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Ingo Römling und Peter Mennigen - Teil 1 (16.02.2013)
Geschrieben von Judith
Samstag, der 16. Februar 2013

Interview mit Ingo Römling und Peter Mennigen

 

Teil 1: Alles über "Malcolm Max"

 

Literatopia: Hallo Ingo, hallo Peter! Im April wird bei Splitter Euer Comic “Malcolm Max” erscheinen – was könnt Ihr uns schon darüber verraten?

Peter Mennigen: Malcolm Max ist eine Art Sherlock Holmes für übernatürliche Fälle. Er arbeitet als Agent einer mächtigen Geheimloge namens „ Custodes Lucis“ mit Sitz in London. Das klingt jetzt vielleicht wenig originell und wie eine Steilvorlage für gängige Klischees. Tatsächlich habe ich in der Vergangenheit schon einige Geisterjäger-Comics geschrieben und in der Unterhaltungsliteratur ist diese Zunft nun auch keine Seltenheit. Deshalb suchte ich eine Variante, Malcolm Max ein wenig ausgefallener zu gestalten. Mir schwebte etwas in der Art vor, wie Joss Whedon in seinen Serien „Buffy“, „Angel“ und „Firefly“ Humor, Action und Spannung miteinander vermischte. Also Geschichten um einen nicht gerade perfekten Helden, die auch humorvolle Elemente beinalten. Im ersten Band geht es um einen mysteriösen Leichenhandel in London. Außerdem treibt dort plötzlich wieder ein Serienmörder sein Unwesen, der nachweislich ein Jahr zuvor per Enthauptung hingerichtet worden war. Bei ihren Ermittlungen stoßen Malcolm Max und seine Begleiterin, die Halbvampirin Charisma, auf ein grausiges Geheimnis, dessen Enträtselung das British Empire an den Rand der Apokalypse führen wird.

Ingo Römling: Was mich als Zeichner betrifft - das 19. Jahrhundert macht mir einfach eine Menge Spaß. Ich liebe es, Herren mit Zylindern, Melonen, hohem Kragen, Frauen mit langen, aufwendig verzierten Kleidern und Hüten zu zeichnen. Auch die Möbel, Kutschen, Gebäude, einfach alles. Diese ganze Epoche war einfach extrem schick!

Literatopia: Ingo, recherchierst Du, um die Charaktere authentisch aussehen zu lassen? Entstammen die Kostüme Deiner Phantasie oder hat man sie damals tatsächlich getragen? Und lässt Du Dich von Städten wie London inspirieren?

Ingo Römling: Ich war erst einmal in London, und das ist leider auch schon eine ganze Weile her. Das U-Bahn-Fahren hat mich sehr beeindruckt, da bekommt man ein Gespür dafür, wie groß diese Stadt eigentlich ist, wenn man die ganzen Außenbezirke berücksichtigt. Da saust man eine halbe Stunde lang in eine Richtung, steigt aus - und ist immer noch in London! Frankfurt, meine Heimat, ist zwar dicht besiedelt, zumindest werktags, aber im Vergleich zu anderen Städten ziemlich kompakt. Aber ich schweife ab. Für "Malcolm Max" habe ich vor allem für die Details recherchiert, Peter hat mich mit reichlich Bildmaterial für Architektur und Handlungsorte versorgt. Meine eigene Recherche galt eher Kleidungsstilen, Alltagsgegenständen und ähnlichem. Zum Beispiel - wie sahen damals eigentlich Banknoten aus, Lampen, Schreibmaschinen, Polizeiuniformen? Wie kleideten sich die Menschen der unterschiedlichen gesellschaftlichen Klassen, was für Frisuren waren in Mode? Wie würde jemand um 1890 herum aussehen, der im Pub rumhängt und seinen mickrigen Tageslohn versäuft, und wie sah die feine Gesellschaft aus, die abends in die Oper geht? Und so weiter und so fort.

Literatopia: „Malcolm Max“ wurde zuerst als Hörspielserie bekannt. Wie stark hält sich der Comic an die Vorlage?

Peter Mennigen: Als Verfasser der Hörspiele kann ich versichern, dass Malcolm Max in beiden Medien authentisch bleibt. Es gibt allerdings Unterschiede, was die Storylines betrifft. Die ersten sieben Hörspiele erzählen zum einen, wie sich Malcolm Max und Charisma kennenlernten und zum anderen den Zyklus um die „Schwarzen Engel“. Darin wird das Geheimnis um die Herkunft von Malcolm Max gelüftet. Das erste Comic-Album ist in der Chronologie später als die Hörspiele angesiedelt. Wobei sich die Handlungen aus den Hörspielen und den Comic-Alben nicht überschneiden, sondern für sich allein stehen. Man muss also nicht die Hörspiele kennen, um die Comics zu verstehen und umgekehrt.

Literatopia: Vom Verlag wird „Malcolm Max“ als Steampunk-Mystery-Serie bezeichnet. Was wären denn für euch allgemein typische Steampunkelemente? Und was davon findet sich tatsächlich in „Malcolm Max“?

Ingo Römling: Unter "Steampunk" verstehe ich die Kombination von Sci-Fi-Elementen und der Ästhetik des 19. Jahrhunderts, also im Prinzip ganz im Sinne von Jules Verne. Ein Mix aus Technik und Magie. Der Mensch war zu dieser Zeit von den Möglichkeiten der Technik und der Automatisierung gleichermaßen berauscht und eingeschüchtert. Dieser Fortschritt war für die einen der Beginn einer Zukunft, in der mit technischer Hilfe eines Tages alles möglich wird: Reisen zum Mond, fliegende Städte, Zeitreisen, Unsterblichkeit, was auch immer. Für andere war es teuflisch, widernatürlich, schwarze Magie und Verstoß gegen die Ethik. Ich finde es faszinierend, denn im Prinzip streiten wir doch heute um genau dieselben Dinge, wenn es um den Fortschritt geht. Ich habe zum Beispiel gerade einen Artikel über einen Wissenschaftler gelesen, der keinen Unterschied zwischen lebenden Organismen und Maschinen sieht und es in absehbarer Zeit für machbar hält, alles Mögliche aus DNA zu bauen: Vom Computer über Nano-Organismen bis zum Menschen der Zukunft, der nicht mehr krank wird und den wir nach unseren Wünschen formen. Das ist doch Wahnsinn, oder? Der Roman "Frankenstein" stammt auch aus dem 19. Jahrhundert und die moralische Frage, die dort gestellt wird, ist immer noch aktuell. Ich würde sagen, der Steampunk greift diese Elemente und den Geist dieser Epoche visuell auf und mixt alles wild durcheinander, ohne sich groß darum zu scheren, ob es Sinn macht oder nicht. So verstehe ich die Kombination "Steam" und "Punk" - als eine Art Satire auf die heutige, technologisierte Gesellschaft. Typische Steampunk-Elemente wären beispielsweise intelligente, humanoide Roboter, die mit Zahnradmechanik und Dampfkraft betrieben werden. Oder 3D-Bildtelefone, die man mit einer Kurbel antreibt. Solche Sachen.

Peter Mennigen: Ich war noch nie ein großer Freund vom „Schubladendenken“. Würde ich mich beim Schreiben auf eine bestimmte Stilrichtung mit all ihren zwingend notwendigen Elementen festlegen, käme mir das wie eine Limitierung der Möglichkeiten vor. Ich finde es viel spannender, wenn man Grenzen durchbricht und Stile vermischt. Für mich sind typische Elemente von „Steampunk“, dass die Geschichten im viktorianischen Zeitalter an der Schwelle zum 20. Jahrhundert spielen. Sie sind zu Beginn des Industriezeitalters angesiedelt, das der Uhrmacher James Watt mit seiner Entwicklung der Dampfmaschine eingeläutet hat. Wobei nicht nur technische Erfindungen eine gewichtige Rolle spielen, sondern auch utopische Elemente dabei unerlässlich sind. Diese Mischung findet sich in den ersten beiden Malcolm Max Comic-Alben wieder, weshalb man die Geschichten getrost als „Steampunk“ bezeichnen kann. Ich bin ein großer Fan dieser Literaturgattung, wenngleich sich Malcolm Max nicht ausschließlich dieser Stilrichtung zuordnen lässt. Bei den Hörspielen liegt der Schwerpunkt im Mystischen und Übersinnlichen und weniger im Bereich der Technik und Utopie.

Literatopia: Wie lange dauert es durchschnittlich von der Idee zum fertigen Comic? Und wie viele Entwürfe landen bei Euch in der Tonne?

Ingo Römling: Das ist wohl eher eine Frage für Peter. Ich skizziere viel, hebe aber auch viele dieser Skizzen auf, um sie als Referenz zu verwenden. Da ich mit einem Wacom-Tablett rein digital arbeite, habe ich den Luxus, viel direkt auf der Seite ausprobieren zu können. Wenn mir etwas nicht gefällt, wird es gelöscht oder einfach drübergezeichnet. Digitale Farbe geht nicht zur Neige, und digitales Papier reißt nicht, auch wenn man zehn Mal drüber radiert.

Peter Mennigen: Bei Auftragsarbeiten für Comicreihen mit einer Deadline und festgelegtem Erscheinungsdatum schreibe und verwerfe ich so lange Ideen, bis eine publizierbare Story fertig ist. Dabei landen etliche Entwürfe im virtuellen Papierkorb. Bei einem Buch, einem Malcolm Max Comic oder -Hörspiel ist die Entwicklung einer Geschichte mehr ein Reifeprozess, der sich über Wochen, Monate oder manchmal sogar Jahre ziehen kann. Dieser beginnt mit einer vagen Idee, die sich im Kopf einnistet, sich immer mehr verfestigt, oder halt eben nicht, so dass man sie wieder vergisst. Ansonsten fügen sich diese Ideenfragmente im Lauf der Zeit immer mehr zu einer Handlung zusammen, bis das imaginäre Konstrukt einen solchen Umfang angenommen hat, dass mich die Story nicht mehr loslässt. Dann muss ich sie schreiben, um sie aus dem Kopf zu bekommen und Platz für neue Ideen zu schaffen. Mit der Umsetzung der inzwischen recht komplex gewordenen Idee, inklusive der Haupt- und Nebenhandlungsstränge zum Skript, beginnt dann die eigentliche Arbeit. Diese nimmt mit den Dialogen für ein Malcolm Max Album etwa drei bis vier Monate in Anspruch. Am zeitaufwendigsten sind dabei die kleinen, oft unscheinbar wirkenden Szenen, die einen Charakter vertiefen, und die komplexe Sprache der Textboxen und Dialoge, mit denen ich Banales, Grausames oder Humorvolles in origineller Weise auszudrücken versuche.

Literatopia: Was hat Euch beide zusammengeführt? Kanntet Ihr Euch schon vor „Malcolm Max“ oder seid Ihr erst durch dieses Projekt zusammengekommen?

Peter Mennigen: Ingo und ich kannten uns vorher nicht. Nachdem die Malcolm Max Hörspiele bei der „Romantruhe“ unter dem Label „Geister-Schocker“ erfolgreich dort anknüpften, wo sie beim Tigerpress-Verlag aufgehört hatten, kam mir die Idee, daraus den Comic zu machen. In den vergangenen Jahrzehnten hatte ich ja schon einiges an Comics für alle möglichen Großverlage geschrieben und dabei allerdings immer mit ausländischen Zeichnern zusammengearbeitet. Jetzt wollte ich endlich etwas mit einem deutschen Zeichner machen, allein um zu beweisen, dass wir hierzulande auch gute Comics zustande bringen können. Das Problem war nur, wo und wie finde ich einen deutschen Zeichner von internationalem Format? Bei meiner Suche im Internet stieß ich eines Tages per Zufall auf Ingos Homepage. Die Illustrationen auf den Sites hauten mich schlichtweg um. Also schickte ich Ingo eine Mail, stellte mich und meine bisherige Arbeit vor und fragte, ob er mit mir ein Comic-Album machen möchte. Nach unserem ersten Telefonat ging die Sache dann völlig unkompliziert über die Bühne.

Ingo Römling: Peter kontaktierte mich per Mail etwa Ende 2011. Er schickte mir zwei fertige Skripte, eins davon war "Malcolm Max". Ich war sofort begeistert. Ich mochte sofort seine Art zu schreiben, die ausgefeilten Dialoge, die Szenenbeschreibungen. Er recherchiert unglaublich genau, sammelt massenweise Bildmaterial und macht sich eine irre Arbeit mit seinen Skripten. Da fiel es mir sehr leicht, in die Welt von "Malcolm Max" einzutauchen, ich hab die erste Seite gelesen und zack - ich war sofort drin.

Literatopia: Wie sieht Eure Arbeitsteilung aus? Peter hat ja Kunst und Design studiert – beteiligt er sich dann auch an den Zeichnungen? Oder gibt es eine strikte Trennung á la „Ingo zeichnet, Peter schreibt“?

Peter Mennigen: Ich habe zwar Kunst und Design studiert, aber inzwischen sind schon einige Jahrzehnte vergangen, seit ich das letzte mal einen Bleistift oder Pinsel in der Hand gehalten habe. Meine Arbeit beschränkt sich deshalb wohlweislich allein auf das Schreiben. Aufgrund meines Studiums meine ich erkennen zu können, ob jemand zeichnen kann, oder nicht. Ich würde auch Fehler in Bildern erkennen. Es ist nur so: Ingo macht keine Fehler. Jedes Mal, wenn er mir eine fertige Seite schickt, sitze ich staunend davor und fasse es nicht, mit welcher Qualität, mit welcher Leichtigkeit er komplizierteste Kompositionen und Perspektiven abbildet. Dazu kommt seine Detailbesessenheit in Bezug auf Hintergründe, die Bekleidungen, die Mimik usw. Selbst zu der Zeit, als ich noch gezeichnet habe, hätte ich mich an seinen Illustrationen nicht beteiligen können, weil er in einer anderen Liga spielt. Was meine Arbeit als Autor angeht, so bin ich für Anregungen immer dankbar. Bei Malcolm Max hat sich Ingo öfter mit Ideen zu den Texten eingebracht, die ausnahmslos konstruktiv waren und der Geschichte gut getan haben.

Ingo Römling: Was ich anfangs eher ungewöhnlich fand, aber mittlerweile sehr zu schätzen weiß: Peter macht sich bei jeder Seite auch Gedanken zur Panelaufteilung, baut ein kleines Layout und nummeriert die Panels durch. Ich habe bisher noch keinen Autor kennengelernt, der das so akribisch macht. Er sieht das eher als Vorschlag, aber ich übernehme eigentlich fast alles von seinen Layouts, weil sie super funktionieren. Das ist für mich eine große Arbeitserleichterung. Peter ist, wie er schon sagte, sehr offen für Ideen, die mir beim Zeichnen kommen, wofür ich sehr dankbar bin, aber ich halte mich im Großen und Ganzen sehr eng ans Skript.

Literatopia: Ingo, „Malcolm Max“ wartet mit einem recht ausgefallenen Stil auf – welche Künstler haben Dich als Zeichner inspiriert?

Ingo Römling: Ich habe mich eigentlich schon eine Weile nicht mehr dafür interessiert, ob mein Stil jetzt total abgefahren oder eher mainstream ist. Und ich glaube, das ist eigentlich gut so. Vor einigen Jahren noch hab ich mir da mehr Kopf gemacht. Mittlerweile setze ich mich ans Zeichenbrett und lasse es einfach geschehen. Ich bewundere sehr viele Zeichner, die stilistisch sehr unterschiedlich sind. Moebius, Uderzo, Enki Bilal, John Romita Sr., Jack Kirby, Mike Mignola, Juanjo Guarnido … auch Kollegen aus Deutschland sind dabei, zum Beispiel Sascha Wüstefeld, Steffi Schütze, Daniel Lieske, Thomas von Kummant oder Uli Oesterle. Das sind noch längst nicht alle, ich muss noch Cyril Bonin erwähnen, den finde ich sagenhaft. Und da gibt es noch einen Herrn aus Russland, der sich Otto Schmidt nennt und über den ich auf Facebook gestolpert bin. Ich hab keine Ahnung, wer er ist und was er so macht, weil er oft auf Russisch postet, aber der Typ ist Wahnsinn, ein unglaublich eleganter und leichtfüßiger Strich. Ich könnte die Liste ewig weiterführen, ich stolpere immer wieder über sagenhafte Zeichner, von denen ich vorher nicht gehört habe. Diese Leute unterscheiden sich stilistisch alle sehr, aber mich fasziniert einfach, wenn ich Zeichnungen sehe, die vor meinen Augen ein eigenes Leben entwickeln. Wenn gedruckte oder gezeichnete Bilder anfangen, sich zu bewegen. Besser kann ich das eigentlich nicht erklären.

Literatopia: Bei einigen deutschen Comicalben findet sich im Anhang Bonusmaterial wie Illustrationen befreundeter Zeichner. Ist auch für Malcolm Max etwas geplant?

Peter Mennigen: Ja, uns stehen in dem Album einige Seiten für ein „Making of …“ zur Verfügung. Darauf werden wir dann uns, unseren Werdegang und unsere Arbeit an Malcolm Max vorstellen. Wobei Ingo einige sehr schöne Skizzen und fertige Zeichnungen beisteuern wird, die ansonsten in der Schublade beziehungsweise auf der Festplatte versauert wären. Es gibt auch Informationen über Charaktere aus dem Comic, die einen realen geschichtlichen Hintergrund haben, oder die von einer historischen Persönlichkeit beeinflusst wurden. So wie die Reporterin Fiona Pankhurst, deren reales Vorbild Emmeline Pankhurst ist, die eine der berühmtesten Anführerinnen der britischen Frauenbewegung Ende des 19. Jahrhunderts war. Ingo Römling: Die Idee, auch was mit befreundeten Zeichnern zu machen, die für den Anhang ein Bild beisteuern, finde ich super. Das hat sowas von gegenseitiger Respektsbekundung. Ich habe zum Beispiel für "Steam Noir" vom Kollegen Felix Mertikat ein Pin-Up gezeichnet. Bei "Malcolm Max" haben wir für den ersten Band überhaupt nicht daran gedacht, um ehrlich zu sein. Es ist ja sozusagen das Debüt, die Figuren stellen sich jetzt erstmal der Öffentlichkeit vor. Aber für den zweiten Band fände ich das eine schöne Idee. Schaun wir mal.

Literatopia: Ingo durfte ich auf der Frankfurter Buchmesse persönlich treffen – warst Du auch dort, Peter? Wie gefällt Euch die Messe? Purer Stress oder Familientreffen?

Ingo Römling: Beides! Hahaha! Also ich hab großen Spaß dran.

Peter Mennigen: In der Vergangenheit war ich schon öfters auf der Frankfurter Buchmesse. Allerdings immer nur für einen Tag. Das erste Mal irgendwann Ende der Achtziger, um meine ALF-Bücher für den Bastei Verlag vorzustellen. Das letzte Mal vor 2012 im Jahre 2008 auf Einladung des Schenk Verlages, um meinen Roman „Abyssus“ zu signieren. Drei Messe-Tage am Stück wie im vergangenen Oktober waren neu für mich. Bei der Gelegenheit traf ich Ingo zum ersten Mal und lernte ihn als unglaublich sympathischen Menschen kennen. Gleiches gilt für Dirk Schulz, Horst Gotta, Dominik Madecki und Olaf Preiß von Splitter. Deshalb würde ich mich freuen, sie bei der nächsten Messe wiederzusehen. Das hätte für mich dann wirklich etwas von einem Familientreffen.

Literatopia: Habt Ihr gemeinsam in der Comicecke signiert? Wenn ja, wie hast Du, Peter, Dir die Zeit vertrieben, während Ingo die Comicfans mit Zeichnungen beglückt hat? Hast Du selbst auch etwas gezeichnet?

Peter Mennigen: Ich sah meine Hauptaufgabe darin, Ingo moralisch zu unterstützen. :) Es ist unglaublich, mit welchem Aufwand und welcher Geduld er jedem Fan ein Bild nach Wunsch gezeichnet hat. Olaf vom Splitter Verlag hat mich seinerseits moralisch unterstützt, indem er mir abwechselnd hübsche Messe-Hostessen vorstellte und/oder für Nachschub an Malcolm-Max-Kunstdrucken sorgte, die ich dann signiert habe. Ja, ab und an durfte der Autor auch mal ran. :) Das Malcolm-Max-Bild auf dem Kunstdruck stammt natürlich von Ingo. Einmal habe ich versucht einen „Snoopy“ bei einer Signierung zu zeichnen, aber das ist bös geendet, weshalb ich mich wieder auf Hostessen und Kunstdrucke konzentrierte. Zweimal kam auch die Anfrage, ob der Autor mit auf einer von Ingos Skizzen unterschreiben könnte. Ich fand das ein bisschen anmaßend von mir, aber nachdem mir Ingo seinen Segen gegeben hat, habe ich mich dann doch getraut. Wer weiß, vielleicht hängen die Bilder eines fernen Tages in einem Museum und die Kunstwelt rätselt über meine Signatur neben der des Meisters. Vermutlich werden mich die Experten dann als Schüler der Ingo-Römling-Werkstatt zuordnen.

Ingo Römling: Äh… ich krieg nicht viel mit, was um mich herum passiert, wenn ich am Zeichnen bin. Zu blöd eigentlich. Da waren Hostessen?

Peter Mennigen: Jede Menge traumhafter Geschöpfe der Kategorie „drop-dead-beautiful“. Tja, so ist das halt: Die einen leben allein für die schönen Künste und die anderen genießen, was das Leben Schönes bietet.

 

 
 

Zu Teil 2: Zwischen Büchern, Musik und Comickunst ...


Autorenfoto Ingo Römling (oben links): Copyright by Ingo Römling

Autorenfoto Peter Mennigen (oben rechts): Copyright by Peter Mennigen

Comic-Panels aus "Malcolm Max": Copyright by Ingo Römling / Splitter-Verlag

Autorenhomepage Ingo Römling: www.monozelle.de

Rezension zu "Malcolm Max - Kapitel 1: Body Snatchers"

Rezension zu "Malcolm Max - Kapitel 2: Auferstehung"


Dieses Interview wurde von Judith Gor für Literatopia geführt. Alle Rechte vorbehalten.
Zuletzt aktualisiert: Samstag, der 18. Oktober 2014
 

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