Mittwoch, 01. April 2020

Phantast (Download)

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Ich fand das Buch von der ersten bis zur letzten Seite super spannend. Konnte es nicht aus der ...

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Habe das Buch vor einigen Jahren gelesen. Nun, 2019, in einer Welt voller Unruhe lebend, denke ich ...

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Sehr interessant
Ich habe eine frage zu dem Buch die sabrina hat die eigendlich denn max von der strasse geschupst ...

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Ich bin begeistert von Ihren Arbeiten als Kabarettists und Autor. Immer weiter so.
Sin City - Stadt ohne Gnade (Frank Miller)
Geschrieben von Markus
Donnerstag, der 18. Juni 2009

Cross Cult; Auflage: 1 (März 2005)
206 Seiten, Hardcover, Din A5
€ 19,80 (D)
ISBN-13: 978-3-936480-11-5

Genre: Thriller (Comic)


Klappentext

Es lohnt sich, dafür zu sterben.

Zu töten.

Zur Hölle zu fahren.

Amen.


Inhalt

Der einschlägig vorbestrafte Gewaltverbrecher Marv erlebt die Nacht seines Lebens, als er auf die unbekannte Schönheit Goldie trifft. Als er wieder erwacht, liegt sie ermordet neben ihm und die Polizei erscheint fast zeitgleich vor seinem Zimmer. Ab diesem Moment ist Marv ein Gejagter, der sich als Jäger sieht. Auf seiner Suche nach dem Killer „fragt“ er sich auf seine eigene spezielle Art bis nach ganz oben durch. Nur um ein Geheimnis zu entdecken, das ihm zum ersten Mal in seinem Leben wirklich Angst empfinden lässt.


Rezension

Die Geschichte des ersten Sin City Bandes von Frank Miller lässt sich mühelos zusammenfassen und ist schnell erzählt. Einfach, schnörkelos und direkt, lässt Miller das Geschehen ablaufen, ganz seinem Hauptcharakter entsprechend, der ein ebenso einfaches Gemüt besitzt.
Marv ist, laut eigener Aussage, kein Mann der großen Worte oder jemand, dem das Denken leicht fällt. Wenn er etwas wissen will, fragt er jemanden, der mehr weiß.
Und doch offenbart sein Charakter eine unerwartete Vielschichtigkeit. Unter der rauen Schale eines Gewaltverbrechers, der auf einem Schlachtfeld besser aufgehoben wäre, als auf den Straßen einer modernen Stadt, steckt nichtsdestotrotz ein empfindsamer Mensch, der etwas von einem Helden hat.
Einem Helden, wie ihn Miller gerne beschreibt. Einsam, hart und auf sich allein gestellt.
Er kann zwar von außen berührt werden, aber selbst erreicht er andere Menschen kaum.
Marv ist der Archetyp eines solchen Helden. Goldie sucht Schutz bei ihm und als sie stirbt, kennt Marv nichts anderes mehr als Rache. Für sie und auch für sich selbst, kann er doch so dem nachgehen, was er am besten kann. 
Trotz alledem verliert er sein Ziel nie aus den Augen. 
Alles, was er tut, macht er für die eine Frau, die ihm gab, wonach er sich am meisten sehnte. Menschliche Zuneigung und Gefühle.
Dies alles verbirgt Frank Miller hinter der kalten Fassade Marvs und braucht nicht viele Worte, um es darzustellen.
Insgesamt ist seine Sprache zynisch, sarkastisch und hart, ebenso seine Bildersprache in den schwarz-weiß gehaltenen Zeichnungen. Miller arbeitet hier weniger detailliert als bei 300, sondern mehr mit schwarzen und weißen Flächen und ihren Kontrasten. Unweigerlich drängt einem sich der Vergleich mit dem Film Noir auf, an den die Zeichnungen stark erinnern. 
Dabei ist in Sin City der Blut- und Gewaltanteil sehr hoch.
Selten dürften in monochromen Zeichnungen, Menschen so farbenfroh abgeschlachtet worden sein.
Aber die Gewalt ist nie vollkommen selbstzweckhaft, sondern sie passt einfach zu Marv und seiner Vorgehensweise.
Zudem soll Sin City das Bild einer verlorenen Stadt zeichnen, die in Dunkelheit und dem Bösem gefangen ist. Keiner hier ist rein gut oder rein böse.
Man kann sagen, die Stadt selbst erschafft Typen wie Marv und die Gewalt, die sie ausüben, versinnbildlicht durch Sprache und Zeichnungen.

Die Gewalt ist meist auch der Kritikpunkt an Sin City und dürfte dafür sorgen, dass manch einer vor der Lektüre zurückschreckt. Doch entgeht einem dann ein faszinierendes Stück Comickunst, das zurecht längst Kultstatus erreicht hat.

Gewohnt gut ist das Hardcover von Cross Cult verarbeitet und man erhält, ebenso wie bei Hellboy, wieder interessante Hintergrundinformationen zum Comic.


Fazit

Frank Miller bewegt sich mit Sin City auf faszinierende Weise am Abgrund der menschlichen Gesellschaft und lässt dabei seine Figuren nicht unbedingt als verachtenswert erscheinen, teilweise sind sie eher zu bedauern. Marv selbst ist auf seine eigene Art und Weise sogar so etwas wie ein Held. Ein faszinierender, düsterer Thriller, den man ruhigen Gewissens auch Nicht-Comiclesern empfehlen kann.


Pro & Contra

+ schwarz-weiß Zeichnungen, die zur Geschichte passen
+ interessante Charaktere
+ Schnell erzählte Geschichte, die einen kaum zur Ruhe kommen lässt

° hoher Gewaltanteil, der nicht jedem zusagen dürfte

Bewertung:

Handlung 4/5
Charaktere: 4/5
Zeichnungen 4,5/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 4/5


Literatopia-Links zu weiteren Titeln von Frank Miller:

Rezension zu 300

Rezension zu Sin City - Eine Braut, für die man mordet

Zuletzt aktualisiert: Samstag, der 20. August 2011
 

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