Es ist: 29-06-2022, 03:46
Es ist: 29-06-2022, 03:46 Hallo, Gast! (Registrieren)


Hammer und Amboss (vor 1654 Jahren) III
Beitrag #1 |

Hammer und Amboss (vor 1654 Jahren) III
Hammer und Amboss
Teil I, Teil II, Teil III, Teil IV, Teil V, Teil VI, Teil VII, Teil VIII, Teil IX, Teil X


General Thakis stand auf dem zum Befehlsstand umfunktionierten Felsen - dem höchsten Punkt des Passes - und ließ seine Augen über die Stellungen schweifen, an denen seine Soldaten fieberhaft arbeiteten. Erde wurde aufgeschüttet und festgestampft – diese künstlichen Hügel sollten als Verteidigungswall dienen. Davor trieben die Krieger gespitzte Holzpfähle schräg in den Boden, die ein erstes Hindernis zu bilden sollten.
Zufrieden nickte der Krieger. Die Männer arbeiteten hart – und vor allem schnell. Jeder von ihnen wusste, dass sie alle Vorteile benötigten, die sie bekommen konnten, und keiner war lebensmüde.
Wobei - allein, dass wir hier stehen ist lebensmüde.
Nun wanderte sein Blick weiter hinab zum nahen Waldrand. Die dunklen Nadelbäume, die hier die Hauptvegetation bildeten, formten eine undurchdringliche Wand. So schien es ihm zumindest. Eine Wand, aus der ihrer Feinde früher oder später brechen würden. Immer wieder sah er dort hinab, erwartete fast, dass Rauchsäulen über dem Wipfeln erschienen. Denn seine Kundschafter sollten Feuer entzünden, wenn sie der Armee der Duredhel gewahr wurden. Thakis war sich bewusst, dass die Späher mit so einem weithin sichtbaren Zeichen vermutlich ihr eigenes Todesurteil aussprachen. Bitter verzog er die Mundwinkel, während er weiter gen Norden starrte, als könne er den Feind durch seinen bloßen Blick in die Flucht schlagen.
Doch schließlich wandte er sich um und stapfte den schmalen Pfad vom Befehlsstand hinab. Er konnte einfach keine Ruhe finden. Ein allgegenwärtiges, nagendes Gefühl trieb ihn immer wieder dazu, persönlich nach dem Rechten zu sehen. Es würde nicht mehr lange dauern, dessen war er sich sicher. Vielleicht würden sie im Morgengrauen angreifen, vielleicht schon bei Einbruch der Nacht. Dunkelheit schien den Dunkelelben nicht viel auszumachen. Den Orks allerdings schon. Thakis warf einen prüfenden Blick zum Himmel – die Sonne  hatte ihren Zenit gerade erreicht –, während er zwischen den betenden Ordenskriegerinnen der Göttin Rashiya, Herrin der Ordnung und des Zyklus' von Leben und Tod, hindurch eilte. Sie alle knieten in Reih und Glied, den Blick gesenkt, das große Zweihandschwert an der Stirn, und hielten stumm ihre Mittagsandacht. Die schweren bronzenen Rüstungen schimmerten im Licht der Mittagssonne. So stark gepanzerte Truppen hatte Thakis noch nie befehligt. Er wollte sich nicht vorstellen, wie viel Übung nötig war, um sich unter dem Gewicht dieser Platten überhaupt zu bewegen, geschweige denn dabei noch eine derart schwere Waffe zu führen.  
Zweifelsohne eine wertvolle Verstärkung. Und doch sehr unbeweglich … Nun, Bewegung würde in ihrem Stellungskrieg wohl keine große Rolle spielen. Der General erreichte die Verteidigungslinie, oder zumindest das, was ihre Verteidigungslinie werden sollte. Er trat neben Heerführer Lysander, der die Arbeiten selbst überwachte. Wortkarg grüßte dieser, indem er sich mit der Faust vor die Brust schlug, und Thakis nickte ihm zu.
„Es geht rasch voran“, murmelte Lysander schließlich, nachdem die beiden Krieger einige Zeit schweigend nebeneinander gestanden hatten. Sie hätten unterschiedlicher kaum sein können. Während Lysander mit seiner schlanken, aber muskulösen Statur fast alle anderen aus dem Lager überragte, war Thakis eher untersetzt und breitschultrig. Doch beide teilten tiefe Furchen im Gesicht. Spuren, die unzählige Kämpfe hineingegraben hatten.
Thakis nickte nachdenklich.
„Ihr leistet gute Arbeit, Heerführer. Aber ob das ausreichen wird, wird sich noch zeigen.“
Das Gesicht des Heerführers verfinsterte sich, während seine grauen Augen dem Blick des Generals zum Waldrand folgten.

***  

Aliya hatte Mühe, mit den stämmigen Zwergen Schritt zu halten. Trotz ihrer recht kurzen Beine legten sie ein hohes Marschtempo vor. Liefen fast, während sie dem schmalen Pfad folgten, der sich durch die lang gezogene Höhle schlängelte. Immer tiefer in den Berg hinein. Die Kriegerin erschauderte, während sie sich mit großen Augen umsah.
Der Zwerg mit den Augen so klar wie Bergkristall – Grunkar war der Name, wenn sie sich nicht täuschte – trug eine kleine Laterne. Immer wieder riss ihr Licht Umrisse gigantischer Felsblöcke aus der allgegenwärtigen Dunkelheit, die von der Decke gestürzt sein mussten. Gelegentlich auch Ansammlungen von Tropfsteinen, die bleich wie abgenagtes Gebein schimmerten, oder Abzweigungen - dunkle, starrende Löcher, die nach Aliya zu rufen schienen, damit sie sich in den Tiefen dieser fremdartigen Welt verlaufen möge. Manchmal durchbrach ein seltsames, grünliches Licht die Schatten, dann konnte sie leuchtende Pilze sehen, die sich in Felsspalten duckten, oder Flechte, die verworren von der niedrigen Decke hingen.
Immer tiefer in den Berg hinein.
Die Hauptfrau hatte das Gefühl, die Felswände um sie herum würden langsam, aber sicher auf sie zu rücken, immer näher kommen, je weiter die Gruppe vorankam. Es schien ihr, als würde die Luft langsam knapp werden, immer schwerer fiel ihr das Atmen, immer mehr kalter Schweiß rann ihr über die Stirn, tropfte von ihren verklebten Haaren. Dies war sicher kein Ort, an dem sie leben wollte. Und ihr körperlicher Zustand tat sein übrigens, ließ ihre Knie immer wieder weich werden.
Um sich abzulenken, musterte Aliya erneut die seltsamen Gestalten, die sie gerade durch die Eingeweide des Gebirges führten. Sie hatte schon von Zwergen gehört … aber das waren Legenden gewesen, Geschichten, die man kleinen Kindern erzählt. Und diese Zwerge hatten nichts gemein mit den kleinen, verhutzelten Männchen, die sie sich immer vorgestellt hatte. Viel zu breit die Schultern. Viel zu wehrhaft die Ausrüstung. Nachdenklich schüttelte die Kriegerin den Kopf. Ob man ihr das wohl glauben würde, wenn sie heimkehrte? Falls sie je heimkehren würde.
Plötzlich wichen die Felswände an den Seiten zurück, gaben den Blick frei in einen gewaltigen Felsendom. Das Licht von Grankuls Laterne sickerte voraus, während die Gruppe kurz inne hielt, und spiegelte sich auf einer gigantischen Wasserfläche, die wie eine dunkle Schiefertafel unberührt vor ihnen lag. Doch dort machte der Schein nicht halt. Von der Oberfläche zurückgeworfen traf es auf die Wände der Höhle, brachte kleine Kristalle zum Funkeln, die wiederum weitere aus der Dunkelheit rissen. Die ganze Felsenkuppel begann in einem überirdischen Glanz zu strahlen. Es schien, als wäre ein eigener Sternenhimmel hier unten eingeschlossen. Myriaden Sterne, die, einmal geweckt, nicht mehr aufhören wollten zu leuchten.
Gebannt betrachtete Aliya das Schauspiel, konnte sich kaum satt sehen. Etwas so Schönes hätte sie hier niemals erwartet.
„Was … ist das?“ Ihre Stimme zitterte vor Ehrfurcht.
Brombasch trat neben sie.
„Das, Hauptfrau Aliya, ist der wahre Schatz des Adamtiumgebirges. Das ist Salz. Salz in seiner ursprünglichen Form."
Überrascht blickte die junge Kriegerin zum Zwerg hinab. Doch der schmunzelte nur und zog sie weiter.
„Wir dürfen nicht zu lange an einem Ort verweilen. Auch nicht an einem Ort wie diesem.“ Brombaschs Gesicht verfinsterte sich, während er ihr vorauseilte, einige steinerne Stufen hinab, von denen Aliya nicht sagen konnte, ob sie natürlichen Ursprungs oder aus dem Fels gehauen worden waren.
Dann erreichte die Gruppe eine Art Strand. Sand, ungewöhnlich fein und weiß, stob unter ihren Schritten auf. Rasch überquerten sie die Freifläche und eine schmale Öffnung am Rand der Höhle verschluckte sie.

Es schien Aliya, als würden sie nun bereits seit Stunden, vielleicht sogar Tagen, durch dieses Tunnellabyrinth hetzen. Mittlerweile hatte sie jegliches Zeitgefühl verloren. Doch ihre bärtigen Begleiter trieben sie immer weiter voran, obwohl ihr die Augen während des Marschierens zufielen. Nur selten hielten die Zwerge inne, beratschlagten eine Weile und bogen dann, scheinbar wahllos, in irgendwelche Seitentunnel ab. Aliya wurde den Eindruck nicht los, dass ihre Führer damit etwas umgehen wollten, um später wieder auf den Hauptpfad zurückzukehren. Aber welche Gefahren in diesem Höhlensystem lauern mochten, darum wollte sie sich lieber keine Gedanken machen.
Nur immer weiter, einfach einen Fuß vor den anderen setzen.
Bis sie schließlich eine gepflasterte Straße erreichten. Aliya ging in die Knie und ihre Finger folgten dem gleichmäßigen, festgefügten Muster der Kopfsteine. Was hatte eine Straße tief unter dem Felsgestein der Berge zu suchen?
Als die Kriegerin aufblickte, bemerkte sie, dass Brombaschs Blick auf ihr ruhte.
„Wir sind fast da.“ Er streckte ihr seine Hand entgegen. Aliya sammelte sich kurz, sog noch einmal tief die Luft ein, dann schlug sie ein und der Zwerg zog sie hoch. Auf ihn gestützt stapfte sie die leicht abschüssige Straße entlang, bis der Tunnel sich zu einer Art Platz öffnete.
Vor ihnen erhob sich ein riesiges, zweiflügliges Tor. Es schimmerte matt im spärlichen Licht der Laterne und wurde von zwei Säulen flankiert. Sie waren in die Form von Bäumen gehauen worden, deren verzweigtes Astwerk die Decke abstützte, und überragten die Hauptfrau, ebenso wie das Tor, um mehrere Längen.
Ungläubig schüttelte die junge Frau ihren Kopf. Erst eine gepflasterte Straße und nun dies.
Währenddessen waren die drei Zwerge zu einem kantigen Felsbrocken getreten, der wie zufällig etwas abseits des Eingangs lag. Mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung hoben sie ihn an und ließen ihn dann auf die darunter zum Vorschein kommende Metallplatte zurückfallen. Ein dunkler, dröhnender Ton erfüllte die Luft, schien den Berg selbst zum Erbeben zu bringen und jagte Aliya einen Schauer den Rücken hinab.
Da gesellte sich zu dem verklingenden ersten Ton ein kaum hörbares Knirschen, als sich direkt über dem Tor eine Steinplatte herunterschob und dabei eine Schießscharte freigab. Die Kriegerin vermeinte dahinter ein flackerndes Licht erkennen zu können. Einige Atemzüge lang geschah nichts, doch dann setzten sich die Torflügel rasselnd in Bewegung, schwangen behäbig nach innen.
In der Öffnung erschien die untersetzte Silhouette eines weiteren Zwerges, der auf den Vorplatz trat. Bei jedem seiner Schritte klirrte das schwere Kettenhemd leise, das mit einer gesonderten, reich verzierten Brustplatte zusätzlich verstärkt worden war.
Der Fremde rieb sich nachdenklich über seinen flammend roten Bart, während er vor allem die Hauptfrau eindringlich musterte. Dann begann er mit Aliyas Führern zu diskutieren. Immer wieder konnte die Kriegerin die Augen des Wachpostens schwer auf ihr ruhen fühlen. Blicke, die sie förmlich aufzuspießen schienen, während Brombasch wild gestikulierte. Es war unschwer zu erkennen, um wen sich das Gespräch drehte und ebenso unschwer konnte Aliya die Ablehnung fühlen, die ihr entgegenschlug.
Die Kriegerin begann von einem Bein auf das andere zu treten, während ihre Augen nervös durch die Höhle huschten.
Was versprach sie sich eigentlich hiervon? Auf dem Weg hatte Aliya eine irrationale Hoffnung vorangetrieben, die Vorstellung, sie könne doch noch Hilfe bringen …
Aber jetzt stand sie hier, vor dem Tor der Zwergenstadt, und war noch nicht einmal sicher, dass man sie einlassen würde. Und selbst wenn, dann wusste sie immer noch nicht, ob diese Fremden ihr überhaupt helfen wollten, geschweige denn konnten!
Ein beklemmendes Gefühl im Brustkorb erschwerte ihr das Atmen, während sie an ihre Kameraden dachte - vorwurfsvolle, leichenblasse Gesichter schienen sie anzustarren … und mitten unter ihnen Thakis' gebrochenen Augen.
„Nein!“ Aliya schwankte, als ihr Sichtfeld verschwamm und um ein Haar hätten ihre Beine einfach nachgegeben.
Schwer atmend gewann die Hauptfrau die Kontrolle über ihren Körper zurück, die Kraft für den Rückweg hatte sie sicherlich nicht mehr.
Nur langsam wurde ihr bewusst, dass es still geworden war. Sie konnte die rauen Stimmen der Zwerge nicht mehr hören. Verwirrt wandte sie sich um und stellte fest, dass alle vier sie musterten. Die buschigen Augenbrauen des Wächters waren tief gesenkt, finster funkelte er sie an, eine Hand wie beiläufig auf den beiden langstieligen Äxten ruhend, die er im Gürtel trug.
Spannung schien die Luft förmlich zum Knistern zu bringen, Aliya hatte das Gefühl, sie mit Händen greifen zu können. Nun war es also so weit.
Der Zwerg mit dem flammenden Haar knurrte etwas Unverständliches und Aliya blickte verwirrt zu Brombasch. Dessen Gesicht furchte sich zu einem breiten Grinsen.
„Sein Name ist Harkun, Sohn des Hurdrûm vom Clan Feuerläufer. Er heißt dich in Sternenwacht willkommen und wird dich dem Bergherren ankündigen.“
Ungläubig erstarrte Aliya, kaum in der Lage einen Gedanken zu fassen. Die Hoffnung strömte zurück, ein goldener, glühender Strom, den sie mühsam einzudämmen versuchte.
„Hier endet es also noch nicht!“, flüstere die Kriegerin und schickte im Stillen ein Dankgebet zu den Göttern.
Dann folgte die Hauptfrau den Zwergen, die bereits durch das Tor im Inneren der Bergfestung verschwanden.

Die meisten Menschen haben überdurchschnittlich viele Arme und Beine ...

Wanderer zwischen den Welten und der
Weltenknoten

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #2 |

RE: Hammer und Amboss (vor 1654 Jahren) III
Hi WW!

Hast vermutlich schon gar nicht mehr mit mir gerechnet *lach* aber ich nutze den Kommentier-Wettbewerb mal, um endlich auch Kommentare zu schreiben, die ich schon viel zu lange vor mir herschiebe. Was jetzt bei dir auf gar keinen Fall daran liegt, dass mich die Geschichte langweilen würde oder ein Kommentar zu viel Arbeit wäre. Nur fällt es mir bei Geschichten, die ich auch inhaltlich interessant und lesenswert finde (davon find ich leider kaum noch welche), immer schwer, Kommentare dazu zu schreiben. Weil ich weiß, dass ich pingelig bin und das Loben zu gerne vergesse und ich mir dann unsicher bin, ob ich das nicht ändern kann und dann denke ich nach und zögere und schon sind zwei Monate rum … *hust* Ja, also tatsächlich fällt mir das (sinnvolle) Kommentieren von guten Geschichten einfach schwerer als das von schlechten. Sie die lange Wartezeit also als Kompliment Icon_wink

Wie in Teil 2 auch (wenn ich mich recht erinner) werde ich zuerst einmal lesen und zu dem jeweiligen Abschnitt (einmal Thakis, einmal Aliya, wenn ich das recht überflogen habe Mrgreen ) meinen Eindruck schildern und je nachdem wie ich dann Lust und Laune habe, auch auf Fehler und Formulierungen eingehen.

Thakis
Wegen Lysander musste ich nochmal schnell zurücklesen, ansonsten war aber alles klar. Thakis ist mir nach wie vor sympathisch und macht auch einen sehr glaubhaften Eindruck. Man merkt ihm die Verzweiflung schon an, aber – ganz General, der er hier ist – er lässt sie selbst nicht zu, kämpft dagegen an und richtet seine Kraft lieber darauf, möglichst viel dafür zu tun, dass seine Leute überleben.
Das find ich an ihm so faszinierend, dass er einerseits eben so dieser typische General ist, er hat das Sagen, er erteilt die Befehle, der Obermacker an der Spitze des Ganzen, und trotzdem sieht er seine Soldaten nicht einfach nur als »Einsatzmaterial« oder will einfach nur um jeden Preis einen Sieg erringen. Ihm liegt was an den Leuten, die ihm unterstellt sind, er will einen Sieg mit möglichst wenigen Verlusten erringen, obwohl ihm schon klar ist, dass ein Sieg überhaupt immer unwahrscheinlicher wird. Aber er zeigt sich trotzdem seinen Männern – nicht nur seinen Befehlshabern, sondern auch den einfachen Soldaten – und überwacht das persönlich, macht sich persönlich Gedanken. Diese Mischung ist dir – das sagte ich glaub ich schonmal – sehr gut gelungen, zwischen Thakis, dem General, und Thakis, dem Menschen.
Ich find es gut für ihn, dass dann auch Lysander Einsicht zeigt und nicht noch weiter auf ihm rumhackt. Dass er da Rückhalt hat.
Ist zwar nur eine kurze Szene, die du von der Lage zeichnest, aber sie kommt gut an, wie ich finde. Du setzt gezielt ein paar Schlaglichter: arbeitende Soldaten, Wälle, Pfähle, der Waldrand als urtypisches Symbol für Bedrohung, die Ordenskriegerinnen als fantastisches Element, der Gedanken an die todgeweihten Späher (wobei ich mir da noch irgendwie wünschen würde, dass man erfährt, ob sie Männer sich freiwillig gemeldet haben, oder ob Thakis sich da auch in der Verantwortung sieht, weil er sie ausgesucht und losgeschickt hat, wäre aber mehr persönliche Neugier als wirklich für die Geschichte notwendig) … das gibt ein stimmiges Bild vom Lager.
Einziger »Fehler«, der mir zumindest als solcher direkt ins Auge gesprungen ist, sind die »erhobenen« Zweihänder, weil ich da echt gedacht hab: WTF?? Die sitzen da (seit Stunden womöglich?) und halten die ganze Zeit über ihre Zweihänder erhoben? Also kniend, beide Hände am Griff und die Klinge senkrecht zum Boden in die Höhe gestreckt? Ich weiß, ich bin schon ein kleines Weichei, aber haben die da nicht irgendwann die Arme müde? Und das dann direkt vor einer Schlacht, die einem sowieso alles abverlangt?
Ich mein, nach längerem Grübeln und abwägen (und nachdem Wiki sagt, so ein Teil wiegt »nur« 2-4kg) klingt es nicht soo unrealistisch, dass die das schaffen (müssen ja eh kleine Muskelfrauen sein, unter ihren Rüstungen *lach*), aber irgendwie merkwürdig ist es halt schon, weil ja die Schlacht wirklich jeden Moment losgehen kann. So zumindest wirkt Thakis. Und wenn man dann die Arme schwach hat (sei es auch nur ein bisschen) von 5 Stunden Schwert in den Himmel halten, ist das eher von Nachteil.
Was mich besänftigen würde ( Icon_ugly ) wäre ein kurzer Hinweis darauf, dass sie das tun, um den Segen ihrer Göttin zu erbitten oder sowas. Das könnt man sich so zwar reininterpretieren, aber schöner fände ich es eben, wenn das auch gesagt wird. Oder eben ein anderer Grund, aus dem sie hier ihre Kampfkraft (und sei es nur minimal) schmälern. Davon müssen sie sich ja was erhoffen.

Ja, du merkst, wenn ich zu so einer kleinen Sache so viel schreibe, dann find ich sonst einfach nix anderes Icon_wink Aber über Fehler bin ich gestolpert, deshalb gibt es jetzt auf jeden Fall eine Liste, bevor ich zu Aliya weiter gehe (ich will immer Ayla schreiben Icon_rolleyes )

Zitat: und ließ seine Augen über die Stellungen schweifen, an dem seine Soldaten
»an denen«

Zitat: alle Vorteile benötigten, die sie bekommen konnten und keiner war lebensmüde.
Komma zwischen »konnte, und« (weil es den Nebensatz »die sie bekommen konnten« einschließt)

Zitat: Wobei - allein hier zu stehen ist lebensmüde.
Das hab ich im ersten Moment (glaube ich) falsch gelesen. Und zwar so, dass Thakis denkt, dass es lebensmüde ist, dass er alleine (also ohne Begleitung) da steht. Gemeint ist aber wohl, dass allein (also »nur « oder »bloß«) hier zu stehen ist (für die gesamte Armee) lebensmüde. Eventuell: »Wobei – allein der Versuch, diese Stellung halten zu wollen, ist lebensmüde« oder sowas in die Richtung? Falls mein Gedankengang überhaupt richtig war.

Zitat: Nun wanderte sein Blick weiter hinab zum nahen Waldrand.
Ist ja auch schonmal ein enormer Vorteil für sie, dass die Feinde bergrauf angreifen müssen. Also oft ist dass ja so, dass die »Guten« einfach nur gewinnen, weil sie auf der richtigen Seite stehen, aber dem Thakis wünscht man das richtig, find ich, weil er sich Gedanken macht und Vorteile ausnutzt oder gar selbst erschafft, weil er seinen Kopf auch einsetzt, um zu diesem Sieg zu kommen.
Ich fände es (obwohl ich keiner bin, der immer nach Happy End schreit) sehr schade, wenn Thakis verlieren würde. Ich könnte mir gut vorstellen, dass er selbst im Kampf als Held fällt und dadurch irgendwie seiner Seite den Sieg erkauft. Schöner wär’s natürlich, wenn er überlebt.
Aber ich seh schon kommen, dass er zum Verräter wird und flieht Icon_ugly so geht das meistens, wenn ich mir Dinge für Charaktere wünsche, die ich mag *lach*

Zitat:  Eine Wand aus der ihrer Feinde früher oder später brechen würden.
Komma zwischen »Wand, aus«

Zitat: Nun wanderte sein Blick weiter hinab zum nahen Waldrand. Die dunklen Nadelbäume, die hier die Hauptvegetation bildeten, formten eine undurchdringliche Wand. So schien es ihm zumindest. Eine Wand aus der ihrer Feinde früher oder später brechen würden. Immer wieder sah er dort hinab, erwartete fast, dass Rauchsäulen über dem Wald erschienen. Die Rauchsäulen der Feuer, die seine Kundschafter entzünden sollten
*moah* das Schlimme ist, ich merke selbst, wie ich vom rechten Pfad abkomme und nicht nur Rechtschreibfehler raussuche, sondern doch hier noch ein Detail und da noch ein Detail … also wird’s wieder ein umfangreicher Kommentar *seufz*
Aber zur Sache:
klingt bissl weit hergeholt, aber weil es an der Stelle gleich zwei Sachen sind, merk ich es einfach an. »Waldrand«, »Wand«, nochmal »Wand« und dann wieder »Wald«, das ist jetzt natürlich nix Schlimmes, ich würde bei »über dem Wald erschienen« trotzdem das »Wald« vielleicht durch »Wipfel« ersetzen.
Was ich störender finde ist die Satzrhythmuswiederholung:
… eine Wand. Eine Wand, aus der …
… Rauchsäulen erschienen. Die Rauchsäulen …
also du beendest hier einen Satz mit einem Wort und greifst es dann im neuen Satz nochmal auf, was ansich gar nicht schlimm ist, ich mag das sogar recht gerne als Stilmittel, aber durch die zweimalige Verwendung wirkts bissl monoton. Da würd ich mich für eins entscheiden, die Wand oder die Rauchsäulen, was ich stärker im Fokus haben will, und das andere dann in »normale« Sätze einflechten.

(Nu hat mich mein Mann über eine Stunde in Beschlag genommen, dabei wollt ich das hier heute Abend ganz gemütlich und ohne Zeitdruck fertig machen *grml* Also nicht wundern, wenn ich nach diesem ausführlichen Ansatz doch wieder knapper werd Icon_wink )

Zitat: Thakis warf einen prüfenden Blick zum Himmel – die Sonne hatte ihren Zenit gerade erreicht – während er zwischen 
so blöd es aussehen mag, da muss noch ein Komma nach den zweiten Gedankenstrich
»... erreichte –, während …« weil das Komma auch da stehen würde, wenn der Einschub in Gedankenstrichen nicht wäre

Zitat: Herrin der Ordnung und des Zyklus von Leben und Tod, hindurch eilte.
»Zyklus’« (mit Genitiv-Apostroph)
»hindurcheilte«

Zitat: Sie alle knieten in Reih und Glied, den Blick gesenkt, das große Zweihandschwert erhoben und hielten stumm Wache.
Ich würd da ein Komma zwischen »erhoben, und« machen, weil sich »den Blick gesenkt, das große Zweihandschwert erhoben« wie ein Einschub liest, als genauere Beschreibung der Knie-Position.

Zitat: Zweifelsohne eine große Verstärkung.
Adjektivvorschlag: »wertvoll« oder »unentbehrliche« oder »hervorragende« … bissl was aussagekräftigeres als »groß« Mrgreen

Zitat: Nun, Bewegung würde ihn ihrem Stellungskrieg wohl 
»in«

Zitat: Wortkarg grüßte dieser, indem er sich mit der Faust vor die Brust schlug und Thakis nickte ihm zu.
Komma zwischen »schlug, und« (weil es den Nebensatz »indem er sich … vor die Brust schlug« eingrenzt)

Zitat: „Es geht rasch voran.“, murmelte Lysander schließlich
kein Punkt hinter »voran«

Zitat: Spuren die unzählige Kämpfe hinein gegraben hatten.
Komma zwischen »Spuren, die«
»hineingegraben«
solche Verben mit hinein-, hindurch-, entlang-, zurück-, weg-, usw., die werden fast immer zusammengeschrieben, was man auch ganz leicht an der Betonung merkt. Wenn die Betonung nur auf dem Adverb liegt, zusammen. Liegt die Betonung auf dem Verb, auseinander. Gutes Beispiel:
Eines Tages werde ich wiederkehren. (=zurückkommen)
Eines Tages werde ich wieder kehren. (= ein weiteres Mal den Besen schwingen)
Bei den beiden Sätzen merkt man ganz deutlich, wo die Betonung liegt und wo dann getrennt- / zusammengeschrieben werden muss. Man (ich zumindest) liest im zweiten Satz die Lücke ja quasi, weil man zur neuen Betonung von »kehren« ansetzt, im ersten dagegen nicht.
Hast jetzt Pech oder Glück, je nachdem, wie du es sehen willst, dass ausgerechnet du diese Erklärung abbekommst, weil ich in den letzten Tagen so oft über diesen Fehler gestolpert bin *lach*


Aliya

Super Absatz, tolle Beschreibungen, gerade der erste Teil in den Gängen und dann am Felsendom. Da lief bei mir das Kopfkino richtig an. Besonders viel Handlung gab es nicht (und das sag ich jetzt hauptsächlich, um es nicht immer nur unter meinen Geschichten zu lesen, sondern um es auch selbst mal geschrieben zu haben Mrgreen ), aber die Beschreibung würd ich auch nicht gegen Handlung eintauschen wollen. Damit zeigst du dem Leser ganz deutlich, dass wir mit Aliya hier eine fremde, exotische Welt betreten, voller Überraschungen und Wundersamlichkeiten (Wortschöpfung von mir Icon_ugly ).
Ich kann jetzt leider nicht sagen, ob es an der langen Pause zwischen Teil 2 und 3 liegt, aber ich hätt gern nochmal einen kurzen Hinweis auf Aliyas Zustand gehabt. Das klingt zwar schon im ersten Satz so bissl mit, dass sie Mühe hat, aber das könnte auch einfach an der hohen Geschwindigkeit der Zwerge liegen (worauf ich es definitiv schiebe). Gerade, weil da zwischendurch kommt:
» und der Zwerg zog sie hoch. Auf ihn gestützt stapfte sie« - das Abstützen auf Brombasch, das kam hier für mich recht unvermittelt, weil es für mich eher ein Hinweis auf körperliche Schwäche ist und mich damit an ihre Verletzungen denken lässt, weniger an ihre Müdigkeit. Also wenn sie da eben in einem Satz ab und zu eine Pause einlegen muss oder nach jeder Pause, die ihre Begleiter sowieso einlegen, mehr Schwierigkeiten hat, ihren Körper zum Weitergehen zu bewegen oder sowas, das würd mir schon reichen.
Und – noch was Geschmackiges – für mich war da zu oft »Hauptfrau« und »Kriegerin« drin, nicht, weil ichs als Synonym doof finde (hab mich dran gewöhnt *lach*), sondern weil ich es einfach überflüssig finde, in jedem Satz das »sie« zu vermeiden. Gerade zum Ende hin ist es mir aufgefallen, dass du da ganz oft statt »Kriegerin«, »junge Frau« oder »Hauptfrau« auch einfach »sie« schreiben könntest, weil es ja eh nur Aliya als weibliche Bezugsperson gibt und somit Verwechslungen ziemlich unwahrscheinlich sind.

Aber so alles in allem hat mir auch dieser Abschnitt gut gefallen, gerade weil du eben nicht einfach nur durch die Handlung hetzt, sondern den Leser wirklich an den Ort mitnimmst. Auch die Gedanken von Aliya passen sich da gut ein, das Beklemmungsgefühl und dann der Übergang zur Erinnerung an die Kindheit und die Legenden … Ja, der Felsendom, der war mein Highlight hier, den hab ich richtig schön im Kopf und ich persönlich wär da nicht weggegangen *lach*
Auch schön die Hintergrundspannung, warum man da nicht zu lange bleiben darf und um was die Zwerge wohl einen Bogen machen. Ich hoffe, da kommt noch was dazu, bin neugierig geworden Icon_wink

Und zum Abschluss noch die Fehlerliste und das Versprechen, dass du auf den nächsten Kommentar nicht so lange wirst warten müssen Icon_smile

Zitat: Aliya hatte Mühe mit den stämmigen Zwergen Schritt zu halten.
Komma zwischen »Mühe, mit«

Zitat: Trotz ihrer eigentlich recht kurzen Beine, legten sie ein hohes Marschtempo vor.
dafür hier kein Komma Icon_wink (und ich würde »eigentlich« streichen, der Widerspruch zu den kurzen Beinen schwingt im »Trotz« mit, da braucht es dieses eigentlich überflüssige Wort »eigentlich« nicht *lach*)

Zitat: Die Kriegerin erschauderte während sie sich mit großen Augen umsah. 
Komma zwischen »erschauderte, während«

Zitat: Das spärliche Licht der kleinen Laterne, die der Zwerg mit den Augen so klar wie Bergkristall hoch hielt – Grunkar war der Name, wenn sie sich nicht täuschte – riss immer wieder die Umrisse gigantischer Felsblöcke aus der allgegenwärtigen Dunkelheit, die von der Decke gestürzt sein mussten.
(Nein, ich hab nicht vor, jeden Satz zu zitieren *augenroll*)
Der hier hebt sich durch seine Länge und seine Verschachtelung von den anderen ab, deshalb bin ich bissl gestolpert. Gerade auch, weil zwischen der Laterne und dem, was die Laterne überhaupt tut, so ein dicker Einschub noch steht. Eventuell bissl umstellen:
»Der Zwerg mit den Augen so klar wie Bergkristall – Grunkar war der Name, wenn sie sich nicht täuschte – hielt eine (kleine) Laterne hoch, deren spärliches Licht immer wieder die Umrisse gigantischer Felsblöcke aus der allgegenwärtigen Dunkelheit riss.«
Na, geht nicht ganz, weil dann der Nebensatz zu den Felsblöcken noch weiter weg vom Bezug hinten dran hängt … vielleicht hinter »Laterne hoch« einen Punkt und dann weiter:
»In ihrem spärlichen Licht schälten sich aus der allgegenwärtigen Dunkelheit immer wieder die Umrisse gigantischer Felsblöcke, die von der Decke gestürzt sein mussten.«
(durch das Ersetzen von »riss« wäre auch die Doppelung »riss – Umriss« nicht mehr drin. Aber ich glaub, du warst einer von denen, denen solche Doppelungen eh nicht so wichtig sind, deshalb bin ich jetzt eh mal lieber wieder still *grins*)

Zitat: Gelegentlich auch Ansammlungen von Tropfsteinen, die bleich wie abgenagtes Gebein schimmerten
Neben dem Felsendom im Gesamten ist das hier mein Lieblingsbild Icon_smile

Zitat: die Felswände um sie herum, würden langsam aber sicher auf sie zu rücken
kein Komma zwischen »herum würden«
dafür eins zwischen »langsam, aber«

Zitat: Dies war sicher kein Ort an dem sie leben wollte. Um sich abzulenken musterte Aliya erneut
Komma zwischen »Ort, an«
und zwischen »abzulenken, musterte«

Zitat: die sich gerade durch die Eingeweide des Gebirges führten.
»sie«

Zitat: gaben den Blick frei in einen gewaltigen Felsendom. 
»auf« (so kenn ichs zumindest nur, »den Blick auf etwas freigeben«, nicht »in etwas freigeben«)

Zitat: sickerte voraus, während die Gruppe kurz inne hielt und spiegelte sich auf 
»innehielt«
und Komma zwischen »hielt, und« (wegen Nebensatz und so Icon_wink )

Zitat: die wie eine dunkle Schiefertafel unberührt vor ihnen lag
noch ein sehr schönes Bild!

Zitat:  brachte kleine Kristalle zum funkeln, die wiederum 
»Funkeln«

Zitat:  Es schien, als wäre ein eigener Sternenhimmel - myriarden Sterne - hier unten eingeschlossen, die nun, einmal geweckt, nicht mehr aufhören wollten zu leuchten.
»Myriaden«
Dann so ne Korinthenscheißer-Sache: die Sterne stehen nur im Einschub, gehören also nicht zum eigentlich Satz. Deshalb müsste sich der Relativsatz (»die nun nicht mehr wollten«) auf den Sternenhimmel beziehen, nicht auf die eingeschobenen Sternen. Daher »der nun … nicht mehr aufhören wollte …«)

Zitat: Etwas so Schönes, hätte sie hier niemals erwartet.
Kein Komma

Zitat: Salz in seiner ursprünglichen Form.
Da fehlen am Ende die schließenden Anführungszeichen

Zitat: Auch nicht an einem Ort wie diesen.
»diesem«

Zitat: von denen Aliya nicht sagen konnte ob sie natürlichen Ursprungs 
Komma zwischen »konnte, ob«

Zitat: Mittlerweile hatte sie jegliches Zeitgefühl verloren. Doch ihre bärtigen Begleiter trieben sie immer weiter voran, obwohl ihr mittlerweile die Augen während des Marschierens zufielen.
eins der beiden »Mittlerweile« würd ich streichen

Zitat: damit etwas umgehen wollten um später wieder auf den Hauptpfad zurückzukehren.
Komma zwischen »wollten, um«

Zitat: Was hatte eine Straße, tief unter dem Felsgestein der Berge zu suchen?
entweder muss das arme, einsame Komma da weg, oder zu musst noch ein zweites einfügen zwischen »Berge, zu«, samt einer zweiten Ortsbezeichnung wie »hier« oder »an einem Ort wie diesem«, also:
»Was hatte eine Straße hier, tief unter dem Felsgestein der Berge, zu suchen«, weil sonst der Hauptsatz ohne Einschub lauten würde. »Was hatte eine Straße zu suchen«

Zitat: Als die Kriegerin aufblickte bemerkte sie
Komma zwischen »aufblickte, bemerkte«

Zitat:  worden, deren verzweigtes Astwerk die Decke abstützte und überragten die Hauptfrau
Komma zwischen »abstützte, und« (wegen Nebensatz)

Zitat: auf die darunter zum Vorschein kommende Metallplatte zurück fallen
»zurückfallen«

Zitat: Aber jetzt stand sie hier, vor dem Tor der Zwergenstadt und war noch nicht einmal 
Komma zwischen »Zwergenstadt, und« (weil das Komma den Einschub »vor dem Tor der Zwergenstadt« einschließt)

Zitat: und mitten unter ihnen Thakis gebrochenen Augen. 
Genitiv-Apostroph bei »Thakis’ «

Zitat: Verwirrt wandte sie sich herum und stellte fest
eher »um«, fände ich flüssiger

Zitat: Die buschigen Augenbrauen des Wächters, waren tief gesenkt
Kein Komma

Zitat: Spannung schien die Luft förmlich zum knistern zu bringen, Aliya hatte das Gefühl sie mit Händen greifen zu können.
»Knistern«
und Komma zwischen »Gefühl, sie«

Zitat: Dann folgte die Hauptfrau den Zwergen die bereits durch das Tor im Inneren der Bergfestung verschwanden.
Komma zwischen »Zwergen, die«

Da waren jetzt einige Stellen mit Infinitiv-Gruppen, bei denen ich mir nicht sicher war, ob die Kommas dort inzwischen Muss sind, oder noch Kann, so die ganzen Wendungen mit »begann« (»Sie begann, von einem Bein aufs andere zu treten«), wo ich selbst ein Komma setzen würde, aber die Regel grad nicht im Kopf hab, ab wann es ein Muss ist. Die hab ich jetzt Mal nicht angestrichen, weil eben die Wahrscheinlichkeit, dass es eh nur Kann-Kommas sind, recht hoch ist *lach*
Nur zur Info Icon_smile

Ich freu mich auf jeden Fall aufs Weiterlesen und finde immernoch beide Handlungsstränge interessant, gerade, weil sie ja auch so miteinander verknüpft sind, also vor allem ist ja Thakis und seine Handlungslinie stark davon abhängig, was nun bei Aliya passiert. Der Schwerpunkt liegt da auf Aliya, das find ich deshalb aber auch nicht schlimm.
Gern gelesen Icon_smile

Liebe Grüße
Lanna

»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

»You can be anything you want on the internet.
What's funny is how many people choose to be stupid.«
(Zack Finfrock)

Webseite des Benutzers besuchen Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #3 |

RE: Hammer und Amboss (vor 1654 Jahren) III
Hallo Lanna,

es ist wirklich schlimm mit mir. Ich bin derzeit so gar nicht im Schreiben drin und ich hab Angst, dass das länger so bleiben wird (und ich möchte das nicht).
Aber das ist alles keine Entschuldigung dafür, dass ich die Antworten auf deine Kommentare fast ein Jahr aufgeschoben hab.
Du hast dir so viel Mühe gemacht - und ich bin doof. Icon_nosmile

In der Hoffnung, dass du mir noch einmal verzeihen kannst.

(Rechtschreibfehler werden kommentarlos und peinlich berührt ausgebessert. Smiley_emoticons_blush )

Zitat:Thakis ist mir nach wie vor sympathisch und macht auch einen sehr glaubhaften Eindruck.
Ja, ich mag ihn auch - er ist ein ambivalenter Charakter. Hab mir durchaus Mühe mit ihm gegeben, auch wenn mir so im Nachhinein, einiges, was ich geschrieben hab, eher schwach auf der Brust vorkommt.^^

Zitat:Diese Mischung ist dir – das sagte ich glaub ich schonmal – sehr gut gelungen, zwischen Thakis, dem General, und Thakis, dem Menschen.
Icon_smile

Zitat:Einziger »Fehler«, der mir zumindest als solcher direkt ins Auge gesprungen ist, sind die »erhobenen« Zweihänder, weil ich da echt gedacht hab: WTF?? Die sitzen da (seit Stunden womöglich?) und halten die ganze Zeit über ihre Zweihänder erhoben?
Ich hatte mir auch nicht vorgestellt, dass die da Stunden ausharren, sondern mehr, dass die eine Mittagsandacht halten. Dann wird's vielleicht etwas realistischer ... xD ich hab mal nachgetragen, dass es um eine (relativ kurze) Andacht geht.

Zitat:Super Absatz, tolle Beschreibungen, gerade der erste Teil in den Gängen und dann am Felsendom. Da lief bei mir das Kopfkino richtig an.
Geht runter wie Öl. Mrgreen

Zitat:Ich kann jetzt leider nicht sagen, ob es an der langen Pause zwischen Teil 2 und 3 liegt, aber ich hätt gern nochmal einen kurzen Hinweis auf Aliyas Zustand gehabt. Das klingt zwar schon im ersten Satz so bissl mit, dass sie Mühe hat, aber das könnte auch einfach an der hohen Geschwindigkeit der Zwerge liegen (worauf ich es definitiv schiebe). Gerade, weil da zwischendurch kommt:
Ich glaube und hoffe, dass das wirklich an den Abständen zwischen den Teilen lag. Trotzdem ist es auch wieder ein typischer Fall des ich-als-Autor-hab's-natürlich-genau-vor-Augen-Syndroms. *lacht* Mal schauen, was ich noch naträglich einfügen kann.

Zitat:Und – noch was Geschmackiges – für mich war da zu oft »Hauptfrau« und »Kriegerin« drin, nicht, weil ichs als Synonym doof finde (hab mich dran gewöhnt *lach*), sondern weil ich es einfach überflüssig finde, in jedem Satz das »sie« zu vermeiden. Gerade zum Ende hin ist es mir aufgefallen, dass du da ganz oft statt »Kriegerin«, »junge Frau« oder »Hauptfrau« auch einfach »sie« schreiben könntest, weil es ja eh nur Aliya als weibliche Bezugsperson gibt und somit Verwechslungen ziemlich unwahrscheinlich sind.
Überkompensation vermutlich. Ich hab mir das zu Herzen genommen und beim Nachtragen vermehrt Personalpronomen verwendet. Icon_wink

Zitat:Aber so alles in allem hat mir auch dieser Abschnitt gut gefallen, gerade weil du eben nicht einfach nur durch die Handlung hetzt, sondern den Leser wirklich an den Ort mitnimmst. Auch die Gedanken von Aliya passen sich da gut ein, das Beklemmungsgefühl und dann der Übergang zur Erinnerung an die Kindheit und die Legenden … Ja, der Felsendom, der war mein Highlight hier, den hab ich richtig schön im Kopf und ich persönlich wär da nicht weggegangen *lach*
Auch schön die Hintergrundspannung, warum man da nicht zu lange bleiben darf und um was die Zwerge wohl einen Bogen machen. Ich hoffe, da kommt noch was dazu, bin neugierig geworden Icon_wink
Leider bietet die Geschichte nicht so viel Platz, um die Welt der Zwerge so ausführlich zu beschreiben, wie ich das gerne getan hätte (Zwerge sind nämlich die coolsten!). Umso mehr freue ich mich, dass ich hier eine eindringliche Atmosphere erzeugen konnte - leider hat das ja im nächsten Teil nicht so gut geklappt.


Zitat:Zitat: Das spärliche Licht der kleinen Laterne, die der Zwerg mit den Augen so klar wie Bergkristall hoch hielt – Grunkar war der Name, wenn sie sich nicht täuschte – riss immer wieder die Umrisse gigantischer Felsblöcke aus der allgegenwärtigen Dunkelheit, die von der Decke gestürzt sein mussten.
(Nein, ich hab nicht vor, jeden Satz zu zitieren *augenroll*)
Der hier hebt sich durch seine Länge und seine Verschachtelung von den anderen ab, deshalb bin ich bissl gestolpert. Gerade auch, weil zwischen der Laterne und dem, was die Laterne überhaupt tut, so ein dicker Einschub noch steht. Eventuell bissl umstellen:
Hab's getrennt und (ein bisschen anders als du Icon_wink) umgestellt. Mir ist der Satz vorhin beim Einlesen auch überkompliziert vorgekommen.

Zitat:Zitat: Das spärliche Licht der kleinen Laterne, die der Zwerg mit den Augen so klar wie Bergkristall hoch hielt – Grunkar war der Name, wenn sie sich nicht täuschte – riss immer wieder die Umrisse gigantischer Felsblöcke aus der allgegenwärtigen Dunkelheit, die von der Decke gestürzt sein mussten.
(Nein, ich hab nicht vor, jeden Satz zu zitieren *augenroll*)
Der hier hebt sich durch seine Länge und seine Verschachtelung von den anderen ab, deshalb bin ich bissl gestolpert. Gerade auch, weil zwischen der Laterne und dem, was die Laterne überhaupt tut, so ein dicker Einschub noch steht. Eventuell bissl umstellen:
Yeah!

Zitat:Zitat: Wobei - allein hier zu stehen ist lebensmüde.
Das hab ich im ersten Moment (glaube ich) falsch gelesen. Und zwar so, dass Thakis denkt, dass es lebensmüde ist, dass er alleine (also ohne Begleitung) da steht. Gemeint ist aber wohl, dass allein (also »nur « oder »bloß«) hier zu stehen ist (für die gesamte Armee) lebensmüde. Eventuell: »Wobei – allein der Versuch, diese Stellung halten zu wollen, ist lebensmüde« oder sowas in die Richtung? Falls mein Gedankengang überhaupt richtig war.
Genau so (wie du es im zweiten Anlauf verstehst), war es gemeint. Icon_smile
>>Wobei - allein, dass wir hier stehen ist lebensmüde.<<
Das drückt es vielleicht besser aus?

Zitat:klingt bissl weit hergeholt, aber weil es an der Stelle gleich zwei Sachen sind, merk ich es einfach an. »Waldrand«, »Wand«, nochmal »Wand« und dann wieder »Wald«, das ist jetzt natürlich nix Schlimmes, ich würde bei »über dem Wald erschienen« trotzdem das »Wald« vielleicht durch »Wipfel« ersetzen.
Was ich störender finde ist die Satzrhythmuswiederholung:
… eine Wand. Eine Wand, aus der …
… Rauchsäulen erschienen. Die Rauchsäulen …
also du beendest hier einen Satz mit einem Wort und greifst es dann im neuen Satz nochmal auf, was ansich gar nicht schlimm ist, ich mag das sogar recht gerne als Stilmittel, aber durch die zweimalige Verwendung wirkts bissl monoton. Da würd ich mich für eins entscheiden, die Wand oder die Rauchsäulen, was ich stärker im Fokus haben will, und das andere dann in »normale« Sätze einflechten.
Ich ... gebe dir in allen Punkten Recht. xD Hab's ein bisschen umgestellt.

Vielen, vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar, der mir sehr weitergeholfen hat (wie alle deine Kommentare es immer tun).
Hat richtig Spaß gemacht, sich damit auseinanderzusetzen - vielleicht komm ich ja so zum Schreiben zurück? Icon_smile

Liebe Grüße und bis gleich!
WW

Die meisten Menschen haben überdurchschnittlich viele Arme und Beine ...

Wanderer zwischen den Welten und der
Weltenknoten

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #4 |

RE: Hammer und Amboss (vor 1654 Jahren) III
Hallo Weltenwanderer,

Habe mich die ganze Woche darauf gefreut, endlich weiterlesen zu können   Icon_smile

Zitat:Erde wurde aufgeschüttet und festgestampft – diese künstlichen Hügel sollten als Verteidigungswall dienen. Gespitzte Holzpfähle wurden davor schräg in den Boden getrieben, um ein erstes Hindernis zu bilden.
Da hast du eine Wiederholung von wurde, die könntest du folgendermaßen auflösen: Erde wurde aufgeschüttet und festgestampft, vor die man gespitzte Holzpfähle schräg in den Boden trieb lässt sich dann flüssiger lesen

Zitat:Er konnte sich kaum vorstellen, wie viel Übung nötig war, um sich unter dem Gewicht dieser Platten überhaupt zu bewegen, geschweige denn dabei noch eine derart schwere Waffe zu führen. 
Kann er sich das nicht vorstellen oder will er sich das nicht vorstellen?  Icon_confused

Zitat:Sie könnten unterschiedlicher kaum sein.
Da bist du ins Präsens gerutscht, nachdem du die ganze Zeit in der Vergangenheit geschrieben hast. Sie hätten unterschiedlicher nicht sein können. Ich bin übrigens Team Thakis  Icon_cuinlove Icon_cuinlove Icon_cuinlove

Zitat: Und ihr körperlicher Zustand tat sein übrigens, ließ ihre Beine immer wieder weich werden.
Ich weiß, was du damit ausdrücken willst, aber es werden doch eher die Knie weich

Zitat:Das Licht von Grankuls Laterne sickerte voraus, während die Gruppe kurz inne hielt, und spiegelte sich auf einer gigantischen Wasserfläche, die wie eine dunkle Schiefertafel unberührt vor ihnen lag. Doch dort machte das Licht nicht halt.
Da hast du wieder eine Dopplung von Licht. Wenn du das erste Licht durch Schein ersetzt hast du es aufgelöst

Im letzten Teil klebst du sehr an dem Namen Aliya. Ansonsten habe ich nichts zu meckern.  Mrgreen Wirklich toll geschrieben, spannend bis zur letzten Zeile und in Thakis bin ich total verliebt.  Icon_cuinlove Icon_cuinlove  

Ich freue mich auf den nächsten Teil.

Viele Grüße Persephone

Den Stil verbessern, das heißt den Gedanken verbessern

(Friedrich Nitzsche)



Werkeverzeichnis

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #5 |

RE: Hammer und Amboss (vor 1654 Jahren) III
Hallo Persephone,


Zitat:Habe mich die ganze Woche darauf gefreut, endlich weiterlesen zu können   [Bild: icon_smile.gif]
Wie cool! Das freut mich. Hoffentlich enttäuscht dich die Geschichte nicht ...


Zitat:Da hast du eine Wiederholung von wurde, die könntest du folgendermaßen auflösen: Erde wurde aufgeschüttet und festgestampft, vor die man gespitzte Holzpfähle schräg in den Boden trieb lässt sich dann flüssiger lesen
Ich möchte es lieber in zwei Sätzen lassen. Aber mit 'man' kann ich ja trotzdem arbeiten. Pro

Zitat:Kann er sich das nicht vorstellen oder will er sich das nicht vorstellen?  [Bild: icon_confused.gif]
Stimmt, 'Er will sich das nicht vorstellen' ist besser.

Zitat:Da bist du ins Präsens gerutscht, nachdem du die ganze Zeit in der Vergangenheit geschrieben hast. Sie hätten unterschiedlicher nicht sein können. Ich bin übrigens Team Thakis  [Bild: icon_cuinlove.gif] [Bild: icon_cuinlove.gif] [Bild: icon_cuinlove.gif]
Yeah, Go Team Thakis! Mrgreen

Zitat:Ich weiß, was du damit ausdrücken willst, aber es werden doch eher die Knie weich
Ok, einverstanden.

Zitat:Da hast du wieder eine Dopplung von Licht. Wenn du das erste Licht durch Schein ersetzt hast du es aufgelöst
Stimmt, das funktioniert gut. Icon_smile

Zitat:Im letzten Teil klebst du sehr an dem Namen Aliya. Ansonsten habe ich nichts zu meckern.  [Bild: mrgreen.gif] Wirklich toll geschrieben, spannend bis zur letzten Zeile und in Thakis bin ich total verliebt.  [Bild: icon_cuinlove.gif] [Bild: icon_cuinlove.gif]  

Ich freue mich auf den nächsten Teil.
Ach wie cool! Wirklich schön, dass es dir so gut gefällt! Ich mag die alte Kratzbüste Thakis auch irgendwie ... Mrgreen

Freue mich auf deinen nächsten Kommentar!

Liebe Grüße
WW

Die meisten Menschen haben überdurchschnittlich viele Arme und Beine ...

Wanderer zwischen den Welten und der
Weltenknoten

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste

Deutsche Übersetzung: MyBB.de, Powered by MyBB, © 2002-2022 MyBB Group.

Design © 2007 YOOtheme