Es ist: 22-11-2019, 07:09
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Die Federn des Windes - 6
Beitrag #1 |

Die Federn des Windes - 6
Die Federn des Windes
Teil 0/25-Teil 1/25-Teil 2/25-Teil 3/25-Teil 4/25-Teil 5/25-Teil 6/25-Teil 7/25-Teil 8/25-Teil 9/25-Teil 10/25-Teil 11/25

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6
1993

Die Gräser an beiden Seiten des Bahndammes bogen sich elegant im leichten Wind, neigten ihre schwereren Köpfe hinab zu den geduckten Wildblumen, an denen die Hummeln in flirrenden Luftschwaden verschwammen. Die aufgeheizten Gleise lagen still und verlassen da, warteten auf den Güterzug, der auf ihnen entlangdonnern würde, um mit einem Quietschen im nahen Bahnhof zum Stehen zu kommen. Doch nur die Hitze brachte die Schienen scheinbar zum Zittern, nicht das Gewicht von mehreren Tonnen, das sie in das Kiesbett drückte. Aus dem Schatten des umgebenen Kiefernwaldes trat ein rothaariges Mädchen, verharrte wie eingefangen im plötzlichen Sonnenschein und eilte dann über den Damm, um wieder mit den Stämmen zu verschmelzen. Aus den Gräsern löste sich ein sanfter blauer Schimmer, der im Flimmern der Luft beinahe natürlich erschien und stahl sich, einem Jäger gleich, in die Richtung des Mädchens davon.

Anna hielt erst inne, als sie den Felsen erreichte. Tief durchatmend sah sie an moosüberzogenen Gestein und jungen, in irrwitzigen Verrenkungen aus den Spalten wuchernden Birken und Gräsern nach oben. Hier hatte es vor zwei Jahren begonnen, ihre heimliche Freiheit in den Tiefen des Waldes, in der kühlen Präsenz dieses Felsens. Seitdem hatte sie ihn gemieden, war jenseits der Bahnschienen geblieben, aufgrund eines Gefühls, das sie sich selbst nicht erklären konnte. Es war nicht der Schmerz, der sie ferngehalten hatte, oder die Angst im Moment der Bindung, einen Moment, den sie längst überwunden und beinahe vergessen hatte im Schmerz und der Angst der vergangenen Monate.
Der Zorn in seinen Augen beendet ihre Kindheit, die Zeit jenes Irrglaubens, alle Menschen wären nach ihrem einfachen Beurteilungsvermögen „gut“ oder „böse“. Sie schreckt von der Kellertür zurück, stolpert über die Schwelle, schlägt hin …

Energisch schüttelte Anna den Kopf, um die Scheinbilder der Vergangenheit loszuwerden, die sie mit dem Anblick des Felsens überfallen hatten. Sie wusste nicht, was sie hierher geführt hatte, doch als ihr Blick noch einmal die Kante über ihr streifte, erstarrte sie. Blaue Linien. Als ich sie das letzte Mal gesehen habe, war das – als Midja die Prophezeiung verkündete.
Neugier breitete sich in ihr aus wie die Schimmer über ihr, zog sie um den Felsen herum zu der zweiten Seite, an der das Gestein im Waldboden verschwand, als wäre es hier irgendwann einmal in die Tiefe gesunken.
Midja? Ihre zaghafte Frage verhallte ungehört in der atemlosen Stille des Sommernachmittages, versank in den sonnengefleckten Schatten des Kiefernwaldes und fachte das Flackern um sie herum nur noch weiter an.
Was sind das für Linien? Sie müssen etwas mit der Gabe zu tun haben. Aber warum tauchen sie nur manchmal auf? Warum habe ich nicht früher von ihrer Existenz erfahren? Und warum wurden sie mir nicht erklärt?
In Gedanken versunken erklomm Anna den Fels und hielt dann an der Kante inne, hoch über dem Wildpfad, höher als sie ursprünglich angenommen hatte. Die Linien liefen über die Kante und trafen sich in einem Punkt unter ihr, einem Punkt knapp außerhalb ihrer Reichweite. Sie dachte nicht daran, was passieren konnte, wenn sie sich zu weit über die Kante lehnte, dachte nicht an die Prophezeiung und nicht an die Verbindung des blauen Flackerns mit ihr. Langsam streckte sie eine Hand nach der pulsierenden Kugel unter ihr aus, getrieben von einem unerklärlichen Verlangen, sie zu berühren. Es war aussichtslos. Ihr blieb nur eine Möglichkeit.

Die Nacht kriecht aus ihrem Versteck hervor und füllt die Leere um sie. Dunkelheit lässt die Sterne erlöschen, einen nach dem anderen, bis nur noch zwei übrig sind. Zwei, die vom Himmel fallen, sich ihr nähern, bis sie erkennt, dass es gar keine Sterne sind, sondern Augen, seine Augen …
Der Zorn in seinen Augen beendet ihre Kindheit, die Zeit jenes Irrglaubens, alle Menschen wären nach ihrem einfachen Beurteilungsvermögen „gut“ oder „böse“. Sie schreckt von der Kellertür zurück, stolpert über die Schwelle, schlägt hin, schmeckt Blut und humpelt dann, so schnell es ihr eingegipster Fuß erlaubt, in ihr Zimmer zurück. Sie versteht die Welt nicht mehr, zuckt beim Abendessen zusammen, als sie dem Blick ihres Vaters begegnet und gibt vor, nicht hungrig zu sein. Sie ist klug genug, um nicht zu fragen, wenn sie und ihre Schwestern aus dem Haus geschickt werden und kann den Schmerz, die Verzweiflung, die in der Luft lag, dennoch nicht vergessen. Und sie muss nicht fragen: Ihre Mutter, deren Schreie sie immer noch im Ohr hat, schweigt.
Die Flucht aus dem unwohnlich gewordenen Haus, ihr Streifzug durch die Wälder, über die Bahnschienen hinweg, dorthin, wo sie noch nie zuvor war. Und dann jener Felsen, der Falke, der darauf hockt und der Moment der Bindung.
Blauer Nebel umschließt sie und reißt sie in die Tiefe. Fast erwartet sie einen Aufprall, doch er kommt nicht. Stattdessen fühlt sie sich leicht, beinahe als könnte sie fliegen. Nein, sie kann fliegen. Sie hat Flügel, spürt den Regen um sich herum – ist sie ein Falke? Ein Windstoß lässt sie taumeln, treibt sie auf eine Schlucht zu, die vor Nässe nur noch dunkler erscheint als sonst, gibt ihr die Kontrolle über ihre Flügel wieder, als aus dem Dickicht eine junge Frau ausbricht, rennend, offensichtlich auf der Flucht vor etwas. Ein Blitz überzieht den dunklen Himmel, enthüllt kurz ihr entschlossenes Gesicht, bevor sie wieder eingehüllt wird von Dunkelheit.
Wo bin ich?
Alles in ihr schreit, dass sie diesen Ort, diese Frau unter ihr kennen sollte, doch in ihrem bisherigen Leben war sie noch nie hier gewesen. Sie kann sich nicht einmal vorstellen, dass es einen solchen Ort in der Nähe von Steinthal gibt. Ein weiterer Blitz untermalt das Grauen, das auf dem Fels der Schluchtenränder seinen Lauf nimmt: Die Frau stolpert, springt auf, humpelt weiter, in einem verzweifelten Versuch, zu entkommen. Ihr entfährt ein Schrei, als sie ein Pfeil in den Rücken trifft und dann stürzt sie die Schlucht hinunter.
Der blaue Nebel zieht wieder auf, wirft sie hinunter auf die Erde, doch auch diesmal ist der Aufprall nicht hart. Von irgendwoher hört sie Stimmen, Kinderlachen, fühlt eine Woge des Glücks durch sich fahren.
‚Ich habe keine Kinder.‘
Ihr Einwand verhallt in der Leere, die sich zwischen ihr und einer jungen Familie auftut, eine rotblonde Frau an der Seite eines braunhaarigen Mannes, an der Hand ein etwa fünfjähriges Kind. Sie hört eine Amsel zetern, sieht den Blick des Mannes auf sich ruhen, als könne er sie sehen und beobachtet, wie sich sein Mund zu einem Lächeln verzieht.
‚Dinge sind möglich, die unmöglich erscheinen‘, sagt er, dann löst er sich in seiner sommergelben Umgebung auf wie die Frau und das Kind.
‚Was – was soll das?‘
Blaue Linien umwickeln sie, reißen sie fort von den scheinbar friedlichen Bildern eines Reiterhofes, werfen sie an das Fenster in einer Stadtwohnung, sie spürt, dass jemand hinter ihr ist. Als sie sich umdrehen will, erblickt sie das Kind wieder, schaut ihm nun voll ins Gesicht und erkennt sich selbst in den braun-grünen Augen, hinter der blassen, sommersprossigen Haut, weiß, welcher Natur das Funkeln ist, das sich zwischen ihnen spiegelt.
‚Die Gabe. Aber das kann nicht sein! Wer ist das?‘
Etwas reißt sie nach hinten, mit einem Krachen schlägt ein Blitz auf eine Lichtung ein, knirschend fällt ein Baum. Mit einem Schrei erkennt sie Midja, mit angelegten Flügeln fällt sie aus dem Himmel wie ein Stein. Es ist keine Jagd mehr, kann es nicht sein, denn –


Sie fiel.


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Beitrag #2 |

RE: Die Federn des Windes - 6
Hallo Eselfine,

eben noch war vieles klar, jetzt sprichst du wieder in Rätseln zu mir: Rätsel, von denen du eins ums andere aufstellst und - bislang - wenig Aufklärung gibst. Wenn es zurück in Annas Kindheit geht, ist immer vieles neu. Für mich sind diese Teile weit schwerer zu verstehen als Merles. Vielleicht weil Annas und Merles Geschichte eng verwoben sind, Anna immer den Grundstein legt für etwas, das Merle passiert. Dadurch kann ich mir die Ereignisse in Merles Teil oft besser erklären als in Annas. Hier zum Beispiel öffnest du ganz neue Handlungsstränge:
Anna, die im Alter von 15 Jahren ein Schockerlebnis hat, etwas im Keller entdeckt, die Schreie ihrer Mutter hört, ihren Vater als Fremden begreift - ihr Elternhaus wird unwohnlich und sie flieht. Flieht hin zu der Stelle, an der sie Midja das erste Mal getroffen hat (?), an der sie die Prophezeiung von Midja gehört hat. Werfe ich die Geschichte jetzt wirklich so durcheinander, dass ich dachte, Midja sei Merles Falke. Oder offenbart sich ein Falke immer mehr als einem Menschen. Würde ja sogar Sinn machen, schließlich hat jeder Falke auch mehr als eine Feder. Hm. Oder ich habe etwas überlesen.
Die Töchter werden also fortgeschickt; als Anna flieht, begegnet ihr eine Familie, dann das Mädchen am Fenster in der Stadtwohnung. Wer ist sie? Anna erkennt sich selbst. Oder ist es Merle, der sie hier - in die Zukunft sehend - begegnet. Viele Fragezeichen - und ich kündige hier schon einmal an, für so viele offene Fragen ein schlechtes Gedächtnis zu haben.

Am Ende ein Blitz und ich erinnere mich an eine verbrannte Kiefer. Es ist keine Jagd mehr, Midja fällt zu Boden wie ein Stein - tot? Dann wäre nicht Merle, sondern Anna das Mädchen, das gerade ihre zweite Generation abgeschlossen hat. Hmhmhm, ok. Na ja. Und jetzt? Was passiert denn nun? Was ist wichtig? Wie hängt es zusammen?
Ja, die Geschichte spielt mit diesen Elementen, mit den Rätseln, die immer größer werden, mit der Prophezeiung, die im Hintergrund lauert wie ein unumgänglicher Tod. Aber ... ja: Es ist nicht greifbar, es wird auch nicht greifbarer, sondern eher verwirrender. Vielleicht soll es hier so sein. Aber ich komme hier auch örtlich nicht mit. Der Keller, die Flucht zum Bahndamm, dann ein Fenster in einer Stadtwohnung. Schwebt ihr Geist so schnell - von Ort zu Ort zu Ort? Bei Anna ist Erkenntnis - Die Gabe. Aber das kann nicht sein! Wer ist das? -, bei mir ist gerade keine. Vielleicht soll es so. Mir fällt dieses Kapitel sehr schwer, denn ich weiß nicht recht, was ich davon behalten soll. Familiäre Probleme? Annas Probleme mit ihrem Vater? Die weinende Mutter? Oder das Treffen am Bahndamm? Die Flucht, ihre wirre Aussage (Ich habe keine Kinder), woher kommt sie? Dann fällt sie - vielleicht in die Tiefe, in eine andere Falkenwelt. Aber stirbt Midja an diesem Punkt?
Meine Gedanken sind unklar, laufen durcheinander, denn ich weiß nicht, was ich aus diesem Teil mitnehmen soll, wohin es mich - im Gesamtkonstrukt der Handlung - tragen soll.
Vielleicht liefern die Folgeteilung Auflösung.

Anmerkungen:
Zitat:Die Gräser an beiden Seiten des Bahndammes bogen sich elegant im leichten Wind, neigten ihre schwereren Köpfe hinab zu den geduckten Wildblumen, an denen die Hummeln in flirrenden Luftschwaden verschwammen.
Gräser mit schwereren Köpfen, hm. Ich sehe bei Gräsern eher gleichmäßig verteiltes Gewicht, vllt habe ich etwas Falsches vor Augen. Zumal sie sich elegant im Wind biegen. Vllt würde ich das Kopfneigen weglassen und den Satz trennen, der zweite Satz dann in Richtung "Unter den Gräsern duckten sich Wildblumen, an denen ..."
Zitat:Es war nicht der Schmerz, der sie ferngehalten hatte, oder die Angst im Moment der Bindung, einen Moment, den sie längst überwunden und beinahe vergessen hatte im Schmerz und der Angst der vergangenen Monate.
Auch den Satz könntest du trennen.
Dem Schlussteil "im Schmerz und der Angst der vergangenen Monate" könntest du vllt etwas mehr Raum geben, z.B. "und in den vergangenen Monaten beinahe vergessen hatte, als Schmerz und Angst jede andere Erinnerung unterdrückten"
Es ist auch ein wenig irritierend, dass "die Angst im Moment der Bindung" von "Schmerz und Angst" vergessen wurden. Ich weiß, der zweite Teil bezieht sich auf den "Moment", aber der Moment ist ja schon charakterisiert durch die Angst.
Zitat:Als ich sie das letzte Mal gesehen habe, war das – als Midja die Prophezeiung verkündete.
Warum nicht: "Als ich sie das letzte Mal gesehen habe, hat Midja die Prophezeiung verkündet."
Zitat:schlägt hin, schmeckt Blut und humpelt dann, so schnell es ihr eingegipster Fuß erlaubt, in ihr Zimmer zurück.
Der einzige Moment, in dem das Gipsbein zur Sprache kommt. Ist es wichtig? Läuft sie danach mit dem Gipsbein zu den Schienen?

Liebe Grüße
Libertine

... und von den wundersamsten Wegen bleibt uns der Staub nur an den Schuhen. (Dota Kehr)
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Beitrag #3 |

RE: Die Federn des Windes - 6
Hallo Libbi,

und weiter mit dem nächsten Kommentar.

(07-09-2015, 14:39)Libertine schrieb: Hier zum Beispiel öffnest du ganz neue Handlungsstränge:
Anna, die im Alter von 15 Jahren ein Schockerlebnis hat, etwas im Keller entdeckt, die Schreie ihrer Mutter hört, ihren Vater als Fremden begreift - ihr Elternhaus wird unwohnlich und sie flieht. Flieht hin zu der Stelle, an der sie Midja das erste Mal getroffen hat (?), an der sie die Prophezeiung von Midja gehört hat.
Uff. In meinem Kopf ist das so klar, dass ich bisweilen vergesse, dass es anderen nicht so geht.
Das Schockerlebnis hat sie schon früher, nur erinnert sie sich jetzt, in diesem Moment, daran. Ich bin mir nicht sicher, ob ich es überhaupt brauche, es steht schon lange auf der Abschussliste, gemeinsam mit einem gewissen Charakter und einer damit verbundenen Szene, aber ich war zu schnell mit dem Einstellen, um daran noch was zu ändern.

Zitat:Werfe ich die Geschichte jetzt wirklich so durcheinander, dass ich dachte, Midja sei Merles Falke. Oder offenbart sich ein Falke immer mehr als einem Menschen. Würde ja sogar Sinn machen, schließlich hat jeder Falke auch mehr als eine Feder. Hm. Oder ich habe etwas überlesen.
Midja ist Annas Falke (gewesen), und nur Annas. Brekja (und da wird die Verwirrung herkommen) wird später Merles Falke, als Midja schon längst tot ist.

Zitat:Die Töchter werden also fortgeschickt; als Anna flieht, begegnet ihr eine Familie, dann das Mädchen am Fenster in der Stadtwohnung. Wer ist sie? Anna erkennt sich selbst. Oder ist es Merle, der sie hier - in die Zukunft sehend - begegnet. Viele Fragezeichen - und ich kündige hier schon einmal an, für so viele offene Fragen ein schlechtes Gedächtnis zu haben.
Das ist nicht soo schlimm, glaube ich, das sollte später klar werden Icon_wink

Zitat:Ja, die Geschichte spielt mit diesen Elementen, mit den Rätseln, die immer größer werden, mit der Prophezeiung, die im Hintergrund lauert wie ein unumgänglicher Tod. Aber ... ja: Es ist nicht greifbar, es wird auch nicht greifbarer, sondern eher verwirrender. Vielleicht soll es hier so sein. Aber ich komme hier auch örtlich nicht mit. Der Keller, die Flucht zum Bahndamm, dann ein Fenster in einer Stadtwohnung. Schwebt ihr Geist so schnell - von Ort zu Ort zu Ort? Bei Anna ist Erkenntnis - Die Gabe. Aber das kann nicht sein! Wer ist das? -, bei mir ist gerade keine. Vielleicht soll es so.
Der Keller und die Flucht zum Bahndamm (Nr.1) sind zunächst Erinnerungen, die sie überkommen. Das Fenster in der Stadtwohnung hingegen sieht sie erst, nachdem sie den blauen Punkt berührt hat - also mit der Magie in Berührung gekommen ist. Was die Erkenntnis anbelangt - das kommt später noch einmal, da die Traumsequenzen teilweise vorausgreifen.

Zitat:Mir fällt dieses Kapitel sehr schwer, denn ich weiß nicht recht, was ich davon behalten soll. Familiäre Probleme? Annas Probleme mit ihrem Vater? Die weinende Mutter? Oder das Treffen am Bahndamm? Die Flucht, ihre wirre Aussage (Ich habe keine Kinder), woher kommt sie? Dann fällt sie - vielleicht in die Tiefe, in eine andere Falkenwelt. Aber stirbt Midja an diesem Punkt?
Meine Gedanken sind unklar, laufen durcheinander, denn ich weiß nicht, was ich aus diesem Teil mitnehmen soll, wohin es mich - im Gesamtkonstrukt der Handlung - tragen soll.
Vielleicht liefern die Folgeteilung Auflösung.
Eigentlich geht es darum, wie Anna in den Wald geht, von diesem Punkt angezogen wird und sich über die Kante lehnt, fällt. Da Magie im Spiel ist, sieht sie nebenbei noch ein paar bunte Bildchen ...

Zitat:Anmerkungen:
Zitat:Die Gräser an beiden Seiten des Bahndammes bogen sich elegant im leichten Wind, neigten ihre schwereren Köpfe hinab zu den geduckten Wildblumen, an denen die Hummeln in flirrenden Luftschwaden verschwammen.
Gräser mit schwereren Köpfen, hm. Ich sehe bei Gräsern eher gleichmäßig verteiltes Gewicht, vllt habe ich etwas Falsches vor Augen. Zumal sie sich elegant im Wind biegen. Vllt würde ich das Kopfneigen weglassen und den Satz trennen, der zweite Satz dann in Richtung "Unter den Gräsern duckten sich Wildblumen, an denen ..."
Ich dachte an Gräser mit reifen Samenkapseln. Reifes Getreide ist ja auch nur Gras, und da knicken die Ähren auch um, wenn die Erntezeit ran ist.

Zitat:
Zitat:Es war nicht der Schmerz, der sie ferngehalten hatte, oder die Angst im Moment der Bindung, einen Moment, den sie längst überwunden und beinahe vergessen hatte im Schmerz und der Angst der vergangenen Monate.
Auch den Satz könntest du trennen.
Dem Schlussteil "im Schmerz und der Angst der vergangenen Monate" könntest du vllt etwas mehr Raum geben, z.B. "und in den vergangenen Monaten beinahe vergessen hatte, als Schmerz und Angst jede andere Erinnerung unterdrückten"
Es ist auch ein wenig irritierend, dass "die Angst im Moment der Bindung" von "Schmerz und Angst" vergessen wurden. Ich weiß, der zweite Teil bezieht sich auf den "Moment", aber der Moment ist ja schon charakterisiert durch die Angst.
Hmm ... bisschen umständlich formuliert ist es schon.
@Sinn: Der Schmerz und die Angst, die sie im Moment der Bindung gefühlt hat, sind untergegangen in dem Schmerz und der Angst, die sie in den letzten Monaten erfahren hat.

Zitat:
Zitat:Als ich sie das letzte Mal gesehen habe, war das – als Midja die Prophezeiung verkündete.
Warum nicht: "Als ich sie das letzte Mal gesehen habe, hat Midja die Prophezeiung verkündet."
Sie will ja nicht an die Prophezeiung glauben. Deshalb fand ich ein Stocken in ihren Gedanken ganz passend.

Zitat:
Zitat:schlägt hin, schmeckt Blut und humpelt dann, so schnell es ihr eingegipster Fuß erlaubt, in ihr Zimmer zurück.
Der einzige Moment, in dem das Gipsbein zur Sprache kommt. Ist es wichtig? Läuft sie danach mit dem Gipsbein zu den Schienen?
Das Gipsbein ist mehr so eine Erklärung für mich, warum sie überhaupt in den Keller gucken ging Icon_wink
Und nein, das Ganze mit dem Vater ist ja schon früher passiert.

Danke noch einmal für den Kommentar! Icon_smile

Viele Grüße,
Eselfine


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