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Deadpool killt Deadpool (Cullen Bunn, Salva Espin)
Geschrieben von Victoria
Samstag, der 03. Mai 2014

Verlag: Panini (April 2014)
Broschiert, 116 Seiten, 12,99 Euro
ISBN-13: 978-3862018727

Genre: Marvel, Superhelden


Klappentext

Deadpool-Overkill

Deadpool hat eine blutige Schneise in das Marvel-Multiverse und den Kanon der Weltliteratur geschlagen. Jetzt gibt es nur noch eines, was er tun muss: Jeden Aufguss und Abklatsch seiner Selbst um die Ecke bringen! Macht euch bereit für den Meta-Suizid-Krieg der Deadpools, die Wiedervereinigung des legendären Deadpool Corps um Lady Deadpool, Kidpool und Dogpool sowie für Headpool, Deadpool Pulp und…Pandapool?!

Dieser Band enthält die komplette US-Miniserie Deadpool Kills Deadpool 1-4 sowie ein Team-up zwischen dem Söldner mit der großen Klappe und Shang-Chi aus Shang-Chi: Master of Kung Fu 1, geschrieben von Cullen Bunn (Deadpool Team Up, Venom) und Jonathan Hickman (Avengers), mit Artwork von Salva Espin (Deadpool) und Kody Chamberlain (30 Days of Night).

Über 110 Seiten!


Rezension

Die meisten Serien bei Marvel oder DC verbinden Seriosität und Humor; versuchen dabei aber stets ein Gleichgewicht zu finden, um die Leserschaft nicht gänzlich zu überfordern. Es gibt aber immer jemanden, der aus der Reihe tanzt. Deadpool. Dass Deadpool verrückt ist und eine ziemlich große Klappe hat, ist bekannt. Seine Abenteuer sind seit jeher schräg und folgen keiner klaren Linie. Denn im Vordergrund steht meist der Spaß- und Unterhaltungsfaktor. Viele Gegner hat er bereits erfolgreich aus dem Weg geräumt, doch für jeden Superhelden kommt irgendwann der Tag, an dem er einsehen muss, dass nicht alles wie gewohnt verlaufen wird. Und genau diese Erfahrung muss Deadpool auch machen.

In Deadpool kills Deadpool kommt es knüppeldick für Wade Wilson. Kein normaler Gegner oder Superschurke, sondern eine erschreckend große Anzahl an Deadpools in verschiedensten Variationen. Ob Panda, Dinosaurier, Hund, Ente, Maschine oder eine Frau - sie alle tragen das gleiche Kostüm und sehen sich einer Bedrohung entgegen; denn irgendjemand versucht die ‘Pools alle nacheinander zu töten. Zuvor hat sich Deadpool nicht viel dabei gedacht. Im Gegenteil. Erneut ein maskierter Spinner, der sein Unwesen  treibt. Doch als Lady Deadpool und einige andere seiner Sorte auftauchen, wird klar, dass hier keine normale Verbrecherjagd im Gange ist. Schlag auf Schlag geht es von einem Kampf hin zum nächsten. Das ganze wird dabei noch von einem skurrilen Erzähler begleitet, der nicht ins große Geschehen eingreift, sondern hier und da den moralischen Finger hebt. Der echte Deadpool ist von dieser Figur nicht sonderlich begeistert und lässt keine Gelegenheit aus, einen Spruch in den Raum zu werfen. Als Favorit entpuppt sich die Billardkugel. Doch egal, wie man versucht alles zu drehen und zu wenden, die Gesamtsituation ist seltsam und sie bleibt es; besonders die letzte Geschichte in diesem kleinen Sammelband gibt dem Verlauf vorher noch ein I-Tüpfelchen. Zwar finden sich keine direkten Verbindungen, doch auch da ist wieder nichts wie es zu sein scheint. Deadpool kills Deadpool verbirgt viele Momente, an denen der Leser stocken bleibt, da einige Figuren aus dem Marvel Universum hier auf die Schüppe genommen werden. Wie beispielsweise Wolverine oder Groot, das große sprechende Baumwesen bei den Guardians of the Galaxy.

Was lässt sich zu einer obskuren Geschichte wie dieser sagen? Zum einen entspricht sie sehr gut Deadpools durchgeknalltem Gemüt, welches hier perfekt zu Tage tritt. Zum anderen ist dies ein herrlicher Overkill mit vielen surrealistischen und witzigen Momenten, die das Ganze lesenswert machen. Immerhin ist der Verlauf nicht anspruchslos, denn hin und wieder hinterfragt Deadpool sich und alles, was um ihn herum passiert. Fast schon eine philosophisch reflektierende Metaebene. Lesenswert ist die Art und Weise der Geschichte, da man Deadpool einfach nur gerne zuschaut. Er hat eben seine eigenen Methoden. Gerade wenn es darum geht, sich an einen Ort zu beamen. Denn es kann durchaus passieren, dass man eine Hälfte des Körpers vergisst und liegen lässt. Die anderen des Deadpool-Corps sind eine Sache für sich. Lady Deadpool scheint die Anführerin zu sein und sorgt mit ihrer eher schroffen und direkten Art für den einen oder anderen guten Austausch. Für noch mehr Unterhaltung sorgen dann aber Pandas, Enten, Dinosaurier und riesige Maschinen, die ebenfalls ein Deadpool-Gewand tragen. Ein surrealer Overkill, bei dem man leicht den Überblick verlieren kann, wer Freund und wer Feind ist. Dieser Comic ist wirklich eine gelungene Alternative zum stressigen Alltag, obwohl es hin und wieder anstrengend werden kann, immerhin muss man als Leser alles aufmerksam verfolgen, denn bei so vielen Deadpool-Varianten kann leicht etwas durcheinander kommen.  Doch was auf jeden Fall gegeben ist, dass wäre ein unfassbares Tempo und wirklich anschauliche Szenarien, die nie wirklich überfüllt sind mit Informationen und zu viel Text. Der Erzähler, der als Figur selbst auftaucht, spaltet ein wenig die Gemüter, denn für die einen gehört er zu diesem verrückten Haufen, für die anderen aber wirkt er mehr als Fremdkörper und scheint etwas lästig zu sein. Beides ist nachvollziehbar, doch das ist nur aus subjektiver Sicht zu beantworten.

Die Panelaufteilung, die Zeichnungen und vor allem die Kolorierung sind sorgfältig gewählt und passen sich dem Inhalt gut an: Verrückt, schnell und unberechenbar. Deadpool ist bekannt für sein loses Mundwerk und genau das gelingt Espin jedes Mal ins Bild zu setzen. Wenn der Superheld ernst sein muss, dann ist er es. Soll er den Klassenclown spielen, so ist das auf Anhieb erkennbar. Der Zeichenstil ist auf seine Art ziemlich detailreich, andererseits geschwungen und nicht statisch. Ein gutes Rezept um Deadpool ordentlich Leben einzuhauchen. Das letzte US-Heft in dieser Zusammenstellung dagegen ist komplett in schwarz und weiß, doch wird man während des Lesens merken, warum. Deadpools Gesicht ist hinter einer Maske, doch man erkennt immer, was er denkt und was er von einer Situation oder seinem Gegenüber denkt. Ein weiteres Argument, was deutlich für die Geschichte spricht.

Alles in allem perfekte Unterhaltung, die eine bessere Alternative zu so manch einem abendlichen Fernsehprogramm zu sein scheint. Neben der witzigen und abgehobenen Story, findet sich auch eine kleine Anleitung zu einem Spiel, welches sich mit mehreren spielen lässt. Preislich und inhaltlich geht eine weitere Veröffentlichung von Panini völlig in Ordnung. Auch Bonusmaterial ist vorhanden und diese Mischung reicht aus, um dann doch zu überzeugen.


Fazit

Wer Lust auf ein rasantes und durchgeknalltes Abenteuer hat, ist bei Deadpool genau richtig. Deadpool kills Deadpool zeichnet sich besonders dadurch aus, dass der Held sich selbst in verschiedensten Formen und Farben erlebt, was ihn manches Mal an den Rand des Wahnsinns treibt. Sarkasmus vorprogrammiert!


Pro/Contra

+ Deadpools Art, Dinge zu betrachten
+ Dogpool und Pandapool
+ Anleitung für ein Spiel
+ Spaß und eine Prise Surrealismus
+ sehr gutes Artwork
+ gelungene Panelaufteilung

0 mehr davon

- der Erzähler stört etwas, bildet einen unnötigen Fremdkörper

Bewertung:

Handlung: 4,5/5
Charaktere :4/5
Zeichnungen:4/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 4,5/5


Literatopia-Links zu weiteren Titeln mit Deadpool:

Rezension zu Deadpool – Die Kunst des Krieges
Rezension zu Return of the Living Deadpool
Rezension zu Deadpool Killer Kollektion Bd.6
Rezension zu Deadpool Pulp
Rezension zu Deadpool vs. Punisher
Rezension zu Deadpool – Dein Mann

Zuletzt aktualisiert: Mittwoch, der 28. März 2018
 

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