Dienstag, 21. Mai 2019

Phantast (Download)

phantast21 weltenschoepferinnen

Neueste Kommentare

Ich habe eine frage zu dem Buch die sabrina hat die eigendlich denn max von der strasse geschupst ...

Weiterlesen...

Ich bin begeistert von Ihren Arbeiten als Kabarettists und Autor. Immer weiter so.
Hallo Jeronimus :) Ich habe die dunkle Edition gehört. Ich meine zu wissen, dass sich die zwei Editionen ...

Weiterlesen...

Hey Sniffu, ich gebe dir absolut recht. Vielleicht hätte ich die Hörbuchfassung erwähnen sollen. ABER ...

Weiterlesen...

Klings Werke wirken in erster Linie als Hörbuch. Die Bücher lesen sich wie Drehbücher - natürlich ...

Weiterlesen...

Undine (Benjamin Lacombe)
Geschrieben von Judith
Freitag, der 29. März 2013

Jacoby & Stuart (Februar 2013)
Aus dem Französischen von Edmund Jacoby
Hardcover mit Prägedruck
40 Seiten + 6 Pergamentseiten Seiten
€ [D] 22,95 | € [A] 23,60 | SFr 32,90
ISBN: 978-3-941087-21-7

Genre: Märchennovelle / Artbook


Klappentext

Betörend schöne und gefährliche Wassernixen bilden seit jeher den Stoff für romantische Geschichten voller Abenteuerlust gepaart mit der Bereitschaft zur Treue bis in den Tod. Benjamin Lacombe hat die alte Undine-Sage nachgedichtet und in dramatischen Bildern voller Leidenschaft eingefangen.


Rezension

Der Ritter Hans von Ringstetten hat sich verirrt, als er auf der Suche nach einem Geschenk für die Herzogstochter Ursula durch den Wald reitet. Ursula erschien Hans zwar zu stolz und er beachtete sie kaum, doch da sie eine Herausforderung aussprach, musste er dieser als Ehrenmann folgen. Als es Nacht wird und regnet, wird Hans von zwei alten Leuten aufgenommen, die eine wunderschöne und etwas kindische Pflegetochter haben: Undine. Feuerrotes Haar rahmt ihr zartes Gesicht und Hans verliebt sich unsterblich in sie. Undine wandelt sich in eine besonnene junge Frau und gesteht ihrem Hans nach der Hochzeit, dass sie ein Wassergeist ist, der keine Seele hat. Doch durch die aufrichtige Liebe eines Menschen kann sie eine Seele erhalten. Hans bleibt trotz dieser Offenbarung bei ihr und das junge Paar beschließt, auf der Burg Ringstetten zu leben. Dort erwartet sie Ursula, die mit Undine Freundschaft schließt – doch die Eifersucht droht, das junge Glück zu zerstören …

Undine ist in der Mythologie ein jungfräulicher Wassergeist, der zahlreiche Dichter, Geschichten- und Theaterschreiber inspiriert hat – unter anderem E. T. A. Hoffmann zu einer Oper und Christian Andersen zu seiner „Kleinen Meerjungfrau“. Benjamin Lacombe hält sich mit seiner Version an die Märchennovelle von Friedrich de la Motte Fouqué und illustriert die tragische Geschichte Undines mit gewohnt traumhaften und düsteren Bildern. Die Farben sind satt und dunkel, Grün- und Blautöne dominieren die Szenerien. Nur Undines Haar strahlt in dieser unheimlichen Atmosphäre in einem intensiven Rot. Wie schon in „Das Elfen-Bestimmungsbuch“ kommen auch in „Undine“ halbtransparente Seiten zum Einsatz, die wundersame Effekte in dieses Kunstwerk zaubern. Im Gegensatz zu „Schneewittchen“, das auch einige Schwarzweißzeichnungen enthielt, ist „Undine“ komplett farbig gehalten und lädt ein, inne zu halten und die phantastischen Bilder Lacombes zu bestaunen. Wer sich einmal in seine Kunst verliebt hat, wird auch dieses Buch lieben.

Die Geschichte selbst ist im Stil eines Märchens erzählt und nimmt einen tragischen Verlauf, der sich durch die unheilvollen Umstände bereits angedeutet hat. Undine als Wassergeist kann zwar mit einem Menschen zusammenleben und ihn lieben, doch andere Wassergeister wachen über sie und sobald Undine verletzt wird, werden diese Geister zornig. „Undine“ ist damit eher ein Märchen für Erwachsene, die einen Hang zum Düsteren haben. Der Text ist relativ groß gedruckt und auf den wenigen Seiten bleibt keine Zeit für Nebenhandlungen. Wie die Grimm’schen Märchen wird auch „Undine“ geradlinig erzählt. So schön Benjamin Lacombes Interpretation des Undine-Stoffes ist, für zukünftige Werke wünscht man sich wieder eine eigenständigere Geschichte wie in „Das Elfen-Bestimmungsbuch“.

Das Covermotiv zeigt Undine matt gedruckt auf glänzend gedrucktem Wasser, das dadurch aussieht, als würde es tatsächlich nass schimmern. Mit der Gestaltung wurde sich wieder viel Mühe gegeben und so ist auch „Undine“ eine kleine Entdeckungsreise, bei der die ohnehin grandiosen Bilder durch das Spiel mit den halbtransparenten Seiten aufgewertet werden. Diese werden gezielt an passenden Stellen eingesetzt und laden zum Hin- und Herblättern ein. Die Druckqualität der farbigen Bilder ist dabei ausgesprochen gut. Der Preis ist für ein so aufwändig gestaltetes Hardcover durchaus angemessen.


Fazit

„Undine“ ist ein düsteres und tragisches Märchen, das mit seiner leicht morbiden Atmosphäre verzaubert. Benjamin Lacombe zeigt auch dieses Mal sein ganzes Können und wer sich einmal in seine unheimlich-schönen Bilder verliebt hat, kommt hier voll auf seine Kosten. Ein wunderschönes Buch!


Pro & Contra

+ traumhafte Illustrationen
+ aufwändige und liebevolle Gestaltung
+ düstere, tragische Märchennovelle
+ unheimliche Atmosphäre

o relativ kurzes Vergnügen

Wertung:

Text: 4/5
Gestaltung: 5/5
Bilder: 5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 4/5


Rezension zu "Das Elfen-Bestimmungsbuch"

Rezension zu "Schneewittchen"

Rezension zu "Unheimliche Geschichten"

Rezension zu "Lisbeth, die kleine Hexe"

Zuletzt aktualisiert: Mittwoch, der 16. Oktober 2013
 

Kommentar schreiben

Sicherheitscode
Aktualisieren