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DIE BLUTKRISTALLKRIEGE - Buch 1 (Kapitel 1 - Teil 9)
Beitrag #1 |

DIE BLUTKRISTALLKRIEGE - Buch 1 (Kapitel 1 - Teil 9)
EDIT: 27.12.2015 Grund: Fehlerkorrekturen

Ort: Vor der antiken mesopotamischen Stadt Uruk
Zeit: 3133 vor Christus
Handlung: Ein Drachenreiter erscheint, und ein zweiter Gott greift in den Kampf ein, während der Drache die Stadt ansteuert...


Auch die anderen waren auf die Wasserfontäne bereits aufmerksam geworden. Als hätten sie nur auf einen solchen Befehl gewartet, machten sogleich alle Männer kehrt und stellten sich mit dem Mut der Verzweiflung dem fremden Dämon aus der Luft entgegen. Die Gruppe aus Urukiden und Uriden griff geschlossen an. Feigheit vor dem Feind war keine Option für sie. In das Fauchen des Unheimlichen hinein schrien sie ihren eigenen Kampfruf und stürmten auf den wahrscheinlich überlegenen Gegner los.
Doch gerade als sich die wild entschlossenen Menschen auf den Unheimlichen stürzen wollten, begann plötzlich die Luft kurz vor dem Neuankömmling zu flimmern, und ein rötlicher Schein tauchte die Umgebung in eigenartiges Licht.
Kurz bevor die Menschen ihr Ziel erreicht hatten, schälte sich zwischen ihnen und dem Dämon aus der Luft ein neuer Körper praktisch aus dem Nichts heraus. Die Konturen verdichteten sich zu einem schwarzen Koloss, der jedoch für die Menschen kein Unbekannter war.
Der Jedaiah Sutesh war mit seiner charakteristischen Tarrak-Körperform erschienen, und er war genauso kriegerisch gekleidet wie Baluum oder Mashkashat.
Die Menschen konnten gerade noch anhalten, ohne mit dem Gott zu kollidieren. Heute schienen alle Jedaiahs in Kriegsstimmung zu sein!
Außerdem erkannten die Krieger ein großes Schwert in der Hand des Jedaiahs, mit dem er sofort den fremden Dämon bedrohte. Sutesh war offensichtlich ebenfalls gekommen, um an der Seite der Menschen zu kämpfen! Der Urukide an der Spitze der Gruppe machte sich in diesem Moment eine geistige Notiz, nie wieder einen Tarrack seines Fleisches wegen zu jagen. Diese Tiere wurden ohnehin immer seltener.
Sutesh stand keinem bestimmten Volk als Stadtgott zur Seite, wurde aber dennoch oft angebetet, denn er wurde von verschiedenen Völkern und Stämmen als Gott der Stürme und der Unwetter verehrt, aber auch genauso als Schutzgott der Steppenoasen und der Quellen der trockeneren Hochländer, die abseits der großen Flüsse lagen. So wie alle Jedaiahs tauchte er in größeren Abständen in den verschiedenen Göttertempeln der Städte auf, und ließ sich dort huldigen. Sein Erscheinen hier war allerdings nicht zu erwarten gewesen. Irgendetwas Außergewöhnliches, so schoss es den Menschen durch ihre Köpfe, musste in der Welt der Götter vorgehen, sonst hätte weder der Jedaiah Baluum heute offen gegen seinen Bruder Mashkashat gekämpft, noch sich dieser fliegende Dämon bei Tag gezeigt. Und auch Sutesh wäre nicht in Kampfausrüstung erschienen, um sich einem Dämon der Unterwelt entgegenzustellen, wenn alles seinen gewohnten Lauf nehmen würde. Dass die Götter heute derart massiv eingriffen konnte nur bedeuten, dass ein großes Ungleichgewicht der Kräfte eingetreten war. Und so etwas konnte sehr leicht in einem Chaos für die ganze Welt enden! Warum Sutesh hier aufgetaucht war, bewies allein schon sein erstes Wort, das laut und deutlich für alle Umstehenden zu hören war.

Die Zeit des Handelns war gekommen! Sutesh, der ja auf Bitte von Baluum bereits die ganze Zeit über als getarnter Beobachter in einer leicht zeitlich verschobenen Realdimension die Kämpfe mitverfolgt hatte, war über das plötzliche Auftauchen eines Hannun-Akhei auf dieser Welt ebenso schockiert gewesen wie sein Bruder Baluum. Auch er hatte vor vielen Jahrtausenden ihren Abzug von dieser Welt sowohl beobachtet als auch befürwortet. Die Väter hatten sie nach unzähligen Verstößen gegen die Regeln damals endlich aus der galaktischen Koalition entfernt. Danach waren sie in die isolierte Unbedeutsamkeit abgerutscht und vergessen worden.
Und doch tauchte jetzt plötzlich einer von ihnen hier auf, und mischte sich noch dazu in einen Konflikt ein, der ihn gar nichts angehen konnte. Was Sutesh augenblicklich mehr als beunruhigte, war weniger das bekannte kriegerische Verhalten des Hannun-Akhei, als vielmehr die Tatsache seines unangemeldeten Erscheinens in einem Sternsystem, das doch von den Himmelsvätern überwacht war. Dieses Wesen hätte einen planetaren Alarmzustand auslösen müssen, doch nichts dergleichen war geschehen!
Als Sutesh die Absprungvorbereitungen des Hannun-Akhei erkannt hatte, war er schnell durch die Dimensionen genau zu der Stelle seines wahrscheinlichen Bodenkontaktes gelaufen, und hatte dabei sein Schwert gezogen. Während seiner anschließenden Materalisierung auf der Nullebene der Menschen sendete er sofort einen Impuls an seinen Bruder Baluum, dass er sich um den ungebetenen Gast kümmern würde.
Bei seinem optischen Erscheinen befand sich seine Schwertspitze genau auf Höhe des Halses des Himmelsreiters. Falls der Jäger überrascht war, ließ er es sich nicht anmerken. Die Gischt des mit seinem Erscheinen sofort verdrängten Wassers spritzte noch höher als jene durch den Aufprall des Hannun-Akheis. Und noch bevor Sutesh etwas sagte, traf sich sein Blick mit dem ebenso entschlossenen Blick des Jägers.
Um die Menschen von ihrem zwar mutigen aber sicher vergeblichen Angriff auf dieses Wesen abzuhalten, entschied Sutesh das erste Wort nicht nur in das Gehirn des Hannun-Akheis zu projizieren, sondern auch in die Köpfe der Menschen, die auch sofort stehen blieben.
„Genug!“
Der Jedaiah hörte seinen Namen aus den Kehlen der Menschen, die ihn natürlich sofort erkannt hatten. Sie hatten ihren Lauf schnell abgebremst und waren knapp hinter ihm stehen geblieben. Gut. Jetzt konnte er sich mit dem Hannun-Akhei befassen, und ihn gezielt auf gedanklicher Basis ansprechen:
„Du weißt, dass unsere Schwerter kristallveredelt sind, Hannun-Akhei. Bei Deiner nächsten falschen Bewegung schneide ich Deine Steinhaut wie weichen Schlamm auf und schicke Dich unehrenhaft zu Deinen Vorfahren zurück!“ Bei diesen Worten drückte Sutesh sein Schwert gegen den schuppigen Hals des Hannun-Akhei. Dass er diese Drohung ernst nahm, bewies sein sofortiges Stillhalten.
Der Shambarraner dachte weiter in Richtung des gelandeten Himmelsreiters:
„Ein bisschen weit weg von zu Hause, Hannun-Akhei. Sag mir, wieso bist Du hier? Und sag mir auch, wie Du unbemerkt hier auf diese Welt gelangen konntest. Deine nächsten Worte entscheiden über Dein Leben!“
Starre geschlitzte Reptilienpupillen starrten Sutesh an. Ein beginnendes Fauchen wurde sofort durch verstärkten Druck seines Schwertes unterdrückt. Schließlich antwortete auch der Hannun-Akhei auf gedanklichem Weg. Sein Körper war mit einer ähnlichen Kristallsubstanz angereichert wie die Körper der Shambarraner. Das machte sie natürlich weder zu ebenbürtigen Wesen der Shambarraner, noch zu Dimensionsspringern oder Gestaltwandlern, ermöglichte aber dennoch den gegenseitigen gedanklichen Austausch von Informationen ohne gesprochene Worte.
Während es also für die Menschen so aussah, als ob sich die beiden Wesenheiten nur still anstarrten, fand in Wirklichkeit eine angeregte Unterhaltung zwischen den Beiden statt, in die sich bald auch die für Sutesh gebündelten Gedankenmuster seines Bruders Baluum mischten. Nur die Augen des Hannun-Akhei verengten und bewegten sich leicht, während er antwortete. Zweifellos war er auch mit seinem Cama'tsashacx in Kontakt, doch darum konnte sich Sutesh momentan nicht kümmern.
„Shambarraner! Immer wieder dieselben Tricks. Wie vorhersehbar. Ihr hält euch für so klug und überlegen, doch in Wirklichkeit wisst Ihr nichts. Ich bin nicht hier um mit Euch zu sprechen. Wendet Euch an meine Königin wenn Ihr etwas wissen wollt. Von mir erfahrt Ihr nichts.“
Genau so eine Antwort hatte Sutesh erwartet. Er kannte die Mentalität dieser Wesen, die einstmals Verbündete von Shambarra gewesen waren. Ein kurzer Impuls von Baluum traf ein:
„Hallo Bruder Sutesh. Ich hatte bereits angefangen Dich zu vermissen. Ich freue mich, dass Du meiner Bitte gefolgt bist!“
Baluum war kurz unentschieden gewesen was er als nächstes tun sollte. Durch das Auftauchen seines Bruders war nun eine Aufgabe weggefallen. Der Cama'tsashacx flog direkt die Stadt der Urukiden an. Kurzerhand löste Baluum seine Verbindung zu Mashkashat, der sowieso nichts mehr tun konnte, und versuchte in die Gedankenwelt des großen Flugwesens vorzudringen, um es so eventuell von seinem Kurs abzubringen. Mehr konnte er im Moment nicht tun.
Denn selbst wenn er in den zeitlichen Dimensionen untertauchen würde um schnell seinen Handbogen zu erreichen und neu zu laden, könnte er ihn dennoch nicht einsetzen. Die Explosion einer shambarranischen Bombe würde zweifellos große Teile der Stadtmauer wegsprengen, sowie eine viel zu große Anzahl der dort versammelten Menschen töten. Der dadurch entstehende Schaden wäre weit größer, als der Schaden eines Angriffes durch den Cama'tsashacx.
Mit Genugtuung vernahm er die Antwort seines treuesten Bruders, der ihm bereits früher in einige Raumschlachten gefolgt war. Stets hatte er sich auf ihn verlassen können.
„Wie könnte ich meinem ehemaligen Kommandeur eine solche Bitte abschlagen? Der Kerl hier wird keinen Mucks mehr machen, Baluum. Reden will er auch nicht.“
An den Hannun-Akhei gewandt fuhr Sutesh fort:
„Deine Königin ist weit weg, Himmelsreiter. Rede jetzt sofort oder stirb, elender Hannun-Akhei!“
Trotz des Druckes der Schwertspitze auf seinen Hals gelang dem reptilienhaften Wesen nun ein Fauchen, das in etwa einem menschlichen Lächeln entsprechen würde.
„Ihr wisst gar nichts, Shambarraner. Doch das ist nicht mehr wichtig. Verbeugt Euch vor der erhabenen Königin, denn sie ist nun eingetroffen!“
Sutesh, der eigentlich kurzen Prozess mit dem Jäger machen wollte, hielt inne und lauschte. Ein fernes Summen im hohen Frequenzbereich steigerte langsam seine Intensität. Die empfindlichen Ohren des Shambarraners verrieten ihm auch, dass dieses Geräusch von oben kam. Und das gefiel Sutesh ganz und gar nicht. Denn es bedeutete, dass sich noch mehr Komplikationen ankündigten. Und wenn er das Geräusch richtig interpretierte, dann würde ihnen damit die Kontrolle der Situation vollends aus den Händen gleiten. Er überließ die einzig mögliche Reaktion darauf seinem ehemaligen Kommandeur des Reiches, denn wenn Sutesh recht mit seiner Vermutung behielt, dann konnten jetzt nur noch die ewigen Wächter helfen!

Taarokot Akaatem, der weißhaarige oberste Heerführer der Urukiden, verfolgte das ausbrechende Chaos vor der Stadtmauer scheinbar ungerührt. Von seinem hohen Aussichtsplatz auf dem Turm entging ihm praktisch nichts. Er beobachtete, wie sich der schwarze Schatten aus dem Himmel auf die Menschen auf der Ebene stürzte, hörte Männer schreien und sah dabei zu, wie sich die versammelte Menschenmenge auflöste. Ohne Ziel spritzten sie auseinander und versuchten zu entkommen, doch Taarokot wusste aus eigener Erfahrung, dass es kein Entkommen gab.
Zwei enge Kreise zog der Unheimliche über die panische Menschenmenge, getragen von gigantischen blutroten Schwingen. Taarokot vernahm wie er von seinen Männern angesprochen wurde, doch er war nicht fähig zu antworten. Auch nicht als er den sinnlosen Befehl an die Bogenschützen hörte, sich bereit zu machen. Irgend jemand glaubte an die Möglichkeit einer Abwehr!
Doch ein Kampf war von vornherein sinnlos. Alles war sinnlos. Der geflügelte Tod war erschienen, und wen immer er sich als Opfer auserkoren hatte, würde sterben. Und während Khumbawa seine todbringenden Kreise zog, verschwamm die entsetzliche Szene vor seinen Augen, doch nur um von einer weiteren grauenhaften Erinnerung ersetzt zu werden.

Er sah sich und seine zweihundert Männer wieder, als sie damals an das Ufer eines endlosen Meeres gekommen waren, das nur das Meer des Todes sein konnte, in dessen Mitte die Sonne jeden Tag verschlungen wurde. Entschlossen hatten sie Schiffe gebaut um entgegen dem Rat eines schwarzen lokalen Königs zum Eingang der Unterwelt zu gelangen. Furchtlos waren sie in See gestochen, doch am Abend des zweiten Tages hatte sich ein Schatten aus der ewigen Nacht der Tiefe erhoben. Khumbawa, der Wächter des Tores der Unterwelt, war erwacht. Er hatte zunächst nur die Schiffe umkreist, um die Eindringlinge zu inspizieren, welche es gewagt hatten, in sein Reich vorzudringen. Nachdem Taarokot vergeblich versucht hatte mit ihm zu sprechen, hatte er schließlich den Befehl erteilt, den Wächter vom Himmel zu schießen. Das war der schwerste Fehler seines Lebens gewesen. Unzählige Pfeile waren von seinen Männern abgeschossen worden. Sie mussten getroffen haben, denn es waren die besten urukidischen Bogenschützen, doch der Wächter wurde durch sie weder beeindruckt noch aufgehalten. Dann drohte ein fremdartiger, schriller und abgehackter Schrei von ihm die Ohren der Männer zum Platzen zu bringen. Und dann erfolgten die Angriffe. Wieder und wieder stieß Khumbawa vom Himmel herab und holte sich einen Mann nach dem anderen. Als nur noch eine Hand voll übrig waren verbrannte er die Schiffe mit seinem Feueratem zu Asche. Nur Taarokot selbst konnte auf einem Holzbalken treibend dem fürchterlichen Inferno des Todes entkommen. Sein ehemals tiefschwarzes Haar jedoch war nach all dem Grauen gezeichnet, und hatte fortan jegliche Farbe verloren. Nina'anakh, die Muttergöttin der Unterwelt, hatte verheerend zugeschlagen!
Das Schicksal wollte es, dass eine Strömung ihn mehr tot als lebend zurück zum Ufer trieb. Menschen fanden und pflegten ihn gesund, so dass er schließlich alleine den Weg nach Uruk zurück finden konnte.
Die Priester, denen er von seiner Reise ans Ende der Welt Bericht erstattet hatte, verboten von nun an jede weitere Expedition ins Unbekannte. Er wurde angehalten, nicht mehr als notwendig über seine Erlebnisse zu sprechen. Schließlich wurde er vom König in den Rang des obersten Heerführers berufen, und mit der Verteidigung der Stadt betraut.
Und nun holte ihn seine verdrängte Vergangenheit wieder ein.

Eine Stimme neben ihm holte ihn wieder in die Gegenwart zurück. Aus den Augenwinkeln erkannte er eine rot gekleidete Gestalt die ihre Arme ausbreitete und rief:
„Khumbawa, endlich bist du gekommen! Sieh mich an, Gott der Unterwelt, der ich immer zu dir gebetet habe. Diese Stadt sei Dein, und bald soll ein Schrein zu Deinen Ehren in den Himmel ragen, oh mächtiger Gott der Unterwelt. Sei willkommen!“
Taarokot glaubte nicht richtig zu hören. Er wandte sein Gesicht um und sah einen rot gekleideten Priester neben sich stehen, der diese Worte mit ausgebreiteten Armen und geschlossenen Augen geschrien hatte. Gleichzeitig gab einer seiner Soldaten hinter ihm einen Feuerbefehl, und zahlreiche Pfeile schnellten in den Himmel.
Verrückt. Taarokot dachte einen Moment daran, dass alle verrückt geworden sein mussten. Doch in diesem Augenblick besann er sich wieder auf seine eigentlichen Pflichten. Er als oberster Heerführer hatte es verabsäumt, sofort klare Befehle zu erteilen. Zu sehr hatte ihn der Schock der Erkenntnis getroffen, wer hier vor seiner Stadt gerade aufgetaucht war.
Doch nun hatte er sich wieder unter Kontrolle. Ohne noch weiter zu zögern wandte er sich um und schrie er so laut er konnte: „Runter von der Mauer! Bringt euch in Sicherheit! Los!“
Ein fürchterlicher Schrei ließ ihn abermals herumfahren. Er war derart schrill und abgehackt, dass augenblicklich seine Ohren zu dröhnen begannen. Gehetzt fokussierten seine Augen den Todesboten aus seinen Alpträumen.
Die Bestie war bereits viel zu nahe gekommen! Khumbawa hatte direkten Kurs auf ihn genommen. Seine gelben Augen schienen ihn höhnisch anzustarren, während er mit rasender Geschwindigkeit immer näher kam. Sein Maul war weit aufgerissen. Immer noch dauerte sein Schrei an. Oder hallte er nur in seinen gequälten Ohren nach?
Taarokot wusste nichts über das fliegende Monstrum, außer das eine. Es war kein Gott, sondern der sichere Tod! Einem Reflex folgend warf er sich herum und versuchte seinem eigenen Befehl nachzukommen, obwohl er kaum noch Hoffnung auf ein tatsächliches Entkommen hatte. Doch sein Überlebenswille übernahm jetzt in diesen Sekunden die Kontrolle über seinen Körper.
Anstatt, wie andere Krieger, drei Stockwerke tiefer in Richtung der Mauerkrone zu hasten, nahm der weißhaarige kräftig gebaute Mann genug Anlauf und sprang quer über die hohle Turmmitte auf das andere Ende des umlaufenden Innenwehrganges, von wo aus er die zinnenbewehrte Mauer des Turmes zu erklimmen gedachte, um dann so schnell wie möglich von ganz oben in die Tiefe zu springen! Sein Ziel war der Hauptwasserkanal der Stadt. Die Chancen, dass er einen solchen Sprung überlebte, waren wesentlich höher als seine Chancen bei einem weiterem Verweilen auf der Stadtmauer.
Taarokot wusste aus eigener Erfahrung, dass es sinnlos war, zu diesem Monstrum zu sprechen. Weder würde dieser Wächter der Unterwelt zuhören, noch angemessen darauf reagieren, denn er schien nur wie ein Raubtier von seinen Instinkten getrieben zu sein. Und jeden Moment konnte er seine fürchterlichste Waffe einsetzen, den Feueratem!
Der oberste Heerführer blickte sich nicht mehr um, denn Khumbawa war bereits viel zu nahe!
Links von ihm schoss ein Kämpfer immer noch Pfeile auf das fliegende Ungeheuer ab. Entweder hatte er seinen Rückzugsbefehl nicht verstanden, oder aber er ignorierte ihn aus irgendwelchen Gründen. Taarokot hatte keine Zeit mehr um ihn nochmals anzusprechen, denn er wusste, dass der Feueratem ohne Vorwarnung kommen würde. Jetzt musste sich jeder selbst in Sicherheit bringen. Er konnte gegen einen solchen Feind beim besten Willen nichts ausrichten. Kurz dachte er auch an die Zivilbevölkerung, die kurz vor dem Erscheinen des fliegenden Alptraumes auf der Mauer erschienen war. Sie waren dem Ruf Baluums gefolgt und dabei in ihr Verderben gelaufen, wenn sie nicht schnell wieder von hier verschwinden würden. Leider würden sie sich dabei bestimmt selber behindern, denn nichts war schlimmer als eine Menschenmasse, die in Panik verfiel.
Und hinter sich hörte Taarokot noch immer den verrückten Priester sprechen, der offensichtlich die irrige Meinung vertrat, Khumbawa sei ebenfalls ein Jedaiah, mit dem man sprechen konnte.
Was für ein dummer einfältiger Narr!

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Beitrag #2 |

RE: DIE BLUTKRISTALLKRIEGE - Buch 1 (Kapitel 1 - Teil 9)
Hallo,

nun hat also auch der allerletzte Mensch kapiert, dass dies nicht mehr ihr Krieg ist, sondern eine höhere Angelegenheit. Der Auftritt von Sutesh mittem in der Pfütze ist ja auch eindrucksvoll genug.

Inzwischen ahne ich immer deutlicher, dass im Atlantik eine Unterwasser-Basis des neues Reiches liegen muss. Sonst hätte der Wächter kaum Grund gehabt, nach der Fütterung mit 200 Kriegern auch noch deren Boote zu verbrennen.
Icon_cool

Schnell noch ein paar Hinweise:

Zitat:Die Gischt des mit seinem Erscheinens sofort verdrängten Wassers

Erscheinen ohne s.

Zitat:Das machte sie natürlich weder zu ebenbürtigen Wesen der Shambarraner, noch zu Dimensionsspringer oder Gestaltwandler, ermöglichte aber dennoch den gegenseitigen gedanklichen Austausch von Informationen ohne gesprochener Worte.

Hier würde ich ein R gegen zwei Ns tauschen:
"noch zu Dimensionsspringern oder Gestaltwandlern, ermöglichte aber dennoch den gegenseitigen gedanklichen Austausch von Informationen ohne gesprochene Worte"

Zitat:Die Priester, denen er von seiner Expedition Bericht erstattete, verboten von nun an jede weitere Expedition ins Unbekannte.

Zweimal "Expedition in einem Satz klingt so, als hättest du kein anderes Wort dafür. Ich finde, eine der Expeditionen ließe sich z.B. durch "Reise" ersetzen.

Zitat:Doch in diesem Augenblick besann er sich wieder seinen Pflichten.

Er besann sich seiner Pflichten, oder auf seine Pflichten.

Zitat:Anstatt das der weißhaarige kräftig gebaute Mann ein Stockwerk tiefer wie andere Krieger hastete, nahm er genug Anlauf

Um dieses Dass-Falle von vornherein zu umgehen, würde ich den Satz etwas griffiger formulieren. Was hältst du von z.B. dieser Variante?

"Anstatt, wie andere Krieger, ein Stockwerk tiefer zu hasten, nahm das der weißhaarige kräftig gebaute Mann genug Anlauf"

Und nun zu dem Dass:

Zitat:Du weißt das unsere Schwerter kristallveredelt sind

pflegten ihn gesund, so das er schließlich

Übrigens mache ich gerade Freiwilligendienst als Wächter vor einem einsamen, abgelegenen Hinterausgang. Draußen im Dunklen wurden gerade Siebdruckplatten geputzt, es riecht nach Brandbeschleuniger wie in der Unterwelt. Schönen Gruß vom gewohnt durchgeknallten 32C3!

coco


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Beitrag #3 |

RE: DIE BLUTKRISTALLKRIEGE - Buch 1 (Kapitel 1 - Teil 9)
Hallo coco,

Zitat:Inzwischen ahne ich immer deutlicher, dass im Atlantik eine Unterwasser-Basis des neues Reiches liegen muss.
Du denkst hier doch nicht etwa an das legendäre Atlantis, oder...?

Zitat: es riecht nach Brandbeschleuniger wie in der Unterwelt.
Na das klingt wie wenn Du dort viel zeit hättest um auf interessante Gedanken zu kommen...

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