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Rebellen der Ewigkeit (Gerd Ruebenstrunk)
Geschrieben von Judith
Freitag, der 27. April 2012

arsEdition (März 2012)
Hardcover, Ab 12 Jahren
416 S.eiten, 17,99 EUR
ISBN 978-3-7607-6539-6

Genre: Science Fiction / Jugendthriller


Klappentext

Was, wenn die Ewigkeit nur einen Wimpernschlag entfernt ist …?
Der internationale Konzern Tempus Fugit hat den Zeithandel kommerzialisiert. Lebenszeit zu kaufen und zu verkaufen ist nun für jedermann möglich. Doch ist diese Technologie wirklich so ungefährlich, wie Tempus Fugit behauptet? Oder gibt es bereits Risse in der Realität, die so verheerend sind, dass sie die Welt über kurz oder lang ins Chaos stürzen, wie es die Geheimorganisation Rebellen der Ewigkeit prophezeit?

Der junge Willis gerät zwischen die Fronten eines Krieges, der sich im Verborgenen abspielt – und muss sich für eine Seite entscheiden.


Rezension

Willis steht schon in jungen Jahren auf eigenen Beinen und verdient seinen Lebensunterhalt als Fahrradkurier, während Valerie zehn Jahre ihrer Lebenszeit verkaufen muss, um ihrer kranken Mutter eine ausreichende ärztliche Versorgung zu garantieren. Karelia hingegen ist Privatdetektivin und wird von Tempus Fugit beauftragt, eine terroristische Gruppierung aufzuspüren, die den Konzern massiv bedroht. Der Zufall oder eher ein Unfall führt die drei unterschiedlichen Charaktere zusammen und bald werden sie von einem gemeinsamen Ziel vereint: Willis und Valerie unterstützen Karelia bei ihrem Auftrag, da diese einen großzügigen Vorschuss von Tempus Fugit bekommen hat und sich so problemlos neue Mitarbeiter leisten kann. Sie stoßen bald auf die Rebellen der Ewigkeit, die sich gegen den Zeithandel aussprechen und vor weitreichenden Konsequenzen warnen. Gleichzeitig ereignen sich auf der ganzen Welt seltsame Dinge: Ein Staatssekretär erkennt seinen Präsidenten nicht mehr, ein Mann kauft Katzenfutter, obwohl er zwei Hunde hält und eine Autobahn endet plötzlich im Nichts. Haben die Rebellen der Ewigkeit Recht und der Zeithandel bedroht das Gefüge des Universums?

Willis und Valerie sind typische Jugendbuchprotagonisten: in jungen Jahren schon recht selbstbewusst und selbstständig, trotzdem manchmal kopflos und auf Anhieb sympathisch. Ebenso wie Karelia und der später hinzukommende Martin Andersen. Nur ein Hacker namens Holmes ist nicht nur den Charakteren suspekt – er erfüllt die Rolle des sozial inkompetenten Genies. Die Gegenspieler scheinen durch und durch böse beziehungsweise gewissenlos zu sein. Tempus Fugit stellt seine Macht und seinen Reichtum zur Schau, die Atmosphäre in der Firmenzentrale ist luxuriös und steril und wer den Konzern bedroht, hat Schlimmeres zu befürchten als eine Gefängnisstrafe. Tempus Fugit weckt sofort ein ungutes Gefühl, nicht zuletzt wegen dem rasanten Beginn des Romans, der die zweifelhafte Firmengründung näher beleuchtet. Als Leser weiß man relativ schnell, woran man bei den Charakteren ist. Nur ein einziger schafft es, im Storyverlauf zu überraschen. Alle anderen sind so klar in ihren Handlungen, dass man diese meist vorhersehen kann. Ein Jugendbuch braucht nicht unbedingt hochkomplexe Persönlichkeiten, doch ein wenig mehr Graustufen wären wünschenswert gewesen.

Die Story selbst überzeugt mit einem interessanten Science-Fiction-Hintergrund, spielt aber prinzipiell in einer Welt, die der unseren sehr ähnlich ist. „Rebellen der Ewigkeit“ würde man in der nahen Zukunft ansiedeln: die Stadt, in der die Geschichte spielt, ähnelt unseren gegenwärtigen Metropolen, dazu gibt es die fortgeschrittene Quantentechnologie von Tempus Fugit und ein paar Gimmicks wie Rollcomputer. Die erste Hälfte des Romans konzentriert sich auf die Detektivarbeit der Protagonisten, die nach und nach relevante Informationen zusammentragen. In der zweiten Hälfte geht es dann rasanter zu und es gibt auch die ein oder andere erschreckend brutale Szene, doch insgesamt kann man „Rebellen der Ewigkeit“ bedenkenlos Jugendlichen empfehlen. Auch die Quantenphysik hat der Autor jugendgerecht verpackt: spannend und ausreichend erklärt ohne sich in wissenschaftlichen Details zu verlieren. Wie genau Tempus Fugit nun Lebenszeit übertragen kann, bleibt zunächst ein großes Rätsel und wird schließlich zu einer großen Überraschung.

Gerd Ruebenstrunks Schreibstil ist passend zum Setting klar und schnörkellos, wobei die Dialoge teilweise authentisch und locker wirken, manchmal aber auch etwas gestellt. Man spürt, dass manche Gespräche vor allem der Informationsvermittlung an den Leser dienen und man fragt sich, ob die Personen tatsächlich so reden würden. Ansonsten kristallisieren sich die verschiedenen Persönlichkeiten auch in den Sprechweisen heraus, sodass man oft auch ohne Zusatz mit Namen weiß, wer gerade spricht. Die Perspektive wechselt zwischen den Protagonisten, manche Kapitel werden auch aus der Sicht der Antagonisten erzählt. Teilweise gibt es auch Sprünge innerhalb eines Kapitels und wo gerade noch aus Willis Sicht erzählt wurde, rückt Valeries Sicht in den Vordergrund. Zusätzlich driftet der Autor ab und an in die auktoriale Erzählweise ab und streut Wissen ein, dass die Charaktere gar nicht besitzen dürften. Das kann man nun als unsauber bezeichnen, aber der Lesefluss wird dabei nicht gestört und im Anbetracht der spannenden Einschübe, die die seltsamen Geschehnisse auf der Welt schildern, kann man leicht darüber hinwegsehen.

„Rebellen der Ewigkeit“ ist als auffälliges Hardcover erschienen, das zwischen den Buchdeckel grell orange gefärbt wurde. Das in hellen Grautönen gehaltene Cover mit Zahnrädern und dem orangenen Auge passt hervorragend zur Geschichte und bei dem Preis kann man bedenkenlos zugreifen. Der Roman sieht einfach toll aus und eignet sich daher besonders gut zum Verschenken – und der Inhalt überzeugt ebenso wie die Aufmachung, wenn man die jugendliche Zielgruppe im Blick behält.


Fazit

„Rebellen der Ewigkeit“ ist ein kreativer Science-Fiction-Thriller für junge Leser und all jene, die Quantenphysik einmal anschaulich erleben wollen. Die Protagonisten sind dabei fast schon zu sympathisch und moralisch unbedenklich, wohingegen die Gegenspieler sich gewissenlos und egoistisch geben. Gerd Ruebenstrunk überzeugt vor allem mit seinen interessanten Ideen rund um den Zeithandel und kleinen Überraschungen im Storyverlauf, die vorhersehbare Handlungen der Charaktere ausgleichen.


Pro & Contra

+ anschauliche Quantenphysik
+ kreative Ideen rund um den Zeithandel
+ supersympathische Protagonisten
+ gelungene Überraschungen
+ lockerer, leicht zu lesender Stil

- teilweise vorhersehbar
- zu viele Zufälle
- Charaktere teilweise stereotyp

Wertung:

Handlung: 3,5/5
Charaktere: 3/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 4/5


Interview mit Gerd Ruebenstrunk (April 2012)

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Zuletzt aktualisiert: Samstag, der 25. Mai 2013
 

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