Freitag, 22. November 2019

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Calibans Krieg (James Corey)
Geschrieben von Dennis
Donnerstag, der 30. Mai 2013
alt
 
Heyne Verlag (April 2013)
Taschenbuch, 656 Seiten, EUR 14,99
ISBN: 978-3-453-52929-8
 
Genre: Science-Fiction
Klappentext

Wer gewinnt den Krieg im Weltall?

Die Menschheit hat die Himmelskörper unseres Sonnensystems besiedelt. Doch der Friede bröckelt, denn die Kolonien begehren gegen die Vorherrschaft der Erde auf. Auf dem Jupitermond Ganymed haben die Kämpfe schon begonnen, und dann wird auf der Venus auch noch ein fremdartiges Molekül entdeckt. Steht nun eine Invasion bevor? Das Schicksal der Menschheit steht auf Messers Schneide …
Rezension

Bereits mit dem Vorgängerroman „Leviathan erwacht“ hat James Corey gezeigt, dass er etwas von guter Science-Fiction versteht. Mit diesem Roman legte er einen soliden Grundstein für seine Trilogie, auf den er mit „Calibans Krieg“ aufbaut und das Potential seiner Ideen sogar noch besser umsetzen kann als im Vorgänger.
Dank dieser soliden Basis bietet „Calibans Krieg“ wieder einmal ein exzellentes Setting und die schon bekannten Charaktere – die Vorarbeit ist also geleistet und Corey kann sich voll und ganz auf die Handlung konzentrieren. Genau so wünscht man sich den Mittelteil einer Trilogie, der oftmals als undankbares Bindeglied zwischen Anfang und Finale sein Dasein fristet. Nicht so in diesem Band, in dem Corey eine intelligente und ungemein spannende Handlung mit einigen spannenden Ideen verbindet.

Im Zentrum der Ereignisse steht wieder einmal die Crew um Kapitän James Holden, die man schon kennen und schätzen gelernt hat. Und auch, wenn deswegen diese Charaktere schon „altbekannt“ sind, so kann doch der eine oder andere mit einer weiteren Entwicklung aufwarten – es ist also nicht so, dass sich Corey auf den gelungenen Charakteren des ersten Bandes „ausruhen“ würde, zumal er darüber hinaus drei weitere interessante neue Charaktere in den Ring schickt: Die stellvertretende Unterstaatssekretärin der UN, einen Biologen sowie eine Soldatin der Marsstreitkräfte.
Schon an dieser ungewöhnlichen Charakterkonstellation zeigt sich, dass Corey auch diesmal seine schon bewährte Methode des Handlungsaufbaus anwendet: Ausgehend von der „persönlichen“ Ebene eines jeden dieser drei Charaktere baut sich eine Rahmenhandlung von recht epischen Ausmaßen auf – jeder Charakter bringt eine andere, wichtige Perspektive in die Geschichte mit ein.
Noch immer ist nämlich das Rätsel um das sogenannte „Protomolekül“ ungelöst, das sich auf der Venus eingenistet hat und dort unerklärliche Phänomene hervorruft. Und auch die Spannungen zwischen Erde und Mars drohen immer weiter zu eskalieren.
Auf all diese spannenden und wichtigen Aspekte der Handlung bekommt der Leser einen sehr guten Einblick – denn mit besagten drei neuen Charakteren schafft Corey genau die Point-of-Views, die hierfür nötig sind. Ähnlich wie die Geschichte um die verschwundene Julie Mao in Band Eins steht diesmal der Biologe Praxdike Meng im Mittelpunkt der Geschichte: Seine Tochter wurde entführt, weswegen er Kapitän Holden und seine Crew um Hilfe bittet. Und auch, wenn es nicht vollkommen glaubwürdig erscheint, dass die Crew der „Rosinante“ einfach aus schierer Herzensgüte einem unbedeutenden Wissenschaftler helfen sollte, so ist das Resultat immerhin stimmig. Denn immer deutlicher wird, dass diese Entführung etwas mit dem Protomolekül und einer planetenweiten Verschwörung zu tun hat, die das Sonnensystem an den Rande des Zusammenbruchs bringen kann oder sogar schon dabei ist.
Parallel dazu eröffnet Corey dem Leser einen spannenden Blick auf die politische Ebene der Situation: Mit der stellvertretenden Unterstaatssekretärin Avasarala, die auf Seiten der UN – also der Erde – versucht, Licht in die verworrene Situation zu bringen, gelingt Corey ein weiterer guter Charakter, der vielleicht sogar so etwas wie der heimliche Star des zweiten Bandes ist: Als mürrische, alte Dame, die ihre immense politische Macht mit sehr viel Fingerspitzengefühl einzusetzen versteht, macht es einfach Spaß, sie bei ihren Winkelzügen zu beobachten.
Auch alle anderen Charaktere sind glaubwürdig – insbesondere die Entwicklung Kapitän Holdens fügt der durch Spannung geprägten Handlung eine besondere Note hinzu.

Bei all den gelungenen Charakteren ist es aber dennoch die überaus spannende Handlung, die dafür verantwortlich ist, dass dieser zweite Band den Ansprüchen des ersten gerecht wird. Von Raumschlachten über politische Intrigen bis hin zu klassischen Abenteuerelementen bekommt man viel Lesevergnügen geboten. Dabei kann Corey zwar das anfangs hohe Erzähltempo nicht über den gesamten Roman halten, ist jedoch stets weit davon entfernt, Langeweile zu verbreiten.
Gepaart mit einer anschaulichen und packenden Erzählweise ist dieser zweite Band also rundum gelungen und macht Lust auf das Finale.
Fazit

Ein „Mittelteil“ ohne Durchhänger: „Calibans Krieg“ von James Corey wird dem hohen Anspruch des Vorgängers gerecht und kann sogar noch zulegen. Die spannende Geschichte bleibt spannend, die gelungenen Charaktere entwickeln sich weiter und werden durch zusätzliche gelungene Charaktere ergänzt. Mehr kann man sich nicht wünschen.
Pro & Kontra

+ Wird dem Anspruch des Vorgängers gerecht
+ spannend und fesselnd
+ gelungene Charaktere
+ Setting

o Das anfangs hohe Erzähltempo kann nicht über das ganze Buch aufrecht erhalten werden

Wertung: sterne4

Handlung: 4/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 3,5/5
Rezension zu Band 1: "Leviathan erwacht"
Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, der 30. Mai 2013
 

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