Das Rad der Zeit - Der Traum des Wolfs (Brandon Sanderson/ Robert Jordan)

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Verlag: Piper (Oktober 2011)
Taschenbuch: 608 Seiten; 9,99 €
ISBN-13: 978-3492268370

Genre: Fantasy


Klappentext

„Das Rad der Zeit“, die weltgrößte Fantasyserie, treibt auf ihren Höhepunkt zu. In allen Teilen der Welt des Rads wächst der Einfluss des Dunklen Königs. Rand al`Thor, der Wiedergeborene Drache, steht vor den wichtigsten Entscheidungen, die er treffen muss. Das Schicksal aller liegt in seinen Händen. Die Letzte Schlacht wird die Entscheidung bringen.

Das Rad der Zeit dreht sich weiter – der lang erwartete neue Band des faszinierendsten Fantasy-Zyklus unserer Zeit.


Rezension

Lange haben die Fans von Robert Jordan und seines Rad der Zeit gewartet und jetzt beginnt sie endlich: die Letzte Schlacht. Zwar erst nur einzelne Scharmützel, aber der Dunkle König schlägt los, bevor dann in den folgenden Bänden der Sturm vermutlich völlig entfesselt wird. Ab jetzt kann es nur noch in eine Richtung gehen: mit großen Schritten dem Ende entgegen. Für allzu viele Nebenhandlungsstränge bleibt nicht mehr viel Zeit. Alles was jetzt noch kommt ist auf Tarmon Gaidon ausgerichtet. Für die Leser des Zyklus eine mehr als nur gute Nachricht, sah es doch zunächst so aus, als würde die Serie kein Ende mehr finden. Einmal weil sich Robert Jordan immer mehr verzettelte und zum anderem, weil es eben unsicher war, wie es nach dem Tod des Autors weitergehen würde. Glücklicherweise fand sich mit Brandon Sanderson ein mehr als nur fähiger Autor, der die Serie beendet. Drei Bücher sollen im englischen Original den Abschluss bilden. Der deutsche Band 34 Der Traum des Wolfs bildet dabei die erste Hälfte des zweiten von ihm verfassten englischen Romans Towers of Midnight. Und wie schon zuvor legt Sanderson ein hohes Tempo vor und treibt die Handlung nach vorne. Wie das Muster selbst verwebt er offene Handlungsfäden miteinander. Dabei gibt er weiterhin jeder der Hauptpersonen genug Raum, um sich zu entwickeln.

Angefangen bei Lan Mandragoran. Als König des untergegangenen Malkiers fühlt er sich nach wie vor verpflichtet, die Welt vor dem Schatten zu schützen. Alleine reist er in die Fäule, um dort seine Gegner und seinen Tod zu finden. Doch seine Frau Nynaeve hat ihn ausgetrickst. Bevor sie ihn ziehen ließ, nahm sie ihm das Versprechen ab, niemanden zurückzuweisen, der sich ihm anschließen will. Mit der Zeit wird damit seine Reisegruppe größer und seine Laune immer schlechter.
Auch Mat Cauthon hat wieder viel Ärger. Der Gholam verfolgt ihn weiterhin und gleichzeitig versucht er mit Elayne Trakand, der neuen Königin von Andor und Freundin von ihm, zu sprechen.
Rand al`Thor hingegen muss sich mit den Folgen seines früheren Handelns beschäftigen und Konsequenzen für die Zukunft und die letzte Schlacht daraus ziehen. Und Egwene hat als Amyrlin mehr als nur ein Problem zu lösen, unter anderem ist noch eine der Verlorenen in der Weißen Burg unterwegs, die auf jeden Fall noch vor der letzten Schlacht zur Strecke gebracht werden muss.
Aber im Zentrum des Romans steht Perrin Aybara. Die Taten seiner Vergangenheit holen ihn endgültig ein. Er und sein Heer treffen auf die Weißmäntel und die wollen nichts lieber als ihn am Galgen sehen, da er zwei von ihnen vor Jahren getötet hat. Zudem muss er sich noch dem Schlächter im Wolfstraum stellen. Viel zu tun für einen einfachen Schmied.

Der Traum des Wolfs einzeln zu betrachten fällt schwer, bildet dieser Roman doch die erste Hälfte der englischen Originalausgabe Towers of Midnight. Bisher war die Aufteilung eines englischen Buches auf mehrere Deutsche kein Problem. Dieses Mal ist es aber etwas anders, weswegen der Verlag dem vermutlich auch Rechnung zollt und beide Bücher gleichzeitig herausgebracht hat. Denn Brandon Sanderson erzählt in Towers of Midnight hauptsächlich die Geschichte von Perrin Aybara und seiner Frau Faile. Zwar findet der deutsche Verlag durchaus noch eine passende Stelle für die Aufteilung, aber nie zuvor war es so spürbar.

Perrin steht wie gesagt im Mittelpunkt der Handlung und man erfährt in Der Traum des Wolfs viel über ihn. Er muss wichtige Entscheidungen treffen und an ihnen wachsen, unter anderem, wie er mit dem Wolf in seinem Inneren umgehen will. Jetzt und in Zukunft. Diese Entscheidung wird weitreichende Konsequenzen für ihn haben, soviel steht fest. Währenddessen kämpft seine Frau Faile gegen die Gerüchte an, Berelain und Perrin hätten in ihrer Abwesenheit eine Beziehung gehabt. Weniger für sie persönlich wichtig, da sie sich der Treue Perrins sicher sein kann, stellen diese Gerüchte doch ein Problem dar, schließlich könnten sie das Vertrauen der Männer von den zwei Flüssen in Perrin erschüttern, was unter keinen Umständen passieren darf. Durch diese beiden Handlungsstränge bekommt man einen sehr guten Einblick, in die Beweggründe der handelnden Personen und als Perrin dann noch von den Weißmänteln angeklagt und vor die Wahl gestellt wird, Gericht oder Kampf, erkennt man, wie sehr der ehemalige Schmied gewachsen ist.
Im Gegensatz dazu ist Mat Cauthon nach wie vor der, der er tief im Inneren schon immer war und etwas Besseres konnte der Rad der Zeit Reihe auch nicht passieren. Die Szenen und Dialoge mit ihm, sprühen vor Sarkasmus und unterhalten auf höchstem Niveau. Er mag zwar nicht der glanzvolle Held sein, aber er tut, was getan werden muss und das zeichnet ihn mehr als alle anderen aus.
Auch alle anderen Figuren dürfen sich weiter entwickeln und wenn sich Rodel Ituralde in den Grenzlanden einer Übermacht von Trollocs gegenüber sieht, dann weiß man – endlich ist die letzte Schlacht gekommen. Keine neuen Handlungsstränge, keine Verzögerung mehr, Brandon Sanderson bewegt sich immer weiter auf den Schlusspunkt dieser, von Robert Jordan begonnenen, Reihe zu.
Dabei unterhält Brandon Sanderson den Leser auf einen höheren Niveau, als Robert Jordan es zuletzt selbst konnte. Einziger kleiner Kritikpunkt ist die Tatsache, dass man als Leser erstmal etwas irritiert ist, dass sich Tam, der Vater von Rand, zeitgleich an zwei verschiedenen Orten aufhalten kann. Denn die Handlung um Perrin spielt sich teilweise zeitgleich mit der Handlung des Vorgängerbuches ab. Schreibtechnisch wohl nicht anders zu lösen, hätte ein kleiner Hinweis auf diesen Umstand doch hilfreich sein können.


Fazit

Der Sturm beginnt mit ersten Kämpfen, die Opfer fordern. Die letzte Schlacht ist endlich da und Brandon Sanderson bringt schnell und sicher wichtige Handlungsfäden zuende. Trotzdem gibt es noch genug Konflikte und Probleme, die gelöst werden müssen, bevor sich Rand al'Thor dem Dunklen König stellen kann. Es bleibt spannend. Das Rad der Zeit ist wieder da, wo es hingehört, mit an der Spitze der Fantasy.


Pro & Contra

+ Mat Cauthon
+ Perrin Aybara findet seinen Weg
+ die letzte Schlacht bricht los

Bewertung: alt

Handlung: 5/5
Charaktere: 4,5/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 5/5

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