Montag, 18. November 2019

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Blackout (Marc Elsberg)
Geschrieben von Dennis
Sonntag, der 06. Mai 2012



Blanvalet Verlag (März 2012)
gebunden, mit Schutzumschlag und Leseband
800 Seiten, EUR 19,99
 
ISBN: 978-3-7645-0445-8

Genre: Thriller


Klappentext

Die Welt, wie wir sie kennen, gibt es bald nicht mehr.
Doch der Countdown läuft.

An einem kalten Februartag brechen in Europa alle Stromnetze zusammen. Der totale Blackout. Der italienische Informatiker Piero Manzano vermutet einen Hackerangriff und versucht, die Behörden zu warnen – erfolglos. Als Europol-Kommissar Bollard ihm endlich zuhört, tauchen in Manzanos Computer dubiose E-Mails auf, die den Verdacht auf ihn selbst lenken. Er ist ins Visier eines Gegners geraten, der ebenso raffiniert wie gnadenlos ist. Unterdessen liegt ganz Europa im Dunkeln, und der Kampf ums Überleben beginnt …


Rezension

Ein europaweiter Stromausfall; lästig - mag man im ersten Augenblick denken - dann muss das nächste Statusupdate bei Facebook eben warten. Aber eine schlimme Katastrophe?
Dass genau dies der Fall wäre, zeigt Marc Elsberg eindrücklich in seinem Endzeit-Thriller „Blackout“. Aus der Sicht des idealistischen Informatikers Manzano sowie vieler weiterer Charaktere kann der Leser die dramatischen Folgen eines solchen Blackouts verfolgen. Dabei profitiert er von Elsbergs Fachwissen und dessen solider Recherche, mit Hilfe derer überzeugende Szenarien entstehen, die exemplarisch zeigen, was alles im Ernstfall schief gehen kann: Denn bei einem länger währenden Stromausfall bleibt es nicht nur dunkel. Wie ist es zum Beispiel um die Wasserversorgung bestellt, wie um die Lebensmittelproduktion? Und wie lange reicht der Dieselvorrat für die Notkühlsysteme in den Atomkraftwerken?
Diesen Fragen widmet sich Elsberg mit besonderer Aufmerksamkeit, sodass man nach und nach ein umfassendes und glaubhaftes Bild davon bekommt, wie es nach einem solchen Vorfall um die Welt bestellt sein könnte. Dabei helfen die zahlreichen Point-Of-View-Charaktere, die er an den unterschiedlichsten Orten postiert – etwa in den betroffenen Kraftwerken, in den Regierungsteams zur Krisenbewältigung oder auch bei betroffenen Menschen. Die so entstehende „Endzeit“-Atmosphäre verleiht dem Roman einen gewissen Touch, den Elsberg mit vielen ausschmückenden Details zu perfektionieren versteht.

Hierbei werden auch immer wieder interessante Informationen über die im Buch behandelten Themen eingestreut, die dem interessierten Leser ein wenig Hintergrundwissen verschaffen. Denn wer weiß schon, was hinter der Steckdose so alles passiert und passieren muss, damit wir, ohne groß darüber nachzudenken, unsere Geräte einstöpseln können? Und auch, wenn diese Informationen sehr oberflächlich bleiben, heben sie den Thriller doch etwas von der Konkurrenz ab.
Dieser breite Überblick geht zwar auf Kosten der einzelnen Charaktere – denn die einzelnen „Episoden“ dauern höchstens ein paar Seiten, sodass man die Charaktere zwangsläufig kaum näher kennen lernen kann – hat aber den Vorteil, dass ein steter Erzählfluss den Leser in keiner Weise bemerken lässt, um was für einen Wälzer es sich bei „Blackout“ mit immerhin knapp 800 Seiten eigentlich handelt. Im Gegenteil, er garantiert eine stetige Spannung und mehr Kurzweil, als bei so manchem nur halb so dicken Buch aufkommt.
Natürlich darf man bei dieser Erzählweise kein literarisches Meisterwerk erwarten – Zweckmäßigkeit dominiert den Ton. Hier hätte man sich hin und wieder einige Kapitel gewünscht, die diesen Namen auch verdienen, zumal die einzelnen Erzählstränge durchaus für längere zusammenhängende Passagen geeignet wären. So aber springt man innerhalb von wenigen Seiten von Den Haag nach Paris und weiter nach Berlin. Zwar verhilft diese Technik dem Werk zu der bereits beschriebenen flotten Erzählweise, allerdings muss man sich auch jedes Mal wieder neu in dem aktuellen POV zurechtfinden – Nebencharaktere haben so keinerlei Chance, dem Leser besonders im Gedächtnis zu bleiben.
Und auch die Protagonisten kommen eher von der Stange - Besonders das Schicksal von Piero Manzano ist doch arg abgegriffen: Cleverer Einzelgänger deckt Komplott auf, doch niemand glaubt ihm. Da er der einzige ist, der weiß, was zu tun ist - und die Verantwortlichen obendrein vollkommen unfähig sind – kann es überhaupt erst zur Katastrophe kommen. Und auch die clevere Journalistin, die ihm als einziger glaubt und ihn auf seinem Feldzug begleitet, kommt dem Leser sehr vertraut vor.


Fazit

„Blackout“ ist ein spannender Thriller mit Endzeit-Feeling, das durch überzeugende Hintergründe umso glaubhafter und atmosphärischer wird. Die vielen Blickwinkel lockern die Handlung auf, und schaffen ein glaubhaftes Gesamtbild, verhindern allerdings, dass die einzelnen Charaktere wirklich überzeugen können.


Pro & Kontra

+ spannend und kurzweilig
+ interessantes Szenario …
+ … das glaubwürdig umgesetzt und solide recherchiert ist
+ Hintergrundinformationen

o sehr viele sehr kurze Kapitel, die zwar für Kurzweil sorgen, bei der hohen Anzahl an verschiedenen Charakteren jedoch nicht jeden Charakter optimal präsentieren können

- Charaktere von der Stange
- teilweise vorhersehbar

Wertung:

Handlung: 4/5
Charaktere: 2,5/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 4/5


Rezension zu "Zero"

Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, der 16. Oktober 2014
 

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