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Das Mädchen mit dem Stahlkorsett (Kady Cross)
Geschrieben von Nicole
Mittwoch, der 24. Juli 2013

cross k-das maedchen mit dem stahlkorsett

Heyne Verlag, 1. Auflage, April 2013
Taschenbuch, 464 Seiten,
OT: The Girl in the Steel Corset
aus dem Amerikanischen von Jürgen Langowski
8,99 Euro [D] 9,30 Euro [A] CHF 13,50*
ISBN-13:978-3-453-31464-1

Genre: Fantasy/ Steampunk/ Jugendbuch


Klappentext

Die beste Heldin aller Zeiten

Finley Jayne ist sechzehn Jahre, das stärkste Mädchen Englands und manchmal auch ganz schön einsam.  Doch als sie Griffin begegnet, wird sie plötzlich gebraucht, denn Griffin und seine Freunde kämpfen in den Straßen Londons gegen Verbrecher. Da kommen Finleys Superkräfte gerade Recht. Vor allem als die Freunde eine Verschwörung aufdecken, die die ganze Welt in Gefahr bringt …


Die Autorin

Schon von klein auf war es Kady Cross' (Pseudonym von Kathryn Smith) größter Wunsch, Schriftstellerin zu werden, wobei die Fantasy u.a. schon früh eine große Rolle spielte. Wenn sie nicht gerade schreibt, verbringt Kady Cross ihre Zeit mit lesen oder der Herstellung ihres eigenen Make-ups. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und einem ganzen Rudel Katzen in Connecticut.


Rezension

Finley Jayne ist zerrissen: neben der netten, wohlerzogenen Sechzehnjährigen, die ihren Platz in der Gesellschaft kennt und keiner Fliege etwas zuleide tun möchte, gibt es da noch die andere, dunkle Finley. Diese übernimmt immer dann, wenn das Mädchen bedroht wird, Angst oder Wut aufwallen. Wenn die dunkle Seite regiert, entwickelt Finley übermenschliche Kräfte und Reflexe. Leider kann sie das andere Ich nicht kontrollieren, und so sorgen die Ausschreitungen der anderen dafür, dass sie ein ums andre Mal ihre Anstellung verliert. Es ist ein solcher Moment – Finley musste sich gerade den sexuellen Avancen des Sprösslings ihres Arbeitsgebers „erwehren“, als sie bei ihrer überstürzten Flucht dem Veloziped (Motorrad) von Griffin King vor die Lenkstange läuft. Griffin, 18 und Herzog, hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Königreich und Königin Victoria zu schützen. Ihm zur Seite stehen dabei nicht nur ungewöhnliche Fähigkeiten wie die Manipulation des Äthers, sondern auch eine Gruppe treuer Freunde, die ebenfalls ein Geheimnis umgibt. Der junge Herzog spürt, dass auch Finley nicht so normal ist, wie sie auf den ersten Blick scheint, er gliedert sie, trotz Widerspruch, in seine Gruppe ein – eine weise Entscheidung, denn das Empire und die Monarchie wird von einem ungewöhnlichen Verbrecher bedroht, der als Maschinist Automaten zu seinem Zweck zu manipulieren vermag.

Das Mädchen mit dem Stahlkorsett, Finley, übernimmt zwar den größten Teil der Erzählperspektive, aber auch Griffin und Sam, Griffins bester Freund, erhalten etwas Raum, um die Geschichte näher zu beleuchten. Der Einstieg in die Charaktere fällt schwer, denn oftmals verhalten sich die jungen Menschen zu erwachsen, bzw. weisen Fähigkeiten und Kenntnisse auf, die jahrelanges Training oder Studium erfordern. So operiert die 16jährige Emily am offenen Herzen und entwirft die erstaunlichsten Maschinen, während Griff und die anderen Jungs in seinem Team Experten im Nahkampf sind und offenbar die einzigen fähigen Ermittler im britischen Empire, die in der Lage sind, den Maschinisten aufzuspüren. Dementsprechend kann man hier charaktertechnisch keine großen Sprünge erwarten, Klischees werden bedient und auch eine Dreiecksgeschichte, die nur aufgrund von Finleys dunkler Seite einen gewissen Charme aufweist, dann aber schnell abflacht, trübt den Lesegenuss.

Lässt man sich allerdings auf diese Dinge ein, bereitet einem die Steampunk-Geschichte erstaunlich gute Unterhaltung. Cross verbindet hier alte Klassiker, wie Mary Shelleys Frankenstein und die Novelle um Jeckyll und Dr. Hyde von Robert L. Stevenson, vor einem viktorianischen London des 19 Jahrhunderts, welches durch die Entdeckung seltsamer Organellen und Erze aus dem Erdkern, von Automaten und technischen Wundern nur so wimmelt. Alles ist düster, grau und etwas schmutzig – also die perfekte Landschaft für perfide Machenschaften und eine ordentliche Portion Action.

Der Maschinist bleibt bis zum Ende hin bedeckt, arbeitet aber daran, das Dreamteam um Griffin King auseinander zu bringen. Obwohl für den Leser anhand so einiger Indizien recht schnell deutlich wird, vorauf sein Plan abzielen könnte, tappen die jungen Ermittler, trotz ihrer Intelligenz, ziemlich lange im Dunkeln. Diese Zeit wird aufgefüllt mit Training, denn Finley versucht, ihre Seiten in Einklang zu bringen, Zwistigkeiten im Team sowie der Hintergrundgeschichte, woher die jugendlichen ihre Fähigkeiten haben. All dies immer wieder unterbrochen von Kämpfen mit den Schergen des Maschinisten, und auch die ehrwürdige Königin Victoria selbst erhält einen Gastauftritt. Unterhaltung wird also geboten.

Dennoch bleibt eine leichte Irritierung, die hauptsächlich auf dem Zusatzmaterial der Taschenbuchausgabe beruht. In diesem Prolog, der knapp 100 Seiten umfasst, wird Finleys Vorgeschichte aufgedeckt und hier gelingt Cross, was im Hauptteil schwer fällt, nämlich eine deutliche Sympathie zum Charakter Finley aufzubauen. Der Prolog selbst liest sich äußerst spannend und unterhaltsam, bietet allerdings Ecken, an denen man sich in der Hauptgeschichte stört, vor allem im Bezug auf Finleys dunkle Seite, deren Fähigkeiten und Finleys Kontrolle über diese. So merkt man deutlich, dass diese Vorgeschichte nachträglich verfasst wurde.


Fazit

Mit Das Mädchen mit dem Stahlkorsett liefert Cady Cross einen Steampunk-Roman, der sich hauptsächlich an junge Leser richtet. Ein deutlich überproportional befähigter Charakterstamm aus Jugendlichen, Freundschaftsdramen und eine Dreiecksbeziehung trüben eine ansonsten spannende Geschichte, um eine zwiegespaltene Persönlichkeit mit erstaunlichen Fähigkeiten, die in einen Kampf um die Herrschaft des britischen Empires verwickelt wird.


Pro/Contra

+ Grundidee
+ das viktorianische London als Setting
+ Finleys dunkle Seite
+ Ende bietet gute Überleitung zum zweiten Teil

o Dreiecksbeziehung

- Charaktere sind unrealistisch mit Talenten und Fähigkeiten ausgestattet
- Charaktere bleiben etwas blass

Bewertung: sterne4

Charaktere: 3,5/5
Handlung: 4/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 4/5

Zuletzt aktualisiert: Mittwoch, der 24. Juli 2013
 

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