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Glaube der Lüge (Elizabeth George)
Geschrieben von Patricia
Sonntag, der 30. Dezember 2012

Verlag Goldmann, August 2012
Originaltitel: Believing the Lie,
übersetzt von Charlotte Breuer und Norbert Möllemann
HC, 699 Seiten, € 24,99
ISBN 978-3442312511

Genre: Krimi


Klappentext

Bernard Fairclough ist das Oberhaupt einer wohlhabenden und einflussreichen Familie, die ihren Sitz im Lake District hat. Nichts ist ihm wichtiger, als jeden Makel, der die schöne Fassade beschädigen könnte, zu vermeiden. Als sein Neffe eines Tages tot im See aufgefunden wird, erklärt die örtliche Polizei schnell, dass es sich um einen Unfall handelt. Fairclough, der dennoch jeden Verdacht ausräumen will, engagiert Inspector Thomas Lynley von New Scotland Yard. Und wie dieser schon bald entdeckt, gibt es einige Familienmitglieder, die einen Grund gehabt hätten, Ian Cresswell Böses zu wollen. Zusammen mit seiner Kollegin Barbara Havers in London kommt er den Geheimnissen der Faircloughs Schritt für Schritt näher – und entdeckt dabei hinter der Fassade das Trümmerfeld.


Die Autorin

Akribische Recherche, präziser Spannungsaufbau und höchste psychologische Raffinesse zeichnen die Bücher der Amerikanerin Elizabeth George aus. Ihre Fälle sind stets detailgenaue Porträts unserer Zeit und ihrer Gesellschaft. Elizabeth George, die lange an der Universität Creative Writing lehrte, lebt heute auf Whidbey Island im Bundesstaat Washington, USA. Ihre Lynley – Havers Bestseller wurden von der BBC verfilmt und auch im deutschen Fernsehen mit großem Erfolg ausgestrahlt.


Rezension

Was hat Elizabeth George nur aus ihrem einst so sympathischen und souveränen Ermittler Sir Thomas Lynley gemacht. Ein winselndes, bettelndes Etwas, der wie ferngesteuert handelt und in eine Affäre gerutscht ist, die kein normal denkender Mensch verstehen kann. Seine Frau Helen ist gerade mal ein halbes Jahr unter der Erde, über den Schock wurde er vorübergehend zum obdachlosen Einsiedler. Jetzt ist er zwar wieder zurück bei Scotland Yard, aber nur noch ein Schatten seines einstigen Selbst. Unwürdig bettelt er um eine Beziehung, die den Namen überhaupt nicht verdient, denn eigentlich ist er für seine Geliebte doch nur ein Zeitvertreib. Zickig, egoistisch, eifersüchtig und vor allem peinlich erschließt sich sowieso Niemandem, warum der einst smarte Detective sich ausgerechnet so eine Frau ausgesucht hat. Man hofft die ganze Zeit, dass er irgendwann seine Vernunft wiederfindet.

Zuerst einmal muss er aber in den Lake District, um zu klären, ob der Tod Ian Cresswells ein Unfall oder doch ein gelungener Mordanschlag war. Erst vor kurzem hatte sich Ian von seiner Frau getrennt, um mit seinem Lebensgefährten auf eine kleine Farm zu führen. Was natürlich nicht nur bei seiner Frau hohe Wellen schlug, auch bei seiner Familie stößt diese Beziehung auf Widerstand. Im Gegensatz zu seiner Frau findet sich seine Familie damit besser ab als sie. Wieder einmal werden Kinder missbraucht, um die eigenen Befindlichkeiten zu untermauern und als Schachfiguren genutzt zu werden. Einfach irgendwo abgeladen, wird sich schon jemand darum kümmern, nur nicht die eigene Mutter, die muss sich erst einmal vom Schock des Ausgetauschtwerdens erholen. Ein Verhalten, was bei einem pubertierenden Jungen nicht gut gehen kann, und so ist er auch umgehend in Schwierigkeiten, in richtigen. Ian war der Verwalter des Faircloughschen Vermögens, Sparmassnahmen haben nicht vor der Familie halt gemacht. Bernards eine Tochter ist gehbehindert und lebt auf dem Anwesen ihres Vaters von dem Geld, was er ihr zur Verfügung stellt. Ihre Schwester lebt mit ihrem geschiedenen Mann zusammen in einem merkwürdigen Arrangement, sie ist aber noch die vernünftigste von allen. Sein Sohn war lange Jahre drogensüchtig, die Liebe einer Frau hat ihn geheilt. Zusammen mit ihr baut er gerade einen Platz für gefährdete Süchtige auf, was ihm bescheidenen Ruhm und Ehre einbringt. Und einen Journalisten, der für seinen Chefredakteur eine zündende, sexy Story schreiben soll und zu Recherchezwecken in der Nähe weilt. Leider ist er völlig unzulänglich in seinem Job und tappt von einem Fettnäpfchen ins Nächste. Zusammen mit Simon und Deborah St. James macht sich Lynley inkognito auf, den Geheimnissen der Faircloughs auf den Grund zu gehen. Was seine Geliebte ohne Ende wurmt, dass sie nicht weiß, wo ihr bester Ermittler eingesetzt wird. Penetrant nervt sie Barbara Havers, da sie es nicht ertragen kann, nicht in die Geschehnisse involviert zu sein. Barbara muss schon seit einiger Zeit einiges von Isabelle Ardery ertragen, es wird langsam Zeit, dass sie sich wehrt.

Und so ziehen merkwürdige Gestalten ihre Kreise, die sich mal mehr und mal weniger berühren. Jeder hat mit ziemlichen privaten Problemen zu kämpfen, es werden so einige tief vergrabene Geheimnisse aufgedeckt. So wirklich sympathisch ist keine der Personen, die gesamte Familie Fairclough scheint reif für die Irrenanstalt zu sein. Keiner gönnt dem anderen die Butter auf dem Brot, Intrigen gehören zur Tagesordnung. Im Ermittlerteam brodelt es genauso, Barbara wird von ihrer Chefin gepiesackt und zu einem modischen Äußeren verdonnert. Lediglich Lynley weiß, was er an ihr hat und nutzt ihre Kenntnisse, ihre Spürnase und ihren Arbeitseifer. Simon und Deborah, insbesondere sie, ergeben sich mal wieder endlos in Klagen über ihre Kinderlosigkeit, für Deborah scheint es kein anderes Thema zu geben. Wieder einmal verrennt sie sich in etwas und merkt überhaupt nicht in ihrem Bestreben, andere zu bekehren oder Leidensgenossen zum Reden zu bringen, dass der Moder, den sie aufwirft, besser in der Erde geblieben wäre. Sie merkt einfach nicht, wann es genug ist und sie besser Ruhe gibt. Dafür ist sie aber realistisch genug, um eine vernünftige Entscheidung ihr zukünftiges Leben betreffend zu treffen, wer kann schon eine gute Mutter werden, wenn man unter permanenter Beobachtung steht. Das ganze Buch zieht sich wie Kaugummi, ständig schwelende kleine Scharmützel ergeben erst zum Schluß ein Ganzes, aber bis dahin hat bestimmt so mancher Fahnenflucht begangen.


Fazit

Wo sind nur die raffinierten Plots, die liebevoll hingestreuten, wie aus dem Hinterhalt kommenden Hinweise, die der Geschichte immer wieder unerwartete Wendungen geben? In Glaube der Lüge ist kaum noch etwas von dem einstigen unvergleichlichen Erzähltalents Elizabeth Georges erkennbar. Unsympathische, verkorkste Charaktere lassen sich auf hinterhältige Psychospiele ein, ohne Rücksicht auf ihre Mitmenschen, mit dem einzigen Ziel, ihr eigenes Ego zu bestärken. Unmögliches und kleinliches Verhalten auch der Hauptcharaktere ergeben keinen Sinn und ersticken den Lesespass schon im Ansatz. Man hofft nur immer, dass es endlich wieder besser wird und die Autorin zu alter Stärke zurückfindet. Aber will man sich nach den letzten Büchern wirklich noch ein weiteres antun?


Pro und Contra

+ Lynley ist wieder da
+ brisante Themen in der Geschichte

- langatmig
- nichts Innovatives und Neues
- Isabelle Ardery
- unmögliches Verhalten einiger Charaktere
- unverständige Entscheidungen und Handlungen
- unsympathische Charaktere

Wertung

Handlung: 2,5/5
Charaktere: 2,5/5
Lesespaß: 2,5/5
Preis/Leistung: 2,5/5


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Zuletzt aktualisiert: Sonntag, der 30. Dezember 2012
 

Kommentare  

#1 Glaube der LügeAndreas Rüdig 2013-11-12 09:37
Danke für die Rezension. Ich kenne nur die ersten Krimis der George und fand sie - von gelegentlichen Längen abgesehen - eigentlich ganz lesenswert. Bei dem Fazit hier bekomme ich schon einen Schrecken. Ist das hier besprochene Buch wirklich so schlimm?

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