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Hellboy Bd.1 - Saat der Zerstörung (Mike Mignola)
Geschrieben von Markus
Montag, der 08. Juni 2009

Cross Cult
148 Seiten, Hardcover Din A5, € 18,00 (D)
ISBN: 978-3-936480-08-5

Genre: Horror, Fantasy


Klappentext

"Hellboy ist die Eintrittskarte zu einer Ecke des Comicheft-Himmels, die man nie wieder verlassen möchte."
(Alan Moore)


Inhalt

Der Vorweihnachtsabend 1944. Auf einer schottischen Insel vollzieht ein Magier im Auftrag der Nationalsozialisten ein düsteres Ritual mit dem Ziel, die drohende Kriegsniederlage durch ein Bündnis mit den Mächten der Finsternis im letzten Moment abzuwenden. Ein glücklicher Zufall will es, dass der heraufbeschworene Abgesandte der Hölle jedoch in den den Händen der Alliierten landet: Hellboy.

Ein halbes Jahrhundert später trifft Hellboy, inzwischen Ermittler einer Sondereinheit gegen paranormale Bedrohungen, erneut auf den Mann, der ihn rief und der ihn nun endgültig für seine apokalyptischen Pläne einsetzen will …


Rezension

Man möchte es sich leicht machen und Alan Moore einfach zustimmen. Aber auch wenn seine Aussage zutreffend ist, sollte man doch noch einmal einen genaueren Blick auf Hellboy werfen.

Das erste, was einem auffällt, wenn man zu dem Band von Cross Cult greift, ist die sehr gute Verarbeitung des Hardcovers. Hier wurde allein schon mit viel Leidenschaft gearbeitet, erlebt man es doch selten, dass Comics, die nicht für die breite Masse sind, eine solche Ausgabe erfahren.

Das zweite sind die vollkommen in Schwarz-Weiß gehaltenen Zeichnungen. Unüblich und ungewohnt für den Durchschnittsleser, der nur gelegentlich zu einem Comic greift, in diesem Fall aber einfach nur passend. 
Mike Mignola kennt anscheinend nur diese zwei Farbtöne und nichts dazwischen. Keine Grauschattierungen, sondern nur den harten Kontrast zwischen Schwarz und Weiß, Licht und Schatten. Gerade dies verleiht Hellboy eine düstere, eigentümliche Stimmung, die die Geschichte realistischer erscheinen lässt, als sie es in Farbe je sein könnte. 
Gekonnt setzt Mignola Akzente auf einzelne Elemente durch diese Art der Gestaltung und arbeitet im Allgemeinen sehr detailliert, auch wenn teilweise erst auf den zweiten Blick auffällt, was alles in seinen Zeichnungen zu finden ist. Trotzdem lässt er immer noch genug Platz für die Vorstellungskraft des Lesers, der so manchen Raum selbst ausfüllen muss und dies bereitwillig tut. Dadurch wirken Wesen wie Froschmonster nicht lächerlich, sondern bedrohlich. Mignola erzeugt einen stilvollen, wohligen Gruselhorror und setzt nicht auf stumpfen expliziten Splatter wie viele andere.

Das Ganze wird unterstützt und getragen durch die zugrunde liegende Geschichte und die Charaktere. Ein ganzes Sammelsurium an merkwürdigen, kuriosen Gestalten ist hier zu finden, allen voran natürlich Hellboy, der Kämpfer für die Menschheit, der selbst aus der Hölle kommt und immer einen sarkastischen, selbstironischen Spruch auf den Lippen hat. Lange über etwas nachzudenken ist nicht seine Art, lieber handelt er und sieht dann, was dabei herauskommt - auch wenn es ihn in Schwierigkeiten bringt.
Ganz anders ist da Abe Sapien, ein Fischmensch, der immer bedacht vorgeht, gefolgt von Liz Sherman, einer pyrokenetischen Frau, die ebenso wie Hellboy ihre Last zu tragen hat.
Verbindet man dies mit dem Chtulhu-Mythos von H.P. Lovecraft, dessen Einflüsse auf Mike Mignola klar zu erkennen sind, könnte man meinen, man hätte ein vollkommen absurd wirkendes Werk vor sich, das nicht ernst zu nehmen ist. 
Aber genau das Gegenteil ist der Fall. Mignola gelingt das Kunststück aus all diesen Zutaten, in die sich noch die Nazis und Rasputin mischen, etwas zu erschaffen, das interessant und gruselig ist. Witzig, aber nicht lächerlich. Mehr klassischer Horror als laute Gewaltorgie.

Noch ein Wort zur Ausstattung.
Diese ist wirklich gelungen und umfangreich, angefangen bei der Qualität des Papiers und der Bindung des Hardcovers, über einführende Worte am Anfang des Bandes, bis hin zu den ersten beiden kurzen Comicauftritten Hellboys, Erinnerungen Mignolas zur Entstehung seiner Figur, einer Hellboy-Galerie von bekannten Comiczeichnern (unter anderem Frank Miller) und generellen Erläuterungen zu Hellboy. 
Das Angenehmste dabei ist, dass dies alles nicht extra groß als Bonusmaterial beworben wurde, wie es mittlerweile auch bei Büchern getan wird, sondern einfach kommentarlos vorhanden ist. Man hat hier das Gefühl, dass der Verlag wirklich Interesse an seiner Veröffentlichung hat und nicht nur schnell Geld verdienen will.


Fazit

Geschichte, Charaktere und Zeichnungen. Bei Hellboy stimmt alles. Gegenseitig stützen sich die Elemente und lassen so diesen ungewöhnlichen Comic nicht ins Lächerliche abgleiten, sondern sorgen dafür, dass man einfach weiter lesen will. Dazu die hohe Qualität des Drucks und die umfangreiche Ausstattung rund um Hellboy und herauskommt eine Ausgabe, die man nur empfehlen kann.


Pro & Contra

+ interessante Charaktere

+ stilvolle SW-Zeichnungen

+ klassische Grusel-/Horroratmosphäre

 

º viel kommt bei Hellboy zusammen, für manchen könnte es zu viel sein

Bewertung:

Zeichnungen: 4,5/5
Handlung: 5/5
Charaktere: 5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 5/5


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Zuletzt aktualisiert: Dienstag, der 02. Juli 2019
 

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