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Die Saat der Erde (Michael Cobley)
Geschrieben von Dennis
Donnerstag, der 10. März 2011


Heyne Verlag (Juli 2010)
Taschenbuch, 640 Seiten, EUR 9,95
ISBN: 978-3453525429

Genre: Science-Fiction


Klappentext

Der Aufbruch in eine unbekannte Welt

Den ersten Kontakt haben sich die Menschen anders vorgestellt – die Aliens kommen mit einer gewaltigen Invasionsstreitmacht. Gnadenlos fallen sie über die menschlichen Siedlungen des Sonnensystems her, brutal und unaufhaltsam, bis der Menschheit nur noch ein Ausweg bleibt: die Flucht. Mit drei Kolonieschiffen brechen die letzten Menschen auf zu den Sternen, in eine ungewisse Zukunft auf unbekannten Planeten…


Rezension

Als Auftakt der Trilogie „Humanity’s fire“ bietet „Die Saat der Erde“ dem Leser einiges an Schauplätzen, Charakteren und Überraschungen. Deutlich anzumerken sind dem Buch aber auch die Bemühungen des Autors, hier ein Fundament für eine umfangreiche Trilogie zu legen – weshalb dieser erste Band zuweilen etwas sperrig wirkt.

Wer – wie der Klappentext verheißt – die Flucht der Menschheit in gigantischen Raumschiffen miterleben möchte, wird möglicherweise enttäuscht sein. Denn zu Beginn der Handlung hat die Menschheit bereits Zuflucht auf einem fremdartigen Planeten gefunden – sieht man vom Prolog ab, der während der letzten Kriegstage im Sonnensystem spielt.
Immerhin erweist sich dieser Planet als toller Schauplatz, über den Cobley ganz gezielt Atmosphäre aufbaut. Durch seine malerischen Beschreibungen des von Wäldern bedeckten und beschaulich anmutenden Planeten erzielt er eine für Science-Fiction-Romane recht ungewöhnliche, fast schon verwunschene Atmosphäre. Dass er aber auch Raumschiffe beschreiben kann, beweist er dann im weiteren Verlauf – und auch diese sind als Schauplätze gelungen.

Dabei offenbart sich dem Leser zunächst nur das Schicksal der Kolonisten eines der drei Kolonieschiffe – der Hyperion. Dieses Schiff landete auf einem Planeten mit komplexer Hintergrundgeschichte, die sich dem Leser nur nach und nach erschließt. Dasselbe gilt für die Hintergründe der Charaktere und der politischen Situation auf dem Planeten. Diese Art des Erzählens ist charakteristisch für den gesamten Roman – Cobley kaut dem Leser nichts vor, sondern lässt ihn selber erkunden, ergründen und zusammensetzen. Allerdings wird der hierdurch erzielte Effekt der Authentizität durch teilweise erheblich erschwerte Verständlichkeit erkauft.

Denn in dem komplexen Geflecht aus Charakteren, verschiedenen Parteien, politischen Interessen und unterschiedlichen Aliens braucht man einige Zeit, um sich zurecht zu finden.
Dies alles prallt nämlich aufeinander auf jenem Planeten, den die Siedler der Hyperion als ihre neue Heimat auserkoren haben. Nicht nur, dass dort bereits eine andere Rasse Außerirdischer lebt, übermächtige Artefakte aus längst vergangenen interstellaren Kriegen lagern und dann auch noch überlebende von der Erde auftauchen und mit den Siedlern in Kontakt treten. Denn hinzu kommen noch territoriale Interessen Systemumspannender Imperien, die ihre Finger im Spiel haben sowie der Sturz der Regierung der Siedler. Viel zu Verdauen für einen Leser, dem bei dieser komplexen Handlung einige Erklärungen allzu wohl getan hätten, auch wenn hierdurch der durchaus überzeugende Eindruck des „unmittelbaren“ Teilhabens ebendieser etwas abgeschwächt worden wäre.
So ist man dann auch nicht weiter verwundert, wenn Cobley mitten in diesem Konvolut aus unterschiedlichen Themen plötzlich einen weiteren Handlungsstrang aus dem Hut zaubert, der auf einem von Siedlern eines anderen der drei Schiffe bewohnten Planeten ansetzt.
Auch diese haben natürlich ihre ganz eigenen Schrecken durchlebt und haben nun Zuflucht gefunden bei einer Alienrasse, die sie kurzerhand versklavt hat – mit deren Einverständnis und für einen begrenzten Zeitraum. Wahrlich – man kann Cobley nicht vorwerfen, schlecht im Ersinnen von spannenden und erschreckenden Schicksalen zu sein.
Doch dieses „Arbeitsverhältnis“, wie es von den Aliens lapidar genannt wird, steht kurz vor seiner Auflösung. Eine Voraussetzung dafür ist, dass der Pilot Kao Chih sich auf die Reise zu den Siedlern der Hyperion begibt, um dort um Erlaubnis zu bitten, sich ihnen – frisch aus der Versklavung befreit – anschließen zu dürfen.
Während dort das Chaos tobt, macht sich Kao Chih also auf den weiten Weg, um einen Schritt zur Vereinigung der Menschheit, die vor so langer Zeit in vier Gruppen aufgespalten wurde, beizutragen.
Unnötig zu erwähnen ist hierbei, dass jede Menge unvorhergesehene Zwischenfälle und Verwicklungen seine Reise verlängern.

Kao hat – wie alle anderen Charaktere auch – etwas darunter zu leiden, dass viele Handlungsstränge und damit viele verschiedene Charaktere auftreten sodass wenig Raum für die Ausarbeitung einzelner Charaktere bleibt. Trotzdem sind diese durchweg lebhaft und können in der kurzen ihnen zugestandenen Erzählzeit etwas Profil zeigen. Allzu viel Tiefe sollte man aber von keinem Erwarten.


Fazit

Zwar schafft Cobley mit „Die Saat der Erde“ einen guten Ansatz für eine umfangreiche Trilogie, stopft dessen ersten Band dabei aber zu voll mit allen möglichen Ausgangssituationen, aus denen sich im weiteren Verlauf alles mögliche entwickeln kann. Etwas weniger wäre hier mehr gewesen, um diesem etwas undankbaren ersten Band der Trilogie - mit der er offenbar einiges vorhat - zu mehr Ausgeglichenheit zu verhelfen.


Pro & Kontra

+ tolle Schauplätze verhelfen zu Atmosphäre
+ jede Menge Themen überschneiden einander und schaffen viele Möglichkeiten
+ komplexe, überraschende Handlung

- teilweise schwer nachzuvollziehen und verworren
- Autor will zu vieles auf einmal beschreiben

Wertung:

Handlung: 3,5/5
Charaktere: 3,5/5
Lesespaß: 3/5
Preis/Leistung: 4/5

Zuletzt aktualisiert: Montag, der 14. März 2011
 

Kommentare  

#1 Rezension trifft einiges ganz gutTB 2018-02-18 02:14
Eine Eigenart des Autors ist, dass er Geschehenes gerne aus verschiedenen Perspektiven wiederholt. Das hilft der Nachvollziehbar keit, führt aber zu einer gewissen Behäbigkeit im Erzählfluss. Grundsätzlich ist dem Autor zu Gute zu halten, dass er ein recht vielgestaltiges Buch-Universum geschaffen hat. Auf der Negativ-Seite stehen zunächst einmal einige Inplausibilität en (Wie ist die Kolonie in nur 100 Jahren von ein paar aufgetauten Siedlern auf eine mehrere Millionen gewachsene Gemeine angewachsen? Warum sind die Bewohner nach 100 Jahren immer noch "Russen", "Schotten" oder "Skandinavier" etc. etc.; Sodann ist der Schreibstil etwas behäbig, man vermisst die Düsternis eines Alastair Reynolds, die wilde, mit Humor gepaarte Fantasie eines Iain Banks. Im zweiten Band (ich greife vor) wird es dann albern; da kommen auf einmal mythische Wesen und Artefakte ins Spiel. Das driftet doch arg in Richtung Phantasie ab ... Den dritten Band der Trilogie werde ich aus diesem Grund nicht mehr lesen.

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