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Der Mond ist nicht genug (A. Lee Martinez)
Geschrieben von Nicole
Donnerstag, der 06. Juni 2013

martinez a.l-der mond ist nicht genug

Piper Verlag, 1. Auflage, Juni 2013
Taschenbuch, 398 Seiten,
aus dem amerikanischen Englisch von Karen Gerwig
9,99 Euro [D] 10,30 Euro[A]
ISBN-13: 978-3-492-26882-0

Genre: Fantasy/ Humor


Klappentext

Einmal das Universum bitte – geschüttelt, nicht gerührt!

Diana hat endlich eine neue Wohnung gefunden: Top Lage, super Preis, diverse Extras. Zum Beispiel eine Jukebox mit all ihren Lieblingssongs. Und ein Monster im Schrank. Von dem hatte Diana allerdings keine Ahnung. Jetzt hat sie nicht nur den haarigen und vor allem hungrigen Vorm am Hals – nein, plötzlich obliegt es auch noch ihr, die Erde zu retten! Denn Vorm ist nicht das einzige Monster auf der Welt, und schon gar nicht das mit dem größten Appetit …

Die neue skurrile Horrorkomödie des amerikanischen Kultautors!


Der Autor

A. Lee Martinez wurde mit seinen phantastischen Romanen zum neuen Star der humorvollen Fantasy. Er lebt in Dallas, Texas, wo er schreibt, jongliert, Videospiele spielt und Zeitreisen unternimmt. Vielleicht ist er ein Geheimzauberer (das wäre allerdings geheim), und es könnte sein, dass er Gartenarbeit mag. Sicher ist jedoch, dass er Lebensläufe nicht ausstehen kann. Und eigentlich hat er auch keinen Spaß an Gartenarbeit. Alles andere an dieser Biographie ist aber absolut korrekt.


Rezension

Ein Sack Eier brach auf, und welpengroße Maden krochen den Flur entlang.
»Lass dich nicht von ihnen stören«, sagte West. »Sie werden als Nahrung gezüchtet, die sind völlig harmlos.«
Ein Trio Ameisen erschien, jede davon einen Meter zwanzig groß, sammelte die Maden ein und legte sie in Körbe.
»Drohnen«, sagte West. »Auch harmlos.«
»Und wie halten wir die Insekten-Apokalypse noch einen Tag auf?«, fragte sie.
»Wir reparieren den Boiler.«

Diana lebt den ganz normalen Wahnsinn.

Eigentlich war sie nur auf der Suche nach einer neuen Wohnung. Per Zufall stolperte sie dabei in das seltsame Apartmenthaus, unter der Verwaltung des Hausmeisters West, und findet das Traumobjekt: Klein, aber vollständig möbliert – inklusive Jukebox, TV und einem Kühlschrank, der sich selbst auffüllt. Der Haken wartet in Form eines alles verschlingenden Monsters im Kleiderschrank. Ablehnen kann Diana, als sie das erfährt, allerdings nicht mehr. Der einzige Weg, ihre Aufgabe als Wächterin des Verschlingers aufzugeben, ist, indem sie den Schrank öffnet und sich selbst verspeisen lässt!

Zwar schafft sie es diesem Schicksal zu entgehen, von nun an klebt ihr allerdings ein grünes, pelziges Monster an der Hacke, das ständig bestrebt ist, Dinge in eines seiner zwei Mäuler zu verfrachten. Diana muss erfahren, dass es nicht nur ein Universum gibt, sondern unzählige, zwischen denen sich immer wieder Risse auftun, durch die sich Monster wie Vorm in unsere Welt verirren. Je länger sie in der Wohnung bleibt und Bekanntschaft mit den anderen Bewohnern schließt desto mehr fallen ihr die Unstimmigkeiten in der Welt auf, darunter der Gott Fenris – ein riesiges Ungetüm, das des Nachts dem Mond hinterherjagt. In den meisten Fällen kann sich das Universum selbst reparieren, doch es kommt der Moment, wo Diana und ihr Anhang erkennen, dass, obwohl sie vielleicht nur winzigste Rädchen sind, sie dennoch benötigt werden, ihre Welt zu retten.

»Dritte Regel: Nicht den Hund streicheln«, sagte Mr. West.
Ein Welpe saß mit traurigen Augen vor einer der drei Türen im Flur. Er war weiß mit schwarzen und braunen Flecken und großen Schlappohren, und er jaulte, als sie vorbeigingen.
»Beißt er?«, fragte Diana.
»Nein.«
»Wem gehört er?«
»Er gehört zu Nummer Zwei«, sagte West, »aber der hat vor ungefähr einem Jahr die Kontrolle über ihn verloren. Jetzt hat er Glück, wenn der Hund ihn am Wochenende rauslässt, um einkaufen zu gehen.«

Der Mond ist nicht genug ist sicherlich ein ungewöhnliches Buch. Lässt man sich jedoch auf die Geschichte ein, erwartet einen ein skurriles Abenteuer angefüllt mit ungewöhnlichen Charakteren, witzigen Anekdoten und erstaunlich feinsinnigen zwischenmenschlichen Beobachtungen.

Martinez überzeugt sowohl durch Ideenreichtum als auch durch einen angenehmen Stil, wobei insbesondere die Monster, sei es Vorm in seinem Dauerhunger oder Smorgaz, der sich beständig selbst kloniert, oder der kleine Hund von Nachbar Chuck, welcher nicht mehr aus seiner Wohnung darf, begeistern. Ihre Weltsicht sowie die lustigen Dialoge zaubern ein ums andere Mal ein Lächeln auf die Lippen der Leser. Ebenso detailreich wie die einzelnen Monster sind aber auch die verschiedenen Elemente der Universen, wobei Dianas Aktionen mit dem Hausmeister West zu den witzigsten Aktionen des gesamten Buches zählen dürften.

So treibt Martinez die Handlung locker voran, bietet zwischendurch das ein oder andere Bild, ohne den Leser zu überfordern und bleibt vor allem erstaunlich wertfrei. Das Ende gestaltet sich auch dementsprechend überraschend und bietet nicht den üblichen Kampf Gut gegen Böse.


Fazit

Der Mond ist nicht genug bietet einen ansprechenden Genre Mix aus Fantasy, Phantastik und Humor, wobei die Skurrilität der Monster und Ideen vielleicht nicht jedermanns Geschmack trifft. In 30 kurzen Kapiteln erzählt A. Lee Martinez die Geschichte der jungen Diana, die unfreiwillig aus der Normalität unserer Welt gerissen wird und die Verantwortung bekommt, für Besucher anderer Welten, respektive destruktive Monster, zu sorgen.


Pro/Contra

+ Ideenreichtum und Witz
+ Charakterdesign
+ humorvolle Sicht der Welten
+ kein typisches Gut gegen Böse

o spezielle Art von Humor

Bewertung: sterne4.5

Charaktere: 5/5
Handlung: 4,5/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 4,5/5

Zuletzt aktualisiert: Freitag, der 07. Juni 2013
 

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