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19 Minuten (Jodi Picoult)
Geschrieben von Patricia
Montag, der 04. Mai 2009

Piper Verlag (April 2008)
480 Seiten, 19,90 EUR
ISBN: 978-3492050807

Genre: Belletristik


Klappentext

19 Minuten, 10 Opfer, 1 Täter – Jodi Picoults aufrichtigster, radikalster und bewegendster Roman

„Es ist vorbei, sagte er. Doch das war es nicht, es fing gerade erst an.“ – Nach seiner unaussprechlichen Bluttat in der Sterling Highschool zweifelt niemand ernsthaft an der Schuld des siebzehnjährigen Peter Houghton. Doch während der kleine Ort mit den Folgen dieser neunzehn Minuten zu ringen hat, wird das Rätsel um die Hintergründe und den Ablauf der Tragödie immer größer.



Rezension

Kann man wirklich Mitleid mit einem Amokläufer haben? Auf eine äußerst sensible, mitfühlende und packende Weise erzählt Jodi Picoult in ihrem Buch 19 Minuten die Chronologie eines Amoklaufes – ein Amoklauf, der für den Amokläufer in seiner frühesten Kindheit anfängt und mit seiner Gefangennahme noch lange nicht beendet ist. In eindrucksvoller Weise wird der Spagat zwischen dem Mitleid mit den Opfern UND dem Täter beschrieben - die unterschiedlichen Erzählperspektiven vom Täter, einigen Opfern und der Mutter eines Opfers geben dem Leser verschiedene Sichtweisen wieder, die ihn in die Welt der Teenager des heutigen Amerikas eintauchen lassen, ihre Bemühungen, dazuzugehören und der Entscheidung, was nun wichtiger ist, der Sandkastenfreund oder die neue, angesagte Clique.

Der Titel des Buches, 19 Minuten, gibt die Zeit von Peter Houghtons erstem Schuss bis zu seiner Festnahme durch den Police Detective Patrick Ducharme wieder. 19 Minuten eines ganz normalen Tages, der mit Frühstück, einer vielleicht unangenehmen Unterhaltung mit der Mutter oder auch mit dem gemeinsamen Schulweg mit Freunden anfängt. So beginnt der Tag auch für Josie Cormier, deren Mutter Alex Richterin am Kammergericht in Grafton County, New Hampshire ist. Aber für 10 Personen wird es ihr letzter Morgen sein, für sie wird es keine weiteren Frühstücke oder Streitgespräche geben.

Um 10 Uhr beginnt Peters Amoklauf, bei dem er 10 Menschen tötet und 19 zum Teil schwer verletzt. Im Gegensatz zu anderen Schul-Massakern kann Peter Houghton lebend geschnappt werden und der Wunsch nach Rache wird übermächtig. Als der Prozess beginnt, wird auch noch ausgerechnet Alex Cormier die vorsitzende Richterin, deren Tochter Josie bei einem der letzten Opfer gefunden wurde, die aber gleichzeitig auch Peters Kindergartenfreundin ist. Wird es dem Verteidiger gelingen, das Gericht davon zu überzeugen, dass Peters Tat lediglich eine Folge jahrelanger Quälereien und Demütigungen durch seine Mitschüler war? Und interessiert das überhaupt jemanden?

Man ist schnell dabei, jemanden zu verurteilen, ohne die Hintergründe zu kennen. Und genau das ist die Stärke in diesem fesselnden Buch. Das Geschehen wird aus vielen verschiedenen Perspektiven erzählt, sowohl in der Vergangenheit als auch in den auf den Amoklauf folgenden Tagen und Monaten. Die Zeitebene wird so geschickt gewechselt, dass es zu keiner Zeit langweilig ist – im Gegenteil, man ist ganz begierig darauf, zu erfahren, wie es denn wirklich war und wie es weitergehen wird. Man erfährt die Hintergründe, warum Peter zu einem Sonderling wird, man erfährt, dass er nicht immer alleine war, dass er mit Josie eng befreundet war, und dass auch diese ihn schließlich verlässt, weil der Druck ihrer Clique der beliebtesten Schüler einfach größer war als eine alte Sandkastenfreundschaft.

Richterin Cormier gerät in einen gnadenlosen Zwiespalt, sie muss unparteiisch urteilen können, aber andererseits hat sie wie so viele andere Mütter auch mit einer Teenagertochter zu kämpfen, die durch ein schweres Trauma gejagt wurde und sich ihr gegenüber absolut verschließt. Die Hilflosigkeit der Mutter und ihrer Tochter, die einfach nur weil sie ein Teenager ist und aus lauter Angst, selbst gemobbt zu werden, ihre alten Freund verrät, ist ein weiteres, wichtiges Thema, was sehr eindringlich und ausführlich behandelt wird. Und außerdem ist da auch noch die Verzweiflung von Peters Eltern, die von furchtbaren Gewissensbissen geplagt werden. Wo haben sie versagt, haben sie überhaupt versagt, was hätten sie anders machen können, hätten sie die Tat voraussehen können?

Eigentlich ist es unfassbar, was Mobbing bei Kindern anrichten kann; selbst wenn sie um Hilfe bitten, wird ihnen oftmals nicht geholfen, da es für Lehrer und Mitschüler einfacher ist, wegzusehen. Hier wird einem sehr eindringlich klar gemacht, unter welchem Zwang Teenager stehen, um zur richtigen Clique zu gehören und dass sie fast alles dafür tun, um beliebt zu sein. Die meisten sind einfach noch nicht stark genug, einfach sie selbst zu sein, und die Auswirkungen, nicht in der richtigen Gruppe zu sein oder sogar ausgestoßen zu werden, sind katastrophal. Daher werden dann halt auch alte Freunde verraten oder Misshandlungen ertragen.

Leider wird nicht näher darauf eingegangen, ob die Täter, die Mobber, eigentlich einmal die Folgen ihrer Taten bedacht haben, und es fehlt auch, ob die schlimmsten Mobber, die die Tat überlebt haben, Drew, Emma und die anderen, sich eigentlich ihrer Taten bewusst sind und Reue zeigen. Aber dieses Problem wird es wohl ein Leben lang geben, und es zeigt auch, wie wichtig es für uns Erwachsene ist, nicht wegzusehen, sondern schneller und gezielter einzugreifen. Aber dazu gehören eben auch Verantwortliche, die die Situation erkennen und handeln können, die Kinder kommen da von alleine nicht mehr heraus.

Auch das Verhalten von Joey wird fast völlig unter den Tisch gekehrt - er war immerhin der große Bruder, eine Person, zu der Peter aufsehen wollte und es nicht konnte. Er hat von Anfang an seinen kleinen Bruder schmählich im Stich gelassen und es vor seinen Eltern verheimlichen können – vielleicht wäre dann alles anders verlaufen, wenn man Peters Hilferufe auch als Hilferufe wahrgenommen hätte und ihn nicht verspottet, gequält und gedemütigt hätte. Kinder können grausam sein, das bringt uns dieses Buch eindringlich wieder ins Gedächtnis zurück.

Spannend auch das Gerichtsverfahren und das zu erwartende Urteil, denn eigentlich kann es hier nur ein Urteil geben. Mit Peters Festnahme ist es zwar für seine getöteten Opfer beendet, aber der Leidensweg der verletzten und traumatisierten Schüler und Eltern geht weiter. Und auch Peters Leidensweg ist noch lange nicht beendet – wie wird es ihm wohl im Gefängnis ergehen, denn auch dort sind seine Taten bekannt. Das Ende des Buches ist schlüssig, berührend und wartet noch mit einer großen Überraschung auf.
 

Fazit

Jodie Picoult hat hier ein sehr komplexes Werk zu höchst aktuellen und brisanten Themen geliefert, sie beschönigt nichts und so manche Grausamkeit zwingt einem die Tränen in die Augen. Es ist ein Buch über die Schwierigkeiten der Schüler, mit den richtigen anderen Schülern befreundet zu sein, über Grausamkeiten gegenüber Außenseitern und über die Hilflosigkeit der Außenseiter, sich nicht wehren zu können und keine Hilfe zu bekommen. Es ist ein eindrucksvolles Werk über Mobbing und seine Konsequenzen, und wozu gequälte und gedemütigte Menschen getrieben werden können. Ein Amoklauf eines Schülers kommt aus einer zutiefst gestörten Seele, mit der man vielleicht noch Mitleid haben kann – mit seiner Tat allerdings niemals.



Pro und Contra

+ hochaktuelles und brisantes Thema
+ Auseinandersetzung mit sämtlichen Perspektiven
+ feinfühliger Umgang mit äußerst sensiblen Nebenthemen
+ glaubwürdige und realistische Charaktere
+ packend bis zum letzten Buchstaben

Wertung:

Handlung: 5/5
Charaktere: 5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 4/5


Rezension zu "Beim Leben meiner Schwester"

Rezension zu "Das Herz ihrer Tochter"

Rezension zu "Bis ans Ende aller Tage"

Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, der 11. März 2010
 

Kommentare  

#19 genialEselfine 2012-12-09 15:40
Dieses Buch ist einfach genial. Ich habe es vor langer, langer Zeit in den Regalen der Bibliothek gefunden, ausgeliehen und verschlungen. Insbesondere der durchaus auch bemaengelte Perspektivenwec hsel war fuer mich eine der Staerken dieses Buches. Ich kann es nur empfehlen!!! :-)
#18 so ein buch wird es lange nicht mehr geben :) krasssjonny 2012-12-09 11:37
ich habe das buch gelesen und ich war erstmal richtig verwirrt.... diese blöden zeitsprünge und so ... aber nach dem 2 kapitel habe ich den sinn verstanden ... das buch ist multiperspektiv isch verfasst, d.h aus mehreren sichten .. in dem buch geht es ja um die ursachen und folgen Peter Haoughton. klar, jede buch muss ein ende haben, aber dass das buch so krass endet hat mir dann den letzten spannenden kick gegeben ;-) ich bin 14 jahre alt aber ich glaube ich werde lange nicht mehr so ein buch lesen
#17 einfach nur spannendAnica 2012-11-20 19:42
Ich war voll überrascht dass es so spannend war. das ende war eher voraussehbar aber gut geschrieben
#16 Voll schlechtTunte 2012-01-17 10:41
Ich hab das Buch nur teilweise gelesen,aber was ich gelesen habe war wirklich total langweilig und unübersichtlich .Wisst ihr ich komme auch Russland und wohne erst seit 1 Jahr in Deutschland und verstehe überhaupt nicht warum es dieses Buch nicht in Russland gibt,wenn es so gut ist. So gut kann es ja nicht sein.
#15 ...Christina 2012-01-17 10:38
Das buch icst auf gut deutsch gesagt, scheiße!!! Ich kam mit den übergängen überhaupt nciht klar und diese komischen Wörter die öfters frin vorkamen konnte ich nicht lesen, kaum verstehn. Ich mag diese Autorin und ihre Bücher eigl. sehr gerne, aber dieses ist ihr meiner meinung nach nciht so gut gelungen ...
#14 keine ahnungSara 2012-01-17 10:36
Das Buch wurde sehr gut verfasst. Der Inhalt war sehr interessant. Obwohl ich solche atren von Büchern nicht lese. Bestes Buch das ich bis jetzt im unterricht gelesen habe :*
#13 naja...Jase 2012-01-17 10:33

das buch ist zwar von der geschichte her gut, aber das ständige wechseln, ohne übergang ist verwirrend...
Sonst ist es eigentlich ok.



Der Rest wurde von mir - Patricia, Redakteurin - gelöscht, da wir hier keine Spoiler zulassen.

#12 Atemberaubend>.Jana 2011-08-25 13:55
Ich bin erst 13 jahre alt aber total von diesem buch fasziniert. wie diese frau das alles schreibt, das ist einfach nur wahnsinn & auf jeden fall zum weiterempfehlen :-)♥
#11 atemberaubendEmmy 2011-07-12 18:28
Wow! Bei dem Buch bleibt mir echt die Luft weg... Jodi Picoult hat eine tolle Art mit Wörtern und Handlungen umzugehen - sehr empfehlenswert! !!
#10 HAMMER!!Kathi 2011-02-08 19:43
das buch ist einfach atemberaubend spannend - und das bist zu letzten Buchstabe!!! echt das buch ist so spannend geschrieben das ich darüber einfach nur staunen kann. habe an manchen stellen auch wirklich geweint und nach dem fertiglesen musste ich viel darüber nachdenken.
also leute es lohnt sich echt dieses buch zu lesen!!

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