Sonntag, 15. Dezember 2019

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Die Messertänzerin (Susanne Rauchhaus)
Geschrieben von Angelika
Mittwoch, der 18. Mai 2011

Ueberreuter (Januar 2011)
366 Seiten; Hardcover; 14,95 Euro
ISBN: 978-3-8000-5603-3

Genre: Fantasy / Jugendroman


Klappentext

Divya wird als Kind verkauft und wächst als Dienerin an einer Mädchenschule in der Stadt Pandrea, mitten im Wilden Land, auf. Eine rätselhafte Prophezeiung lässt sie aber daran glauben, dass sie nicht immer zur untersten Kaste gehören wird – wenn sie bereit ist zu lernen und zu kämpfen.

Eines Tages tritt der düstere Wächter Tajan in ihr Leben und sie ergreift ihre Chance. Heimlich lernt sie zu kämpfen wie ein Mann – und zu tanzen wie eine Frau. Als sie einen Mordauftrag bekommt, muss sie eine Entscheidung treffen. Und damit macht sie sich den Mann, den sie liebt, zu ihren erbittersten Feind.


Rezension

Susanne Rauchhaus arbeitete in einer Hamburger Werbeagentur, lebt in Stuttgart und schreibt mit einer großen Vorliebe Jugendbücher, Kurzgeschichten und Glossen für unterschiedliche Zeitschriften. Mit Die Messertänzerin präsentiert die in der Nähe von Stuttgart wohnende Autorin nun einen Roman, der den geneigten Leser einlädt der Dienerin Divya zu folgen. Einem Mädchen aus der untersten Kaste der Gesellschaft, dessen Bestimmung es zu sein scheint das Machtgefüge dieser phantastisch ausgemalten Welt zu verändern. Und ihre Liebe zu finden in den Reihen des Feindes.

>> Tajan wollte zu ihr gelangen, aber sie konnte sehen, wie er abgedrängt wurde. Und plötzlich standen Wachen auf der Mauer und starrten auf die Menge herab. Divya wurde von einem Tassari – sie konnte nicht erkennen, von wem – zu Boden gestoßen und unter den weiten Rock einer Frau geschoben. Nach einem kurzen Schreck begriff Divya, dass es zu ihrem Schutz geschah. Und sie hielt still, während sie den Stimmen lauschte. <<

Divya ist eine Dienerin und wird in dem festen Glauben erzogen, nichts anderes zu sein. Zumindest bis zu ihrem zwölften Geburtstag. Danach soll sie selbst als Schülerin Jahr um Jahr mehr zu einer Tana werden. Doch diese Hoffnung erstirbt früh und als Divya denkt, keinen Sinn mehr in ihrem Schicksal zu sehen, offenbart sich ihr ein Licht. Denn in Pandrea gibt es sie immer noch, die kleinen, leuchtenden Wesen, die manchmal mit Menschen, vorwiegend aber mit Tassari, sprechen. Doch die Tassari sind ein verhasstes und niederes Volk. Eines, das auch von Divyas großen Liebe, Sujim Tajan, verachtet wird, der sie als Wilde beschimpft. Bald darauf muss die Dienerin jedoch feststellen, dass sie selbst eine von ihnen ist. Eine Tassari und damit steht ihr nichts anderes als die Verbanndung bevor, oder auch schlimmeres. Denn Fürst Warkan will jeden Tassari, egal ob Mann oder Frau, vernichten ...

Es gibt sie also doch noch, die in sich abgeschlossenen Jugendbücher im Fantasy Genre. Ein Literaturbereich, der in den vergangenen Monaten förmlich überschwämmt wurde von einer Flut mehr oder weniger fruchtbaren Reihen. Manche von diesen begeisterten zwar leidenschaftlich und schafften es, den Leser über mehrere Bände bei Laune zu halten. Dennoch vermisst man sie: die kurzen, prägnanten Geschichten, die es innerhalb eines gebundenen Prachtstücks noch auf den Punkt bringen. Sich mit einer lesenswerten Geschichte befassen und im Jugendbereich ebenso auch unaufdringliche, aber wichtige Werte vermitteln. Susanne Rauchhaus hat diesen Nerv getroffen und zeigt nun sehr anschaulich mit ihrem Roman Die Messertänzerin, dass sie auch mit weniger Umfang durchaus begeistern kann. Denn mit Divya lernt der geneigte Leser ein Mädchen kennen, das man von Beginn an ins Herz zu schließen vermag. Ein unterdrücktes Kind, allein und beinahe auf sich gestellt. Nur Nahrung, Wasser und Arbeit bekommt sie von ihrer strengen Herrin; Zuneigung jedoch von wenigen. Schnell erkennt der Leser hierbei das gern gewählte Muster, sofern Geschichten solcher Art bereits gelesen wurden, und so wird mit viel Ruhe und Sinn für die Charaktere, die farbige Welt der Protagonistin und ihr niederer Stand erklärt. Die Aussicht auf eine Entwicklung lockt, besonders nachdem so mancher Widerling über die Zehen des jungen Mädchens getrampelt ist. Und Divya ist ein gutes Kind. Sie mausert sich, lernt mit der Zeit selbständiger zu sein sowie für ihren Traum zu kämpfen, sich von ihren grauen Farben, die der Dienerinnen, zu befreien. Tajan hilft ihr dabei, auch wenn er selbst vorerst nur wenig mit den Vorstellungen der schwarzhaarigen Göre anfangen kann. Sie hat ihn erpresst, um sich seine Kunst im Messerwerfen anzueignen und vereint diese nun mit einem leidenschaftlichen Tanz; missachtet und hinterfragt seine von ihm so gern wiederholten Regeln. Als die Gefühle der beiden (die sich hätten intensiver ankündigen dürfen) für einander schlussendlich reifen, begreift das Mädchen jedoch, dass Tajan ihr nie erlauben würde, öffentlich zu ihrem Volk zu stehen. Denn Divya entdeckt, während ihre neckische Zuneigung zu Tajan wächst, dass sie eine Tassari ist. Und das es Mächte gibt, die dieses Volk vernichten wollen. Schlussendlich muss ein Unglück verhindert werden und eine Rebellion heranreifen, um Fürst Warkan zu stürzen. Sofern es denn möglich ist ...

Susanne Rauchhaus verwickelt sich bis zu diesem Punkt immer wieder in Andeutungen und präsentiert die Handlung zumeist schlicht und daher leicht und locker zu verfolgend. Ihre Sprache berauscht nicht unbedingt und hätte vielleicht (zum Inhalt passend) noch malerischer sein dürfen, mit einem breiteren, emotionalen Schwerpunkt, doch dafür weiß sie dennoch gut mit den einzelnen Vorgängen zu überzeugen. Denn mag der Beginn fast ein bisschen typisch vom Grundton und die durchaus vorhandene Tiefgründigkeit ein bisschen zu spät erkennbar sein, so begeistert Susanne Rauchhaus in etwa ab der Hälfte mehr und mehr mit dem Darlegen ihrer Hintergedanken. Ausschmückungen solcher Art, die eine liebevolle Umsetzung beweisen und zum größten Teil sehr nette Ideen präsentieren. Überragend ist Die Messertänzerin nicht, doch diese Tatsache stört kaum. Weder den jugendlichen noch erwachsenen Leser, der dieses Buch schlussendlich mit einem herzlich warmen Lächeln zuklappen darf.

Erwärmen kann man sich ebenso für die gezeichnete Gesellschaft (orientalisch anmutend) und ihre Struktur, sowie für die kontrastbringende Anwesenheit der Tassari, die am ehesten mit Zigeunern gleichzusetzen sind. Ebenso gut gefällt die ausgemalte, jedoch nicht sehr weitläufige Welt und schlussendlich auch die vermittelten Werte wie gegenseitige Achtung, der Glaube an sich selbst und an die Wahrheit. Erleichtert stellt man hierbei fest, endlich wieder ein Jugendbuch in den Händen zu halten, das seinem Anspruch mehr als gerecht werden kann und davon absieht, schaurige Kämpfe, Blut, oder andere Dinge solcher Art in den Mittelpunkt zu stellen. Anzulasten wäre, wenn überhaupt, jedoch die hier scheinbar unüberwindbare Schwarz- und Weißmalerei. Denn in Fürst Warkan findet der Leser wahrlich einen Bösewicht und keinen Gegner, dessen Beweggründe man zumindest hinterfragen oder aber eingehend erforschen kann.

„Du hast mich fallen gelassen, weil ich eine Tassari bin“, sagte sie mit Bitterkeit in der Stimme. „Tassari – das Volk, das Warkan vernichten will. Vielleicht habe ich geglaubt, dass du von seinem Plan weißt und ihn gutheißt. Vielleicht hatte ich genügend Gründe, um zur Mörderin zu werden.“ Divya sah Tajan ernst an. „Du weißt am besten, dass ich das Ziel treffe, wenn ich es treffen will. Warum konntest du mir dann nicht einfach vertrauen?“

(Seite 291)


Fazit

Mit Die Messertänzerin bietet Susanne Rauchhaus eine wunderbare Alternative und einen begrüßenswerten Gegenpart zu so manch anderem Jugendbuch. Etwas verträumt, niemals ausufernd und zu jederzeit spannend, lässt sie den Leser eine beachtenswerte Geschichte verfolgen, die begeistern kann, auch wenn sie keine von Überzeichnungen gesättigte Höhenflüge beschert. Und das ist auch gut so. Denn dieser Roman ist was er ist: ein empfehlenswertes Jugendbuch das gelesen werden will und sich vor allem an seiner Zielgruppe orientiert. Und diese Tatsache gefällt ungemein!


Pro und Kontra

+ überaus angemessen für Jugendliche (sowie Junggebliebene)
+ teils tiefgründig mit unterhaltsamen Ideen
+ sehr liebenswerte Protagonisten
+ vertretbare Werte annehmbar verpackt
+ einfach, doch auch spannend bis zum Schluss
+ wunderhübsches, preiswertes Hardcover
+ unvorhersehbar & schlussendlich komplex

o sprachlich solide und simpel

- mehr Emotionalität wäre erwünscht gewesen
- der Inhalt zeigt ein bisschen zu spät, was er kann
- bedingt bestehende Schwarz- und Weißmalerei

Wertung:

Handlung: 4 / 5
Charaktere: 4 / 5
Lesespaß: 4,5 / 5
Preis/Leistung: 4 / 5


Rezension zu "Sternenkraut"

Zuletzt aktualisiert: Dienstag, der 25. Oktober 2011
 

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