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Nosferatu Bd.1 - Si Vis Pacem (Olivier Peru, Stefano Martino)
Geschrieben von Markus
Mittwoch, der 18. Juli 2012

Verlag: Splitter  (April 2012)
Gebundene Ausgabe: 48 Seiten; 13,80 €
ISBN-13: 978-3868694499

Genre: Horror


Klappentext

„Ich werde all eure Schmerzen trinken und euch zurückgeben, was ihr verloren habt.
Glaubt an mich, betet für mich, und ich werde euch euer Heil bringen.
Denn hier, in dieser Nacht, werden wir eine Kirche gründen …
Die Kirche eurer Qualen!
Und ich werde jede Nacht wiederkommen,
Meine Kinder... “


Rezension

Nach jahrzehntelangem Schlaf erwacht er, der vermutlich erste aller Vampire, ihr Oberhaupt. Nosferatu. Und sein Erwachen stellt keineswegs einen Glücksfall für seine Nachkommen dar. Denn er sinnt auf Rache. Rache dafür, dass eins seiner Kinder ihn dazu verdammt hat, sein Dasein für eine lange Zeit im Schatten ohne Bedeutung zu fristen. Durch Zufall wird er aus seinem Gefängnis unter der Erde befreit und seine ersten Opfer und Helfer findet er sofort. Straßenkinder aus Bombay, die in einem alten Tempel wertvolles zu finden hofften. Fortan tritt Nosferatu mit Hilfe des Waisenjungen Anjappan als Heiler in den Elendsvierteln auf. Niemand scheint zu merken, wie er sich langsam eine Armee aufbaut.
Doch sein Erwachen ist nicht unbemerkt geblieben. Vladek, einst der römische Zenturio Lucius Vladica unter Kaiser Caligula, spürt, als direktes Kind, die Anwesenheit seines Erschaffers, Nosferatus. Und er setzt alles daran, seinen Schöpfer endgültig zu vernichten. Er geht sogar so weit, alle Archonten der Vampire zusammen zu rufen und sie so verwundbar für Angriffe zu machen.
Die Jäger lauern schon auf eine solche Gelegenheit. Schon lange verfolgen sie die Wege der Vampire. Der hartnäckigste von allen ist Erick. Ein Vampir nahm ihm seine Familie und seitdem kennt er keine Gnade und keine Vorsicht in seinem Bestreben, Vampire zu vernichten. All diese Gruppen kommen in Bombay zusammen und die Spannung entlädt sich.

Nosferatu ist die zweite Horrorserie von Autor Peru bei Splitter. Mit Zombies wusste er die meisten Kritiker zu begeistern und mit Nosferatu holt er zu einem weiteren Schlag aus. Eine Geschichte über Vampire, ihre Gesellschaft, ihre Feinde und Ursprünge. Das Wichtigste dabei zuerst: Hier finden sich keine Kuschelvampire, wie sie derzeit in Romanform so beliebt sind. Bei Peru fließt Blut, regiert zu einem gewissen Teil die Gewalt, aber auch eine düstere, sehr bedrohliche Atmosphäre. Alles was Twilight und Co. vermissen lassen, findet sich hier.
Dabei stellt Peru seine Vampire nicht als Übermonster dar, sondern gibt ihnen genauso wie seinen menschlichen Protagonisten Gefühle und Motivationen jenseits von Blutdurst und Grausamkeit. Nosferatu, ältester und mächtigster aller Vampire, bildet da nur den Anfang. Zu Zeiten Caligulas ist er dessen Berater und gleichzeitig auf eine gewisse Art und Weise oberster Foltermeister. Er ist es, der dem Kaiser immer neue Formen vorschlägt, seine Untergebenen und Feinde zu quälen. Die neueste Spielart ist es, die Frauen unbequemer Senatoren öffentlich zu verkaufen und als Prostituierte zu behandeln. Auch Lucius Vladicas Frau soll zu einem reinen Lustobjekt für Caligula und seine lüsternen Freunde gemacht werden. Doch Nosferatu bereut seinen Entschluss und befreit sie mit Hilfe Vladicas, den er dafür zu seinem Vampir macht. Aber es ist nicht nur Reue, die Nosferatu antreibt, ebenso ist es noch nie gefühlte Zuneigung. Eine scheinbare Liebe, die unerfüllt bleiben muss, Mucia liebt nur Vladica. Jahrhunderte später ist es zum Bruch zwischen Nosferatu und Vladica, der sich nun Vladek nennt, gekommen. Unbändiger Hass steht zwischen ihnen und ist die Triebkraft für die ganze Handlung. Mucias Schicksal wird noch nicht enthüllt, aber beide scheinen sie verloren zu haben.

Dadurch, dass Peru den Vampiren tiefe Beweggründe gibt, erscheinen sie nicht als stumpfe Monster, sondern werden zu einem gewissen Grad menschlicher, was es umso schockierender macht, wenn sich ihre monströse Seite Bahn bricht. Denn dies geschieht dann auch ohne Zurückhaltung.

Beide Seiten, Nosferatu und Vladica, rüsten zu einem Krieg, der letztlich doch nur auf eine persönliche Konfrontation hinausläuft und stürzen dabei die Welt um sie herum ins Chaos. Die Menschen bleiben dabei zunächst außen vor. Sie beobachten und warten ab, warten auf ihre Gelegenheit, die wichtigsten Vampire zu vernichten. Aber auch unter ihnen gibt es einen, der ungeduldig darauf brennt, sich Nosferatu, Vladek und all die anderen zu schnappen. Erick, ein Jäger, der seine ganze Familie verlor. Er mag vielleicht nicht die innovativste Figur sein. Vampirjäger, mit einem solchen persönlichen Motiv gab es schon zuhauf, aber in dieser Geschichte wirkt er nicht aufgesetzt und funktioniert wunderbar. Denn, wenn er in den Keller geht, um einen Vampir zu foltern, stellt sich unmittelbar die Frage, wer eigentlich das größere Monster ist. Zunächst ein regelrechter Heißsporn, entdeckt er fast schon zu spät, auf was er sich da eingelassen hat.
Charaktere und Geschichte passen schon mal perfekt zusammen. Es geht um Schuld und Sühne, mit bislang drei Personen im Zentrum. Drei Personen, die jede auf ihre Art mit den Geistern der Vergangenheit zu kämpfen hat. Daraus bezieht Nosferatu seine Spannung. Aus den vielen bislang ungeklärten Fragen und der düsteren, vorherrschenden Stimmung.

Von Martino wird dies alles in beklemmenden Bildern eingefangen. Sein Nosferatu erinnert ein bisschen an Max Schrek in Fritz Langs erster inoffizieller Dracula-Verfilmung und damit fängt er dessen Charakter auch sehr gut ein. Nosferatu ist alt und mächtig und genau das wird auch beim ersten Blick auf ihn klar. Geschönt wird hier nichts.
Ebenso wenig bei den vereinzelten Kampfszenen, die Martino blutig inszeniert.
Hintergründe und Figuren sind detailliert gezeichnet und bieten dem Leser viel fürs Auge.
Die Farbgebung passt sich der Geschichte perfekt an. Dunkle Farbtöne, Schwarz und Blau herrschen in den Szenen mit Vampiren vor, während die Teile mit den Lebenden meist in helleren Tönen gehalten sind. Allerdings nicht in knalligen, fröhlichen Farben, sondern mehr bräunlich, was gut die Stimmung unterstreicht. Alles zusammen erzeugt eine Atmosphäre, die den Leser in die Geschichte hineinzieht und nicht mehr loslässt.


Fazit

Nosferatu – Si Vis Pacem ist eine unheimlicher und unheimlich guter Auftakt, zu einer Serie, die viel erwarten lässt. Wenn Peru das Niveau seiner Geschichte halten kann, wird sie zu einem regelrechten Fest für Fans von Vampiren werden. Blutig und kompromisslos, in Wort und Bild.


Pro & Contra

+ Frage, wer die wahren Monster sind

+ Vampire haben eine Motivation, die über Blutdurst und Weltherrschaft hinausgeht

+ atmosphärische Zeichnungen

Bewertung:


Zeichnungen: 4,5/5
Charaktere: 4/5
Handlung: 4/5
Preis/Leistung: 3,5/5
Lesespaß: 4,5/5


Literatopia-Links zu weiteren Titeln von Olivier Peru und Stefano Martino:

Rezension zu Nosferatu – Para Bellum
Rezension zu Stranger Things - Die andere Seite

Zuletzt aktualisiert: Montag, der 12. August 2019
 

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