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Steam Noir - Das Kupferherz (Felix Mertikat und Benjamin Schreuder)
Geschrieben von Judith
Montag, der 24. Oktober 2011

Cross Cult (Oktober 2011)
Hardcover, vierfarbig,
64 Seiten, 16,80 EUR
ISBN: 9783942649155

Genre: Steampunk


Klappentext

Ein zerbrochener Planet.
Schollen, die im Äther treiben.
Maschinen mit Seelen und Menschen ohne Skrupel.
Dampfkraft, groteske Maschinentechnik und übernatürliche Phänomene.
Und über all dem eine geheimnisvolle Toteninsel, die die Welt der Lebenden heimsucht.

Willkommen in der bizarren Welt von "Steam Noir" - der Steampunk-Saga der "Jakob"-Schöpfer Felix Mertikat und Benjamin Schreuder.

Ein Einbruch in einer Villa in der Ätherhafenstadt Schierling ruft ein außergewöhnliches Ermittlerteam auf den Plan: Heinrich Lerchenwald, Junggeselle und Lebemann, seit vielen Jahren als Bizarromant für den Januskoogener Leonardsbund tätig; Richard Hirschmann, beseelter Maschinenmensch, sanftmütig, aber verbissener Kriminalist; Frau D., Tatortermittlerin und Suffragette in Personalunion. Ein außergewöhnliches Fahndergespann für einen außergewöhnlichen Fall: Eine verlorene Seele, ein Wiederkehrer von der Toteninsel Vineta, hat die Leiche eines Mädchens entwendet, das vor Jahren in den Hauskamin eingemauert wurde. Die Suche nach der Seele und dem Mörder des Mädchens führt Heinrich und seine Kollegen auf die Spuren eines ominösen Wunderheilers, der an der Erforschung mechanischer Organe arbeitet.


Rezension

Der erste Band der neuen Comicreihe „Steam Noir“ wurde bereits seit letztem Jahr mit Spannung erwartet. In unserer ersten Phantast-Ausgabe gab es einen kleinen Bericht inklusive Skizzen dazu – und bei Betrachtung des Endprodukts kann man sagen: Das Warten hat sich gelohnt. Schon das Cover mit Richard Hirschmann und dem „Steam Noir“-Schriftzug ist einfach grandios und auch der erste Blick auf den Inhalt überzeugt. Die Kombination aus Steampunk- und Film Noir-Elementen verleiht diesem Comic ein ganz besonderes Flair. Passend zum Titel ist der Stil recht düster und changiert zwischen verschieden Braun- und Grautönen, die kräftig Stimmung erzeugen. Der schwarze Background verleiht dem Ganzen ein edles Aussehen, wobei die einzelnen Panels mit unsauberen Rahmen versehen sind, die die einzelnen Szenen dynamisch ineinander übergehen lassen. Der Comic ist von der ersten bis zur letzten Seite ein optischer Leckerbissen, wobei der Stil recht individuell ist und hohen Wiedererkennungswert besitzt. Einziger Kritikpunkt: Der Dialogaufbau ist manchmal etwas unübersichtlich.

Die Geschichte selbst bietet einen recht klassischen Krimiplot, der im Rahmen des Steampunk-Universums inszeniert wird. Eine Seele kehrt von der mysteriösen Toteninsel Vineta zurück und stiehlt eine eingemauerte Mädchenleiche. Der Bizarromant Heinrich Lerchenwald interessiert sich dabei außerordentlich für das Phänomen der zurückkehrenden Seelen und sieht in diesem Fall seine Chance, mehr über Vineta und das Leben nach dem Tod zu erfahren. Dabei steht ihm das beseelte Maschinenwesen Richard Hirschmann zur Seite, bei dem man sich nicht wirklich erklären kann, was genau er sein soll. Nur eines steht fest: er nimmt seinen Job als Ermittler verdammt ernst. Heinrich und Richard sind beruflich und privat ein klasse Team, das sich gegenseitig ergänzt und viele Sympathiepunkte beim Leser einheimst. Die Nebencharaktere sind recht vielseitig und reichen von „normalen“ Menschen über technisch modifizierte Kinder bis hin zu einer scheinbar nicht ganz menschlichen Schutztruppe. Skurrile Figuren gibt es jedenfalls genug, an denen die Autoren ihre Kreativität ausleben können. Denn Mensch und Maschine verschmelzen in „Steam Noir“ auf eine geradezu erschreckende Weise. „Das Kupferherz“ beweist damit, dass Steampunk in Bildern wunderbar funktionieren kann. Sehr schön lesen sich auch die deutsche (Orts-)Namen, die ihren Teil zur Stimmung beitragen.

Die Welt von „Steam Noir“ besteht aus verschieden großen Schollen, die im Äther umhertreiben und teilweise über riesige Stahlgerüste zu Schollengruppen zusammengefasst werden. Der Äthernebel selbst ist atembar und ermöglicht die Fortbewegung mit sogenannten Ätherschiffen. Über den bewohnten Schollenteilen wird der Äther allerdings mit Hilfe einer Verdünnungskuppel aus dem direkten Lebensumfeld der Bewohner verdrängt. Die Heimat der Protagonisten ist Landsberg, von wo aus man die Totenscholle Vineta beobachten kann. Die Stadt Aurich steht seit den Blinden Tagen unter Wasser und zeigt deutliche Spuren von Verzerrungsenergien, wobei man als Leser trotz Erklärungen im Anhang noch nicht ganz nachvollziehen kann, was genau diese Verzerrungen und vor allem die mehrmals angesprochenen Blinden Tage sind. Diese Welt gibt dem Leser so einige Rätsel auf, die die Geschichte unheimlich spannend machen. Denn „Steam Noir“ wirkt sehr gut durchdacht, ist aber gleichzeitig unheimlich komplex, sodass man nach dem ersten Band mit vielen Fragen zurückbleibt, die hoffentlich in den Folgebänden beantwortet werden.

Zusammenfassend kann man „Das Kupferherz“ als gelungenen Einstieg in die Welt von „Steam Noir“ betrachten, bei dem die richtige Mischung aus klärenden Details und offenen Fragen getroffen wurde. Die Erklärungen zur Welt im Anhang sind dabei nicht nur nette Draufgabe, sondern wirklich notwendig, um sich in diesem umfassenden Universum zurechtzufinden. Denn die Ideenvielfalt von Felix Mertikat und Benjamin Schreuder scheint kaum ins das edel gestaltete Hardcover hineinzupassen. Tatsächlich hat man das Gefühl, dass ihnen vier Bände nicht reichen werden, um ihr geschaffenes Universum vollständig zu durchdringen. Es bleibt zu hoffen, dass die Masse an grotesken Einfällen den beiden Künstlern nicht zum Verhängnis wird und sie ihre Welt stimmig aufbauen können. Als Gimmicks finden sich übrigens noch Zeichnungen anderer Künstler wie beispielsweise Thorsten Kiecker, der Richard Hirschmann zusammen mit einem Ria-Stab zeigt. Die Gestaltung ist jedenfalls durch und durch gelungen und macht den Comic zu einem echten Sammlerstück.


Fazit

„Das Kupferherz“ entführt den Leser in die bizarre und düstere Welt des „Steam Noir“-Universums, wo Mensch und Maschine verschmelzen und Landschollen im Äthernebel umhertreiben. Felix Mertikat und Benjamin Schreuder haben eine phantastische Welt voll spannender Geheimnisse geschaffen, die von ihrer unheimlichen Atmosphäre und großem Ideenreichtum lebt. Ein toller Auftaktband, der auf eine außergewöhnliche Comicreihe hoffen lässt!


Pro & Contra

+ komplexes Steampunk-Universum
+ düsterer, individueller Zeichenstil
+ sympathische, skurrile Protagonisten
+ spannender Krimiplot
+ wunderbar atmosphärisch

- Dialogaufbau manchmal unübersichtlich

Wertung:

Handlung: 4/5
Charaktere: 4/5
Zeichnungen: 5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 3,5/5


Rezension zu "Steam Noir - Das Kupferherz 2"

Rezension zu "Steam Noir - Das Kupferherz 3"

Rezension zu "Steam Noir - Das Kupferherz 4"

Interview mit Felix Mertikat und Verena Klinke auf der Frankfurter Buchmesse 2012

Interview mit Felix Mertikat und Benjamin Schreuder 

Interview mit Verena Klinke 

Rezension zu "Jakob"

Zuletzt aktualisiert: Dienstag, der 08. März 2016
 

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