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Bettina Belitz (28.10.2011)
Geschrieben von Judith
Freitag, der 28. Oktober 2011
Interview mit Bettina Belitz

Literatopia: Hallo Bettina! Im November wird „Dornenkuss“, der Abschluss Deiner Trilogie um Ellie und den Nachtmahr Colin, erschienen. Die Cover haben sich von weiß über grau zu schwarz gewandelt – spiegelt dies auch die Entwicklung der Geschichte wieder?

Bettina Belitz: Das kann man pauschal nicht sagen - in Splitterherz gibt es trotz des luftigen, lichtdurchfluteten Covers etliche düstere Momente, genau so, wie es in Dornenkuss überraschend viele helle Momente und Sonne gibt. Doch wenn man die Bücher gelesen hat, wird man vieles vom Inhalt und dessen tieferen Bedeutungen im Cover wiedererkennen können.

Literatopia: Auf Deiner Homepage schreibst Du, dass Du eigentlich gar nicht mit einem schwarzen Cover gerechnet hättest – war es für Dich nicht die logische Konsequenz? Und in welcher Farbe hattest Du Dir das Cover zuerst vorgestellt?

Bettina Belitz: Im Grunde hatte ich gar keine fixe Vorstellung von einer Farbe, assoziierte schwarze Cover aber mit typischen Thrillern und Krimis. Deshalb hatte ich so meine Bedenken. Doch der Illustratorin und dem Verlag ist es gelungen, ein schwarzes Cover mit mystischer Romantik und filigranen Elementen zu einem perfekten Kunstwerk zu verbinden - großes Lob! Nach dem ersten Überraschungseffekt konnte ich mich nicht mehr davon losreißen und ich hoffe, dass es den Lesern ähnlich geht.

Literatopia: Wann hast Du die Nachtmahre für Dich entdeckt? Spukte Dir die Geschichte um Ellie und Colin schon länger im Kopf herum oder hast Du sie sofort nach der ersten Idee aufgeschrieben?

Bettina Belitz: Die Nachtmahre hatte ich tatsächlich schon vor längerer Zeit entdeckt, als wir im Kunstunterricht das Bild "Der Nachtmahr" von Füssli durchnahmen und mich dieser Volksglaube sofort fesselte - genauso, wie mich die Welt des Schlafs und Traums schon immer faszinierte. Die konkrete Idee zu Splitterherz hatte ich aber erst 2008. Grundsätzlich muss jede Idee bei mir ein kleines Weilchen im Kopf gären, bis sie aufs Papier wandert und so war es auch bei Splitterherz.

Literatopia: Ellie reift über die Romane von einem empfindsamen und gleichzeitig unsicheren Mädchen zu einer selbstbewussteren, aber auch traumatisierten jungen Frau. Wie hat sich Deine Protagonistin für Dich entwickelt? Hat sie Dich so manches Mal überrascht mit ihren Reaktionen?

Bettina Belitz: Nun, ich habe sie ja erfunden, insofern konnte es allzu große Überraschungen nicht geben. ;-) Mir war von Beginn an klar, dass Ellie große Stärken hat und einiges aushalten kann. Und manchmal rannte sie mir beim Schreiben auch ein wenig davon oder wurde eigenmächtig. Aber auch das rührt letztlich aus einem selbst; man ist also höchstens überrascht, wie gut das Unterbewusstsein die eigene Heldin kennt. Alles in allem war Ellie eine dankbare, aber recht anstrengende Protagonistin und ich habe sie fest in mein Herz geschlossen. Sie hat den Titel "Heldin" wahrlich verdient.

Literatopia: Colin entspricht nicht unbedingt dem gängigen Schönheitsideal – zumindest wird er des Öfteren als „hässlich“ bezeichnet von anderen Charakteren. Man sieht ihm jedenfalls deutlich an, dass er kein Mensch ist, wobei er für Ellie trotzdem attraktiv ist. War es Dir wichtig, keinen glatten Schönling zu kreieren? Und wie gefällt er Dir persönlich?

Bettina Belitz: Es gibt Szenen, in denen andere Menschen Colin als hässlich bezeichnen - doch das tun sie aus ihren Gefühlen, aus ihrer Abscheu und Angst heraus, weil er anders ist. Das Andere hat für die meisten Menschen etwas Erschreckendes, Abstoßendes. Ellie empfindet ihn jedoch fast immer als schön. Es ist also die Frage der persönlichen Betrachtungsweise und Gefühle , ob Colin schön ist oder nicht ... Ich denke, die meisten Leserinnen finden ihn wie Ellie attraktiv, da sie ihn und seine Handlungsweisen verstehen können und ihn aus Ellies Augen heraus betrachten. Von typischen Schönlingen als Protagonisten halte ich generell nichts, weder in der Splitterherz-Trilogie noch in meinen anderen Büchern - es sei denn, das glatte Erscheinungsbild ist Bestandteil der Geschichte oder verbirgt ein ganz bestimmtes Geheimnis ... Ich selbst bin ein großer Colin-Fan, aber da ich sozusagen seine geistige Mutter bin und auf die 40 zu galoppiere, würde das vermutlich jegliche Erotik zwischen uns im Keime ersticken. Probleme mit Müttern hatte er wahrlich genug.

Literatopia: In „Scherbenmond“ wird Ellie regelrecht in einen "psychotischen" Zustand getrieben. Wie und wo hast Du recherchiert, um ihre geistige Verwirrung und Panik glaubhaft zu machen?

Bettina Belitz: Das musste ich nicht - es genügte, mich in sie hinein zu versetzen. Wohl aber habe ich zum Thema Traumatisierung recherchiert, denn durch Colins Erinnerungsraub erleidet sie ein Trauma und obwohl ich das gut nachempfinden konnte, wollte ich sicher gehen, dass ich nichts Verkehrtes schreibe. Ich würde ihren Zustand am Schluss jedoch auch nicht unbedingt als psychotisch bezeichnen; ich tu mir da schwer mit klinischen Diagnosen.
Sie ist ja nicht verrückt, sondern wird massiv manipuliert; sie bildet sich das alles nicht ein, es geschieht tatsächlich - und ich möchte einen von uns sehen, wenn er erlebt, was sie erlebt ... Da kann niemand vollkommen normal bleiben. Jeder würde sich in einem absoluten Ausnahmezustand befinden. Es spricht für Ellie, dass sie es trotzdem noch schafft, zu denken und zu handeln.

Literatopia: Du hast Splitterherz, Scherbenmond und Dornenkuss jeweils in vier größere Teile eingeteilt. Wonach hast Du sie benannt?

Bettina Belitz: Splitterherz orientiert sich an den Jahreszeiten, wobei das Hauptaugenmerk auf spätem Frühling, Frühsommer und Sommer liegt - die Jahreszeit der klassischen Romantik. Es ist also nicht nur der Frühling des Jahreskreislaufes, sondern auch der Frühling und Sommer der Gefühle, wobei vor allem die Nächte - wie damals in der Epoche der Romantik - eine wichtige Rolle spielen. Ich hab mich da also ein wenig von Eichendorff & Co. inspirieren lassen. In Scherbenmond wird es dann biblisch, da habe ich mir vier der sieben Todsünden herausgepickt: Acedia, die Trägheit; Superbia, der Hochmut und auch Übermut; Gula, die Gier und Gefräßigkeit und Ira, der Zorn. Natürlich spiele ich damit auf die Gefühlswelten der Protagonisten an – und auch auf ihre Fehler und Fallstricke. In Dornenkuss kommen vier Formen der Liebe, basierend auf dem antiken Modell der Liebe, zum Tragen: Philia, die freundschaftliche Liebe, Mania, die besitzergreifende, verschlingende Liebe, Eros, die eher körperlich orientierte Liebe und Agape, die selbstlose Liebe. Was für eine Bedeutung diese Titel haben, möchte ich aber vorab nicht verraten - ich denke, dass können und wollen die Leser selbst herausfinden.

Literatopia: Wie gefällt Dir eigentlich der Trailer zu „Dornenkuss“? Konntest Du in irgendeiner Weise mitwirken oder war das Ergebnis für Dich selbst überraschend? Und wie schätzt Du die Bedeutung von Buchtrailern für die Werbung ein?

Bettina Belitz: Ich bin kein Fachmann auf diesem Gebiet, deshalb kann ich die Bedeutung schlecht einschätzen. In jedem Falle ist es für die Fans ein willkommenes optisches Zuckerchen und macht Lust auf das Buch. Ich finde den Trailer zu Dornenkuss wunderschön und hatte beim Text auch Mitspracherecht. Der Text des Trailers wurde also in Zusammenarbeit mit mir erstellt. Mir war es wichtig, dass nicht zu viel verraten wird - und das ist bei Dornenkuss wirklich eine knifflige Angelegenheit.

Literatopia: Auch von „Luzie & Leander“ gibt es einen neuen Band. Würdest Du uns etwas darüber erzählen? Für welche Altersgruppe eignen sich die Romane? Und hat auch hier die Romantik ihren Platz?

Bettina Belitz: Natürlich hat sie das - und zwar nicht zu knapp, wenn auch in einem anderen Ton als bei Splitterherz. Im neuesten Band von Luzie & Leander, der im Januar 2012 erscheint, befindet sich Luzie plötzlich in der ungewohnten Rolle, jemand anderen zu beschützen - und merkt, dass das gar nicht so einfach ist. Außerdem muss Leander endlich seinen Dreisprung vollziehen, damit Luzie und er sich wieder nahe sein können. Doch offenbar gibt er sich nicht die geringste Mühe dazu ...

Literatopia: Und nun die Standardfrage, die wir jedem Autor einfach stellen müssen: Wann und weshalb hast Du eigentlich mit dem Schreiben begonnen? Und war für Dich von Anfang an klar, dass Du diese Leidenschaft zum Beruf machen möchtest?

Bettina Belitz: Ja, das war mir bereits mit zwölf Jahren klar, als ich mein erstes Buch schrieb - übrigens die Keimzelle zu "Sturmsommer", das 2010 bei Thienemann erschienen ist. Ich habe schon immer gerne geschrieben und mit Wörtern gespielt. Doch ich wusste genauso gut, dass es schwierig, ja, fast unmöglich ist, von einem Verlag wahrgenommen zu werden. Deshalb versuchte ich mein Glück gar nicht erst und habe nur für mich geschrieben. Dass dieser Traum trotzdem wahr wurde, weil meine Agentin meinen Blog entdeckt und mich daraufhin unter Vertrag genommen hat, kann ich manchmal heute noch nicht glauben ... Ab und zu muss man Glück haben, doch es gehört auch viel Fleiß und Disziplin dazu.

Literatopia: Wie hast Du Dir vor Deinem Erfolg Dein Autorenleben vorgestellt? Und wie sieht es nun wirklich aus?

Bettina Belitz: Ich hatte es mir gar nicht konkret vorgestellt. Ich neige sowieso nicht zu Luftschlössern. Klar war mir, dass Schreiben in erster Linie Arbeit und Handwerk ist, das kannte ich ja schon vom Journalismus. Und genau so ist es auch - man steht morgens auf und schreibt oder überarbeitet ein Manuskript. Manchmal auch beides gleichzeitig. Hinzu kommen Lesungen und hin und wieder ein Interview und zwei Messen im Jahr. Bei mir überwiegt das Arbeiten im stillen Kämmerlein, aber beides macht Spaß, sodass ich mich zwischendurch auch gerne in der Öffentlichkeit zeige und direkten Kontakt mit meinen Lesern habe. Für mich ist es ein sehr erfüllender Beruf, denn ich liebe es, ein Wort an das andere zu setzen, und ich hoffe, dass ich noch viele Bücher schreiben darf.

Literatopia: Du hast bereits selbst als Redakteurin gearbeitet. Welche Sparte hast Du dabei bedient? Auch Literatur oder etwas vollkommen anderes?

Bettina Belitz: Ich habe vorwiegend für die Kulturredaktion geschrieben, also auch über Lesungen berichtet oder Bücher rezensiert, in erster Linie richtete sich mein Fokus jedoch auf Musik (Pop, Rock, Folk, Jazz etc.) und Kunst. Auch die sogenannten "human touch"-Themen, in denen man über Menschen und deren besondere Geschichten berichtet, habe ich gerne bedient. Was mich weniger reizte, waren Politik und Wirtschaft. Darüber habe ich nur geschrieben, wenn ich musste.

Literatopia: Gehst Du gerne auf Lesungen und andere Events? Oder behagt es Dir eher nicht, Deine eigenen Werke vorzutragen? Und wie waren Deine bisherigen Lesungserfahren?

Bettina Belitz: Ich finde es wundervoll, aus meinen Büchern lesen zu dürfen. Offenbar bin ich eine kleine Rampensau, ich fühle mich dabei wohl. Meine bisherigen Leseerfahrungen waren ausschließlich positiv. Ich hatte stets ein aufmerksames, interessiertes Publikum. Allerdings gebe ich nicht allzu häufig Lesungen, da ich auch zu Hause gebraucht werde.

Literatopia: Auf Facebook postest Du auch immer wieder musikalische Links zu Deinen Büchern. Wie wichtig ist Musik in Deinem Leben? Was hörst Du vor / während dem Schreiben gerne?

Bettina Belitz: Das kommt ganz auf das jeweilige Projekt an. Mein neuestes Projekt, das im Herbst 2012 bei script5 erscheinen soll, steht im Moment ganz im Zeichen von Mike Oldfield und einigen härteren Songs. Bei Splitterherz & Co. hingegen haben mich Moby, Depeche Mode, Schiller und klassische Stücke begleitet; beim fünften Band von Luzie und Leander werden Led Zeppelin und Deep Purple eine wichtige Rolle spielen. Musik inspiriert mich und ich kann beim Musikhören abschalten und entspannen, mein Kopfkino laufen lassen. Kurz: Ohne Musik gäbe es meine Bücher nicht.

Literatopia: Hast Du eigentlich noch Zeit, es Dir abends mit einem Buch gemütlich zu machen? Welche Genres tummeln sich in Deinem Bücherregal?

Bettina Belitz: Nein, diese Momente sind leider sehr selten geworden. Mein Bücherregal ist ein Gemischtwarenladen, da gibt es alles. Auffallend ist jedoch, dass Krimis und Fantasy die absolute Ausnahme sind. Privat interessiert mich Fantasy überhaupt nicht. Ausnahmen sind Harry Potter und die Feuer & Stein-Saga, wobei die fantastischen Elemente da ja nur als Vehikel für anderes dienen; ganz ähnlich also wie bei Splitterherz und Luzie & Leander.

Literatopia: Wie geht es nach „Dornenkuss“ bei Dir weiter? Ist bereits eine neue (erwachsenere) Trilogie geplant? Und wirst Du weiterhin auch für junge Leser schreiben?

Bettina Belitz: Es gibt ein neues Projekt bei script5, über das ich allerdings noch nicht viel verraten möchte und darf. Dieses Buch wird im Herbst 2012 erscheinen. Außerdem geht es mit Luzie und Leander weiter. Ich denke, ich werde auch in Zukunft beide Altersgruppen bedienen - die Jugendlichen und die jungen Erwachsenen. Denn das ist ein tolles, dankbares Lesepublikum!

Literatopia: Vielen Dank für das schöne Interview, Bettina!


Autorenfoto: Copyright by André Weimar

Rezension zu "Splitterherz"

Rezension zu "Scherbenmond"


Dieses Interview wurde von Judith Gor für Literatopia geführt. Alle Rechte vorbehalten.
Zuletzt aktualisiert: Freitag, der 28. Oktober 2011
 

Kommentare  

#1 SplitterherzHannah 2012-04-11 09:21
Hallo Bettina ihr Buch ist wunderbar ich hätte da aber noch eine persönliche Frage an sie und zwar wollte ich wisssen ob sie verheiratet sind oder Kinder haben?

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