The End of The World (Aoi Makino)

Tokyopop (April 2013)
Taschenbuch, 164 Seiten, 6,50 EUR
ab 13 Jahren empfohlen
ISBN: 978-3-8420-0717-8

Genre: Drama / Romance


Klappentext

Sei stark für Deine Liebe!

Mit dem Umzug in eine neue Stadt hofft Azusa, nicht mehr gemobbt zu werden. Doch auch in ihrer neuen Klasse ist Mobbing an der Tagesordnung. Darunter leidet vor allem Ryu, der sich aber nicht unterkriegen lässt! Aus lauter Furcht, erneut Opfer zu werden, wird Azusa die Freundin von Schullieblings Teppei, obwohl sie sich eigentlich von Ryus Charakterstärke angezogen fühlt. Als Azusa dank Ryu allmählich an innerer Kraft gewinnt, kommt es zur Katastrophe …


Rezension

Als Azusa eine Chatfreundin treffen möchte, entpuppt sich diese als erwachsener Mann, der ihr nur an die Wäsche will. Zum Glück kommt ihr Mitschüler Ryu vorbei und verjagt den älteren Herrn, indem er die Situation fotografiert und dem Älteren droht, seinen Ruf zu ruinieren. Azusa ist dankbar für die Hilfe, doch Ryu gibt sich kühl und blockt ab. Am nächsten Tag wird er in der Schule wieder einmal das Opfer einer Mobbingattacke, was Azusa tatenlos mit ansieht. Sie hat auf Grund ihrer eigenen Vorgeschichte zu viel Angst, Partei für ihn zu ergreifen. Schließlich wurde sie selbst lange Zeit gemobbt und musste deswegen sogar die Schule wechseln. Und so schaut sie nur zu, wie ausgerechnet ihr Freund Teppei Ryu misshandelt. Dabei möchte sie gar nicht wirklich mit Teppei zusammen sein, sondern den charakterstarken Ryu besser kennenlernen …

„The End of The World“ setzt das Thema Mobbing einfühlsam um. Azusa wirkt anfangs, als wäre sie nur eine von vielen schüchternen Mädchen, die lieber wegschauen. Doch schnell wird klar, dass sie selbst ein Mobbingsopfer ist und deshalb an ihrer neuen Schule um jeden Preis dazugehören will. Deswegen ist sie auch mit dem rücksichtslosen Teppei zusammen, der genau merkt, dass er das unsichere Mädchen in der Hand hat. Ryu wird Azusas Freund und dessen Clique systematisch fertig gemacht, er geht jedoch mit der Situation vollkommen anders um. Ryu erträgt die Attacken seiner Mitschüler mit stoischer Ruhe und richtet seinen Blick stets nach vorne. Dass sich alle über sein Interesse an Eisenbahnen lustig machen, stört ihn nicht – er mag sie eben und möchte sich nicht selbst verleugnen. Azusa bewundert ihn dafür und nach anfänglichen Missverständnissen entwickeln die beiden Gefühle füreinander.

Die zarte Liebesgeschichte wird jedoch mit weiteren Mobbingattacken und Teppeis Eifersucht zu einem mitreißenden Drama. Der Schulliebling will Azusa nicht aufgeben – nicht, weil er sie liebt, sondern weil er sich weiter mit ihr schmücken will. Und weil er es nicht gewohnt ist, etwas nicht zu bekommen. Für Ryu und Azusa scheint es keinen Ausweg zu geben, vor allem Azusa hat einfach zu viel Angst, um etwas gegen ihre vertrackte Situation zu unternehmen. Als sie sich doch noch ein Herz fasst, kommt es zu einer Katastrophe, mit der die Teenager vollkommen überfordert sind. Azusa kann sich ihren Eltern nicht anvertrauen, weil diese froh sind, dass sie endlich nicht mehr gemobbt wird. Dabei ahnen sie nicht, dass nun noch etwas viel Schlimmeres geschehen ist. Und auch Ryu ist einfach noch zu jung, um mit der Situation richtig umzugehen – wobei hier „richtig“ und „falsch“ schwer zu beurteilen sind.

Der Zeichenstil von Aoi Makino arbeitet shôjo-typisch mit feinen Linien und großen Augen, die die heftigen Emotionen gut transportieren. Azusa wirkt ein wenig zu weinerlich, allerdings steht sie stark unter Druck und ist schnell aus der Fassung zu bringen. Ryu hingegen macht meist einen nachdenklichen und mitfühlenden Eindruck. Man sieht beiden ihre Gefühle auf Anhieb an und oftmals reichen einzelne Blicke, um zu verstehen, was in ihnen vorgeht. Das Cover wirkt dabei kitschig, doch davon sollte man sich nicht täuschen lassen. „The End of The World“ überrascht mit Tiefgang und schildert die Gefühle junger Menschen glaubhaft und nah. Man fragt sich nur zwischenzeitlich, wie ein nettes und hübsches Mädchen wie Azusa Opfer von Mobbingattacken werden konnte – die Frage wird in einem kleinen Bonuskapitel beantwortet. Darin zeigt die Mangaka, dass oftmals ein kleines Missverständnis reicht und es quasi jeden treffen kann.


Fazit

„The End of The World“ handelt von Mobbing in der Schule und dem Dilemma der Opfer, die sich nur schwer aus diesem Kreislauf befreien können. Aoi Makino setzt die Thematik einfühlsam um und lässt den Leser sowohl Hoffnungsschimmer als auch tiefe Rückschläge erleben. Bereits im ersten Band eskaliert die Situation und wird zu einem traumatischen Erlebnis für die überforderten Teenager. Ein beeindruckender Auftaktband und der Beginn einer tragischen Geschichte, die unter die Haut geht.


Pro & Contra

+ Thema Mobbing einfühlsam umgesetzt
+ zarte Annäherung zwischen den Protagonisten
+ glaubhafte Darstellung der Emotionen
+ spannend und dramatisch
+ gefühlsbetonter Zeichenstil mit feinen Linien

- Cover unpassend kitschig

Wertung:

Handlung: 4/5
Charaktere: 5/5
Zeichnungen: 4/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 4/5


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