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Das Dritte Testament: Julius – Band 1 (Alex Alice, Xavier Dorison, Robin Recht)
Geschrieben von Victoria
Mittwoch, der 20. März 2013

Verlag: Carlsen Comics (Juli 2011)
Softcover: 80 Seiten, 14, 90 Euro
ISBN – 13: 978–3–551–79201-3

Genre: Geschichte, Religion, Abenteuer, Spannung


Klappentext

Das Dritte Testament…
Ein verlorenes Buch mit dem Wort Gottes. Ein verborgener Name am Grunde vieler Legenden: Julius von Samaria. Seine Geschichte war verloren in den Strömen der Zeit. Bis heute. Dreißig Jahre nach dem Kreuzigungstod Christi. Julius Publius Vindex ist römischer General, Vertrauter des Kaisers, Schlächter von Juden und Christen. Doch dann wendet sich das Schicksal gegen ihn und schickt ihn mitten unter seine Feinde. Als Gefangenen zwar, doch mit dem Willen zu überleben. Um jeden Preis.


Rezension

„Seit ich Kind war…blicke ich nach Osten…im Morgengrauen…und ich weiß…ich spüre es…, dass mich jenseits des Horizonts etwas erwartet…und mich ruft.“ – „Dieser Ruf…ist das Dritte Testament.“

Das Dritte Testament: Julius
ist der Auftakt zu einer vierbändigen Serie und ist das Prequel der Erfolgsreihe Das Dritte Testament. Die Geschichte ist im Rom des Jahres 13. n. Chr. angesiedelt und zeigt, wie aus dem Soldaten Julius Publius Vindex der bekannte Julius von Samaria wurde. Als Schlächter von Alexandria und Mörder von Juden und Christen bekannt, holt ihn eines Tages das Schicksal ein. Nachdem Julius einen Aufstand niederschlägt, nimmt er einen beteiligten Christen in Gewahrsam und bringt ihn nach Rom. Sein Plan ist ebenso perfide wie ausgeklügelt: Um seine Macht zu untermauern, will er Rom in Brand stecken und die Christen als Sündenböcke entlarven. Der Plan wäre ein Erfolg, wenn nicht Julius Tochter, Livia, durch Zufall eine Unterredung ihres Vaters mit seinen Gefolgsleuten mit angehört hätte. Entsetzt verrät sie ihren Vater, der anschließend zusammen mit dem Christen als Arbeiter in einem Bergwerk landet. Das Leben unter seinen einstigen Feinden verändert sein bisher standhaftes Weltbild mehr, als er es jemals erwartet hätte.

„Gerechtigkeit genügt nicht. Die Liebe allein wird die Welt retten.“

Julius ist in vielerlei Hinsicht der Prototyp eines stark engagierten, römischen Feldherren, der seine Macht festigen und stetig ausbauen will. Er genießt ein hohes Ansehen in Rom und hat gute Beziehungen zum Kaiser. Dabei achtet er nicht auf diejenigen, denen er Leid und Schmerzen zufügt; schon gar nicht auf die, die ihm näher stehen, als irgendein Soldat, der mit ihm in die Schlacht zieht. Seine Familie. Julius avanciert von einem bewunderten Mann des römischen Reiches zu einer tragischen Person, die von heute auf morgen alles verliert. Immer wieder ist der Leser verleitet zu fragen, wie sein weiterer Weg aussehen wird und vor allem, welche Rolle der Christ, sein ursprünglicher Gefangener, spielen wird.

Sowohl Autoren, als auch Zeichner präsentieren einen Comic der besonderen Art. In Rechts Zeichnungen spiegelt sich der Inhalt perfekt wieder. Vor allem aber haben die Szenaristen Alice und Dorison ein geschichtliches, sehr detailreiches Thema gut in die einzelnen Panels eingebaut, sodass der Lesestoff trotz des Inhalts zu keiner Zeit überfordernd wirkt.
Rechts Zeichnungen bleiben aber das Herz des Bandes, da sie in vielerlei Hinsicht besonders sind. Angefangen bei den einzelnen Charakteren: Jeder von ihnen hat eine individuelle Gestaltung, welche zu keiner Zeit an Wert und Bedeutung verliert. Sie sind alle Bruchteile eines Ganzen, die ein einzigartiges Gesamtgefüge bilden. Feine und ansehnliche Linien verzieren jedes Gesicht. Obwohl nicht alle Panels mit detailreichen Zeichnungen versehen sind, haben auch diese sehr schöne Nuancen, welche wichtig und kaum weg zu denken sind. Beeindruckend sind besonders die Darstellungen größerer Landschaften, Menschenmengen oder die Aussicht des Christen als er von einem Berg herab auf die Stadt blickt. Atemberaubend ist das Titelbild, das beim genaueren Hinsehen sehr viele, für die Geschichte wichtige Details verbirgt. Das Cover ist ein mit Symbolik gespickter Aufhänger für den Grundton des Inhalts.

„Ich war dort. Ich sah das Antlitz der Apokalypse inmitten der Freudenschreie. Ich erlebte den Kampf zwischen gut und böse, als der Ausgang noch ungewiss war…und ich weiß…dass er uns wahrhaftig retten wollte.“

Der zeichnerische Superlativ wird ergänzt durch ein religionsgeschichtliches Thema, das interessante Wendungen bietet. Julius, ein Römer, der nun einen anderen Weg gehen muss und auf einen Gefährten trifft, der im Gegensatz zu ihm eine ruhige und friedliche Persönlichkeit darstellt. Dieser gewinnt von Seite zu Seite immer mehr an Reiz. Nicht nur Julius, eben auch dieser charismatische Christ muss erkennen, dass sein Leben einen gänzlich anderen Verlauf, als bisher vermutet, nehmen wird. Bei all den religiösen Thematiken will der Comic nicht missionieren, sondern bleibt stets auf einer neutral informativen Ebene, welche neue Perspektiven, kleine Weisheiten und Denkansätze bietet. Gut geeignet erscheint die Konzeption sowohl für eingefleischte Comic – Fans, als auch für den Schulunterricht und alle (Religions-)Geschichtsinteressierte.


Fazit

Das Dritte Testament: Julius ist ein theologischer, philosophischer und vor allem literarischer Hochgenuss, der ein mehr als zu empfehlender Kauf ist. Alice, Dorison und Recht legen hier einen Comic – Auftakt vor, der den Leser auf eine spannende Reise durch die Geschichte des Juden- und Christentums nimmt. Durch sehr schöne Zeichnungen, sowie gut portionierte Texte können sich jegliche Sinne leiten und inspirieren lassen. Julius beweist das Erzählungen über vergangene Zeiten nicht immer staubtrocken sein müssen.


Pro/Contra

+ wunderschöne, atemberaubende Zeichnungen
+ spannende Geschichte
+ Handlung birgt immer Überraschungen
+ Lerneffekt
+ hochwertiges Papier

-Softcovereinband zu stabil und leider sehr anfällig für Fingerabdrücke

Bewertung:

Handlung: 5/5
Charaktere: 4,5/5
Zeichnungen: 5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 4/5


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Zuletzt aktualisiert: Mittwoch, der 02. Oktober 2019
 

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