Es ist: 19-02-2020, 21:45
Es ist: 19-02-2020, 21:45 Hallo, Gast! (Registrieren)


Waas? Um was handelt es sich?
Beitrag #1 |

Waas? Um was handelt es sich?
An was erkennt man schlechten Stil?

Durch was sind wir alle zum Schreiben gekommen?

Bei was zucken wir am häufigsten zusammen, wenn wir Texte lesen?

Sie wollen natürlich wissen worüber ich zusammenzucke?

Über was regen sie sich am meisten auf?

Worüber rege ich mich am meisten auf?

Mit was beschäftigen sie sich ?

Womit ich mich beschäftige? Mit Pronominaladverbien

Um was handelt es sich dabei?

Pronominaladverbien werden Umstandsfürwörter genannt;
leider geraten sie aus der Mode, gerade die, die mit "wo" gebildet werden.

Und an was liegt das?

Ja, woran liegt es? An falschen Vorbildern. Zum Beispiel daran, dass viele keinen Wert auf grammatische Feinheiten legen und sich der Umgangssprache bedienen.


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Beitrag #2 |

RE: Waas? Um was handelt es sich?
Sehr nachdenkungsvoll. Wobei ich darüber so erst nie nachgedacht habe. Doch es stimmt, dass viele Feinheiten gar nicht mehr zum Ausdruck kommen, weil es vielen einfach egal ist. Sehr schade eigentlich, dass die Literatur so arm an Bedeutungen geworden ist, weil viele sich kaum noch Mühe geben


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Beitrag #3 |

RE: Waas? Um was handelt es sich?
Servus Havoice,
ich begrüße dich recht herzlich.Wunderbar, dass mein Beitrag voll Gedanken ist, die zum Nachdenken anregen. Das wollte ich damit bezwecken.

"Nachdenkungsvoll" welch´ Wortkreation Icon_smile
lg Pendlbäuerin


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Beitrag #4 |

RE: Waas? Um was handelt es sich?
Moin.

Ich weiß irgendwie nicht so recht, was du mit diesem Thread bezweckst Icon_confused Vielleicht würde ein klarstellender Threadtitel und Eingangspost da helfen? Mag aber auch sein, dass das an mir liegt, mein Hirn steht mir (ggf aufgrund Examensnähe) vielleicht gerade etwas im Wege...

Geht es dir insgesamt um guten und schlechten Stil?
Um die (nunmehr unübliche) Verwendung von Personaladverbien? Wenn ja: Was ist das denn? Ist mir begrifflich noch nie untergekommen, ob mit "wo" oder ohne, und Google schlägt da auch primär Websites zu italienischer Grammatik vor ... Icon_wink

* Federlehrling grübelt noch ein bisschen und trollt sich ...

/edit:
Wiktionary schrieb:Beispiele:
„Möglicherweise werden diese Umstandsfürwörter von vielen eher als umständliche Fürwörter empfunden, das würde ihr Verschwinden aus der Alltagssprache erklären; dennoch gelten »woran«, »womit« und »wofür« nach wie vor als die bessere Wahl; die Formen »an was«, »mit was« und »für was« sind umgangssprachlich und sollten in Aufsätzen und Briefen ebenso vermieden werden wie in Fernsehsendungen und Radiobeiträgen.“[Quelle]
Ah ... Icon_wink
Die sterben aus? War mir nicht bewusst ...

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Beitrag #5 |

RE: Waas? Um was handelt es sich?
Federlehrling, besser hätte ich es nicht erklären können. Icon_smile Lobe und preise Google


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Beitrag #6 |

RE: Waas? Um was handelt es sich?
Moin nochmal.

Hmm. Aber ernsthaft, das stirbt aus? Mag sein, dass ich da (im Moment, berufsbedingt) nicht ganz den Überblick über die echte Sprache habe. Dieses Juristenzeugs, das ich so verfassen muss, gewinnt jetzt keine Schönheitspreise, aber grammatikalisch ist es vielleicht nicht ganz repräsentativ (Gebrauch von Imperfekt und Perfekt für unterschiedliche Gegebenheiten, klassischer Konjunktiv in der indirekten Rede, ...). Aber "woran", "wofür", "womit" finde ich doch sehr geläufig.

Ich finde aber, dass deren Nichtgebrauch nicht zwangsläufig zu schlechtem Stil führt. In der Umgangssprache sind die "was"-Konstruktionen vielleicht (mittlerweile) gängiger. So wie das Perfekt in der gesprochenen Sprache weitestgehend das Imperfekt verdrängt. Schriebest du jetzt in der wörtlichen Rede in einer Geschichte so förmlich, so dürfte das beim Leser zu Irritationen führen, weil die Sprache nicht realistisch ist; der Charakter verkommt zur Karikatur oder wird schlicht unglaubwürdig. Im erzählenden Text sieht das (für mich) anders aus. Zum Thema Umgangssprache in Geschichten, dachte ich, hätten wir mal was im Forum gehabt, aber ich finde es jetzt gerade nicht (vielleicht nur im Skriptorium ...).

Grüße und gute Nacht!
Lehrling

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Beitrag #7 |

RE: Waas? Um was handelt es sich?
Federling, ich freue mich über unsere Diskussion. Behauptest du , dass "um was handelt es sich" guter Stil ist?
Oder "Durch was sind wir zum Schreiben gekommen?".
Ich habe diesen Beitrag geschrieben - und ich sage jetzt bewusst nicht Thread und posten - (Anglizismen igittigitt).Icon_smile , weil ich hier immer wieder dieses umgangssprachliche "was" lese. Ich weiß nicht, ob die Autoren meinen, damit modern zu sein oder frech und jugendlich. (jugendlicher geht´s eh nicht mehr, es schreiben vorwiegend Junge hier.) Wenn ich gefragt werde: Mit was beschäftigen sie sich Frau PB? Muss ich schmunzeln und ich antworte: Sie meinen womit ich mich beschäftige? Und viele merken nicht mal, was ich meine. Du übrigens auch nicht?
An was liegt das? Am Examen?Mrgreen
Frech grüßt
Pendlbäuerin(PB)


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Beitrag #8 |

RE: Waas? Um was handelt es sich?
Hallo verfolge eure kleine diskussion und wollte nur mal einwerfen: das buch wasich schreibe (7.threa von alb ) :icon_cool:


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Beitrag #9 |

RE: Waas? Um was handelt es sich?
Zitat:Behauptest du , dass "um was handelt es sich" guter Stil ist?
Oder "Durch was sind wir zum Schreiben gekommen?".
So weit ich das sehen kann, sagte Federlehrling bloß, dass schlecher Stil nicht an der Verwendung von "mit was" anstelle von "womit" (etc.) festgemacht werden kann, worin ich ihm vollkommen zustimme. Wichtig ist in diesem Zusammenhang immer der Kontext. Je nach Charakter und Zusammenhang kann "mit was" sogar der bessere Stil sein als "womit", vorausgesetzt es passt in den Kontext. "Mit was willste die Pommes" etwa ist realistischer als "Womit ...", wohingegen ein Professor der deutschen Linguistik sich das wohl eher nicht erlauben dürfte - das aber auch keine unverrückbare Regel ist.

Zitat:An was liegt das? Am Examen?Mrgreen
Das liegt meiner Meinung nach genau so sehr am Examen, wie am Alter. Es gibt Autoren, die mit Sechzig auf eine jahrzehntelange Karriere literarischen Unterduchschnitts zurückblicken können und Jungschreiber, die mit zwanzig einen besseren Stil haben als ältere Kollegen.

Zitat:(Anglizismen igittigitt)
Eine problematische Abneigung. Gerade Autoren, die sich in der sog. Gegenwartsliteratur herumtreiben, sägen am eigenen Ast, wenn sie verpassen, sich kritisch mit den Veränderungen auseinanderzusetzen, die eine Sprache im aktiven Gebrauch zwangsläufig durchmacht, gerade in einem Genre, in dem die Authenzität der dargestellten Lebenswelt oftmals die Achse ist, um die sich ein Text dreht.

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Beitrag #10 |

RE: Waas? Um was handelt es sich?
Moin.

Zitat:Wenn ich gefragt werde: Mit was beschäftigen sie sich Frau PB? Muss ich schmunzeln und ich antworte: Sie meinen womit ich mich beschäftige? Und viele merken nicht mal, was ich meine. Du übrigens auch nicht?
Nein, hätte ich nicht gemerkt. Mag aber daran liegen, dass ich in der gesprochenen Sprache nicht den Ansatz eines Problems mit "mit was" habe. Und nicht einmal in der Schriftsprache finde ich es kritisch, ehrlich gesagt. "Womit" ist schon gewählter, in Ordnung. Aber für die Frage guten oder schlechten Stils gibt es meines Erachtens andere Gradmesser.
(Mit meinem (absolvierten) Examen hat das wenig zu tun. Auch nicht mit dem von mir hier ursprünglich ins Spiel gebrachten zweiten Examen, das mir übernächste Woche und die darauf ins Haus steht und das manchen an sich naheliegenden Gedanken zur Zeit platt macht. Das nur als Randnotiz - mir war bis eben nicht aufgefallen, dass ich die Stilfrage hier unfreiwillig zu einer Frage der Zugehörigkeit zu akademischen Kreisen gemacht habe.)

Zitat:das buch wasich schreibe (7.threa von alb )
Bei "was" als Relativpronomen läuten bei mir allerdings auch die Stilalarmglocken ... Icon_ugly

Zitat:Das liegt meiner Meinung nach genau so sehr am Examen, wie am Alter. Es gibt Autoren, die mit Sechzig auf eine jahrzehntelange Karriere literarischen Unterduchschnitts zurückblicken können und Jungschreiber, die mit zwanzig einen besseren Stil haben als ältere Kollegen.
Ich glaube, dass guter Stil wenig mit Alter und (Aus-)Bildungsstand zu tun hat. Man lernt es, früh oder spät, weil es einem wichtig ist - oder man kommt ohne guten Stil durchs Leben. Dass derlei Sinn für Schöngeistigkeit bei Akademikern vielleicht häufiger festzustellen als in bildungsfernen Schichten mag sein, aber ich tippe dort eher auf eine Korrelation als auf eine Kausalität des einen für das andere. Was für die eigentliche Frage dieses Threads hier natürlich völlig belanglos ist.

Grüße
Lehrling

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