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Sehr interessant
Ich habe eine frage zu dem Buch die sabrina hat die eigendlich denn max von der strasse geschupst ...

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Ich bin begeistert von Ihren Arbeiten als Kabarettists und Autor. Immer weiter so.
Hallo Jeronimus :) Ich habe die dunkle Edition gehört. Ich meine zu wissen, dass sich die zwei Editionen ...

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Hey Sniffu, ich gebe dir absolut recht. Vielleicht hätte ich die Hörbuchfassung erwähnen sollen. ABER ...

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Dustlands - Die Entführung (Moira Young)
Geschrieben von Angelika
Donnerstag, der 15. Dezember 2011

FJB (Dezember 2011)
449 Seiten, 16,99 €
ISBN: 978-3841421425

Genre: (Jugend-)Dystopie


Klappentext

Sabas Zwillingsbruder wird von Soldaten verschleppt. Sie schwört ihn zu finden und zu befreien. Mit dem Mut der Verzweiflung macht sie sich auf einen Weg voller Gefahren, Gewalt und Verrat. Sie kann niemanden vertrauen – auch nicht dem Mann, der ihr das Leben rettet. >> Sie nennen mich den Todesengel, weil ich noch nie einen Kampf verloren habe. <<

Zum Buchtrailer


Rezension

Moira Young wurde in Kanada geboren und wuchs in British Columbia auf. Bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete hatte sie als Schauspielerin und Opernsängerin viele Engagements in ihrer Heimat sowie Europa. Heute lebt und arbeitet sie als freie Autorin in Bath und präsentiert mit „Dustlands – Die Entführung“ ihren Debütroman.

>> Ich glaub es nicht, sagt Miz Pinch, ich weiß es. Die hier ist eine Ausnahmekämpferin. Was ganz Besonderes. Also nicht wie die Letzte, die du mir gebracht hast, sagt er. Die war eine herbe Enttäuschung. Hat überhaupt nicht mitgearbeitet. Ich hab schon gefürchtet, dass dein Urteil nicht mehr das ist, was es mal gewesen ist! Na dann, sagt er, schauen wir uns deinen Hauptgewinn mal näher an. <<

Saba und Lugh sind Zwillinge, könnten dennoch aber verschiedener kaum sein. Ihr Haar so schwarz wie die Nacht und das Temperament launisch, weiß Sabas Bruder ganz anders mit sich und seinen Mitmenschen umzugehen. Er ist blond, ein wahrer Sonnenschein, und für sie sowie die kleine Emmi unentbehrlich. Gemeinsam leben die Geschwister abgeschieden, weit weg von anderen Menschen und nur mit ihrem Vater, der den Himmel Tag für Tag um Regen bittet. Die Reserven werden knapp und die Sterne scheinen – wortwörtlich – schlecht für die kleine Familie zu stehen, die schon lange ohne Sabas liebevolle Mutter auskommen muss. Es ist ein karges Leben bar jedes Luxus. Ein Leben, dass den beiden achtzehnjährigen Zwillingen nichts weiter lehrt außer aufeinander aufzupassen und der Zukunft zu misstrauen. Denn Sabas Vater wird von schlimmen Ahnungen geplagt und nur eine Reise in die gefährlichen Weiten einer schier unendlichen, steppenartigen Wüste soll letztendlich das größte Unheil abwenden: Lughs Tod. Aus mysteriösen Gründen entführt und weit von Sabas Heim festgehalten, soll er geopfert werden, um die Lebensspanne eines grausamen Königs zu erneuern. Die beiden Schwestern, die sich hassen wie lieben, machen sich gemeinsam auf den Weg, um ihren Bruder zu retten. Ihre gewählte Route führt sie in die Hände finsterer Gestalten, zu tapferen Freunden und auch ins Zentrum von Freedom Fields. Moira Young schildert dieser Reise bildhaft, dramatisch und teilweise auch mit sehr jugendlichem Humor. Sie schreibt aus Sabas Sichtweise, präsentiert ihre Protagonistin dabei als launisches, stures und leider auch zickiges Mädchen, dass nur auf sich allein gestellt sein möchte und anderen gegenüber oftmals widerlich verhält. Schlecht entschuldigt wird ihr Verhalten mit der Entführung Lughs und der Bangen Angst um dessen Leben. Saba ist keck, angriffslustig und landet – in schlecht kopierter Panem-Manier – relativ rasch in einer kleinen Arena. Ringkämpfe bis zum Tod bestimmen ab da ihren Alltag und die Achtzehnjährige ist erstaunlicherweise sehr gut im Töten. Unabhängig kämpft sie um ihre Freiheit und lernt dabei die Liebe ihres Lebens kennen. Jack. Ein Dieb? Ein Spion? Oder einfach nur ein netter, gutaussehender Jungen, der ihr helfen möchte? Für Saba und auch den Leser bleibt diese Spannung dahinter relativ lang erhalten. Ebenso sehr bestechen lebhafte Unterhaltungen sowie malerische Bilder und fordern, auch durch ein flüssiges Lesen, das Interesse des Lesers.

Doch „Dustlands“ bringt ebenso viele Schattenseiten mit sich. Anfangen beim Verzicht auf Anführungszeichen, gibt es immer wieder kleinere, sprachliche Mankos. Oftmals zu kurze, hektische Sätze sowie der merkwürdige Stil (mit Wörtern wie „tu“ statt „tue“ oder „renn“ statt renne“) kann nicht unbedingt das Herz des Leser erweichen und ist ein nahezu stumpfsinniger Versuch, sich besonders jugendlich zu zeigen. Ebenso bitter ist die mangelnde Umsetzung des Hintergrunds. Saba kennt die Welt (karg gezeichnet mit teils mystischnuklearen Elementen) nicht, deshalb erwartet man gerade von ihr keine großen Erklärungen, doch die Handlung schöpft die Gestaltung und das Potenzial dahinter niemals mit aufschlussreichen Szenen aus. Es bleiben Fragezeichen zurück. Gerade noch zu ertragen mit der Aussicht auf einen nächsten, klärenden Band. Besser gelungen sind hingegen die Antagonisten. Sie sind teils sehr lebendig, manchmal dennoch farblos, lassen aber in bestimmten Situationen immer ein erheitertes Lächeln beim Lesen zurück. Die Dialoge sind hierbei sehr jugendlich gepolt. Jack glänzt als Bruderersatz mit schönen Lippen und auch Emmi, Sabas Schwester, weiß ihren Part gut auszufüllen. Die Beziehung zu Saba ist schwierig, wird immer wieder aufgegriffen, wiederholt sich zu oft in teils sehr verständlichen Problemen und entwickelt sich dennoch zum Ende hin zufriedenstellend. Ein Ende, das gut gelungen ist. Es passt zum jugendlichen Inhalt, wird stellenweise ein bisschen brutal und fügt sich gut in das große, vage gezeichnete Ganze, das verheißungsvoll auf eine Fortsetzung im Jahr 2013 schauen lässt.

Ganz zu schweigen von dem einen Mal, wo du mich bei Pat O´Dooley hast treffen wollen, und ich hab da wie ein Hornochse zwei Monte auf dich gewartet. Mit diesem kleinen Köter, den der da hat, der einem immer in die Knöchel beißt. Und die ganze Zeit bist du mit dieser – Ike!, brüllte Jack und zeigt zum Tisch. Guck doch! Der nimmt sich einen Nachschlag! O nein, das tut er nicht! Ike stürmt zum Tisch.
Jack grinst mich an. Armer Ike, sagt er und tipp sich an die Stirn. Schraube locker.
Irgendwie glaub ich das nicht.

(Seite 305)


Fazit

„Dustlands – Die Entführung“ von Moira Young lässt sich schnell lesen und ist alles in allem ein akzeptabler Versuch, auf der Welle unzähliger Dystopien mit zu schwimmen. Größtes Manko bleibt, neben dem schwachen Hintergrund, vor allem aber immer die Protagonistin, die unsympathisch ist und den Leser kaum für sich erwärmen kann. Spannung, Tragik und natürlich das nötige Quäntchen Liebe peppen den Inhalt dennoch auf. Gerade für jüngere Leser interessant, könnte „Dustlands“ für Genreverliebte, die schon das ein oder andere fabelhafte Buch gelesen haben, leider aber auch eine Enttäuschung sein.


Pro und Kontra

+ spannende Handlung & Grundidee
+ Antagonisten gut gestaltet
+ tolle Aufmachung
+ lebendig geschildert

o passender, dennoch aber auch zu simpler Stil

- Hintergrund mangelhaft
- Logikschwächen
- Protagonistin zu stur und naiv

Bewertung:

Handlung: 4 / 5
Charaktere: 3 / 5
Lesespaß: 3 / 5
Preis/Leistung: 3 / 5

Zuletzt aktualisiert: Samstag, der 17. Dezember 2011
 

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