Bone: Rose (Jeff Smith, Charles Vess)

Verlag: Tokyopop (Juli 2011)
Gebundene Ausgabe; 144 Seiten; 12,00 €
ISBN-13: 978-3842002326

Genre: Fantasy


Klappentext

Das Prequel zur epischen Saga um die Bone-Cousins - erzählt von Jeff Smith und in wunderschönen Bildern in Szene gesetzt von Charles Vess.

Als ein schrecklicher Drache die kleinen Dörfer im nördlichen Tal angreift, sucht Rose den Beistand ihres Ratgebers, der ihr ein Geheimnis offenbart, mit dessen Hilfe man die fabelhaften Wesen erfolgreich bekämpfen kann. Aber um den Sieg davonzutragen, muss sie einen furchtbaren Preis zahlen ...


Rezension

Vor mittlerweile zwanzig Jahren betraten drei seltsame Wesen die Bühne der Comicwelt. Die Bones. Phoney, Smiley und Fone Bone eroberten im Sturm die Herzen der Leser und sind mit der Zeit zu einem Klassiker geworden. Waren ihre Abenteuer anfangs größtenteils heiter und unbeschwert, wenn man von gelegentlichen Störungen zweier Rattenmonster absieht, so entwickelte sich ihre Geschichte immer weiter, bis sie epische Ausmaße annahm. Plötzlich ging es nicht mehr darum, wie die Bones ihren Weg nach Hause finden, sondern um die Rettung eines ganzen Königreiches. Doch was führte zu diesen Ereignissen? War der rote Drache schon immer so cool? Die Antworten auf diese wichtigen Fragen gibt Bone: Rose.

Endlich erfährt man die Vorgeschichte des Tales. Leider fallen dabei die Bone-Cousins aus der Geschichte heraus, denn es geht um die Ereignisse, die dazu führten, dass Rose nie ihren Platz auf den Thron einnahm und lieber in einem kleinen Kaff bei Kuhrennen mitlief. Alles beginnt damit, dass Rose Harvestar und ihre Schwester Briar zu Ausbildungszwecken zur Höhle des Alten Mannes reisen sollen. Nur dort können sie den Umgang mit ihren Träumen erlernen. Und so schließt sich ihnen ein gewisser Lucius als Leibwache an. An ihrem Ziel angekommen, verhalten sich beide Schwestern nicht gerade vorbildlich. Ein ums andere Mal vernachlässigen sie ihre Ausbildung, wenn auch aus unterschiedlichen Motive. Als Rose aus Versehen in einem Traum den verrückt gewordenen Drachen Balsaad befreit und ein Diener des Herrn der Heuschrecken die Rattenmonster gegen die Menschen aufhetzt, spitzt sich die Lage zu und nur Rose kann noch die Lage retten. Doch dafür muss sie eine folgenschwere Entscheidung treffen. Wie schwer offenbart sich erst im vollen Umfang in der Geschichte der Bones.
Aber Vorsicht: Wer Bone noch nicht kennt, sollte die ursprüngliche Geschichte zuerst lesen und nicht Bone: Rose, in dem schon viele Details und Hintergründe enthüllt werden. So manche Überraschung wäre dahin.

Jeff Smith hat es wieder geschafft eine spannende Geschichte in seinem Bone-Universum zu schreiben, wenn auch nicht so leicht und unbeschwert, dafür aber äußerst spannend. Sicher weiß man als Bone-Leser worauf die Geschichte hinausläuft, aber selbst für diese bietet Rose viel. Endlich bekommt man einen tiefen Einblick in die Gefühlswelt der beiden Schwestern und warum sie gewisse Entscheidungen getroffen haben. Dabei steht Rose zwar im Mittelpunkt, die ein manches Mal naiver wirkt, als Jahre später in Bone, aber Briars Präsenz ist immer und überall zu spüren. Sie ist es, die alles voran treibt, Intrigen webt und einen Krieg heraufbeschwört - und all das nur aus Eifersucht auf ihre Schwester. Denn die hat eine Gabe, die Briar nicht besitzt – das Traumauge. Enttäuscht also von ihrem Leben wendet sich Briar der falschen Seite zu, die sie aber auch letztlich enttäuscht. Am Ende schafft es Briar Rose ein letztes Mal zu manipulieren, in dem sie an ihr Mitleid appeliert. Stärke und Schwäche ihrer Schwester zugleich.
Die Geschichte wird rasant erzählt und natürlich ist auch der rote Drache wieder mit von der Partie. Gelassen und fast desinteressiert wie immer, aber jetzt spürt man von Beginn an, wieviel Macht er besitzt. Auch Lucius hat seinen Auftritt und manch eine seiner Handlungsweisen in Bone wird nun endlich besser nachvollziehbar. Ihm wie allen anderen Charakteren hat diese Erzählung zu noch mehr Tiefe verholfen und damit hat Bone: Rose seine Berechtigung in der Bone-Welt

Jeff Smith hat dieses Mal nicht selbst gezeichnet, sondern Charles Vess die Möglichkeit gegeben, seine Version, der Welt der Bones darzustellen. Dementsprechend erkennt der Leser auf den ersten Blick, den Zeichnerwechsel. Smiths Zeichnungen waren comic- und funnyhaftiger, wohingegen Charles Vess, alles mehr in Richtung unserer Realität zieht und teilweise vom Stil an richtige Gemälde erinnert. Dennoch ist auch bei ihm die Geschichte weiterhin in den Comics verankert. Er versucht nicht den Wesen aus Bone einen neuen Stil aufzudrücken, sondern hinterlässt "nur" eine deutliche Handschrift, die sehr zu gefallen weiß. Teilweise wirken seine ganzseitigen Zeichnungen wie Aquarelle. Trotzdem sind sie immer dynamisch und passend zur Szene in kräftigen Farben, weswegen man den Band gerne länger betrachtet.

Mit zwei Kurzbiografien der beiden Schöpfer schließt der stabile Hardcoverband von Tokyopop. Mehr Material ist leider nicht zu finden, aber auch nicht unbedingt nötig. So oder so ist Bone: Rose lesenswert.


Fazit

Bone: Rose ist eine tolle und ideale Ergänzung zu dem großen Bonezyklus. Neueinsteiger sollten sich allerdings darüber im Klarem sein, dass ihnen viel Lesespaß verloren geht, wenn sie Bone: Rose zuerst lesen. Fans müssen einfach zu greifen.


Pro & Contra

+ Hintergrund wird ausgebaut
+ wunderbare Bilder von Charles Vess
+ Figuren erhalten mehr Tiefe

- kaum Humor

Bewertung:

Charaktere: 5/5
Handlung: 4/5
Zeichnungen: 4,5/5
Preis/Leistung: 4,5/5


 Literatopia-Links zu weiteren Titeln von Jeff Smith:

Rezension zu Bone - Complete Edition
Rezension zu Bone – Legenden
Rezension zu RASL

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