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Die Legenden des Abendsterns (Ascan von Bargen)
Geschrieben von Judith
Freitag, der 06. März 2009
UBooks (1. Auflage März 2006)
281 Seiten, Taschenbuch, 12,95 EUR
ISBN: 3-937536-95-7

Genre: Dark Fantasy


Klappentext

Als Duncan von dem mysteriösen Vermächtnis seines toten Vaters erfährt, begreift er schnell, was man von ihm verlangt: Er soll zum Mörder werden!
Es ist der einzige Weg die unaussprechliche Gefahr noch abzuwenden, die sein eigener Vater vor vielen Jahren aus den namenlosen Abgründen des Schreckens heraufbeschworen hat, ehe sich dieser schließlich selbst das Leben nahm. Doch Duncan kommt zu spät …

„Die Hurentochter ist erwacht, die älteste der toten Götter! Sie will sich nehmen, was ihr gebührt – die Welt!“

Es wird ein blutiger Wettlauf gegen die Zeit. Duncan Clairebourne bleiben nur wenige Tage, um das Unsagbare zu verhindern, bevor die Sonnenfinsternis anbricht, von der in den kabbalistischen Schriften seines Vaters die Rede ist. Denn im Licht der schwarzen Sonne werden die abgründigen Mächte des Bösen auf dem Höhepunkt ihrer Macht sein – und genau zu dieser Stunde wird die Hurentochter Ronové ein blutrünstiges, diabolisches Ritual zelebrieren, um die jenseitigen Kerker zu sprengen und ihre beiden satanischen Schwestern zu neuem, mordlüsternem Leben zu erwecken!


Rezension

Mit „Die Legenden des Abendsterns“ beweist Ascan von Bargen ein unheimliches Talent, morbide Ästhetik und prunkvollen Ekel zu einem wahren Feuerwerk des Graues verschmelzen zu lassen. Seine Worte sind schwer wie der herbe Duft aus widerwärtigem Gestank und betörenden Parfums, der die Straßen Londons durchweht. Der Autor spinnt seine beklemmende Geschichte ums England des 17ten Jahrhunderts, einer Zeit, in der der Adel puppenhaft gekleidet mit zinkweiß gepuderten Gesichtern und aufwändigen Perücken herumstolziert. Eine Zeit, in der Kinder fürs Stehlen von Nahrung gehängt werden und verkrüppelte Schwachsinnige als Abschaum durch die verdreckten Straßen kriechen - eine Zeit, in der sich in die Kluft zwischen pompösem Reichtum und verderbender Armut das Abgrundtiefböse schleicht.

Mit sehr detaillierten, adjektivreichen Beschreibungen verwandelt Ascan von Bargen die Vergangenheit in Gegenwart und schickt seine Charaktere auf eine blutige Reise, wobei er an jedem einzelnen sehr gute Arbeit geleistet hat. Ganz gleich ob es sich um eine naive, verzogene Göre handelt, die ihren Cousin verführt, einen schmutzigen Arzt mit Eulenaugen oder um einen alten Marquis, der den jungen Duncan mit seinen wirren, jedoch wahren Reden das Fürchten lehrt: jeder Einzelne wirkt authentisch – menschlich.
Im Verlauf der Geschichte werden die Charaktere dem Leser so nahe gebracht, dass er regelrecht mit ihnen fühlt, leidet und sich fürchtet. Und dazu genügen Ascan von Bargen oftmals wenige Seiten! Auch wenn die ausschweifenden Beschreibungen der Landschaften und Gebäude stellenweise überladen wirken, so wird beim Zeichnen der Protagonisten – und auch der Nebenfiguren – die richtige Mischung getroffen.

Leider erfährt man auf den ersten hundert Seiten recht wenig von Duncan, der dem Leser im Klappentext „versprochen“ wird. Der Einstieg in die Geschichte gestaltet sich insgesamt sehr stimmungsvoll und atmosphärisch, doch auch ein wenig langatmig, denn die Szenen am Anfang wollen erst am Ende einen rechten Sinn ergeben.
Ascan von Bargens Stil ist zudem nichts für Zwischendurch, wobei es schwer fallen dürfte, das Buch „mal so nebenbei“ zu lesen. Einmal in die Hand genommen und die kleinen Längen überwunden, wird man tief hineingesogen in die düster-morbide Welt, die grausigen Ereignisse, die London zu einer Theaterbühne des Schreckens machen. Mit etwas Konzentration eröffnen sich dem Leser abartige und anregende Bilder – ein buntes, ekelerregendes Schauspiel mit barocken Adligen und grauenvoll zugerichteten Leichen. Und während Duncan die Zeit zwischen den Fingern zerrinnt, hält man als Leser das ein oder andere Mal den Atem an, nur um kurz darauf hastig weiterzublättern.


Fazit

„Die Legenden des Abendsterns“ ist anspruchsvolle, bitter-schaurige Kost. Voll düsterer Schwere. Abschreckend und anziehend zugleich. In jeder Zeile dunkle Ahnungen und historische Bilder, die eine finstere, phantastische Vergangenheit konstruieren. Die Art, wie Ascan von Bargen blutige, grauenhafte Szenen mit schillernder Ästhetik spickt und somit in erschreckende Faszination verwandelt, ist wirklich einmalig!


Pro & Contra

+ hochästhetisches Grauen
+ phantastisch ausgearbeitete Charaktere
+ spannungsgeladen
+ herrlich morbider Stil

- anfangs etwas langatmig
- ab und an unübersichtlich

Wertung:

Handlung: 4/5
Charaktere: 5/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 4/5


Interview mit Ascan von Bargen

Rezension zu "Lilienblut"

Zuletzt aktualisiert: Montag, der 30. März 2009
 

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