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Ich bin begeistert von Ihren Arbeiten als Kabarettists und Autor. Immer weiter so.
Hallo Jeronimus :) Ich habe die dunkle Edition gehört. Ich meine zu wissen, dass sich die zwei Editionen ...

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Hey Sniffu, ich gebe dir absolut recht. Vielleicht hätte ich die Hörbuchfassung erwähnen sollen. ABER ...

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Hellboy Bd.9 - Ruf der Finsternis (Mike Mignola, Duncan Fegredo)
Geschrieben von Markus
Montag, der 27. August 2012

Verlag: Cross Cult
197 Seiten; Hardcover Din A5; 19,80 €
ISBN-13: 978-3936480832

Genre: Grusel/ Horror/ Fantasy


Klappentext

„Ein höllischer Spaß!“ Kölnische Rundschau

Hellboy ist zurück! Nach Abenteuern unter den Meeresspiegeln und in der afrikanischen Wildnis kehrt der Höllenjunge nach Europa zurück, wo die eine oder andere mythologische Figur noch eine offene Rechnung mit dem paranormalen Ermittler aus der Hölle offen hat. Eine Versammlung aller Hexen der Welt lockt Hellboy in das mythische Zwischenreich der russischen Folklore, dem Herrschaftsgebiet der machthungrigen und rachsüchtigen Baba Jaga, die sich mit dem unsterblichen Kriegerfürsten Koshchei verbündet hat, um Hellboy ein für alle Mal von der Erdoberfläche zu tilgen.

Mike Mignola schlägt ein neues Kapitel im Leben von Hellboy auf und stellt die Weichen für den nächsten großen Wendepunkt im Leben seines populären Dämonen wider Willen. Das Fabelreich verschwört sich gegen die Menschheit und der Streiter für das Gute mit der steinernen Faust wird bald mehr zu tun haben, als ihm lieb sein wird …

Mit stimmungsvollem Artwork des neuen Hellboy-Zeichners Duncan Fegredo, zwei neuen Epilogen, einer ausführlichen Skizzen-Galerie und exklusiven Interviews mit Star-Autor Mike Mignola und Zeichner Duncan Fegredo.


Rezension

Nach dem letzten Sammelband von Hellboy-Kurzgeschichten geht es mit Der Ruf der Finsternis weiter im großen Handlungsbogen rund um Hellboys Bestimmung und Werdegang.
Und das gleich mit mehreren Paukenschlägen. Zum einen wird Hekate wiedererweckt, zum anderen  begehen die Hexen der Welt aus Enttäuschung einen schlimmen Fehler und beschließen Hellboy zu opfern und der Baba Jaga zu überlassen - und die wartet seit langer Zeit auf eine Möglichkeit, sich für ihr verlorenes Auge an Hellboy zu rächen.
Hellboy bekommt also mehr denn je viel zu tun. Ständig ist er in Bewegung und macht seltsame neue Bekanntschaften. Ruf der Finsternis quillt förmlich über vor Ideen und Mythen und Legenden. Wieder einmal spürt der Leser Mike Mignolas Interesse an den Sagen dieser Welt in jeder Zeile seiner Texte und in jedem einzelnen Bild, welche dieses Mal von Duncan Fergedo gestaltet wurden. Denn mit diesem Sammelband vollzieht sich endgültig der Wechsel am Zeichenstift, weg von Mike Mignola hin zu Duncan Fegredo. Mike Mignola hattte einfach nicht mehr die Zeit sich um seinen Höllenjungen zu kümmern und gab ihn deshalb in andere Hände, wenn auch schweren Herzens und mit dem Blick des eifersüchtigen Vaters, wie er selbst in einem im Buch befindlichen Interview zugibt.
Und in einer weiteren Hinsicht, stellt Ruf der Finsternis etwas besonderes dar. Mit diesem Band beginnt Hellboys letzter Abschnitt seiner großen Reise in Richtung seiner Bestimmung. Band 10 Wilde Jagd und Band 12 Der Sturm bilden mit dem vorliegenden eine abschließende Trilogie, bezüglich dieses Handlungsstranges. Und schon dieser Auftakt hat es in sich.

Nachdem Hellboy aus Afrika nach England zurückgekehrt ist und dabei seltsame Begegnungen er- und überlebt hat, vegetiert er im Haus eines alten Freundes vor sich hin. Der Alkohol ist sein größter Feind und Freund. Kaum kann er sich aufraffen, wieder aktiver zu werden. Dennoch bricht er zu einem denkwürdigen Spaziergang auf, bei dem er letztendlich im Zwischenreich der russischen Folklore landet und dort verschiedene Freunde und Feinde trifft. Die Baba Jaga ist wie schon zuvor, dabei der maßgebliche Antagonist. Sie ist es, die die Hexen verführt, ihr Hellboy zu überlassen, weil er nicht die Königswürde über sie annehmen will. Hinterhältig und rachsüchtig wird die Baba Jaga von Mike Mignola präsentiert, allerdings auch ihre Verwurzelung in der Mythologie. Selbst sie ist nicht vollkommen frei in ihren Entscheidungen und hat trotz allem noch mächtige Gegner. Unter anderem Perun, den Gott des Waldes, der Hellboy kurzfristig zur Seite steht. Den Kampf gegen den Kochej muss er allerdings alleine bestreiten und dieser fordert ihm alles ab. Wie eine entfesselte Naturgewalt kommt der unsterbliche, durch die Baba Jaga verfluchte, Krieger über ihn, mit nur einem Ziel: ihn zu töten.
Wie immer vermengt Mike Mignola Mythen und Sagen mit schwarzem Humor und einer sehr genauen Charakterisierung seiner Figuren. Bei Ruf der Finsternis sind es vor allem Hellboy selbst, die Baba Jaga und der Koschej, die mehr Tiefe verliehen bekommen.
Hellboy ist zu Beginn in einem seelischen Tief, aus dem er erst geweckt werden muss. Antriebslos lässt er die Tage an sich vorbeiziehen. Erst als er entführt wird, wird sein alter Kampfgeist entfacht. Aber noch ist er nicht der große Held oder Widersacher, wie es ihm prophezeit wurde. Er kämpft um sein Leben, nicht für die Menschheit und erst recht nicht für die Hölle. Diese Konstellation gibt ihm noch mehr Facetten und lässt ihn gleichzeitig als einzigen „echten“ Menschen, unter all den Monstern in verschiedenen Gestalten, wirken.
Die Baba Jaga hingegen erliegt hier ihrem Rachedurst. Ihr geht es nur darum, Hellboy für ihr verlorenes Auge zahlen zu lassen und übersieht dabei das Wesentliche, während der Koschej, dieses Mal vielleicht der interessanteste Charakter ist. Gefangen zwischen der Pflicht aufgrund eines Fluches und der eigenen Seele und eigenem Gewissen, begeht er eine Gradwanderung, die er schlussendlich aber nicht frei entscheiden kann.
Dazu gesellen sich noch diverse Nebenfiguren, die einerseits skurril, andererseits aber auch unheimlich wirken, wenn man von dem Hausgeist absieht, den wohl jeder gerne hätte.

Duncan Fegredo ist dieses Mal für die Zeichnungen verantwortlich. Und er macht seine Sache wirklich gut. Anstatt sich sklavisch an Mike Mignolas Stil zu klammern und ihn zu kopieren, geht er seinen eigenen Weg, lässt Hellboy aber nach wie vor, wie Hellboy wirken. Es mag zwar nicht mehr so ein gekonntes Spiel mit Licht und Schatten, wie beim Schöpfer der Reihe selbst, geben, aber trotzdem ist es unverkennbar, welche Comicreihe man gerade liest.

Wie immer gibt es zusätzlich reichlich Bonusmaterial. Vorwort, Interviews und Sketchbook ergänzen den Band und runden ihn ab.


Fazit

Hellboy schwenkt auf die Zielgerade des großen Handlungsbogen um seine Bestimmung ein und trifft dabei auf alte Feinde und Bekannte. Seine Reise in die Welt der russischen Folklore ist wieder einmal Unterhaltung auf höchstem Niveau und bietet viel Neues.


Pro & Contra

+ Baba Jaga und ihr Diener Kochej
+ Vasilisas Auftritt

Bewertung:


Handlung: 4/5
Charaktere: 5/5
Zeichnungen: 4/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 4,5/5


Literatopia-Links zu weiteren Titeln von Mike Mignola:

Rezension zu Hellboy Bd.1 - Saat der Zerstörung
Rezension zu Hellboy Bd.2 - Der Teufel erwacht
Rezension zu Hellboy Bd.3 - Batman/ Hellboy/ Starman
Rezension zu Hellboy Bd.4 - Sarg in Ketten
Rezension zu Hellboy Bd.5 - Die rechte Hand des Schicksals
Rezension zu Hellboy Bd.6 - Sieger Wurm
Rezension zu Hellboy Bd.7 - Seltsame Orte
Rezension zu Hellboy Bd.8 – Die Troll-Hexe
Rezension zu Hellboy Bd.10 – Wilde Jagd
Rezension zu Hellboy Bd.11 – Der Krumme
Rezension zu Hellboy Bd.12 – Der Sturm
Rezension zu Hellboy Bd.13 – Abstieg zur Hölle
Rezension zu Hellboy Bd.14 – Hellboy und die B.U.A.P. 1952
Rezension zu Hellboy Bd.15 – Die Todeskarte
Rezension zu Hellboy Bd.16 – Hellboy und die B.U.A.P. 1953
Rezension zu Hellboy - Krampusnacht

Rezension zu B.U.A.P. - Hohle Erde
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Zuletzt aktualisiert: Dienstag, der 02. Juli 2019
 

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