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So unselig schön (Inge Löhnig)
Geschrieben von Patricia
Mittwoch, der 30. März 2011

Verlag Ullstein, Februar 2011
TB, 429 Seiten, € 8,95
ISBN 978- 3548282084

Genre: Krimi


Klappentext

In einer verfallenen Brauerei im Süden Münchens findet die junge Fotografin Vicki die enthauptete Leiche einer Frau. Kommissar Dühnfort wird schnell klar, dass dies nicht der erste Mord eines Täters ist, der von Bildern besessen sein muss. Vicki, die auf eigene Faust ermittelt, kommt dem Mörder schließlich nahe – sehr nahe.


Die Autorin

Inge Löhnig hat an der renommierten Münchner Akademie U5 Grafikdesign studiert. Nach einer Karriere als Art-Directorin in verschiedenen Werbeagenturen hat sie sich mit einem Designstudio selbstständig gemacht. Inge Löhnig wohnt mit ihrer Familie in der Nähe von München. „Der Sünde Sold“ ist ihr erster Kriminalroman, „In weisser Stille“ der zweite Band und „So unselig schön“ der dritte Band mit Kommissar Dühnfort.


Rezension

Eine enthauptete Leiche in einer stillgelegten Brauerei, eine junge Frau, die erst einmal keiner vermisst. Kommissar Dühnfort ist entsetzt über diesen sinnlosen Tod einer hübschen, jungen Frau, die noch das ganze Leben vor sich hätte. Erst durch die Öffentlichkeit wird ihre Identität geklärt und damit auch die Suche nach dem Täter eröffnet. Denn wer so explizite Kenntnisse der Anatomie hat, der macht das bestimmt nicht zum ersten Mal. Schon bald entdecken die Beamten einen weiteren Mord, der allerdings schon ein paar Jahre zurück liegt. Was war in der Zwischenzeit geschehen? Serienkiller brauchen einen Auslöser, der sie zum Handeln zwingt. Ändert sich ihre Lebenssituation, kann der Zwang durchaus ein paar Jahre ruhen. Aber irgendwann kommt alles wieder an die Oberfläche und die grausigen Taten gehen weiter.

Vicki Senger ist eine junge, ungewöhnliche Frau. Sie lebt minimalistisch, hat einen gewöhnungsbedürftigen Kleiderstil und sich aus eigener Kraft aus einem psychischen Sumpf befreit. Mittlerweile macht sie eine Ausbildung in einem Reisebüro, deren Chefin sie persönlich unter ihre Fittiche nimmt. Vicki weiß um ihre Unzulänglichkeiten, ihr täglicher Kampf um pünktliches Erscheinen birgt schon einiges an Humor in sich. Der Tod ihres Freundes hat sie vor einiger Zeit aus der Bahn geworfen, seitdem führt sie sein Hobby, die urbane Photographie, fort. Urbane Photographen suchen ihre Motive im Untergrund, in zerfallenen Häusern und überall da, wo es eigentlich nicht besonders schön ist. Durch ungewöhnliche Blickwinkel oder besonderen Lichteinfall schaffen sie einer eher hässlichen Welt, das Schöne herauszuheben. Bei ihrer Suche nach Motiven findet sie die Leiche und beim vergleichen ihrer Bilder, die sie ein paar Tage zuvor gemacht hatte, findet sie etwas, was hinterher fehlt. Ein Hinweis? Ein Beweisstück? Vicki ist sich nicht sicher, so verschweigt sie es der Polizei und fängt an, auf eigene Faust zu ermitteln. Ob das wohl gut gehen wird? Bei ihren Ermittlungen lernt sie den Galeristen Serge Buthler kennen, der sofort ein gesteigertes Interesse an ihrer Person zeigt. Unbedingt will er sie kennenlernen, so aufdringlich, dass es ihr schon bald unheimlich wird. Gleichzeitig lernt sie auch den Stiftungsvorsitzenden Jobst Wernegg kennen, der durch glückliches Erben in der Lage ist, ein Wohltäter zu sein. Sie bittet ihn um eine Spende für ihr therapeutisches Reiten, streckt aber noch ganz nebenbei ihre Fühler aus. Schnell wird ihr Jobst vertraut, da er ähnliches wie sie durchgemacht hat. Die Autorin schafft so gerade noch den Grad, bevor Vicki zu unglaubwürdig wird oder sich in Gewässer aufmacht, in denen sie nur noch ertrinken kann.

Inge Löhnig hat es wieder einmal geschafft, die Ermittlungen in einem spannenden Kriminalfall mit dem privaten Leben der Ermittler und einiger Hauptpersonen unauffällig zu vermischen. Genauso wie man auf die Aufklärung wartet fiebert man gleichzeitig Neuigkeiten aus dem Privatleben der liebgewonnenen Charaktere entgegen. Konstantin Dühnfort wünscht sich eine Familie, seine letzte Freundin Agnes meldet sich wieder zu Wort. Verstehen sie sich gut genug, um noch einmal einen Anlauf zu wagen? Oder ist es doch eher Dühnforts Kollegin Gina, die schon lange in ihren Chef verliebt ist? Nach den Ereignissen aus dem vorherigen Band beginnt Dühnfort sie mit anderen Augen zu sehen. Nebenher erfährt man auch sehr viel über Vicki Senger, die sich durch traumatische Erlebnisse bedingt auf einem schmalen Grad zwischen Absturz und Rettung bewegt. Bewundernswerterweise bekommt sie ihr Leben in den Griff und gibt sich nie auf, Unterstützung erfährt sie auch von ganz unerwarteter Stelle. Manchmal lohnt es sich doch, gegen den Strom zu schwimmen und sich selbst treu zu bleiben, aber nicht auf Biegen und Brechen.

Die Auflösung des Falles zieht sich ziemlich hin, kaum hat man einen Verdacht, schafft die Autorin es wieder geschickt, ihn zu zerstreuen und eine neue Figur in den Fokus zu stellen. Die hingeworfenen Brocken fügen sich langsam zu einem einheitlichen Bild, was allerdings immer wieder durch Ereignisse, die zwar nicht unbedingt etwas mit dem Fall zu tun haben, aber zum Wohlfühlen wie in einer Familie beitragen, unterbrochen wird. Genau diese gelungene Mischung aus bereits bekannten Personen wie Dühnfort und seine Truppe und einem neuen Kriminalfall machen den Reiz der Regionalkrimis aus, und Inge Löhnig kann sich in die Riege der bereits erfolgreichen Krimiautoren nahtlos einreihen. Mit ihrem angenehmen Stil fesselt sie den Leser, mit ihren Charakteren schürt sie die Neugier auf einen nächsten Band – man will ja wissen, wie die gewonnenen Freunde ihr weiteres Leben meistern. Der Kanarienvogel auf dem Cover passt zwar nicht ganz zur Geschichte, eine Schildkröte wäre schöner gewesen. Die Reihe kommt damit ziemlich einheitlich daher, das Bücherregal bedankt sich.


Fazit

Der dritte Band von Inge Löhnig mit ihrem beliebten Ermittler Konstantin Dühnfort reiht sich nahtlos hinter die beiden anderen Bände ein. Mit ihrem fesselnden Stil vermag es die Autorin, ständig neue Zweifel zu säen und treibt den Leser dazu, die eigenen Verdächtigen des Öfteren zu überdenken.


Pro und Contra

+ spannend
+ ungewöhnliches Nebenthemen
+ authentische und bekannte Charaktere
+ gelungenes Nebeneinander von Ermittlung und Privatleben
+ brisante Themen
+ Fall nicht überzogen, sondern schlüssig
+ wechselnde Erzählperspektiven

o Vickis Charakter anfangs gewöhnungsbedürftig

- zwischendurch die Auflösung etwas langatmig

Wertung:

Handlung: 4/5
Charaktere: 4,5/5
Lesespaß: 4.5/5
Preis/Leistung: 4/5

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Zuletzt aktualisiert: Freitag, der 29. August 2014
 

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