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Final Cut (Veit Etzold)
Geschrieben von Patricia
Sonntag, der 03. Februar 2013

Verlag Bastei Lübbe, August 2012
Taschenbuch, 448 Seiten, € 8,99
ISBN 978-3404166879

Genre: Krimi


Klappentext

Du hast 438 Freunde auf Facebook. Und einen Feind.
Die Freunde sind virtuell, der Feind ist real.
Er wird dich suchen. Er wird dich finden. Er wird dich töten.
Du hast 438 Freunde auf Facebook.
Und keiner wird etwas merken.


Der Autor

Veit Etzold, geboren 1973 in Bremen, studierte Englische Literatur, Kunstgeschichte, Medienwissenschaften und General Management, unter anderem am King’s College in London. 2005 promovierte er zum Kinofilm „Matrix“. Er arbeitete für Medienunternehmen, Banken, in der Unternehmensberatung und an Universitäten in Berlin, Frankfurt, London, New York und Barcelona. Veit Etzold lebt in Berlin.


Rezension

Clara Vidalis jagt Serienmörder. Seit vor zwanzig Jahren ihre Schwester Claudia mit acht Jahren von einem Kinderschänder ermordet wurde, ist sie besessen davon, die Übeltäter zu schnappen und hinter Gittern zu bringen – oder sie einfach abzuknallen. Als Polizistin ergibt sich bei der finalen Jagd mit Sicherheit immer eine Möglichkeit, ihrem Drang nach Gerechtigkeit Luft zu lassen. Nun hat einer der Serienmörder die Sache persönlich gemacht, Clara wird angerufen und in Wohnungen geschickt, in denen sie mumifizierte Leichen finden. Junge Mädchen, die merkwürdigerweise keiner vermisst. Das Rätsel löst sich, als deren Facebook Account gefunden wird, auf dem sie auch nach ihrem Tod Einträge hinterlassen haben. Schnell wird klar, dass der Mörder das Leben seiner Opfer übernimmt. Aber in welcher Beziehung steht er zu Clara? Sie ruft er persönlich an und glänzt mit Insiderwissen über den Mord an ihrer Schwester. Ist es denn wirklich möglich, so lange ein fremdes Leben zu übernehmen, ohne dass Freunde und Familie aufmerksam werden? Wie dumm müssen die Opfer sein, um dem Täter die Tür zu öffnen? Liest man, wie sich ein paar der Begegnungen zustande kamen, kann man nur noch fassungslos den Kopf schütteln.

Der Fall ist recht interessant, mitanzusehen, wie hilflos das Team um Clara herum agiert. Zündende Ideen sind Mangelware, sie brauchen lange, um entscheidende Hinweise zu finden. Außerdem bleibt die Person Clara recht gefühllos, man erfährt rein gar nichts über sie, außer dem Mord an ihrer Schwester, für den sie sich die Schuld gibt, was sie auch ständig wiederholt. Leider wird der Täter auch recht früh bekannt, was der Geschichte mächtig Wind aus den Segeln nimmt. Nebenher gibt es noch eine Story über eine neuartige Castingshow, die von reichen, übersättigten Bossen erfunden wird und die es so noch nie gegeben hat. Stimmt auch, es ist wieder mal erschreckend, wie mit den Zuschauern umgegangen wird, aber trotzdem wird da mehr als nur ein Körnchen Wahrheit drin stecken, dass so eine Sendung immensen Erfolg hat. Man wundert sich sowieso über die Vertrauensseligkeit einiger Mitmenschen, erst dadurch werden solchen Tätern Tür und Tor geöffnet.

Die Figuren bleiben alle blass, man erfährt gerade mal das Nötigste. Nur der Täter, dessen Leben von innen nach außen gekehrt wird, ist die einzige Person, die wirklich Tiefgang beweist. Die Ermittlungen kommen kaum voran, Ideen verlaufen ins Leere, lediglich auf die Schilderungen der ekeligen Tatorte wird viel Zeit aufgewendet. Das Vorangehen der Spielshow und einige Aspekte aus dem Leben der Opfer lockern das Buch noch etwas auf, ansonsten ist es ziemlich eintönig. Clara wirkt auch nicht wirklich sympathisch, sie ist viel zu sehr verbissen in ihrem Job, neigt zum Workaholic und scheint kein Privatleben zu haben. Im Zusammenspiel ergänzen sich Täter und Clara großartig, zum Glück bleibt eine gewisse Spannung bis zum Ende erhalten.


Fazit

Ein Täter, der das Leben seiner Opfer einfach weiterführt und eine neuartige Gameshow sind die Hauptzutaten dieses Regionalkrimis aus Berlin. Veit Etzold führt mit Clara Vidalis eine Kommissarin ein, die hauptsächlich Serienmördern auf der Spur ist. In Final Cut bekommt sie es sogleich mit einem ganz ausgefuchsten zu tun, es ist ein spannender Weg, bis zum Shootdown, auch wenn der Täter relativ früh bekannt ist.


Pro und Contra

+ ungewöhnlicher Plot
+ die neue Gameshow
+ spannend

- dämlich handelnde Opfer
- Täter zu früh bekannt
- Ermittlungen treten viel zu lange auf der Stelle
- Charaktere haben wenig Tiefgang

Wertung

Handlung: 3/5
Charaktere: 3/5
Lesespaß: 3/5
Preis/Leistung: 3/5

Zuletzt aktualisiert: Sonntag, der 03. Februar 2013
 

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