Dienstag, 26. Mai 2020

Phantast (Download)

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Ich fand das Buch von der ersten bis zur letzten Seite super spannend. Konnte es nicht aus der ...

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Habe das Buch vor einigen Jahren gelesen. Nun, 2019, in einer Welt voller Unruhe lebend, denke ich ...

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Sehr interessant
Ich habe eine frage zu dem Buch die sabrina hat die eigendlich denn max von der strasse geschupst ...

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Ich bin begeistert von Ihren Arbeiten als Kabarettists und Autor. Immer weiter so.
Kryson - Das Buch der Macht (Bernd Rümmelein)
Geschrieben von Angelika
Donnerstag, der 02. Februar 2012

Otherworld Verlag (September 2011)
605 Seiten, 14,95 €
ISBN: 978-3-8000-9545-2

Genre: High Fantasy


Klappentext

AUSGEZEICHNET MIT DEM WOLFGANG-HOHLBEINPREIS-2008

Nachdem der Lesvaraq Tomal das verlorene Volk aus den Schatten befreit hat, will er sich den sieben Streitern auf der Suche nach dem Buch der Macht anschließen. Doch er kommt zu spät zur Zusammenkunft. Der Lesvaraq ahnt nicht, in welch große Gefahr sich die Gefährten begeben. Während Spius von einer schreckenerregenden Vision seiner Zukunft heimgesucht wird, wagen sich fünf der sieben Streiter gemeinsam mit Sapius mitten in das Herz der Rachuren, wo er darauf sinnt, die versklavten Tartyk und den Drachen Haffak Gas Vadar zu befreien. Auf Ell ziehen die Streitkräfte der Rachuren unter der Führung Nalkaars über das Land und bringen Tod und Zerstörung zu den Nno-bei-Klan. Bald wird die Stadt Tut-El-Baya zum Ziel ihrer Angriffe. Die Todsänger und Madhrab stehen sich in einem tödlichen Kampf gegenüber, dessen Ausgang das Antlitz der Welt nachhaltig verändern wird.


Rezension

Bernd Rümmelein wurde Stuttgart geboren, schrieb schon während seiner Schulzeit mit Leidenschaft an Gedichte sowie Kurzgeschichten und studierte Rechtswissenschaften wie Betriebswirtschaftslehre. Heute ist er Senior Consultant in einer der weltweit größten und global tätigen Unternehmensberatungen im Bereich Human Resources. 2008 mit dem begehrten Wolfgang Hohlbeinpreis ausgezeichnet, präsentierte er, nach „Die Schlacht am Rayhin“, „Diener des Dunklen Hirten“, „Zeit der Dämmerung“ und „Das verlorene Volk“, seinen bisher fünften, somit auch vorletzten Kryson-Band „Das Buch der Macht“.

>> „Du hast in das Buch geschrieben“, sagte Sapuius kalt. Kaschta begann am ganzen Leib zu zittern. Er nickte und starrte beschämt auf seine Sandalen. Nie zuvor hatte sich Sapius seinem Schüler gegenüber dermaßen entsetzt und wütend gezeigt. „Sie mich an“, forderte er, „oder was suchst du auf dem Boden? Hast du vergessen deine Füße zu waschen?“ Kaschtas Kopf ging ruckartig nach oben. Ihre Augen trafen sich. <<

Es ist ein weiter Weg für die Gefährten zum Gleichgewicht: die Lesvaraq Tomal und Kallya müssen feststellen, dass ihre Wege auf grausame Art verknüpft sind, während der Magier Sapius den Weg für die Gemeinschaft ebnet. Ihr Ziel ist immer noch Ulljans Buch, doch jeder verfolgt sein eigenes, eigennütziges Motiv. Ein Drache muss gerettet, die Brutstätten der Rachuren vernichtet und die Hauptstadt der Klan, Tut-El-Baya, gegen Grimmgour sowie Seelenfresser Nalkaar verteidigt werden. Doch so sehr Weiß und Schwarz gegen einander streiten, so rasch verschwimmen die Grenzen in morbiden Grau. Wie weit darf man eingreifen, um das Gefüge der Macht zu verändern? Wie sehr muss der eigene Horizont geweitet und wie Tief das Schwert in seinen Gegner getrieben werden, um zu gewinnen, was niemand je besitzen wird?

Fortsetzungen sind oftmals eine Sache für sich. Sie schüren Erwartungen, Vorfreude und können letztendlich nicht immer so überzeugen, wie es der Leser wünscht. Das Reihen Stärken und Schwächen besitzen, ist gleichermaßen bekannt wie natürlich. Hat „Die Schlacht am Rayhin“ lediglich eine Richtung gezeigt, so baute Bernd Rümmelein mit „Diener des Dunklen Hirten“ sowie „Zeit der Dämmerung“ die besonderen Einzelheiten seiner oft düster geschilderten Vorstellungen langsam weiter aus. Durchhalten war gefragt, besonders im Hinblick auf den wenig modernen Sprachstil. Mit dem vorletzten Band einen Schwachpunkt erreicht, weiß aber nun „Das Buch der Macht“ den letztendlichen Kampf um das Gleichgewicht Krysons im dramatischen Tempo einzuläuten. Schlag auf Schlag geht es actiongeladen im Geschehen voran – erstaunlich für einen Rümmelein. Denn die Romane des Autors entbehren nie einen gewissen Anspruch. Sie brauchen ihre Zeit, müssen nachwirken und fordern unerbittlich Aufmerksamkeit. Nun jedoch macht sich alle Vorarbeit, jede einzelne Verbindung und Entwicklung immer mehr bezahlt. „Kryson“ lebt mit allen Stärken, aber auch Schwächen, die dennoch mehr und mehr verblassen. Zu spannend ist der Prolog, das Voranschreiten verschiedener Ereignisse, vor allem aber das „Näherkommen“ an Ulljans mystifiziertes Buch. Während der Dunkle Hirte und der Weiße Schäfer erneut ihre Pläne schmieden, gönnt der Autor einen ersten Blick vom magischen Kontinent Fee. Stimmige, gar faszinierende Beschreibungen erwecken das Land der tausend Seen und Hexen zum Leben. Dem Genre High Fantasy zu Ehren gibt es keine Register, die Bernd Rümmelein nicht bereit ist zu ziehen. Egal ob ausufernde, das Land verändernde Magie, fliegende Echsen, eigensinnige Bewahrer, schaurige Brutstätten, schreckliche Kämpfe oder Luftschiffe – der Inhalt blüht in seiner gewohnt überzeichneten, phantastischen Pracht.

Motivationen werden neu hinterfragt, die Handlungen sehr packend verknüpft sowie Emotionen in Szene gesetzt (wenn auch immer noch sparsam). Mit am Interessantesten gestaltet sich zu Beginn schon Sapius Traum. Bernd Rümmelein lässt offen, was er bedeuten kann und die Möglichkeiten werfen eine ganze Reihe vielschichtiger Gedanken auf. Solche und ähnliche Dinge lassen „Das Buch der Macht“ trotz aller Geschwindigkeit immer noch komplex genug erscheinen, um zu gefallen. Zwischen den Protagonisten wird erneut abgewechselt. Man kennt sie inzwischen: unter anderem Renlasol (der es mittlerweile zum Fürst gebracht hat), Baijosto (ein sich beherrschende Krolak), Vargnar, aber auch von Elischa, Sapius, Madhrab und den üblichen Verdächtigen gibt es Neues zu lesen. Immer noch lässt der Autor kaum Gnade walten; ein starker Magen wird vorausgesetzt. Charaktere werden umgedreht, gefoltert, ermordet, aber auch neue treten vereinzelt ins Rampenlicht. Highlight ist und bleibt die Atmosphäre. Liebhaber farbenprächtiger Bilder und auffallender Ausführlichkeit kommen in diesem Band besonders zu Beginn auf ihre Kosten, werden sich dann aber eher einer Enttäuschung gegenüber sehen. Am Ende geht alles ein bisschen zu schnell, dennoch wirkt nichts unüberlegt. Gemeinsam mit manchen Entwicklungen, die nicht immer nachvollziehbar sind, und dem weniger zufriedenstellenden Finale, endet hier allerdings schon die Liste an vorzuwerfenden Mankos. Der Rest knüpft nahtlos an die Vorgänger an, besticht mit Action und der Liebe zum dramatischen Dialog. Ohne Vorwissen ist „Das Buch der Macht“ allerdings nicht empfehlenswert, dafür sind die Themen nun schon zu komplex.

Was geschah, geschieht erneut.
Was kommt, ist längst bekannt.
Im Buch steht es geschrieben …

(Seite 7)


Fazit

Bot der letzte Band noch eine gewisse Ruhe vor dem Sturm, so wird er hier aufs schärfste entfacht. Bernd Rümmelein hat mit „Das Buch der Macht“, sicherlich eines der furiosesten Teilstücke Krysons, sehr zu Freude des Lesers, vorgelegt. Mag am Ende auch etwas von der gewohnten Ausführlichkeit fehlen, so wird die Lesefreude kaum geschmälert. Man darf, einmal mehr, gespannt sein, was der Autor im nächsten Band zu bieten versteht!


Pro & Kontra

+ anspruchsvolle High Fantasy
+ bewundernswert ausgearbeiteter Hintergrund
+ spannend zu lesen / kurze Kapitel
+ ein sich vom Einheitsbrei abhebendes Werk
+ würdige Fortsetzung
+ Charaktere gewinnen an Tiefgründigkeit
+ wunderschönes Cover
+ intensive Bilder & Beschreibungen

o oftmals sehr schonungslos
o nur für Erwachsene geeignet
o insgesamt überzeichnet

- unnötige Hektik zum Ende hin
- teilweise unlogisch in einzelnen Entwicklungen

Wertung:

Handlung: 4,5 / 5
Charaktere: 4 / 5
Lesespaß: 4 / 5
Preis/Leistung: 4 / 5


Interview mit Bernd Rümmelein (22.12.2009)
Rezension zu "Die Schlacht am Rayhin" (1)
Rezension zu "Diener des dunklen Hirten" (2)
Rezension zu "Zeit der Dämmerung" (3)
Rezension zu "Das verlorene Volk" (4)
Zuletzt aktualisiert: Freitag, der 03. Februar 2012
 

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