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Pik As Bd.1 - Die Parapsychologin (Thierry Gloris, Jacques Lamontagne)
Geschrieben von Markus
Mittwoch, der 30. März 2011

Verlag: Splitter; 1. Aufl. (Februar 2011)
Gebundene Ausgabe: 48 Seiten, 13,80 €
ISBN-13: 978-3868692129

Genre: Krimi/ Mystery


Klappentext

Von Kathy Wuthering, dem berühmten Medium, das von ganz Paris aufgesucht wurde, sind nur noch zwei blutige Augäpfel übrig, die inmitten von zertrümmerten Porzellanpuppen den Fußboden zieren …

Ein Tatort wie aus einem Schauerroman... Für Auguste Dupin, hochgejubelter Detektiv und Phänomenologe, liegt die Lösung klar auf der Hand – man muss sie nur noch finden. Doch hat er die Rechnung ohne seine extravagante und vorwitzige Assistentin Flora Vernet gemacht, die ebenfalls als Privatdetektivin Fuß fassen will und für Dupins Geschmack ein wenig zu viel Eigeninitiative ergreift.


Rezension

1841 war es, da erfand Edgar Allen Poe einen Detektiv mit dem Namen Auguste Dupin. Schnell entwickelte sich dieser zum Prototyp für moderne Detektivgeschichten und ihrer Helden.In drei Geschichten tauchte Poes Auguste Dupin auf und rekonstruierte Verbrechen und Tathergang durch Untersuchen des Tatortes und das Ziehen logischer Schlüsse. Etwas, was Sir Arthur Conan Doyle später für seine Schöpfung Sherlock Holmes in ausgeprägter Form übernahm. Er nahm sogar Bezug auf den französischen Detektiv, indem er Holmes eine etwas abfällige Bemerkung über Dupin machen ließ, seine Methoden seien veraltet. Auguste Dupin geriet im Gegensatz zu Sherlock Holmes und Dr. Watson mehr oder weniger in Vergessenheit und so sieht es auf den ersten Blick aus, als ob die Autoren sich beim britischen Ermittler inspirieren ließen, um ihre eigene Version zu schaffen.
Auguste Dupin bekommt in Pik As von Thierry Gloris und Jacques Lamontagne eine Assistentin zur Seite gestellt, die mehr als nur forsch und selbstbewusst ist. Flora Vernet ist eine äußerst selbstbewusste Frau, die nach einem Studium der Ingenieurskunst, zu Dupin gekommen ist, um den Beruf des Ermittlers zu erlernen. Und begierig greift sie zu, als sie die Gelegenheit bekommt, selbst in einem Fall zu ermitteln. Dass sie sich dafür als Teilhaberin ausgeben muss, ist nebensächlich und so täuscht sie „ihren“ Klienten und versucht ihm dabei zu helfen, eine Uhr wiederzubeschaffen, die ihm geraubt wurde. Doch ihr Klient hat ein Geheimnis, welches erst am Ende von Auguste Dupin gelüftet wird.

Gloris und Lamontagne zeichnen ihre Figuren mit viel hintergründigem Witz aber auch Ernst. Jeder einzelne von ihnen ist mit eigenen Zügen versehen und facettenreich angelegt. Dies gilt vor allem für Auguste Dupin und Flora Vernet. In einem Moment ist Dupin noch ein Brummbär, der über Flora herablassend lächelt und im nächsten Moment kommentiert er ihre Bemerkungen professionell und mit viel Achtung vor ihr. Er scheint alles gelassen zu sehen und vor allem Menschen nach ihren Leistungen zu beurteilen und nicht nach Geschlecht.
Ebenso ist Flora Vernet zwar ungestüm und ungeduldig, gleichzeitig nimmt sie sich aber auch die Zeit zum Nachdenken und Schlüsse zu ziehen. Auch wenn sie nicht immer alles sofort sieht, schafft sie es dennoch wichtigen Hinweisen zur Lösung ihres Falles nachzugehen und letztendlich führt dies dazu, dass sich die Wege ihrer Ermittlung und die von Dupins wieder kreuzen. Die Entführung von Kathy Wuthering ist anscheinend mit dem Raub der Uhr verknüpft.

Neben der sehr gelungen Charakterisierung vernachlässigt Gloris aber nicht den Fall. Dieser ist spannend geschrieben und Dupin darf zeigen, wozu er fähig ist. Er schafft es Zusammenhänge zu erkennen, die der Polizei entgangen sind, und kommt am Ende durch akribische Arbeit zu einem Teilergebnis im Fall von Kathy Wuthering. Dabei konzentriert sich Gloris zunächst auf analytische Methoden und Erklärungen. Bei Flora Vernets Fall hingegen deutet sich schon an, dass Pik As sich nicht nur auf diese Welt beschränken wird, sondern auch paranormale Aspekte einbinden wird.
Nicht zuletzt, wenn eine Geheimgesellschaft auftaucht, die sich aus den obersten Führern der Pariser Unterwelt zusammensetzt und deren Vorsitzender mit chutuluiden Monstern in Verbindung steht, wird dies zur Gewissheit. Nicht zum Nachteil von Pik As. Denn dadurch erhält die Reihe eine Facette, die sie aus dem Ermittler-Einheitsbrei herausstechen lässt. Zudem wird der paranormale Aspekt nicht breit getreten, sondern geschickt eingebunden, damit er in die Welt eines Auguste Dupin gut hineinpasst.
Gloris vermengt somit mehrere klassische Themen der Literatur und erschafft etwas Neues, das es durchaus versteht den Leser in seinen Bann zu ziehen und gut zu unterhalten. Der unterschwellige, teilweise schwarze Humor trägt seinen Teil dazu bei und herauskommt ein sehr lesenswerter Comic.

Zu einem wirkliche guten Comic fehlen nur noch die passenden Zeichnungen. Und die liefert Lamontagne auf jeder Seite ab. Egal was es ist, Gebäude, Personen, Gegenstände, alles sieht einfach fantastisch aus. In seinen Zeichnungen spiegelt sich jederzeit der hintergründige Humor des Textes wieder. Dabei übertreibt er nicht, bei seiner Darstellung der Personen, sondern betont lediglich einzelne Körpermerkmale, um sie voneinander abzugrenzen und den Ernst der Situation und ihre Charaktere ein kleinwenig zu brechen. Nicht unerwähnt soll die Farbgebung bleiben, die zwar bunt und leuchtend ist, aber nicht grell und die Atmosphäre der im 19.Jahrhundert spielenden Geschichte unterstreicht. Mehr als ein nur ein Motiv würde man sich am Liebsten als Poster an die Wand hängen, insbesondere das Cover, welches perfekt die Stimmung des Comics einfängt.

Einziger Nachteil bei Pik As ist die nun anstehende Wartezeit auf den zweiten Band, der glücklicherweise noch dieses Jahr im August erscheinen und den Fall abschließen wird. Am Liebsten würde man sofort weiterlesen.


Fazit

Ein äußerst unterhaltsamer, mit fantastischen Zeichnungen versehender, Comic, der Witz und Charme versprüht, aber nicht vergisst, den mysteriösen Fall in den Mittelpunkt der Handlung zu stellen. Vom ungleichen Detektivteam Vernet und Dupin ist mit Sicherheit noch so mancher Fall zu erwarten, der mit Humor und Logik gelöst werden wird.


Pro & Contra

+ spannende Geschichte
+ hintergründiger Humor
+ Lamontagnes farbenfrohe Zeichnungen
+ mit Dupin wird ein alter „neuer“ Ermittler frisch präsentiert

Bewertung:

Handlung: 4,5/5
Charaktere: 4,5/5
Lesespaß: 5/5
Zeichnungen: 5/5
Preis/Leistung: 4/5


Literatopia-Links zu weiteren Titeln von Thierry Gloris:

Rezension zu Pik As Bd.2 – Süßes Laster
Rezension zu Pik As Bd.3 – Zwei indianische Sch`tis
Rezension zu Pik As Bd.4 – Im Varieté der Vampire
Rezension zu Codex Angélique
Rezension zu Königliches Blut – Isabella Buch 1

Literatopia-Links zu weiteren Titeln von Jacques Lamontagne:

Rezension zu Van Helsing vs. Jack the Ripper

Zuletzt aktualisiert: Freitag, der 14. Oktober 2016
 

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