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Was will man mehr (Hans Rath)
Geschrieben von Lukas
Samstag, der 23. Juli 2011

Wunderlich (Juni 2011)
Taschenbuch, 256 Seiten
ISBN: 978-3805250122
€ 14,95 [D]

Genre: Humor


Klappentext

HERZ ODER KOPF?

GEHEN ODER BLEIBEN?

JUNGE ODER MÄDCHEN?

Das war so nicht geplant: Paul wird Vater. Leider ist das Kind nicht von Iris, seiner Traumfrau, sondern von ihrer Schwester Audrey. Drum kümmern darf er sich auch nicht wirklich. Und seine Karriere geht gerade fürstlich den Bach runter. Da helfen nur Schamski, Günther und Bronko, Pauls WG-Gefährten aus besseren Tagen. Doch für das große Glück müssen sie alle einiges riskieren …


Rezension

Pauls komplizierte Lebensgeschichte geht weiter. Er wird Vater, das Kind ist aber von Audrey, der Schwester seiner großen, unerwiderten Liebe Iris, und das Ergebnis eines Quickies in der Dusche. Für seinen Sohn möchte er unbedingt da sein und reist dafür nach London, wo die van Beuten Frauen residieren. Große Freude kommt aber nicht auf, denn von allen Seiten hagelt es Kritik und wirklich zu sehen, bekommt er seinen Erstgeborenen auch nicht. Offenbar wird er für die drohende Insolvenz des Familienverlags verantwortlich gemacht. Doch es bahnt sich noch Schlimmeres an als Familiendispute und ein selten dämlicher Namenswunsch von Audrey ...

Mit "Was will man mehr" geht Hans Rath in die dritte und allem Anschein nach letzte Runde. Pauls Odyssee nimmt vorher aber ein weiteres Mal an Komplexität zu und verliert leider erneut an Humor. Auch wenn der Roman erwartungsgemäß gut zu lesen ist und insgesamt Spaß macht, so muss man doch klar feststellen, dass die Leichtigkeit des ersten Bandes auf der Strecke geblieben ist. Woran das liegt, ist schwer zu sagen, denn Situationen für bissige Dialoge und Pauls zynische Gedanken gibt es zu Genüge. Der Aufbau ist vergleichbar mit Band 2. Zunächst wird der Protagonist mit der schwierigen Familiensituation konfrontiert und irgendwann kommen wieder alle vier Freunde zusammen. Spätestens wenn die Clique vollzählig ist, hätte wieder Humor aufkommen müssen, in "Da muss man durch" hat der Autor immerhin auch noch die Kurve gekriegt. Stattdessen schlägt Rath einen anderen Weg ein, einen falschen. Situationen aus dem realen Leben scheinen ausgegangen zu sein und so betreten wir kurzzeitig die Pfade von Oceans Eleven und das Ende hat auch nur noch wenig mit der Realität zu tun und wirkt konstruiert. Amerikanische Liebeskomödien lassen grüßen.
Der Hang zu unwahrscheinlichen Ereignissen hatte sich aber bereits in den Vorgängern abgezeichnet und ist leichter zu verkraften, als der fehlende Witz. Wer sich daran nicht gestört hat oder im Gegenteil dem sogar etwas abgewinnen konnte, wird das Buch besser genießen können.

Paul ist und bleibt der liebenswürdige Verlierer und daran ändert sich auch im dritten Band nichts. Zum einen ist es schön, dass er sich nicht ganz unerwartet in einen strahlenden Helden verwandelt, andererseits wäre eine erfrischende charakterliche Entwicklung wünschenswert gewesen. Schamski, der knappe Zweite in der Sympathiekette, verliert etwas an Glanz, weil er nicht mehr wie zuvor der Mann fürs Grobe, mit der Fähigkeit ausweglose Probleme zu lösen, ist, sondern nun derjenige, der bis zum Hals in Schwierigkeiten steckt. Entsprechend nervös und ungewohnt verhält er sich. In seine Fußstapfen müssen ausgerechnet Günther und Bronko treten, die wohl nerdigsten Freunde aller Zeiten. Günther hat die größte Metamorphose durchgemacht. Von seiner Einsilbigkeit ist kaum etwas übrig, mit einem Mal ist er eloquent und selbstsicher. Bronko hat weniger eine Entwicklung durchgemacht, als eine Reihe von Zufällen durchlebt, die in erster Linie dazu dienen, das Ende sinnvoll hinzubiegen. Überhaupt scheint Bronko der Joker zu sein, den der Autor immer dann zieht, wenn er sich in einer Sackgasse wiederfindet. In Band 2 ist es noch nicht so aufgefallen, aber Bronko hat kein echtes Leben. Durch seine Erfolglosigkeit ist er prädestiniert dafür, genau dahin positioniert zu werden, wo ihn Paul und der Autor brauchen.

"Was will man mehr" ist kein schlechtes Buch. Als unabhängiger Roman wäre es sogar als wirklich gut durchgegangen. Immerhin bleibt Rath seiner schlichten Sprache, die einen schönen Lesefluss erlaubt, treu. Anekdoten mit Fred, dem inoffiziellen vierbeinigen Cliquenmitglied, und auch sonstige humoristische Lichtblicke gibt es weiterhin. Lediglich als Abschluss einer tollen Reihe enttäuscht es. Natürlich muss eine Geschichte irgendwann enden, dafür spitzt sich die Lage zu und die liebgewonnenen Protagonisten sollten sie am besten meistern. Jedoch vergisst Rath offenbar, dass es besonders der Humor ist, was "Man tut, was man kann" so großartig macht und spendiert sogar noch weniger als im Vorgänger. Dafür strapaziert er den guten Willen des Lesers, über überspitzte und unnachvollziehbare Ereignisse hinwegzusehen. Das ist schade und macht Band 3 zum schwächsten der Teile.


Fazit

Paul, Schamski, Günther und Bronko bekommen eine Art Ende, wie sie es verdienen. Der finale Weg dorthin lässt jedoch stark den Humor vermissen, den Band 1 ausgemacht hat und ist gespickt mit Ereignissen, die einfach nicht vollständig überzeugen wollen. Zu viel wurde konstruiert und zu wenig wurde auf Nachvollziehbarkeit Wert gelegt. Was will man mehr? Einiges ...


Pro und Kontra

+ Fred
+ hin und wieder blitzt der Humor von Band 1 auf
+ sympathische Charaktere

- Extraportion konstruierter Zufälle
- sehr wenige Lacher
- kein krönender Abschluss
- zu hoher Preis

Beurteilung:

Handlung: 3/5
Charaktere: 3,5/5
Lesespaß: 3/5
Preis/Leistung: 2,5/5


Rezension zu Man tut, was man kann (1)

Rezension zu Da muss man durch (2)

Zuletzt aktualisiert: Samstag, der 23. Juli 2011
 

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