nemesis auf der Oberfläche des Planeten eingeschlagen und hatten sie buchstäblich in Stücke gerissen. Mann und Maus wurden bis auf die letzte Nachkommastelle ausgerottet. Anschließend hatten sie sich auf den Weg zur Erde gemacht und dort ihr grauenvolles Werk vollendet. Zehn Milliarden Leben wurden ausgelöscht, in weniger als Sechsunddreißig Stunden. Die wenigen zivilen und militärischen Schiffe, die dem ersten Sturm entkommen waren, wurden von den schnelleren und wendigeren Schiffen des Feindes gestellt und in ihre Grundelemente zerlegt, bis die wenigen Überreste wie metallische Schleier durch das schwarze All zogen. Die Schreie verhallten ungehört in der Leere.

Nur wir sind noch übrig, dachte der Commander, als sich der Fahrstuhl öffnete. Ein junges Mädel schaute ihn an, salutierte zackig und schenkte ihm ein schüchternes Lächeln, das ihre fast noch kindlichen Gesichtszüge umspielte.

„Guten Morgen, Commander“, begrüßte sie ihn.

„Sagen sie nur `Morgen‘, Satin. Ein Guter ist es seit mehr als einer Woche nicht mehr“, antwortete er ruhig.

„Aye, Sir.“ Traurig blickte sie zu Boden.

Der Fahrstuhl öffnete sich wieder und gab den Blick auf das Herzstück des Schiffes frei. Hunderte flackernde Bildschirme starrten ihn an, als sich eine hektische Stimme erhob. „Commander an Deck!“, tönte sie. Die Crew salutierte, als der alte Mann den Aufzug verließ und die Brücke betrat. Der erste Offizier übergab ihm die Brücke, bevor Ryker sich in seinen Kommandosessel fallen ließ.

„Bericht.“

„Sir, vier Schiffe des Feindes haben sich von der Hauptflotte abgesetzt und halten auf Pluto zu. Ihrer Größe nach handelt es sich um Schlachtschiffe, ähnlich denen die den Mars bombardiert haben.“

„Gibt es nähere Informationen über die Art der Schiffe?“

„Nein Sir, nur die Aufnahmen die wir von den Spionagesonden aufgefangen haben als die ersten Angriffe stattfanden. Es ist davon auszugehen dass sie uns in Bewaffnung und Panzerung weit überlegen sind.“

„Das spielt keine Rolle mehr.“ Nichts spielte das jetzt noch. „Setzen sie Kurs auf die ankommenden Schiffe.“

„Jawohl, Sir.“

„Und setzen sie die Boje ab, wie besprochen.“

„Aye, Sir.“

Mit dröhnendem Antrieb kehrte die Silver Horizon, ehemals der Stolz der so genannten Erdflotte, zurück in das Sonnensystem, das einmal die Wiege der Menschheit gewesen war. Während das Schiff die äußere Grenze hinter sich ließ, tauchte auf einmal die Sonne hinter dem Planeten Neptun auf, bedächtig und wundervoll, ein ewig scheinender Fixpunkt in der eiskalten Weite des Universums. Ihre Strahlen tauchten die Außenhülle des Schiffes in kristallines Gelb, ein abgeschossener Pfeil nun, der unaufhaltsam seine letzte Reise antrat. Vor Rykers Augen erstrahlte das Planetensystem ein letztes Mal, als er hinaus in die Leere schaute. Kometen zogen in einiger Entfernung dahin, kleine Gaswolken erstrahlten im auftreffenden Licht der Sonne und leuchteten in allen Farben des Regenbogens. Es war wundervoll.

„Ich komme nach Hause, Sarah“ sagte er mit Tränen in den Augen zu sich selbst.

ENDE

There's a time when the operation of the machine becomes so odious, makes you so sick at heart, that you can't take part! You can't even passively take part! And you've got to put your bodies upon the gears and upon the wheels, upon the levers, upon all the apparatus, and you've got to make it stop!
And you've got to indicate to the people who run it, to the people who own it, that unless you're free, the machine will be prevented from working at all!

Mario Savio, 2. Dezember 1964

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Beitrag #2 |

RE: Der letzte Befehl
Hallo Bomb3r Icon_wink

Eigentlich hab ich ja keine Zeit, aber ich hab deine Geschichte zufällig gesehen und bin hängen geblieben. Die SciFi-Ecke ist ja mitunter Brachland, deshalb hier mal mein Kommentar.

Ich möchte vorausschicken:
als ich "Ryker" gelesen hab, war mein erster Gedanke "Star Trek"-Fanfiction? Oh, bitte.
Aber ich glaub der Ryker wird anders geschrieben und ich hab mich davon Gott sei Dank nicht abschrecken lassen :D
ST ist nicht so meins^^

Zitat:Dies ist gerade in einem zweistündigen Schreibfluss erschienen. Es wollte einfach heraus und ich hoffe, es gefällt euch Icon_smile
Ach ja, sowas hatte ich zuletzt auch mal wieder :D
Gibt nix besseres.^^

Zitat:Das monotone Klicken der kleinen Uhr
"Ticken" Uhren nicht normalerweise?

Zitat:Es waren düstere Fetzen der Erinnerung gewesen
Kennst du Lord of War? Das Gespräch zwischen Cages Charakter und dem afrikanischen Dikator, der ihn immer als "Lord of War" bezeichnet? :D
Was ich sagen will (ich schweife heute scheinbar gerne ab^^):
Fetzen der Erinnerung klingt nicht so schön, Erinnerungsfetzen hätte es auch getan^^

Zitat:Die allumfassende Leere des Alls, die ihn umgab,
Ich glaub der "die ihn umgab"-Nebensatz kann ruhig weg. Dass er im All ist, kann man sich hier denken^^

Zitat:Er schaute auf die kleine Uhr.
Lass das "klein" ruhig weg, das hast du ja erst drei Sätze vorher erwähnt.

Zitat:Seit neun Tagen, drei Stunden, vierzehn Minuten und sechsunddreißig Sekunden
wo ichs gerade lese, finde ich die Sekundenangaben etwas zu präzise. Ich mein, was sind seine nächsten Gedanken? "... und 37 Sekunden, 38, 39..."^^

Zitat:und hing sie auf den Bügel
Hängte sie

Zitat:Für eine Sekunde hielt er inne und strich liebevoll über die kleine Nadel am Kragen seiner Jacke, sein Rangabzeichen.
Würde so ein Militär denken? Vorschlag:
"strich er liebevoll über das Rangabzeichen am Kragen seiner Jacke."

Zitat:seiner Ruhestätte stand
Ich bin heute pingelig, ich seh da schon, aber:
"Ruhestätte" klingt gerade iwi nach Sarg und Grab^^
"Schlafstätte" vielleicht?

Zitat:Seine Frau lächelte ihn an, seine zwei Töchter starrten schlechtgelaunt in die Kamera
:D Wer kennt solche Fotos nicht?^^

Zitat:eine einzelne Träne rann seine Wange hinab.
Bin ein ganz großer Gegner der "einzelnen Träne". Es ist einfach extrem kitschig und idR eine Ausrede, warum man nicht tiefer auf die Gefühle des Charakters eingeht. "Du siehst doch, wie schlimm er sich fühlt. Aber er hält das aus. Trotzdem ist er eigentlich ein weicher Kerl. Siehst du`? *mit dem Finger zeig* Eine Träne!"

Zitat:„Hier … Alpha Neun, haben Feindbeschuss … Wir … angegriffen … AAAAAHHH!“
Hier missfällt mir die Lautmalerei doch sehr. Ich glaub den gleichen Effekt erzielst du auch, wenn du sie einfach weglässt.

Zitat:„NEIN!!“ Mit einem Schrei fuhr er aus dem Schlaf.
Hier würde ich sagen, du solltest dich entscheiden:
Entweder das "Nein!" (und dann bitte nicht mit caps lock und dreifachen "!"), oder "Mit einem Schrei[...]".

Zitat:die hier immer stand und goss sich hektisch ein Glas ein.
und
Zitat:In einem einzigen großen Schluck leerte er sein Getränk
Ich stoß mich am "Getränk", das iwi eine sehr sachliche Feststellung ist.
Vorschlag.
"[...] die dort immer stand und goss sich hektisch etwas ein. In einem einzigen großen Schluck leerte er das Glas [...]"

Zitat:„Jede Nacht die gleichen Bilder, das muss ein Ende haben“, flüsterte er. Das wird bald ein Ende haben, sagte der Soldat in ihm. Ein Piepsen riss ihn aus seinen Gedanken.
Die Stelle gefllt mir gut Icon_smile
Dieses Verdrängende doch Hoffende, dagegen der kühl analysierende Militär. Bueno Icon_wink

Zitat:„Hier der Commander, was gibt es?“ sprach eine klare und ruhige Stimme, die nicht ganz zu dem zusammengekrümmten Menschen passte, der hier auf dem Stuhl saß.
Im ersten MOment habe ich gedacht, die Stimme gehöre jemand anderem. Vorschlag:
"[...] gibt es?", antwortete er mit ruhiger Stimme, die nicht [...] passen wollte, der [...]"

Zitat:Mehr als Dreitausend
"dreitausend" würde ich sagen, aber nagel mich nicht drauf fest^^

Zitat:Mehr als Dreitausend Menschen dienten, lebten und arbeiteten auf der Silver Horizon, dennoch erblickte er keinen einzigen auf dem Weg zum Fahrstuhl. Und selbst wenn er welche gesehen hätte, wäre ihr Anblick nicht aufmunternd gewesen.
Gerade an der Stelle hätte ich aber gerne einige Menschen gehabt. Erzähl uns nciht, wie sie sich fühlen und verhalten, sonder zeig uns, was die Crew macht, wie sie dreinschauen etc.

Zitat:Nun waren es nur noch Soldaten, dressierte Killer, die die Befehle ihres Commanders ausführen würden, ohne sie zu hinterfragen. Und genau dafür liebte Ryker sie.
Generell sollte genau das einen Soldaten ausmachen, oder? Ich weiß, was du sagen willst (denke ich), aber es kommt nicht so ganz rüber

Zitat:auf der Oberfläche des Planeten eingeschlagen und hatten ihn buchstäblich in Stücke gerissen.
Es müsste "sie buchstäblich [...]" sein, der Bezug ist ja die "Oberfläche des Planeten", nicht der Planet

Zitat:Die wenigen zivilen und militärischen Schiffe, die dem ersten Sturm entkommen waren, wurden von den schnelleren und wendigeren Schiffen des Feindes gestellt und in der Leere des Alls in Stücke geschossen.
Gerade hier hätte ich etwas mehr Drama erwartet. In Stücke geschossen? Nicht "zu sich schnell bewegendem Staub reduziert", oder "in ihre Atome zerlegt", in "wirbelnde Trümmer verwandelt"?

Zitat:Ein junges Mädel schaute ihn an, ein hübsches Lächeln umspielte ihre noch fast kindischen Gesichtszüge. Sie salutierte zackig, als der alte Mann einstieg.
Nochmal:
denkt so ein Soldat?
Vorschlag:
"Die junge [whatever]-Offizierin begrüßte ihn mit einem zögerlichen Lächeln, als er in die Kommando-Zentrale trat."
Nebenbei ist es in diesem Fall nciht "kindisch", sondern "kindlich". Kindisch ist albern.

Zitat:„Morgen“, Satin
ein " zuviel Icon_wink

Zitat:Hunderte blickende Bildschirme starrten ihn an, als sich eine hektische Stimme erhob.
Ich weiß, was du sagen willst, aber "blickende"? Das klingt schräg. "blinkende" vllt? Icon_wink

Zitat:Und so verließ die Silver Horizon, der Stolz der Erdflotte, seine letzte bekannte Position. Mit dröhnendem Antrieb kehrte sie zurück in das Sonnensystem,
"Und so" klingt nach Märchen^^
Vorschlag:
"Mit dröhnendem Antrieb kehrte die Silver Horizon, der Stolz der Erdenflotte, zurück ins Sonnensystem, etc pp"

Zitat:Und so verließ die Silver Horizon, der Stolz der Erdflotte, seine letzte bekannte Position. Mit dröhnendem Antrieb kehrte sie zurück in das Sonnensystem, das einmal die Wiege der Menschheit gewesen war. Während das Schiff die äußere Grenze hinter sich ließ, tauchte auf einmal die Sonne hinter dem Planeten Neptun auf, malerisch und wundervoll. Ihre Strahlen tauchten die Außenhülle des Schiffes in kristallines Gelb, ein abgeschossener Pfeil nun, der unaufhaltsam seine letzte Reise antrat. Vor Rykers Augen erstrahlte das Planetensystem ein letztes Mal, als er hinaus in die Leere schaute. Kometen zogen in einiger Entfernung dahin, kleine Gaswolken erstrahlten im auftreffenden Licht der Sonne und leuchteten in allen Farben des Regenbogens. Es war wundervoll.
„Ich komme nach Hause, Sarah“ sagte er mit Tränen in den Augen zu sich selbst.
Das ist eine total tolle Stelle, malerisch in der Tat, du bräuchtest es kaum zu erwähnen Icon_wink

Du könntest die Geschichte ruhig hier enden lassen, der Epilog ist an sich nicht schlecht, aber irgendwie ein wenig aufgesetzt.

So, jetzt hab ich ja eigentlich nur gemeckert, dabei gefiel mir die Geschichte an sich gut :D
Du fängst die Stimmung meist (aber nciht immer) gut ein, auch wenn es mMn etwas mehr sein könnte^^
Alles in allem bin ich aber mehr als zufrieden, hiermit die letzte halbe Stunde zugebracht zu haben Icon_wink
Hat Spaß gemacht Icon_smile

Was mir gegen Ende auffiel:
du hast nicht zufällig mal das Battlestar Galactica Remake geguckt?^^ Irgendwie erinnerte mich "der alte Mann" und die Situation in der er sich befindet doch an den Angriff der Cylonen zu beginn der Serie^^
Was ja nichts schlechtes ist, im Gegenteil^^

Generell mal eine Frage:
wie groß ist dein SF-Interesse? Ich hätte große Lust, den Sektor 42 wieder als Schreibrollenspiel aufleben zu lassen^^

Beste Grüße,
Saryn

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Beitrag #3 |

RE: Der letzte Befehl
Halo Sary, danke für die ausführliche Kritik! Hab sie direkt mal aufgeschnappt und das Ganze überarbeitet, von daher gehe ich jetzt mal nicht im Detail auf jede deiner Anmerkungen ein (ich habe sie aber gelesen, keine Sorge Icon_wink )

Zitat:Kennst du Lord of War? Das Gespräch zwischen Cages Charakter und dem afrikanischen Dikator, der ihn immer als "Lord of War" bezeichnet? :D

Ne, den hab ich leider noch nicht gesehen, will ich aber noch, unbedingt Icon_smile

Zitat:Gerade an der Stelle hätte ich aber gerne einige Menschen gehabt. Erzähl uns nciht, wie sie sich fühlen und verhalten, sonder zeig uns, was die Crew macht, wie sie dreinschauen etc.

Das hab ich in der Tat verändert, du hast Recht Icon_smile

Zitat:Du könntest die Geschichte ruhig hier enden lassen, der Epilog ist an sich nicht schlecht, aber irgendwie ein wenig aufgesetzt.

Ich habe ihn mal drin gelassen, so 100 % bin ich aber noch nicht glücklich damit. Vielleicht überarbeite ich ihn die nächsten Tage noch einmal, ich wollte insgesamt ein wenig über das typisch Sci-Fi-hafte (Ein Volk löscht ein anderes aus) hinausgehen.

Zitat:Was mir gegen Ende auffiel:
du hast nicht zufällig mal das Battlestar Galactica Remake geguckt?^^ Irgendwie erinnerte mich "der alte Mann" und die Situation in der er sich befindet doch an den Angriff der Cylonen zu beginn der Serie^^
Was ja nichts schlechtes ist, im Gegenteil^^

Voll erwischt Icon_smile Ich liebe diese Serie, und genau wie du bin ich auch kein Star-Trek-Fan, das is mir irgendwie zu simpel konstriuert. Nicht von den Völkern her, aber... ich kanns schwer beschreiben, es ist einfach nicht meins.

Zitat:Generell mal eine Frage:
wie groß ist dein SF-Interesse? Ich hätte große Lust, den Sektor 42 wieder als Schreibrollenspiel aufleben zu lassen^^

Generell ist mein Interesse in der Richtung recht groß, nur leider ist meine Zeit für sowas im Moment sehr beschränkt... Ich merke mir den Vorschlag mal, vielleicht komm ich mal drauf zurück. Icon_wink

Danke für deine Mühe

LG
Bomb3rman

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Mario Savio, 2. Dezember 1964

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Beitrag #4 |

RE: Der letzte Befehl (Überarbeitet)
So, ich habs nochmal gelesen, die Dinge die sich geändert haben, fügen sich sehr gut ein.

Zitat:Die letzten neun Tage hatten sich in den Gesichtern der Besatzung eingebrannt, hatten alles Menschliche hinweggefegt und nur noch leblose Hüllen zurück gelassen, die funktionierten, aber innerlich schon längst tot waren. Ein stiller Strom trieb hier durch die Gänge, wie ruhelose Seelen auf dem Weg in die Dunkelheit. Das Menschliche war hinfort gerissen worden; hier waren nur noch Maschinen, dressierte Killer, die die Befehle ihres Commanders ausführen würden, ohne sie zu hinterfragen. Und genau dafür liebte Ryker sie in diesem Moment. Der letzte Befehl würde ihm so um einiges leichter von den Lippen kommen.
Die Stelle hat sich wohl am Positivsten verändert. Gefällt mir sehr gut, der "stille Strom" ist eine tolle Formulierung Icon_smile

Zitat:Ne, den hab ich leider noch nicht gesehen, will ich aber noch, unbedingt Icon_smile
Ein klasse Film, man sollte allerdings ne gesunde Portion schwarzen Humor mitbringen^^

Zitat:Ich habe ihn mal drin gelassen, so 100 % bin ich aber noch nicht glücklich damit. Vielleicht überarbeite ich ihn die nächsten Tage noch einmal, ich wollte insgesamt ein wenig über das typisch Sci-Fi-hafte (Ein Volk löscht ein anderes aus) hinausgehen.
Also für ne zweistündige Fingerübung ist dir das au jeden Fall gut gelungen Icon_smile

Zitat:Voll erwischt Icon_smile Ich liebe diese Serie, und genau wie du bin ich auch kein Star-Trek-Fan, das is mir irgendwie zu simpel konstriuert. Nicht von den Völkern her, aber... ich kanns schwer beschreiben, es ist einfach nicht meins.
Ach ja, BSG ist einfach genial, sowohl von der Technik als auch von Hintergrund und Themen, die angepsrochen werden.
Wie weit hast du die denn gesehen?
Was Star Trek angeht:
wer baut solche Schiffe? Die brechen doch beim Beschleunigen auseinander. Nein, es ist halt 70er-Jahre SF. Der letzte Film war gut, aber auch nur, weil er so ziemlich alles über Bord geworfen hat, was es früher mal in dem Franchise gab^^

Zitat:Generell ist mein Interesse in der Richtung recht groß, nur leider ist meine Zeit für sowas im Moment sehr beschränkt... Ich merke mir den Vorschlag mal, vielleicht komm ich mal drauf zurück. Icon_wink
Gerne, ich kann warten Icon_wink
Aber offiziell hab ich auch eigentlich keine Zeit :D
Bis dahin, kannst du ja mal hier reinschauen, wenn du willst. Hintergrundinfos sollte es da ausreichend geben :D

Man sieht sich Icon_wink

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Beitrag #5 |

RE: Der letzte Befehl (Überarbeitet)
So, noch einmal zu den Fragen:

Zitat:Ach ja, BSG ist einfach genial, sowohl von der Technik als auch von Hintergrund und Themen, die angepsrochen werden.
Wie weit hast du die denn gesehen?

Hab mittlerweile den ersten Teil der dritten Staffel zuhause. Den zweiten Teil kauf ich mir die nächste Zeit auch noch. Ja der Stil und dieser rübergebrachte "Realismus" machen mich einfach süchtigIcon_wink Und die Themen natürlich auch.
Wenn diese ****** nur nicht mindestens ein weiteres Jahr warten würden bis die 4. Staffel auf den Markt kommt... ARGH

Zitat:Was Star Trek angeht:
wer baut solche Schiffe? Die brechen doch beim Beschleunigen auseinander. Nein, es ist halt 70er-Jahre SF. Der letzte Film war gut, aber auch nur, weil er so ziemlich alles über Bord geworfen hat, was es früher mal in dem Franchise gab^^

Auch da muss ich 100% zustimmen Icon_smile

Was ich allerdings noch sehr mag ist Babylon 5, falls dir das was sagt Icon_smile obwohl es etwas mehr in die Star Trek Richtung als in die BSG-Richtung geht, wenn auch durchdachter wie ich finde Icon_smile

Nochmal danke für deinen Kommentar!

LG
Bomb3rman

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Mario Savio, 2. Dezember 1964

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Beitrag #6 |

RE: Der letzte Befehl (Überarbeitet)
Hi Bomb3rman,

wir hatten noch nicht das Vergügen. Und es gefällt mir gar nicht, dass ich unsere erste Begegnung gleich so kritisch gestalten muss, aber ich will dich auch nicht anlügen.

Leider ahnt man nach dem Lesen des Titels, wie die Geschichte endet. Das nimmt die Spannung. Hinzu kommt, dass es schon x-mal Geschichten über den letzten Befehl gab und nur wenige wirklich originell sind.

Insgesamt lesbar, auch wenn du lediglich das heutige Leben und die heutigen Gebräuche/Möglichkeiten/Zustände in ein Raumschiff verlegst.
Ein kleines Beispiel:
Der Commander fährt seinen Rechner runter und legt seine Brille auf den Nachttisch.
Hat sich denn gar nichts weiter entwickelt in den nächsten 76 Jahren? Nicht einmal ein Schiffsrechner, der permanent läuft und bei dem man nur einen Bildschirm aktivieren/deaktivieren muss?
Er hat eine Brille, heißt: Die Laseroperationen am Auge werden sich nicht fortentwickeln, es wird keine künstlichen Pupillen oder was auch immer geben?
Irgendwie kommt es mir so vor als würdest du dich stark an den einschlägigen Space Operas orientieren. Das ist kein Problem, auch wenn ich mit diesen Soaps wenig anfangen kann, aber: Lass wenigstens ein bisschen deine Fantasie spielen und peppe deine Geschichte damit ein bisschen auf, lass sie ein bisschen mehr Fiction werden. Nur mit einem Raumschiff durch die Gegend zu fliegen finde ich ein bisschen wenig.

Der Epilog hat mir überhaupt nicht gefallen. Geschichte und Epilog passen für mich überhaupt nicht zusammenpassen. Dass die Menschen so herzlos und gewinnorientiert miteinander umgehen hat keinen Einfluss auf die Geschichte. Oder andersherum: Wenn die Menschheit sich zu liebevollen, mitleidenden und idealen Individuen entwickelt hätte, denen Geld, Macht und Ruhm egal ist, dann hätte auch diese Entwicklung die Vernichtung nicht aufgehalten, denn die Aliens haben nicht danach gefragt, sondern einfach geschossen.
Es kommt mir so vor, als habe die "Moral" der Geschichte in der Geschichte keinen Platz gefunden, denn du erwähnst die Themen des Epilogs in der Geschichte kein einziges Mal.
Mein Rat: Mach den Epilog weg. Erstens passt er nicht und zweitens weiß das jeder, auch ohne dass du ihn mit der Nase drauf stößt und drittens ist er nicht in die Geschichte eingebunden.

So, genug gemault. Für eine Space Opera nicht so schlecht wie sich das da oben anhört, auch wenn ich mir ein paar kleine Spritzer Einfallsreichtum gewünscht hätte.

CU,
Teja


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Beitrag #7 |

RE: Der letzte Befehl (Überarbeitet)
Hallo Teja, keine Sorge ich nehm dir deinen Kommentar nicht übel Icon_smile

Da ich grad auf der Arbeit bin hab ihc nicht die Zeit jedes Detail von dir zu kommentieren, aber zum Epilog muss ich sagen dass du wahrscheinlich recht hast. An dem Abend hat er mir noch ganz gut gefallen, aber irgendwie... er passt nicht mehr, da geb ich dir Recht. Vielleicht sollte er wirklich raus.

Grüße
Bomb3rman

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Mario Savio, 2. Dezember 1964

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Beitrag #8 |

RE: Der letzte Befehl (Überarbeitet)
Hiho Bomb3erman!

Du wirst mein erstes Opfer an diesem Abend, denn ich habe mir fest vorgenommen, nochmal gründlich zu kommentieren. Dazu muss ich allerdings sagen, dass ich in der Science-Fiction nicht allzu bewandert bin – Filme gucke ich zwar gerne, aber im Bereich Bücher / Geschichten halten sich meine Erfahrungen in Grenzen.
Ich komm ja aus der Fantasy-Ecke und habe daher auch ganz andere Ansprüche an Geschichten / Inhalt / Personen. Aber ich schau einfach mal, wie ich mich zurecht finde Icon_smile

Zitat: Das monotone Ticken der kleinen Uhr auf seinem Schreibtisch riss ihn aus seinen Gedanken. Es waren düstere Erinnerungsfetzen gewesen, in die Commander Ryker versunken war.
Gibt es einen Grund, warum du den Namen erst im 2. Satz nennst? Das „klein“ vor der Uhr würde ich weglassen, ist ziemlich nichtssagend.
Interessant, dass du eine tickende Uhr hast – also für Science-Fiction überraschend.
Zeitfehler im 2. Satz: „versunken gewesen war“, denn wenn er aus seinen Gedanken gerissen wird, ist er aktuell nicht mehr versunken. Durch das doppelte „gewesen“ liest es sich allerdings unschön. Vorschlag:
„Das monotone Ticken der Uhr riss Commander Ryker aus dem Meer düsterer Erinnerungsfetzen.“
Der erste Satz ist sonst ziemlich langweilig für einen Geschichteneinstieg.
Wobei ich mir grade die Frage stelle, warum Ryker vom „monotonen“ Ticken aus seinen Gedanken gerissen wird. Monoton bedeutet ja anhaltend / gleichbleibend: Warum reißt ihn das plötzlich aus den Gedanken?

Zitat: Er schaute auf die kleine Uhr.
Ist es wichtig, dass die Uhr klein ist? Vielleicht könntest du stattdessen ein bildhafteres Detail beschreiben? „Er schaute auf die silberne Taschenuhr, die er stets bei sich trug.“ oder „Er schaute auf die Tischuhr, die neben der modernen Einrichtung seines Quartiers noch antiker wirkte als sie es ohnehin schon war.“
Keine Ahnung, was das nun für eine Uhr ist, aber ich würde sie entweder nur nebenbei erwähnen (und dann ist egal ob sie groß oder klein ist), oder ein persönlicheres Bild erzeugen

Zitat: Eine Zigarette rauchend
Hehe, ich weiß nicht warum, aber ich finde Zigaretten und Raumschiffe passen irgendwie nicht zusammen. In Flugzeugen ist ja auch Rauchverbot. Aber das ist sicher Geschmacks-/Ansichtssache

Zitat: der an seinem kleinen Kleiderschrank hing
Hm ... der Kleiderschrank ist auch klein ... ist Ryker vielleicht kleinwüchsig?

Zitat: und strich liebevoll über das Rangabzeichen seiner Jacke
„Rangabzeichen an seiner“

Zitat: „Für die Ehre und die Zukunft der Menschheit“ hatte er geschworen
Komma nach der wörtlichen Rede

Zitat: vor mehr als fünfunddreißig Jahren. Seitdem war viel Zeit vergangen.
klingt doppeltgemoppelt. Natürlich ist viel Zeit vergangen seit vor 35 Jahren. Etwa 35 Jahre Icon_wink
Vielleicht eher: „Seitdem war vieles anders geworden“ / Seitdem hatte sich viel ge/verändert“?

Zitat: Wie jede Nacht seit dem Angriff, waren auch diesmal seine Träume voller grauenhafter Bilder.
„Wie in jeder Nacht“
das Komma zwischen „Angriff waren“ ist zuviel.
Von diesen grauenhaften Bildern würde ich gerne auch etwas sehen. Was von diesem Angriff hat Ryker denn gesehen? Explodierende Raumschiffe, panische Gesichter der Piloten?

Zitat: Austritt von Sauerstoff auf allen Decks
Wie gesagt, ich kenn mich nicht aus, aber wenn auf ALLEN Decks Sauerstoff austritt, müssten doch alle Decks irgendwo einen Riss in der Außenhülle haben? Kommt mir seltsam vor.

Zitat: raus wiederhole: wir können nicht raus
Leerzeichen vor die Auslassungspunkte; „Wir“ wird groß geschrieben

Zitat: die dort immer stand und füllt hektisch sein Glas
Komma zwischen „stand, und“;
„füllte“

Zitat: Ein Piepsen riss ihn aus seinen Gedanken.
Dieses Mal ist das „aus den Gedanken reißen“ besser begründet, ein Piepsen kommt plötzlich und unerwartet. Ich würde oben bei dem Uhrenticken eine andere Formulierung suchen

Zitat: „Hier der Commander, was gibt es?“ antwortete er mit ruhiger Stimme
statt „antworten“ würde ich eher „meldete er sich“ oder sowas schreiben, weil antworten ja eher die Reaktion auf eine Frage ist.
„Commander Ryker hier ...“ klingt mMn besser, disziplinierter. Aber da musst du natürlich wissen, wie du den Commander klingen lassen willst Icon_smile

Zitat: der erste Offizier erbittet ihre Anwesenheit auf der Brücke
„Erste Offizier“ wird groß geschrieben, weil es nicht der erste von vielen weiteren Offizieren ist, sondern als Titel gemeint ist.
„Ihre“ wird als höfliche Anrede groß geschrieben

Zitat: Stumm marschierten die Besatzungsmitglieder an ihm vorbei. Keine unterbrochenen Gespräche, keine unterdrückten Kichereien, noch nicht mal ein leises Stöhnen über den monotonen Alltag an Bord dieser fliegenden Festung waren zu hören. Die letzten neun Tage hatten sich in den Gesichtern der Besatzung eingebrannt, hatten alles Menschliche hinweggefegt und nur noch leblose Hüllen zurück gelassen, die funktionierten, aber innerlich schon längst tot waren. Ein stiller Strom trieb hier durch die Gänge, wie ruhelose Seelen auf dem Weg in die Dunkelheit. Das Menschliche war hinfort gerissen worden; hier waren nur noch Maschinen, dressierte Killer, die die Befehle ihres Commanders ausführen würden, ohne sie zu hinterfragen.
In dem Absatz trittst du auf der Stelle, beschreibst den gleichen Sachverhalt mehrfach mit unterschiedlichen (teilweise zu ähnlichen) Worten:
„alles Menschliche hinweggefegt“ „Das Menschliche war hinfort gerissen worden“
„Stumm marschierten die Besatzungsmitglieder“ „Ein stiller Strom trieb durch die Gänge“
„leblose Hüllen“ „nur noch Maschinen“
Klar, du möchtest hier Atmosphäre schaffen und ein Bild zeigen – vielleicht zoomst du dafür ein bisschen näher ran? Vielleicht begegnet Commander Ryker einem jungen Soldaten, der eigentlich immer zu Scherzen aufgelegt war, aber seit dem Angriff fast nicht mehr redet. Geh näher an die Szene ran, damit der Leser nicht einfach nur ein Bild sieht, sondern auch dabei ist, wie Ryker durch die Gänge geht.
Weniger abgehobene Vergleiche (ruhelose Seelen, dressierte Killer), dafür mehr konkrete Details (beim Marschieren stumm die Füße beobachten, die Augen starr auf die Wände gerichtet als würden sie bis in die tiefste Dunkelheit des Weltalls blicken) ..


Zitat: Bis zu diesem Tage hatte es keinerlei Beweise für die Existenz weiteren intelligenten Lebens im All gegeben.
Waren die Superschlachtschiffe der Erde dafür gedacht, eine andere Nation zu bekämpfen? Aber warum sollte man dafür Raumschiffe entwickeln?

Zitat: auf der Oberfläche des Planeten eingeschlagen und hatten sie buchstäblich in Stücke gerissen.
meinst du hier tatsächlich, dass die Oberfläche zerrissen wurde oder eher der ganze Planet?

Zitat: Mann und Maus wurden bis auf die letzte Nachkommastelle ausgerottet
Hätte es denn was genutzt, wenn die Angreifer 0,81 Menschen verschont hätten? Mrgreen
Die Nachkommastelle liest sich in diesem Zusammenhang etwas merkwürdig, denn normalerweise ist ein Mensch entweder ausgerottet oder halt nicht. Zu 40% ausgerottet ist sinnlos.

Zitat: in weniger als Sechsunddreißig Stunden
„sechsunddreißig“

Zitat: Die wenigen zivilen und militärischen Schiffe, die dem ersten Sturm entkommen waren, wurden von den schnelleren und wendigeren Schiffen des Feindes gestellt und in ihre Grundelemente zerlegt, bis die wenigen Überreste
das zweite „die wenigen“ kannst du streichen, wie viele Überreste es im Endeffekt sind, ist ja egal.

Zitat: Ein junges Mädel schaute ihn an, salutierte zackig und schenkte ihm ein schüchternes Lächeln, das ihre fast noch kindlichen Gesichtszüge umspielte.
„junges Mädel“ -> ich stell mir was zwischen 10 und 18 vor (huh? Und sowas auf nem Superschlachtschiff?); die „fast noch kindlichen Gesichtszüge“ erzeugen ein anderes Bild, älter. Eventulle Mädel durch „Frau“ ersetzen?
„salutierte zackig“ -> energisch, diszipliniert, selbstbewusst, aber ihr Lächeln ist dann „schüchtern“? Passt mMn nicht zusammen.

Zitat: „Sagen sie nur `Morgen‘, Satin.
„Sie“ groß;
dein erstes einfaches Anführungszeichen ist eigentlich ein Akzent, falls dein Schreibprogramm nicht automatisch zwischen oben und unten wechselt, wenn du das Anführungszeichen schreibst, kannst du es auch aus der Sonderzeichen-Tabelle kopieren.
„Satin“ ist ein merkwürdiger Name.

Zitat: Hunderte flackernde Bildschirme starrten ihn an
Eine Kolonie auf dem Mars, aber „flackernde“ Bildschirme? In dem Bereich ist die Technik doch heute schon ziemlich weit fortgeschritten, da sollte sich ein Superschlachtschiff flackerfreie Monitore leisten können Icon_wink

Zitat: Der erste Offizier übergab ihm die Brücke
„Erste“ hier wieder groß

Zitat: ähnlich denen die den Mars bombardiert haben.“
Komma zwischen „denen, die“

Zitat: nur die Aufnahmen die wir von den Spionagesonden aufgefangen haben als die ersten Angriffe stattfanden. Es ist davon auszugehen dass sie uns in Bewaffnung und Panzerung weit überlegen sind.“
Komma zwischen „Aufnahmen, die“; „haben, als“ und „auszugehen, dass“

Zitat: „Das spielt keine Rolle mehr.“ Nichts spielte das jetzt noch.
DA ist der Bezug ein bisschen schief. Drei Möglichkeiten:
„Das spielt keine Rolle mehr.“ Nichts tat das jetzt noch.
„Das spielt keine Rolle mehr.“ Nichts spielte die jetzt noch. (bin aber nicht sicher, ob das dann so richtig ist)
„Das spielt keine Rolle mehr.“ Nichts spielte jetzt noch eine Rolle.

Zitat: „Und setzen sie die Boje ab, wie besprochen.“
„Sie“ groß

Zitat: Mit dröhnendem Antrieb kehrte die Silver Horizon, ehemals der Stolz der so genannten Erdflotte, zurück in das Sonnensystem, das einmal die Wiege der Menschheit gewesen war.
Den „dröhnenden Antrieb“ würde ich eher durch eine visuelle Beschreibung ersetzen, weil man im All ja ohnehin keine Schallausbreitung hat.
Warum „so genannt“? Es ist bzw. war doch die Erdflotte und nicht einfach ein paar Schrottkisten, die sich Erdflotte genannt haben. Also: „ehemals der Stolz der Erdflotte“
Das Sonnensystem ist noch immer die Wiege der Menschheit, auch wenn die Menschheit ausgerottet ist, also: „in das Sonnensystem, das die Wiege der Menschheit war.“ oder „in das Sonnensystem, in dem die Wiege der Menschheit lag.“

Zitat: ein ewig scheinender Fixpunkt
„ewig“ scheint sie ja nicht Mrgreen

vor und nach wörtlicher Rede muss keine Leerzeile stehen. Das streckt die Geschichte unnötig und liest sich auch etwas holprig, weil Leerzeilen normalerweise einen Zeit- oder Perspektivensprung kennzeichnen.

Ich glaube, ich habe das Ende nicht verstanden. Die Menschheit ist bis auf die Silver Horizon vernichtet worden (warum flieht eigentlich das größte Superduperschlachtschiff und kann sich verstecken, während alle anderen vernichtet werden?). Die Silver Horizon wird von den Außerirdischen entdeckt und Ryker gibt den Befehl ... was genau zu tun? Kurs auf das Feindschiff, also Selbstmord? Warum? Natürlich gibt es keinen Ausweg mehr, aber dafür bringst du mir Ryker nicht nahe genug, dass ich verstehe, wie er 3000 Menschen aktiv in den Tod schicken kann.

Auch vom Setting her habe ich ziemlich Probleme, in die Geschichte reinzufinden. Einerseits spielt es offenbar ziemlich weit in der Zukunft (Marskolonie, Raumschiffflotte), andererseits sind so viele „altmodische“ Dinge drin: tickende Uhren, Zigaretten/Congac, flackernde Bildschirme ... also gar nichts, was irgendwie auf eine technisch weiterentwickelte Menschheit hindeutet. Und auch Commander Ryker bleibt mir fremd. Er kommt sehr klischeehaft rüber, ein alter abgewrackter Captain, der die schwere Last der Verantwortung ganz allein tragen muss und deshalb raucht und trinkt und in Selbstmitleid zergeht.
Die Bilder sind mir zu überzogen, das Ende zu dramatisch, dafür, dass ich nichtmal verstehe, was eigentlich passiert *zwinker*

Zum Teil liegt es bestimmt auch daran, dass ich nur zu sehr kleinen Bereichen der Science-Fiction überhaupt einen Zugang finde, und Raumschlachten und Supersternenzerstörer-Kommandanten gehören einfach nicht dazu.

Vielleicht nimmst du dir einfach mal etwas mehr Zeit, um den Leser durch die Geschichte zu führen? Erzähl nicht nur, was Ryker alles macht, sondern auch was er dabei empfindet, was er denkt, wie er seine Umgebung wahrnimmt. Im Moment ist er noch ein 08/15-Typ, der absolut austauschbar ist. Nimm dir Zeit für Details, für Erinnerungen an seine Frau und seine Kinder, für ein Gespräch mit seinem besten Freund oder einem Vertrauten, mit dem er sich über die Entscheidung berät. Das Skelett ist da, nun muss noch Fleisch drauf Icon_smile

Liebe Grüße
Lanna

»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

»You can be anything you want on the internet.
What's funny is how many people choose to be stupid.«
(Zack Finfrock)

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Beitrag #9 |

RE: Der letzte Befehl (Überarbeitet)
Hallo Lanna, puh da hast du dir aber Mühe gegeben Icon_smile

Leider habe ich im Moment wieder einmal nur wenig Zeit, von daher komme ich nicht dazu jede deiner Aussagen einzeln zu kommentieren. Dennoch sollst du wissen, dass ich sie gelesen habe und vieles davon trifft auch zu. Ich behalte sie im Auge und werde in einer ruhigen Minute (wenn ich jene denn mal wieder haben sollte *grummel*) auf jeden Fall noch einmal in den Text gehen. Möchte mich hier erstmal für deine große Mühe bedanken, hilfreich sind die Anmerkungen auf jeden Fall Icon_smile

Ganz liebe Grüße,

Bomb3rman

There's a time when the operation of the machine becomes so odious, makes you so sick at heart, that you can't take part! You can't even passively take part! And you've got to put your bodies upon the gears and upon the wheels, upon the levers, upon all the apparatus, and you've got to make it stop!
And you've got to indicate to the people who run it, to the people who own it, that unless you're free, the machine will be prevented from working at all!

Mario Savio, 2. Dezember 1964

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Beitrag #10 |

RE: Der letzte Befehl (Überarbeitet)
Moin Bomb3rman.

Dein 'letzter Befehl' liegt schon etwas länger bei mir im Ordner, allerdings kam ich erst jetzt dazu, ihn angemessen zu kommentieren. Vorweg: Lass Dich nicht abschrecken, es ist länger als bei Lanna.

Anmerkungen:

Zitat:Das monotone Ticken der kleinen Uhr auf seinem Schreibtisch riss ihn aus seinen Gedanken.
Hm, eine normale kleine Nachttisch-Uhr?

Zitat:Es waren düstere Erinnerungsfetzen gewesen, in die Commander Ryker versunken war.
Commander wer?
Also, wenn das Fanfiction sein soll, dann bitte im Titel kenntlich machen. Falls nicht, finde ich die Namenswahl sehr unpassend, da die Ähnlichkeit (Name und Rang) allgemein bekannt ist - und sofort hat man eine vorgefertigte Person vor Augen.

Zitat:Seit dem Tag des Angriffs waren seine Träume dunkel und angsteinflößend. Die allumfassende Leere des Alls wirkte in dieser Zeit noch unheimlicher und bedrohlicher als sonst.
Hm, ziemlich viele Adjektive. Zudem liest sich 'allumfassendes All' nicht rund.

Zitat:Er war der Befehlshaber der UCS Silver Horizon, des neuesten Superschlachtschiffes der Erdflotte.
Ist das hier eine Persiflage? Erst der Verweis auf Star Trek, dann Event Horizon?
Zudem finde ich den Begriff 'Superschlachtschiff' erstens omnipotent, und zweitens unschön. Da würde die englische Übersetzung für 'Schlachtschiff' eher passen, auch wenn ich nicht so der Fan davon (also von Englisch) bin. (Und wieso Befehlshaber? Kommandierender Offizier. Und wenn, dann Kapitän, Commander ist nicht gleichbedeutend vom Rang wie Kommandeur/Kommandant. Eher der Erste Offizier.)

Zitat:Er war der Befehlshaber der UCS Silver Horizon, des neuesten Superschlachtschiffes der Erdflotte.
Er schaute auf die Uhr.
Man sagt ja, für die ersten Gedanken kann man nichts - ich hatte an Chuck Norris gedacht. Icon_wink

Zitat:Seit neun Tagen, drei Stunden, vierzehn Minuten und sechsunddreißig Sekunden war er auch der Befehlshaber des letzten Kriegsschiffes der Menschheit.
Sehr episch ausformuliert.

Zitat:Das letzte existierende Schiff der Erde, tief verborgen im Kuipergürtel, jener scheibenförmigen Region rund um das irdische Sonnensystem.
Und hier sehr episch wiederholt und ausgeschmückt.

Machen wir mal einen Schnitt.

Im Ernst, das soll weder hämisch noch sonstwie scheiße klingen, ehrlich - aber Du verschenkst enorm viel Potential. Und das, was Du verwendest, reizt Du nur marginal aus.

1) Commander Ryker - Ich würde ihn an Deiner Stelle zum Kapitän/Captain befördern, da 'Commander' meistens (mehr oder weniger, siehe Royal Navy/US Navy als Vergleich) der Erste Offizier ist. Außerdem empfehle ich, ihm einen anderen (eigenständigeren) Namen zu geben. Zudem: warum darf er seine Gefühle nicht zeigen?
Antwort: Er ist als kommandierender Offizier zugleich Vorbild, will sagen: wenn er anfängt Schwäche zu zeigen, überträgt sich das sehr schnell auf seine ihm unterstellten Soldaten/Mannschaften/Unteroffiziere/Offiziere. Das wird natürlich gerne als 'Coolness' der 80er Jahre abgestempelt, ist aber ein Führungsmittel - und kein John-Wayne-Gebahren.

2) Die Darstellung der Zeit in Stunden, Minuten und Sekunden finde ich unoptimal. Warum muss es in diesem Fall so akribisch genau sein? Vorschlag: Lass die Zeit undefinierbarer werden, gib ihr ihre Zähne wieder. Lass sie wieder etwas nicht greifbares werden.

3) Genannte Wiederholungen sind unschön. (Keine Panik, ich spreche da aus Erfahrung.) Da würde es sich anbieten, einige Sätze miteinander zu verbinden und/oder vorher zu kürzen.

4) Das Problem ist, dass ich nicht weiß, ob Du Dein Werk eher humoristisch siehst, oder es ernstgemeint ist. Falls letzteres zutrifft, entferne die möglichen Verweise auf andere Serien/Filme und kreiere etwas Neues. (Also, namenstechnisch.)

5) Es ist mir während des Lesens die Frage gekommen, wo das Schiff während des Angriffs war? Normalerweise wird ein 'tolles, neues, hypermodernes (Raum)schiff' zurückgehalten - Stichwort Heimatschutz. Oder vielleicht "Werftprobefahrt im All". (Was es bei normalen Schiffen gibt, muss hier nicht falsch sein. Edit: Siehe Ende des Kommentars.)
Zudem passt die Grundkonstruktion nicht so wirklich - oder ich verstehe hier etwas nicht.
Ich sag es mal so: Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das erste Schlachtschiff gebaut. Warum? Um gegenüber einem Gegner einen Vorteil zu haben. Frage: Warum gibt es hier ein 'Superschlachtschiff', wenn es eigentlich keine wirkliche Bedrohung gibt, wie aus dem Text ersichtlich? Und vor allem: Wie sieht die UCS Silver Horizon aus? Hat sie (analog zu einem Schlachtschiff) mehrere 'Geschütztürme'? Oder hat sie Jäger/Abfangjäger als Hauptwaffe? Gleicht also eher einem 'Träger'?
(Zumindest würde ich das 'Super' rausnehmen.)

Es ist nicht meine Art, weil ich meistens für das, was ich jetzt gleich mache, immer Schläge bekomme - aber es geht mir hier nur um eine Verdeutlichung einiger angesprochener Gedanken meinerseits (die oben angemerkten Adjektive lasse ich dabei drin):

Das monotone Ticken der kleinen Uhr auf seinem Schreibtisch riss ihn aus seinen Gedanken. Es waren düstere Erinnerungsfetzen gewesen, in die Commander Ryker versunken war. Seit dem Tag des Angriffs waren seine Träume dunkel und angsteinflößend, wirkten noch unheimlicher und bedrohlicher als die allumfassende Leere außerhalb der gepanzerten Stahlplatten.
Er war der Befehlshaber der UCS Silver Horizon, des neuesten Schlachtschiffes der Erdflotte.
Ryker schaute auf die kleine Uhr.
Und seit Kurzem bin ich auch der Befehlshaber des letzten Kriegsschiffes der Menschheit.
Das letzte existierende Artefakt terranischer Baukunst, tief verborgen im Kuipergürtel, jener scheibenförmigen Region rund um das irdische Sonnensystem.


Und weiter gehts:
Zitat:Ryker fuhr seinen Computer herunter, ...
? Also, das ganze Schiff ist (denke ich mal) mit Computern vernetzt, da würde sich höchstens Standby anbieten, da sonst das System beeinträchtigt wird (siehe Updates etc.). Beispiel dafür wäre zum Beispiel in einer Logistikfirma. Dort werden nie die Rechner ausgestellt, sind ständig in Bereitschaft. (Und gerade auf einem 'normalen' Seeschiff ist gerade die Logistik entscheidend.)
Desweiteren muss der kommandierende Offizier (ich hadere mit Befehlshaber - das sind meistens Admiräle, die einen Verband/Flottille/Flotte 'befehligen') ständig erreichbar sein, von daher würde ich den Rechner anlassen. (Als Beispiel für diese Erreichbarkeit: Auf normalen Schiffen haben der Kapitän, Admiral und Erste Offizier ihre Quartiere in der Nähe der Brücke, auf U-Booten hatten sie ihre Koje meistens direkt 'in der Brücke' - nur durch einen Vorhang verdeckt. Siehe Marinemuseum Wilhelmshaven, alte U-Boot-Klasse 206).

Zitat:... für heute hatte er alle Berichte seiner Mannschaft durchgesehen und das Logbuch aktualisiert.
Das macht er als Commander? Er schaut sich die Berichte seiner Mannschaft an? Ist er der einzige Offizier an Bord? Gibt es keine Unteroffiziere? Oder Petty Officiers?
Nein, scusi. Ich würde es verstehen, wenn die Verluste bei irgendeinem letzten Gefecht so groß waren, dass selbst Mannschafter Berichte abgeben. Zudem hättest Du hier die Möglichkeit etwaige Schäden einzubauen, die die Silver Horizon vielleicht hat. (Die tauchen nämlich gar nicht auf, daher die Frage: Wo war das Schiff?)

Zitat:Eine Zigarette rauchend ...
Nichts dagegen, aber für mein Empfinden würde ich (wegen der atembaren Luft an Bord) auf dieses Stilelement verzichten. Natürlich gibt es Vorlagen, wie beispielsweise oben erwähntes "Event Horizon", wo Pilot Smithie (?) sich ganz gerne mal eine ansteckt. Aber in der heutigen Zeit würde ich zumindest noch irgendwo einen Ventilator in der Decke surrend zum Leben erwecken lassen. (Sonst kommt noch die Smoking Police vorbei - und dann brauchste keine Außerirdischen mehr.) Icon_wink

Zitat:... und hängte sie auf den Bügel, der an seinem Kleiderschrank hing.
Falls Du mal einen anderen Begriff brauchst: Spind.

Zitat:... und kroch unter die Bettdecke.
Kein Fehler, keine Panik. Aber ich musste hier gerade daran denken, dass Cardassianer auf stählernen Liegen schlafen - ohne Decke. Und ansonsten habe ich zwar Betten an Bord mancher Raumschiffe 'gesehen' - aber noch nie jemanden wirklich darin schlafend gesehen. Hm. Nee, ist okay.

Zitat:Wie jede Nacht seit dem Angriff, waren auch diesmal seine Träume ...
Ich meine, dass da kein Komma nach Angriff hinkommt. Hm.
(War Naira schon hier?)

Zitat:"Sie kommen! Äußere Verteidigungsringe durchbrochen! Ziehen uns auf die Rückseite des Mondes zurück! Haben schwere Verluste!"
Du schreibst, die Fremden griffen zuerst den Mars an, dann den Mond und schlussendlich die Erde?
Da der Mond keine Rotation besitzt, zeigt er uns immer dieselbe Seite. (Die Rückseite wird als 'die dunkle Seite des Mondes' bezeichnet, die hier in diesem Fall zuerst hätte angegriffen werden müssen.) Von daher können sie sich mMn nicht auf eben diese Rückseite zurückziehen. Höchstens auf die erdzugewandte Seite. (Selbst in einer anderen Konstellation, wo die Erde sich zwischen Mond und Mars befindet, würde es dann keinen Sinn machen, zuerst den Mond anzugreifen, wenn die Erde bereits in Reichweite ist.)

Zitat:Müde kroch er nahezu zu seinem Schreibtisch, ...
Keine Ahnung, was Du mit dem 'nahezu' meinst. 'Nahezu müde'?

Zitat:..., die dort immer stand und füllte hektisch sein Glas.
Ich würde (in Anbetracht der Alpträume) eher 'zitternd' nehmen.

Zitat:"Jede Nacht die gleichen Bilder, das muss ein Ende haben", flüsterte er. Das wird bald ein Ende haben, sagte der Soldat in ihm. Ein Piepsen riss ihn aus seinen Gedanken.
Hier könnte man den Kontrast zwischen Mensch und Soldat, beziehungsweise kommandierender Offizier (Fürsorgepflicht gegenüber der Besatzung, Vorbildfunktion etc.) stärker herausarbeiten.

Zitat:"Hier der Commander, was gibt es?" antwortete er mit ruhiger Stimme, die nicht ganz zu dem zusammengekrümmten Menschen zu passen schien, der hier auf dem Stuhl saß.
Erstmal möchte ich auf das fehlende Komma nach den abschließenden Anführungsstrichen hinweisen. Dann die Frage, wer sich sonst dort melden sollte, außer dem Commander? Ist es ein offener Kanal? Daher tendiere ich dazu, das 'Hier der Commander' wegzulassen.

Zitat:Mit der Routine eines altgedienten Veteranen stieg er in seine Uniform, bevor er sein Quartier verließ.
Tut mir leid. Ein routinierter altgedienter Veteran lebt aufgrund dessen (der Routine=Fehler) nicht mehr lang - da gibt es keine Routine, nur 'Erfahrungen'. Ich weiß zwar, was Du meinst, aber so steht es da nicht. Hm, Ehrfurcht?Wie wärs mit 'Stolz'?
Mit dem Stolz eines altgedienten Veteranen stieg er (zum letzten Mal?) in seine Uniform, bevor er sein Quartier verließ.

Zitat:Stumm marschierten die Besatzungsmitglieder an ihm vorbei. Keine unterbrochenen Gespräche, keine unterdrückten Kichereien, noch nicht mal ein leises Stöhnen über den monotonen Alltag an Bord dieser fliegenden Festung waren zu hören.
Kichereien an Bord eines Superschlachtschiffes? Ich meine, das ist Militärhierarchie pur, einen solchen (vom Wort her) Koloss zu manövrieren ..., und dann Kichereien? Was soll mir das als Leser über die Mannschaft sagen? (Und ich hoffe sehr, dass das hier keine Parodie ist und Du gerade beim Traumschiff Surprise angekommen bist ...)
Zudem: Grüßen die Besatzungsmitglieder nicht mehr den kommandierenden Offizier/Kapitän? Es gibt viele Fälle, wo dies bis zum Schluss durchgeführt wurde, weil es etwas ist, woran man sich (im Angesicht einer Katastrophe) halten kann, es also Halt gibt. Manche dagegen verfallen tatsächlich in Lethargie oder entwickeln eine Laissez-faire-Haltung.
(Und monoton ist der Alltag bestimmt nicht mehr - sie sind schließlich die letzten Menschen, oder?)

Zitat:... hatten alles Menschliche hinweggefegt.
(Einige Sätze später ...)
Zitat:Das Menschliche war hinfortgerissen worden;
Normalerweise sag ich bei Dopplung ab einer bestimmten Anzahl von Sätzen nichts, aber hier ist es fast derselbe Gedankengang.

Zitat:...; hier waren nur noch dressierte Killer, die die Befehle ihres Commanders ausführen würden, ohne sie zu hinterfragen.
Also, Soldaten sind Killer, sind Mörder? Scusi, dressierte Killer empfinde ich nicht nur als Fehl am Platze, sondern auch völlig unangemessen. Nichts für Ungut ...

Zitat:Keine Kontaktaufnahme, keine Warnung war dem Ganzen vorausgegangen.
Warum benennst Du das 'Ganze' nicht? Wie wärs mit 'Holocaust'? Oder 'Totale Vernichtung'?

Zitat:Mann und Maus wurden bis auf die letzte Nachkommastelle ausgerottet.
Na dann ist ja gut - dann leben wenigstens noch Frauen und Kinder.
Im Ernst, lass die Mäuse weg! Icon_wink Und auch die 'Nachkommastelle' hat eher einen belustigenden Charakter, als einen endgültigen.

Zitat:Zehn Milliarden Leben wurden ausgelöscht, in weniger als Sechsunddreißig Stunden.
Okay, das macht dann *Rechner rauskramt* um die 277 Millionen pro Stunde, 4.616.666 pro Minute, 76.944,5 pro Sekunde ...
Ehrlich, das brauchst Du nicht. Verwende lieber unbestimmte Begriffe, sei weniger genau und gib dem Leser den Raum für genügend Horror, den er selbst im Kopf entwickelt. So versucht man das echt nachzurechnen ...

Zitat:Ein junges Mädel schaute ihn an, salutierte zackig und schenkte ihm ein schüchternes Lächeln, das ihre fast noch kindlichen Gesichtszüge umspielte.
Nochmal scusi - wir sind hier auf einem Koloss von Superschlachtschiff mit Todessternqualität. Was soll da das 'Mädel'? Nimm doch lieber 'Kadettin', oder einen 'weiblichen Fähnrich'. (Vorsicht im Übrigen bei der Verwednung militärischer Rangbezeichnungen: Ein weiblicher Oberbootsmann wird nicht Oberbootsfrau! Genau wie Kapitän, Leutnant etc. Dann sagt man Frau 'irgendwas'.)
Aber zurück zum 'Mädel': ist Sie tatsächlich die erste Person, die ihn grüßt?

Zitat:"Guten Morgen, Commander", begrüßte sie ihn.
"Sagen sie nur `Morgen', Satin. Ein Guter ist es seit mehr als einer Woche nicht mehr", antwortete er ruhig.
"Aye, Sir." Traurig blickte sie zu Boden.
Befohlenes Traurig-sein? Liest sich wie 'Gefühle-auf-Knopfdruck' ...
(Und beim Morgen sind am Anfang keine einfachen Anführungsstriche.)

Zitat:Der erste Offizier übergab ihm die Brücke, bevor ...
Ja, hier: Fang! *seufz* Nee, tut mir leid. Also, erstens ist der 'Erste Offizier' zwar kein Dienstrang, wohl aber eine Dienststellung - und somit ein feststehender Begriff. Daher groß.
Zweitens gibt es ein gewisses Prozedere, wenn die Brücke übergeben wird. Natürlich ist dies Deine Geschichte, Deine Welt, von daher kann man sich da alles Mögliche einfallen lassen. Mir als Leser hätte es gereicht, wenn der Erste Offizier sowas wie 'Achtung! Kapitän an Deck/auf der Brücke!" ruft und Ryker (der militärisch mit der Hand am Kopf grüßt) daraufhin sofort "Bericht" ruft.

Zitat:Es ist davon auszugehen, dass sie uns in Bewaffnung und Panzerung weit überlegen sind.
Versteh ich nicht. Es müsste doch allgemein bekannt sein, was da auf sie wartet - oder nicht? Falls nein, wo war das Schiff in den letzten Tagen? Und wieso 'es ist davon auszugehen?'
Wenn Du es gerne betonen möchtest, lass den Ersten Offizier es doch lieber so sagen:
"Ich mache darauf aufmerksam, dass der Gegner in Bezug auf Bewaffnung und Panzerung immer noch weit überlegen ist."
Dadurch würde der Erste Offizier eine eher ablehnende Haltung (gegenüber dem letzten Befehl) einnehmen, aber die Passage wäre drin. Und gerechtfertigt.

Oh ...

Okay, die Spionagesatelliten habe ich jetzt erst gesehen - verdammt. Sorry, dadurch wird klar, dass (ich nicht bei 35°C Geschichten kommentieren sollte) das Schiff irgendwo außerhalb des Sonnensystems unterwegs war. Es handelt sich also um eine Heimkehr ...

So, ich sitze jetzt hier seit heute morgen dran, ich brauch mal eben einen Moment Pause.
(Um in mich zu gehen ...)

Zuerst: Dafür, dass ich die Spionagesatelliten überlesen habe, muss ich mich in aller Form entschuldigen. Trotzdem lass ich den Kommentar so stehen, kann jeder sehen, dass auch ich mal Fehler mache. Zweitens: falls ich bei manchen Anmerkungen etwas ungestüm war, bitte ich das ebenfalls zu entschuldigen.

So, und nun baue ich Dich mal wieder auf, Bomb3rman, denn diese Geschichte hat zwar einige Mängel (auf denen ich vehement herumgeritten habe), doch vor allem Potential. Lass es Dir auf der Zunge zergehen: POTENTIAL!

Technische Umsetzung:
Die Leerzeilen zwischen den wörtlichen Reden sind für mich nicht nachvollziehbar, desweiteren der beschreibende Rückblick. Aber die eigentliche 'Kamerafahrt' (so nenn ich es immer) beginnend bei dem 'Commander', über sein Quartier, durch das Schiff, im Fahrstuhl bis auf die Brücke finde ich gelungen.
Die jeweiligen Rückblicke könnten als (Rykers) Alpträume besser in Szene gesetzt werden, anstatt sie einfach nur zu beschreiben. Und dann punktuell, nicht zuviel zeigend - erst ganz am Ende mit der (schrecklichen) Wahrheit rauskommen.

Inhaltliche Umsetzung:
Ich würde Dir empfehlen (wie eingangs erwähnt) den Commander umzubenennen, vielleicht seinen Rang zu überdenken und andere Personen ebenfalls mit Namen auszustatten. Hey, Du hast hier ein ganzes Schiff voller Gesichter, Gefühle, Schicksäler. Den Weg von Ryker zur Brücke kannst Du dafür ideal nutzen. (Aber die militärischen Floskeln nicht vergessen. Falls Du sie weglässt -> begründen à la 'die Disziplin bricht mancherorts zusammen' oder so.)

Thematische Schwerpunkte:
Es war für mich schwierig nachzuvollziehen, wo jetzt der eigentliche Schwerpunkt liegt. Ist es das Schicksal, das auf sie wartet? Der Gedanke, dass sie die einzigen sind, die den Angriff überlebt haben? Zudem könnte man auch damit spielen, dass der letzte Befehl von irgendeinem Admiral kam (nach dem Motto: ANGRIFF! RAN AN DEN FEIND! BIS IN DEN TOD!), der aber schon längst von Dannen gegangen ist.
Das würde die Sinnlosigkeit dieses Befehls unterstreichen. Außerdem ist es nicht ersichtlich, warum das Schiff (mit den letzten Menschen an Bord) nicht eher flüchtet? Gibt es keine weiteren Kolonien dort draußen? (Das wirft wieder die Frage auf, wieso man ein Superschlachtschiff baut - und wo dies während des Angriffs geblieben ist.)
Du solltest als Autor versuchen, den Leser so zu beeindrucken, dass er am Ende keine Fragen mehr hat und sich denkt: wow, der Mann hat an alles gedacht!

Also, ich empfehle das Superschlachtschiff einfach in etwas kleineres umzubauen, eventuell einfach nur ein Schwerer Kreuzer oder sowas, das für Expeditionsmissionen/Aufklärungsmissionen prädestiniert ist. Zudem müsste die Energie an Bord zur Neige gehen, keine weiteren Kolonien da draußen. (Vielleicht war es auf einem Erkundungsflug? Auf der Suche nach neuen Planeten?)
Jedenfalls darf das Schiff nirgendwo anders hin, darf nur noch Energie für den Flug zur Erde haben. Das würde die Auswegslosigkeit sehr unterstreichen und das Ende betonen. Denn genau das muss den Leser bestechen und Du solltest dafür sorgen, dass er diesen Schritt auch versteht. Natürlich könnte man es auch militärkritisch schreiben, nach dem Motto: Kadavergehorsam.
(Ist jetzt nicht so mein Fall, aber ich wollte es fairerweise erwähnen.)
Und wichtig für die Darstellung des 'Commanders': Da solltest Du den Namen seiner Frau eher einbauen, vielleicht sogar ganz am Anfang, denn so geht er am Ende unter.

Falls Du allerdings beim Superschlachtschiff bleiben willst, könnte man das auch so darstellen, dass es meinetwegen aus dem Trockendock (Mondumlaufbahn? Lagrangepunkte?) geflohen ist, als der Angriff begann (Waffen noch nicht fertig). Da könnte man beispielsweise die Realität zur Hilfe nehmen, denn bei jedem (See-)Kriegsschiff, das gebaut wird, führt das Werftpersonal die Probefahrt durch. Gerade deswegen könnte es sein, dass nicht nur Militärs an Bord sind, sondern auch einige Zivilisten. Berühmtestes Beispiel: HMS Prince of Wales
Oder Beispiel für die Flucht eines unfertigen Schlachtschiffes vor einem übermächtigen Feind:
Jean Bart

So, ich habe den ganzen Tag hier dran gesessen, falls die oben genannten Vorschläge alle nichts für Dich sind, hier das letzte Ass im Ärmel.

Ein Experiment. Genau lesen!
Ich gebe Dir gleich ein, zwei Links, die kannste anklickern, vorher Kopfhörer aufsetzen, dann Augen zu, hören, fühlen, stell Dir die Silver Horizon vor, ganz allein im Kuipergürtel, sieh die Sonne, spüre die Gänsehaut, sieh den blauen Neptun, die Sterne im Hintergrund, fühle die Gedanken der Menschen an Bord, lass Deiner Phantasie freien Lauf.

Bereit?
Gut - hier:
Nummer 1

Nummer 2

Mehr kann ich nicht mehr tun. Schönen Resttag wünsche ich. Icon_wink

LGD.


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