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Grim - Das Erbe des Lichts (Gesa Schwartz)
Geschrieben von Judith
Sonntag, der 17. April 2011

Egmont Lyx (April 2011)
gebunden mit Schutzumschlag
720 Seiten, 19,99 EUR
ISBN: 978-3-8025-8304-9

Genre: Urban / High Fantasy


Klappentext

Ein Jahr ist vergangen, seit der Gargoyle Grim und die junge Sterbliche Mia den mächtigen Magier Seraphin besiegten. Doch nun wird die Welt erneut von Unheil bedroht. Grausame Morde geschehen in der Oberwelt von Paris, und Grim erkennt schnell, dass die Ereignisse nur eine Vorwarnung für etwas weitaus Schrecklicheres sind: Eine uralte Macht wartet darauf, entfesselt zu werden und das Antlitz der Welt für immer zu verändern …


Rezension

Ein grausamer Serienmörder hält Grim in Atem, der seinen Opfern die Augen herausschneidet und ihnen ihr Blut nimmt. Doch es handelt sich nicht etwa um einen Vampir, sondern um ein ungleich schrecklicheres Wesen, das Grim und Mia übel mitspielt. Früh stellt sich heraus, dass dieses alptraumhafte Wesen nicht alleine mordet und mit seinen Gefährten die wunderschönen, jedoch hasserfüllten Feen in die Welt der Menschen bringt. Die Grenze, die die Feenwelt von der Menschenwelt trennt, droht zu fallen. Während die Welt sich wandelt, kämpfen Grim und Mia verzweifelt und nahezu allein gegen die Vernichtung der Menschen. Ein Handvoll treuer Gefährten schließt sich ihrem Kampf an – doch wird das reichen?

Schon auf den ersten hundert Seiten erzeugt Gesa Schwartz so viel Spannung, wie sie in anderen Romanen nur in den letzten Kapiteln aufkommt. Der gesamte Roman gleicht einer Achterbahnfahrt aus Erfolgen und Niederlagen, die den Leser regelrecht an die Seiten fesselt. Die Kämpfe sind wie bereits im ersten Band spektakulär und trotz ihrer Brutalität hochästhetisch – doch Grim und Mia stehen dieses Mal beinahe zu oft dem Tod gegenüber. Für Spannung pur ist gesorgt, doch der Leser hat dazwischen nur wenige Chancen, sich zu erholen und den Überblick über die Ereignisse zu bewahren. Aufmerksames Lesen ist gefordert, wobei die Konzentration trotz wunderbar metaphorischem Schreibstil kaum leidet. Der Autorin schafft es wieder einmal, bildgewaltige Sprache mit leichter Lesbarkeit zu kombinieren. Der Storyaufbau ist gut gelungen, vor allem in der ersten Hälfte erlebt man einige Überraschungen. In der zweiten Hälfte ein paar Dinge zu vorhersehbar, doch darüber trösten viele originelle Ideen und humorvolle Einschübe hinweg.

Dieses Mal treten die Urban Fantasy-Elemente etwas in den Hintergrund und Gesa Schwartz entführt ihre Leser in das Reich wahrer Legenden und der Feen. Doch diese sind keine lieblichen Lichtwesen, sondern tragen schwärzestes Eis in sich. Das Feenbild, das die Autorin zeichnet, enthält die schillernde Erscheinung dieser Wesen, die unfassbare Schönheit, doch ebenso eine unglaubliche Kälte und Grausamkeit. Dabei wird auch dieses Mal auf schnöde Schwarzweißmalerei verzichtet, sondern ein facettenreiches Bild des „Feindes“ entworfen. Denn den abgrundtiefen Hass auf die Menschheit, den die gefährlich betörenden Feen hegen, ist nur allzu verständlich. Ebenso die Haltung vieler Anderwesen, dass die Menschen es nicht wert seien, sie zu retten. Grim kämpft mit Mia nahezu auf verlorenem Posten, zu Beginn steht ihnen nur der Feenkrieger Theryon mit seiner Macht bei. Im Laufe der Geschichte wird das Puzzle der Geschichte um die Anderwelt und den Zauber des Vergessens Stück und Stück vervollständigt und doch klärt sich eines nicht gänzlich auf: Wie war es möglich, dass die Menschen, magisch (meist) unbegabt, mächtige Anderwesen wie die Elfen oder auch die Zwerge ins Exil treiben konnten?

Wie bereits im ersten Band wird der Roman abwechselnd aus Grims und Mias Sicht erzählt, wobei der Fokus wieder auf Grim liegt. Dieser ist trotz finsteren Blicken und regelmäßigem Grollen ein absoluter Sympathieträger, der die mutige Mia beinahe verblassen lässt. Doch auch das „Menschenkind“ hat bereits im ersten Band die Leserherzen erobert und überrascht weiterhin mit ihrer unglaublichen Kraft. Ihr kauft man die Bereitschaft, sich selbst zu opfern, einfach auch ab – anders als einem anderen Charakter, der in der zweiten Hälfte des Romans die entscheidende Rolle spielt. Auch der Feenkrieger Theryon kann nicht gänzlich überzeugen – er bleibt sympathisch und faszinierend, doch für die Macht, die er ausstrahlt, unterliegt er zu oft in Kämpfen. Von einem derart mächtigen Feenmann erwartet man einfach mehr. Dazu wollen die Gegner einfach nicht sterben und irgendwann wird ihre starke Regenerationsfähigkeit zum Problem für die Story. Es kommt der Punkt, an dem es zunehmend unglaubwürdiger erscheint, wie den Helden aus dramatischen Situationen entkommen. Natürlich freut man sich jedes Mal darüber und der Herzschlag kann sich für einige Seiten beruhigen, doch wenn man es sehr genau nimmt, dürften die geliebten Helden eigentlich nicht hunderte von Seiten überleben.

Nichtsdestotrotz ist auch „Grim – Das Erbe des Lichts“ ein Lesevergnügen voll kreativer Ideen und ungewöhnlichen Interpretationen verschiedenster Fantasywesen. Allein die Feen in ihrer eiskalten Boshaftigkeit zu erleben, verpflichtet quasi zum Kauf. Auch die Schauplätze schlagen die Leserschaft in ihren Bann – so gibt es wundersame Schlösser zu bewundern, ein unterirdisches Zwergenreich und ein Schwarzwald, der seinen Namen wirklich verdient hat. Zudem beweist Gesa Schwartz wieder, dass ihr Horrorelemente sehr gut stehen. Dabei gelingt ihr der Balanceakt zwischen geschmacklosem Splatter und langweiliger Pseudodüsternis. Wenn es in „Grim“ zur Sache geht, wird es blutig und grausam. Und so manches Bild jagt dem Leser mehr als nur einen Schauer über den Rücken. Ja – es wird eklig und trotzdem faszinieren vor allem auch diese Szenen. Wie sein Vorgänger ist „Grim – Das Erbe des Lichts“ als wundervolle Hardcoverausgabe erschienen, inklusive Lesebändchen und beeindruckender Innenillustration. Was dort gezeigt wird, erfährt man allerdings erst weit in der zweiten Hälfte des Buches.


Fazit

Mit „Grim – Das Erbe des Lichts“ hält Gesa Schwartz das hohe Niveau ihres Debüts und wartet erneut mit originellen Ideen auf, die von ihrem traumhaften Stil mit schillernden Farben untermalt werden. Hier werden gängige Fantasyklischees auf den Kopf gestellt, während man mit den Protagonisten kräftig mitfiebert. Ein phantastisches Spektakel, das den Leser selten zu Atem kommen lässt!


Pro & Contra

+ supersympathische Protagonisten
+ die Feen als eiskalte, grausame Wesen
+ keine Schwarzmalerei, sondern viele Graustufen
+ unheimlich viel Spannung
+ bildhafte, verträumte Sprache
+ spektakuläre Kämpfe

o die Helden überleben oft nur mit Glück

- ab und an doch ein klein wenig vorhersehbar

Wertung:

Handlung: 4/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 5/5
Peis/Leistung: 4/5


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Interview mit Gesa Schwartz (November 2015)

Interview mit Gesa Schwartz (Oktober 2011)

Interview mit Gesa Schwartz (März 2010)

Zuletzt aktualisiert: Dienstag, der 31. Oktober 2017
 

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