Es ist: 19-11-2019, 03:25
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Der Faun in der Tür, Teil 4
Beitrag #1 |

Der Faun in der Tür, Teil 4
Hey Ho! Es wird weiter aufgeteilt!

Wir waren gerade dabei uns mit dem Faun einen gemütlichen Abend zu machen. Aber erstens kommt es anders und zweitens wandern jetzt fünf Euro in das Phrasenschwein....
Also weiter:
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Wir verließen also die „BAR“, übrigens ohne zu zahlen. Also entweder konnte der Faun anschreiben lassen oder diese Sache mit Rosa war damals doch nicht so unschön wie er behauptet hatte.
Heintze hatte seinen Dienstwagen direkt vor der Tür geparkt und ich nahm auf der Rückbank platz. Dies bereute ich allerdings relativ bald, denn erstens konnte ich mich verrenken wie ich wollte, ich konnte nicht in den Fußraum des Fahrers sehen (ich hätte zu gern gesehen wie man mit zwei Hufen eine Kupplung tritt) und zweitens war mir nicht bekannt, dass Faune die wie Vandalen aussehen und schreien auch wie solche Autofahren. Die Vereinigung der italienischen Taxifahrer hätte Heintze ein Denkmal aus Gold errichtet und ihn zum neuen Messias auserkoren wenn sie seinen Fahrstil gesehen hätte.
Zum Glück konnten allerdings alle anderen Verkehrsteilnehmer rechtzeitig ausweichen oder zumindest in die Höhe flattern weshalb wir ohne Zwischenfälle das Polizeirevier erreichten. Bevor wir ausstiegen fragte der Faun seinen Assistenten:“ So Heintze, jetzt geben sie mir mal einen Überblick was mich da drinnen erwartet!“
„Ich glaube nicht, dass dies jetzt der richtige Zeitpunkt ist um…“ antwortete Heintze mit einem Seitenblick in meine Richtung.
„Ach, er ist vertrauenswürdig, ist ein Experte aus dem… ähh… Ausland! Außerdem kennen wir uns schon ewig!“
Verwundert blickte ich den Faun an, der allerdings nur leicht den Kopf schüttelte und mir bedeutete einfach ruhig zu sein.
„Naja, dann geht das wohl in Ordnung!“ meinte Heintze etwas irritiert, holte tief Luft und erklärte im klischeehaftesten Geheimdiensttonfall den ich je gehört hatte :“ Heute gegen 21 Uhr ist jemand ins Museum für Vieles eingebrochen und hat aus der Ausstellung für Alles den Großen Zauberhaften Pokal entwendet. Trotz größten Sicherheitsvorkehrungen ist nicht klar, wer, wie und warum, wobei vor allem die Frage nach dem wer die größte Dringlichkeit hat. Der Bürgermeister wurde sofort informiert und wartet seit 47 Minuten in ihrem Büro auf sie!“
„Seit 47 Minuten !!!!“
„48“
„Dann beeilen wir uns lieber!“ sagte der Faun und sprang aus dem Wagen.
Ich folgte George und Heintze die breite Eingangstreppe hinauf, wo die beiden ohne irgendwelche Ausweise oder ähnliches zu zeigen an einem Wachfaun vorbeigingen und durch eine Glastür das Gebäude betraten. Anscheinend waren meine Begleiter über jeden Zweifel erhaben, denn auch ich wurde keines Blickes gewürdigt, geschweige denn musste ich mich irgendwie ausweisen.
Im Revier herrschte eine gewisse Spannung, wie ich an den Gesichtern der Anwesenden erkennen konnte. Wir betraten zu dritt einen der drei Lifte und Heintze drückte den Knopf für das oberste Stockwerk.
Ich beugte mich vor und flüsterte George ins Ohr „ Sag mal, was ist an diesem zauberhaften Pokal eigentlich Besonderes? Hat der magische Kräfte oder so was?“
„Du liest wohl zu viele Geschichten über Brillentragende Zauberlehrlinge! Das Ding ist nicht magisch und kann auch nicht zaubern, es ist einfach nur uralt, arschteuer und zu allem Unglück noch geliehen und wenn wir es nicht wieder finden haben wir einen Skandal gegen den die Sache mit dem Apfel und der Schlange ein Kindergeburtstag war!“ zischte George zurück.

Hätten wir das also auch geklärt.
Die Lifttür öffnete sich und wir betraten ein kleines Vorzimmer in dem ein einzelner Schreibtisch, offensichtlich der von Heintze, denn alle Bleistifte waren gleich lang und lagen parallel zur Tischkante mit der Schrift nach oben, stand. Heintze öffnete wortlos eine Tür auf der in großen Lettern

GEORGE ONEHAMMER

OBERHAUPT DER FAUNE

zu lesen war und ich betrat mit dem Faun zusammen sein Büro.
Nun, wichtige Leute brauchen wichtige Büros und unwichtige gehen selten gern dorthin. Kein Wunder also, dass ich mich etwas unbehaglich fühlte. Deshalb hielt ich mich dezent hinter George, soweit das bei einem Faun der einen Kopf kleiner ist als man selbst eben geht und blickte mich im Raum um.
Im Gegensatz zu seinem Haus war Onehammers Büro durchaus pompös eingerichtet. Riesige Fenster und ein gewaltiger Schreibtisch versuchten die Aufmerksamkeit eines Neuankömmlings gleichzeitig auf sich zu lenken.
Bemerkenswert war auch die Tatsache, dass schon jemand im gewaltigen Ledersessel hinter dem Schreibtisch saß.
„Du George, auf deinem Stuhl sitzt ein…“
„Einen schönen Abend Herr Bürgermeister!“ fiel mir George ins Wort

So ziemlich jeder im Alter zwischen fünf und fünfundvierzig kennt das Internetvideo vom Erdmännchen mit dem Todesblick. Seit dieser Nacht weis ich, das so etwas auch Eichhörnchen können.

„ Sagen sie einmal Onehammer, welche Aufgabe haben sie in meiner schönen Stadt?“
„Laut meiner Bürotür bin ich Oberhaupt der Faune!“
„Und warum zum Teufel muss ich dann über eine Stunde lang in ihrem Büro warten während irgendjemand gerade den Coup des Jahrtausends feiert?“
„Weil ich laut der Gewerkschaft keine Überstunden mehr machen darf“
„Sind sie denn komplett wahnsinnig Onehammer? Überstunden…Ich werde sie und alle Gewerkschafter als Galeerensklaven verkaufen wenn sie mir nicht den Schuldigen in dieser Angelegenheit binnen 24 Stunden bringen können! Ist ihnen denn überhaupt klar was diese Sache für mich, für sie und unsere Stadt bedeutet?“
„Weniger Winterbuchungen?“
Man sagt mir oft nach, dass ich einen guten Sinn für Humor habe. Natürlich treffen nicht alle Witze ins Schwarze. Den zum Beispiel hätte ich mir sparen können. Vor allem weil er genau die Aufmerksamkeit auf mich lenkte die ich eigentlich vermeiden wollte. Aber zumindest Heintze, der anscheinend über die Sprechanlage mithörte, dürfte er gefallen haben, denn durch die Bürotür drang ein deutlich vernehmbares Lachen.
„Sie haben zehn Sekunden Onehammer um mir zu erklären wer das ist und warum ich ihm nicht den Kopf abreißen soll!“
Noch bevor George antworten konnte folgte ein Weltrekordversuch meinerseits: Zehn Fehler in weniger als zehn Sekunden.
„Ich bin ein alter Freund von George (1) und sozusagen ein Experte für solche Umstände (2). Außerdem habe ich vor niemanden Angst der in meiner Hand sitzen kann(3-10)!“
Eigentlich hätte mich Georges „Na ganz toll!“ mit begleitendem Hand auf die Stirn schlagen warnen sollen.
Hat es nicht.
Als allerdings der Schreibtischstuhl zusammen mit dem Schreibtisch zusammenbrach weil das Eichhörnchen immer größer wurde, rötliche Schuppen bekam und handlange Zähne aus seinem mittlerweile nach vorne gewölbten Maul wuchsen, dämmerte auch mir, dass ich mich möglicherweise gerade in gröbere Schwierigkeiten gebracht hatte.
Die Schnauze schob sich bis auf zehn Zentimeter an mein Ohr heran und flüsterte: „Was macht nun der Experte bei solchen Umständen?“
„Er sucht krampfhaft in seiner Tasche nach Erdnüssen?“
Also der war doch wieder ein Brüller, obwohl auch von Heintze dieses Mal nichts zu hören war.
„Nehmen sie ihren Experten Onehammer und bringen sie mir den Pokal! Oder ich schwöre, dass ich mir mit ihren Knochen seine Reste aus den Zähnen pule nachdem ich ihn gefressen habe!"


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