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Man tut, was man kann (Hans Rath)
Geschrieben von Lukas
Dienstag, der 12. Juli 2011

rororo (Juni 2010)
Taschenbuch, 256 Seiten
ISBN: 978-3499249419
€ 8,95 [D]

Genre: Humor


Klappentext

Habe ich noch eine Affäre oder
schon eine Beziehung?

Kann ein Vollbart zwischen einem
Mann und seiner wahren Liebe stehen?

Und wie stoppe ich den ehrgeizigen
Juniorkollegen, der mit der Tochter
des Chefs ins Bett geht?

Paul sucht Antworten. Genau wie sein Verbündeter und Kollege Schamski, sein Freund Günther und der arbeitslose Künstler und Chauffeur Bronko. Die drei ziehen nach verschiedenen persönlichen Katastrophen bei Paul ein. Fortan schwinden dessen Weinvorräte rapide, dafür ist nachts schon mal eine nackte Sekretärin in der Küche anzutreffen …


Rezension

Paul schläft mit Kathrin und es macht Spaß. Soweit so gut. Dummerweise scheint sie sich mehr zu erwarten, als er bereit zu geben ist. Eine Frau Ende Dreißig greift zu, wenn sich eine gute Gelegenheit ergibt, ihren Mann fürs Leben zu finden. Am liebsten würde Paul es einfach beenden, denn er möchte ihr keine falschen Hoffnungen machen. Als Opfer urzeitlicher Instinkte, die immer dann einsetzen, wenn sie nackt vor ihm steht, und den daraus resultierenden geistigen Aussetzern kommt er aber nicht dazu, diese edle Tat zu vollbringen. Während er diesem Teufelskreis zu entkommen versucht, steigen ihm noch ganz andere Sachen zu Kopf. Einer seiner Kollegen schläft mit der Tochter des Chefs, was sich sehr negativ auf Pauls Karriere auswirken könnte. Außerdem ist seine Bude voll mit Freunden, die sich mit ihren eigenen Krisen auseinandersetzen müssen, und das Leben hat noch einige Überraschungen parat ...

Männer haben auch Gefühle. Da wären Unsicherheit, Verwirrtheit, schlechtes Gewissen und Ratlosigkeit, um nur einige wenige zu nennen, und als Auslöser dient ihm dazu meist eine Frau. In "Man tut, was man kann" von Hans Rath bekommt man das sogar schriftlich. Sein Protagonist Paul schlägt sich durch den Gefühlsdschungel, der sich Beziehungen nennt. Und das auf urkomische Weise. Man kann nur hoffen, dass der Autor nicht zu viel autobiographisches einfließen ließ, denn so realitätsnah, wie die Zwistigkeiten des Lebens niedergeschrieben wurden, müsste man Mitleid empfinden in Anbetracht der Alltagskomplikationen. Der Leser wird mit Paul von einem Problem zum nächsten geschickt, von dem jedes eine helle Freude ist. Egal ob er sich mit dem neuen Mann seiner Ex rumschlagen muss, weil seine Ansichten zur Erziehung von Pauls Quasitochter, gänzlich an den seinen vorbei gehen oder er sich um Fred den Problemhund aus dem Tierheim kümmert, mit jeder Seite macht das Buch mehr Spaß. Zugegeben nicht jedes Ereignis ist sehr wahrscheinlich. Besonders Pauls Nebenbeschäftigung als Beziehungshelfer der anderen Art, entspricht eher einer Männerfantasie als einer alltäglichen Situation. Aber irgendwie ist es passend oder zumindest verzeihbar. Weniger verzeihbar sind diverse Zufälle. Offenbar sind alle Personen miteinander irgendwie verbunden wie in einer amerikanischen Sitcom und die Wendungen, die sich dadurch ergeben, erweisen sich nicht immer als eine weise Entscheidung.

Generell sollte man keine zu hohen Erwartungen an die Story haben. Es gibt nur einen sehr schwachen roten Faden. Dass der Roman dennoch funktioniert, ist unter anderem der sehr zugänglichen Sprache des Autors zu verdanken. Außerdem wird aus der Sicht von Paul geschrieben, was ungeahnten Raum für Witz bietet. Wenn Paul nicht gerade von seinen Problemen erzählt oder irrwitzige Dialoge führt, dann lässt er uns teilhaben an seinen bissigen Gedanken, die er zum Glück nicht immer ausspricht. Paul ist ein liebenswerter Charakter, ein sympathischer Loser. Er ist intelligent und beruflich gut aufgestellt, aber irgendwie hat er sein Leben nicht so richtig unter Kontrolle und ist nicht in der Lage Entscheidungen zu treffen. Wenn er sie mal trifft, dann erweisen sie sich oft als völlig daneben. Besonders im Bezug auf Frauen.
Damit Paul nicht die ganze Geschichte tragen werden muss, stellt Rath ihm einige Freunde zur Seite. Schamski nimmt den größten Teil der Komparsen an und ist auch der unterhaltsamste. Ein Mann fürs Grobe, der sich und die anderen noch aus der ausweglosesten Situation herausbringt. Günther ist ein heimlich verliebter Nerd und Bronko ein schielender, erfolgloser Künstler, der sich mit einem Ein-Euro-Job über Wasser zu halten versucht. Gelegentlich fühlt man sich an Brösels Werner erinnert bei all der Männlichkeit.


Fazit

"Man tut, was man kann" ist das erste von (aktuell) drei Büchern und ein überaus gelungener Auftakt in eine echte Männergeschichte für echte Männer. Mit trockenem Humor und spritzigen Dialogen überzeugt Hans Rath ebenso wie mit den Bewohnern der Wohngemeinschaft der etwas anderen Art. Unterhaltungsliteratur, die hält, was sie verspricht und kleinere Schwächen schnell vergessen macht.


Pro und Kontra

+ viele, viele Lacher
+ liebenswerte Charaktere
+ Pauls bissige Gedankengänge
+ wiederholt lesenswert
+ perfekte Männerliteratur
+ es gibt noch zwei Nachfolger

- kleinere Schwächen in den Wendungen

Beurteilung:

Handlung: 4/5
Charaktere: 4,5/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 4,5/5


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Zuletzt aktualisiert: Samstag, der 23. Juli 2011
 

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