Marlysa - Der Zyklus über die Ursprünge (Jean-Charles Gaudin, Jean-Pierre Danard)

Verlag: Splitter; Auflage: 1., Auflage (Mai 2012)
Gebundene Ausgabe: 256 Seiten; 39,80 €
ISBN-13: 978-3868695021

Genre: Fantasy


Klappentext

Der Zyklus über die Ursprünge

Das Dorf Tolden
in der Nähe des Waldes von Morjeal

Ein Säugling wird von seltsamen Wesen ausgesetzt...
Sein Gesicht ist durch ein entsetzliches Geheimnis entstellt,
das eine Maske verbirgt. Sie bedeckt das Gesicht der
schönen und ungestümen Marlysa...

Auf der Suche nach ihrer Herkunft
überquert Marlysa in Begleitung ihrer treuen
Freunde Tatrin, Cilia, Ossian und Stirius das Nebelmeer
und landet auf der „Anderen Seite“. Hier beginnt ein
gefährliches Abenteuer, das das Schicksal aller ver-
ändern wird und auf dem die Legenden von
Marlysa, der Frau mit der Maske,
begründet sind.


Rezension

1998 erschien der erste Band der von Jean – Charles Gaudin und Jean -Pierre Danard geschaffenen Reihe Marlysa. Der damals noch im Bereich Comics unerfahrene Gaudin, wurde beim Skript für die ersten beiden Bände noch von Didier Crisse (Luuna, Canari) unterstützt, der die Storyboards zeichnete. Danach arbeitete Gaudin die Skripts für Marlysa alleine aus und die Serie wurde zu einem modernen Klassiker. Mittlerweile sind weitere Bände erschienen, die den ersten abgeschlossenen Zyklus um die ungestüme Kämpferin weiterführen.

Marlysa wurde in einer Vollmondnacht von ihren Zieheltern im Stroh gefunden. Ohne Hinweise auf ihre Herkunft, aber mit einem Geheimnis um ihr Gesicht, welches dazu führt, dass sie immer eine Maske tragen muss. Worauf Randin, ihr Ziehvater, fortan peinlichst achtet. Und so wächst sie zusammen mit ihren Freunden Tatrin und Cilia relativ sorgenfrei auf. Probleme tauchen erst dann auf, als sie beschließt sich von der Gilde zur Kriegerin ausbilden zu lassen. Das Training ist hart, aber sie absolviert es als Beste. Selbst ihre Freundin Cilia kann nicht mir ihr mithalten. Ihre Ausbildung läuft also eigentlich recht gut für Marlysa, bis ein unbekannter Gegner immer wieder seine Schergen auf sie und ihre Freunde ansetzt, und sie sich mehr als einmal ihrer Haut erwehren müssen. Als dann auch ihre Eltern von einer Handelsreise nach Dompur nicht zurückkehren, macht sich Marlysa auf die Suche, ohne zu ahnen, wohin sie die Reise führen wird. Denn es wartet mehr auf sie als einfache Räuber, ihre Gegner sind gefährlicher als sie sich je vorstellen könnte und sie hat mehr zu verlieren als gedacht oder vermutet. Wenn sie verliert, verlieren alle.

Gaudin präsentiert eine komplexe Geschichte um Rache, Verrat und Erlösung mit überbordender Phantasie ohne Grenzen. So viele Impulse und Ideen für das Fantasy-Genre dürfte es selten gegeben haben. Alleine schon die Vielzahl an neuen und einzigartigen Völkern und Rassen spricht für die Kreativität des Autors. Zum Glück verzettelt er sich dabei nicht in seinem Weltenentwurf, sondern legt immer noch das Hauptaugenmerk auf die Geschichte und Charaktere, die jeweils ihr eigenes Profil erhalten. Sie sind zwar auf den ersten Blick etwas stereotyp, allerdings sind es auch dermaßen viele Personen, die im Laufe der fünf hier zusammengefassten Bände auftauchen, dass eine detaillierte Darstellung jedes einzelnen Protagonisten gar nicht möglich wäre. So muss und kann der Leser ohne weiteres mit der fehlenden Weiterentwicklung einzelner Charaktere leben, besonders, wenn sie so unterhaltsam sind, wie z.B. der immer hungrige Xian Stirius, der Marlysa auf ihrer gefahrvollen Reise begleitet. Vor allem gibt es neben dem klar guten und bösen Personal, auch immer wieder Grautöne, die die Geschichte auflockern. Charaktermäßig hat Gaudin alles richtig gemacht und schafft es mit seinem Personal, eine dramatische, spannende Geschichte zu präsentieren, die mit Humor gewürzt ist. Dazu kommen auch zwischenmenschliche Probleme und Verwirrungen innerhalb der Heldengruppe. Somit ist alles enthalten, was eine Geschichte ausmachen sollte.

Danards zeichnerische Umsetzung kann sich jederzeit mit Gaudins Ideenreichtum messen. Er lässt seiner Phantasie freien Lauf, ohne ihr Regeln aufzuerlegen oder Konventionen zu folgen. Die von Gaudin gestellte Herausforderung, immer wieder neue, außergewöhnliche Fantasygeschöpfe zu kreieren, besteht er locker. Selten sah man soviel Kreativität bei der Erschaffung neuer Welten. Es vergeht kaum eine Seite, ohne etwas neues. Dazu kommen sehr detaillierte Hintergründe und interessante Perspektiven. Kurzum einfach faszinierend, auch wenn er in den ersten Bänden noch seinen eigenen Stil etwas suchte, der dafür aber am Ende zu bestechen weiß.

Dazu kommt eine sehr farbenfrohe Kolorierung, die sowohl humoristische ,als auch dramatische Szenen gekonnt zu unterstreichen weiß und nicht aufdringlich wirkt, wie es durchaus häufig bei dermaßen leuchtenden Farben vorkommt.


Fazit

Marlysa ist schon jetzt ein Klassiker im Bereich der Fantasy-Comics und das durchaus gerechtfertigt. Überbordende Phantasie trifft auf eine ausgeklügelte Story und wunderbare Zeichnungen. Mehr als nur einen Blick wert.


Pro & Contra

+ viele neue Ideen und Völker
+ spannende,rätselhafte Geschichte
+ Humor

Bewertung:

Charaktere: 4/5
Zeichnungen: 4,5/5
Humor: 4/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 5/5

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