Dienstag, 22. Oktober 2019

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Sehr interessant
Ich habe eine frage zu dem Buch die sabrina hat die eigendlich denn max von der strasse geschupst ...

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Ich bin begeistert von Ihren Arbeiten als Kabarettists und Autor. Immer weiter so.
Hallo Jeronimus :) Ich habe die dunkle Edition gehört. Ich meine zu wissen, dass sich die zwei Editionen ...

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Hey Sniffu, ich gebe dir absolut recht. Vielleicht hätte ich die Hörbuchfassung erwähnen sollen. ABER ...

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Die Legenden der Albae - Dunkle Pfade (Markus Heitz)
Geschrieben von Lukas
Sonntag, der 18. November 2012

Piper (August 2012)
Klappenbroschur, 672 Seiten
ISBN: 978-3492701983
€ 16,99 [D]

Genre: Fantasy


Klappentext

Die Albae stellen sich ihrem größten Feind.

Die Albae warten in einem vergessenen Reich auf dem Moment, ins geborgene Laqnd zurückzukehren zu können. Die entscheidende Schlacht naht. Und an einem gefährlichen, unterirdischen Ort treffen sie auf einen Zwerg, der sich Tungdil nennt …


Rezension

Viele Jahre sind vergangen, seit die Albae ihr Reich Dsôn Faïmon verlassen mussten. Unter der Führung Aïsolons soll ein neues Heim entstehen, aber Heimatgefühle wollen sich nicht einstellen. Alle Augen sind auf die Vergangenheit gerichtet, wo die Unvergänglichen sitzen und eines Tages ihre Kinder zu sich rufen werden. In dieser angespannten Atmosphäre wachsen die Drillinge Tirîgon, Firûsha und Sisaroth auf, die mit ihren jungen Augen Dsôn Faïmon noch nie zu sehen bekommen haben. Ihre Hoffnung zerbricht an dem Tag, als zwei von ihnen des Mordes bezichtigt und von ihrem eigenen Vater in die Verbannung verstoßen werden. Phondrasôn, eine Welt voll unbekannter Gefahren, ist mit einem Mal ihr unfreiwilliges Zuhause, in der sie mit etwas Glück ein paar Tage überleben können.

Markus Heitz macht mit seinem dritten Band zeitlich einen enormen Sprung nach vorne. Die großen Helden der Vorgeschichte sind beinahe nur noch Legenden in Büchern und der Widerstand der Zwerge, die Scheusale aus dem geborgenen Land fern zu halten, ist lange versiegt. Vielmehr wird die Geschichte erzählt, wie dem Tod der Unvergänglichen und den meisten Albae zum Trotz, die Tungdil Goldhand in den Zwergeromanen ausgelöscht hat, das geborgene Land von den Drillingen terrorisiert werden konnte. Später auch als Dson Aklán bekannt. In erster Linie werden sich also die Leser von „Die Zwerge“ freuen, wieder einige offene Fragen beantwortet zu bekommen. Darin war Heitz aber schon immer sehr gut, seine Welten zu erweitern und zu verknüpfen. Erneut taucht der Leser in die Geschichte ein und lässt sich von der ungemein flüssigen, fehlerfreien und leicht zu lesenden Sprache verführen – oder besser blenden. So sehr, dass man beinahe übersehen könnte, dass der dritte Band zwischen allen Romanen über das kleine und das finstere Volk der mit Abstand schwächste ist.

Gemessen am Mittelmaß der Bücherwühltische, hebt sich „Dunkle Pfade“ wie immer ab. Markus Heitz ist nur schwer zu erreichen, wer über manche Schönheitsfehler hinwegsehen kann, wird mit seinen Büchern fast ausnahmslos Spaß haben. Vermutlich wird ihm wieder berechtigterweise der Phantastik Preis verliehen – der Elfte! Dennoch. Gemessen an der eigenen Messlatte enttäuscht der dritte Roman. Man kann ihn gut in zwei Teile einteilen. Die erste Hälfte erzählt von der unfreiwilligen Ankunft der Geschwister in Phondrasôn. Sie suchen sich gegenseitig und kämpfen ums Überleben. Die zweite Hälfte konfrontiert sie mit einem mächtigen Gegner. Ohne zu viel verraten zu wollen, bietet die erste Hälfte drei identische Geschichten. Mehr denn je überstrapaziert Heitz die Zufälle und glückliche Fügungen. Eins der großen Mankos, mit denen man sich regelmäßig abfindet bei seinen Werken. Vieles, was passiert, ist eine Fügung. Die Götter wissen schon, was sie tun. In der Regel winkt man so etwas ab. Hier ist das allerdings unmöglich. Nach einem grandiosen Start, der Spannung und Verrat bietet und das Leserherz erfreut, darf man einem Zufall nach dem anderen folgen. Vielleicht ist das Absicht, dass jeder der Verbannten einen Weggefährten findet, der überaus mächtig ist, und der wiederum genau die gleiche Person sucht. Durch diese gottgewollte Fügung finden alle zusammen. Drei Geschwister, mit drei identischen „Antlitzen“, die drei Mal ihrem Weg folgen, der drei Mal beinahe identisch ist. Eine Symbolik lässt sich da durchaus reininterpretieren. Trotzdem bleibt es unspektakulär, mehr als einmal dasselbe zu lesen. Apropos Antlitz. Auch wenn man dem Heitz'schen Schreibstil nicht viel vorwerfen kann, sollte man sich darauf einstellen diesem Wort ununterbrochen zu begegnen. In der Welt der Albae scheint es den Begriff „Gesicht“ nicht zu geben. Es heißt immer Antlitz, Antlitz, Antlitz – egal wie unpassend es klingt. Den Albae wird ins Antlitz geschlagen, es wird vom Antlitz gedeutet und so weiter. Gut, Albae sind eine schöne Rasse, Gesichter gibt es nicht. Aber muss es auch Tungdli sagen? Offenbar ja. Zusätzlich gibt es das Perfekt in ihrer Sprache nicht. Zugegeben es klingt irgendwie altertümlicher im Präteritum, aber Formulierungen wie: „Was tatest du?“ wollen einem nicht gefallen.
Die zweite Hälfte ist in puncto Zufälle kaum besser. Werden die einst wichtigen Gefährten doch wieder wie Statisten ausradiert und wirkt das Ende konstruiert wie noch nie. Dafür ist die Geschichte aber viel interessanter. Zu verdanken ist es dem grandiosen Einfall, Tungdil Goldhand einzubauen. Ach, wie schön ist dieses Wiedersehen mit dem großen Helden? Auch hier schließen sich zahlreiche offene Fragen. Die andere Seite der Medaille ist jedoch, dass er die Drillinge weit in den Schatten stellt.

Sinthoras, Caphalor, Carmondai, das waren Albae! Blutrünstig, gnadenlos und ihres Namens würdig. Die Drillinge, denen man in „Das Schicksal der Zwerge“ bereits begegnet ist oder begegnen wird, sind im Vergleich harmlos und nervig wie Pubertierende. Hochnäsig, eingebildet ohne etwas auf dem Kasten zu haben. Selbst wenn das Absicht gewesen sein sollte, um ihre Entwicklung zu ihrem späteren Selbst zu beschreiben, können sie ihren Vorgänger nicht das Wasser reichen. Und so ist es eben der Zwerg, der das Buch lesenswert macht.


Fazit

Nach dem tollen ersten Band und dem grandiosen Zweiten, ist „Dunkle Pfade“ leider eher enttäuschend. Aber nur auf der Heitz'schen Skala, die manch ein Autor gerade so knapp ankratzt.


Pro und Kontra

+ Tungdil Goldhand
+ viele Geschichtsstränge werden verknüpft
+ Guter Anfang
+ weiterhin keine Klischees

- mehr „Fügungen“ denn je
- schwaches Trio
- Wiederholungen in den Geschehnissen
- Interessante Passagen vom Anfang abrupt beendet
- Antlitz, Antlitz, Antlitz, Antlitz, Antlitz ...

Beurteilung:

Handlung: 3,5/5
Charaktere: 3,5/5
Lesespaß: 3,5/5
Preis/Leistung: 3,5/5


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Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, der 01. Juni 2017
 

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