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Stille Nacht - Magische Liebesgeschichten (Hrsg. Tanja Heitmann)
Geschrieben von Judith
Mittwoch, der 21. Dezember 2011

rororo (November 2011)
Klappbroschur, 192 Seiten, 12,99 EUR
ISBN: 978-3-499-21626-8

Genre: Dark / Romantic Fantasy-Anthologie


Klappentext

TANJA HEITMANN • NINA BLAZON • MICHAELA F. HAMMESFAHR • NORA MELLING • GESA SCHWARTZ UND ANIKA BEER erzählen romantisch-schaurige Geschichten, in denen die Grenzen zwischen Menschen und Dämonen, Vampiren und allerlei anderen mystischen Gestalten durch die Liebe aufgehoben werden. Stille Nacht? Geheimnisvolle, magische Nacht!


Rezension

Neben Tanja Heitmann sitzen in „Stille Nacht“ namhafte Kolleginnen mit im Boot, die es sich zum Ziel gesetzt haben, sie Leserschaft mit winterlichen Liebesgeschichten zu verzaubern. Entsprechend dem Titel spielen diese Geschichten in der Weihnachtszeit und halten allesamt magische Begegnungen parat, die mit der richtigen Portion Kitsch aufwarten. Denn wenn man ehrlich ist, erwartet man von weihnachtlichen Romantic Fantasy-Geschichten auch ein wenig Kitsch – und hier wird meist genau die richtige Menge davon eingesetzt, ohne zu dick aufzutragen:

Eine Spur von Rot“ von Tanja Heitmann erinnert ein wenig an Rotkäppchen, das sich in einer eisigen Winternacht im Wald verirrt hat. Nur hat das Mädchen hier ein Ziel und der böse Wolf ist ein Vampir, der ihrem betörenden menschlichen Duft erliegt. In einer Welt, in der Menschen als ausgestorben gelten, erzeugt die Begegnung zwischen dem Menschenmädchen Michal und dem Vampir Finjas eine ganz besondere Spannung. Zwar stören die etwas zu jugendlich-locker geratenen Dialoge etwas, doch angesichts der märchenhaften Winteratmosphäre kann man leicht darüber hinwegsehen. Aus der interessanten Grundidee der Geschichte könnte Tanja Heitmann allerdings auch einen ganzen Roman schreiben.

Gesa Schwartz entführt den Leser in „Das Herz in der Dunkelheit“ in die Katakomben von Paris, wo die junge Sophie einem Geist in den Schatten begegnet. Die Geschichte trägt den Zauber von „Die Schöne und das Biest“ in sich und liest sich einfach traumhaft schön. Gesa Schwartz trifft mit ihrem Beitrag das Thema „magische Liebesgeschichten“ am besten und verzaubert den Leser mit ihrer poetischen Sprache und der unglaublich zarten Annäherung ihrer Protagonisten. Und wie in ihren Romanen zeigt sie, welche Wunder es in den Schatten zu entdecken gibt. Die schöne Geschichte dieser Anthologie!

In „Tom Jofnurs Lied“ von Nina Blazon herrscht eine eisige Atmosphäre. Im tiefsten Winter jagt ein Schiff einem legendären Wal hinterher, einem Einhorn, dessen magisches Horn einem jeden Wunsch erfüllen soll. Doch das Schiff wird von Sirenen belagert, die nach und nach mehr Crewmitglieder erbeuten und die Männer bald hoffnungslos und aggressiv zurücklassen. Auch als ein geheimnisvolles Mädchen auftaucht und ihnen den Weg zum Einhorn weist, währt die Hoffnung nicht lange – bald dominieren Eifersucht und Misstrauen und spalten die Mannschaft. Eine Geschichte, in der die Liebe ein wenig zu kurz kommt, die jedoch atmosphärisch unheimlich dicht und spannend ist.

Annika Beer erzählt in „Geisterwolf“ die Geschichte einer jungen Frau, die Weihnachten allein verbringen muss und sich besonders in dieser Zeit ihrer Einsamkeit bewusst wird. Die Begegnung mit dem charmanten Adrian scheint ihre Rettung zu sein, doch der junge Mann birgt ein dunkles Geheimnis. Besonders schön an dieser Erzählung ist, dass das Ende doch recht unerwartet daherkommt und gleichzeitig betrübt wie hoffnungsvoll stimmt. Die Grundidee ist nicht besonders innovativ, aber wundervoll ausgeführt, sodass auch dieser Beitrag bestens unterhält.

Winterkinder“ von Michaela F. Hammesfahr punktet mit einer originellen und wunderbar romantischen Idee. Leider nehmen die noch fast jugendlichen Protagonistinnen der Geschichte ihren Zauber, indem sie als weibliches Dreiergespann ganz schön nervig werden können. Ihre Reaktion auf die seltsamen Winterkinder schwankt zwischen übertriebener Furcht und gedankenlosem Mut. Einzig ein junger, gänzlich in Grau gekleideter Jäger fasziniert und hält die Spannung aufrecht – dennoch eine der schwächsten Geschichten in dieser Anthologie.

Bei Nora Melling kann leider nur der Titel „Raunächte“ überzeugen. Er liest sich geheimnisvoll und schürt große Erwartungen, die in unpassend lockeren Dialogen zersplittern. Zwar dringen Dämonen in die Welt der Menschen ein, doch die oftmals gezwungen komischen Wortwechsel der Protagonisten ziehen die Grundidee zu sehr ins Lächerliche. Zudem wirken die letzten Seiten, als hätte die Autorin die Geschichte schnell zu Ende bringen müssen – der plötzliche Stimmungswechsel der Protagonistin Elodia ist jedenfalls nicht nachvollziehbar.

Die Gestaltung der Anthologie ist recht schlicht ausgefallen. Neben den Geschichten beinhaltet das Büchlein nur die Autoreninformationen. Die eine oder andere Illustration wäre schön gewesen, wo doch Anthologien vor allem von Sammlern gekauft werden. Schön ist jedoch, dass selbst dieses dünne Buch als stabiles Klappbroschur erschienen ist, das man wunderbar für unterwegs einpacken kann. Zudem eignet sich „Stille Nacht“ auch wunderbar als kleines Weihnachtsgeschenk, in dem man an den Feiertagen schmökern kann. Insgesamt kann man die Auswahl der Geschichten als gelungen bezeichnen, auch wenn vor allem die letzten beiden die düstere Märchenatmosphäre vermissen lassen. Von den anderen Geschichten hätte man gerne auch mehr gelesen, denn sie sind allesamt viel zu schnell vorbei.


Fazit

„Stille Nacht“ verzaubert mit magischen Begegnungen, die im weihnachtlichen Setting einen einzigartigen Charme entfalten. Insbesondere Gesa Schwartz und Nina Blazon überzeugen mit atmosphärisch dichten, herrlich düsteren Märchen. Leider schwankt das Niveau der Geschichten stark und auch ein wenig Kitsch schwappt dem Leser entgegen – doch bei winterlichen Liebesgeschichten ist ein bisschen Kitsch durchaus erwünscht.


Pro & Contra

+ winterliche / weihnachtliche Atmosphäre
+ düster-romantisches „Das Herz in der Dunkelheit“
+ atmosphärische Dichte bei „Tom Jofnurs Lied“
+ magische Begegnungen
+ meist gekonnt und flüssig geschrieben

o teilweise recht kitschig

- „Raunächte“ driftet zu sehr ins Lächerliche
- schwankendes Niveau der Geschichten

Wertung:

Handlung: 3,5/5
Charaktere: 3,5/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 3,5/5


Interview mit Gesa Schwartz

Rezension zu "Die Chroniken der Schattenwelt - Nephilim"

Interview mit Tanja Heitmann  

Rezension zu "Traumsplitter"

Interview mit Nina Blazon

Rezension zu "Zweilicht"

Interview mit Nora Melling

Rezension zu "Schattenblüte - Die Verborgenen"

Zuletzt aktualisiert: Mittwoch, der 21. Dezember 2011
 

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