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Hyperdrive - Mantikor erhebt sich (Horus W. Odenthal)
Geschrieben von Maria
Mittwoch, der 18. September 2013

Verlag: Kindle Edition
E-Book: ca. 565 Seiten, € 4,99
Sprache: Deutsch
ASIN: B00CKK0CRO

Genre: Science-Fiction


Klappentext

Die Menschheit hat sich im All ausgebreitet und ist in eine heterogene Vielfalt unterschiedlicher Staaten und Machtblöcke zerfallen. „Hyperdrive“ erzählt die Geschichte einer Reihe von Menschen, deren Schicksale sich im Angesicht des bevorstehenden Krieges miteinander verknüpfen.
Sam B. bezeichnet sich selber als „Krisenmanagerin mit robuster Kompetenz“.
Als sie einen neuen Auftrag annimmt, weiß sie nicht, worauf sie sich einlässt.
Der Mann, den sie aus feindlicher Gefangenschaft befreien und rekrutieren soll, ist ein berüchtigter Aufrührer mit charismatischer Persönlichkeit. Er ist eine lebende Zeitbombe, die leider genau in dem Moment zu explodieren droht, wo sie in Sam B.s Leben tritt


Rezension

Mit erkennbarem Engagement und ausführlicher Detailarbeit hat Horus Odenthal in seiner Hyperdrive - Reihe ein umfangreiches Science-Fiction Szenario entworfen, welches eine Menge Raum und Potenzial für spannende Unterhaltung bietet. Um so bedauerlicher erscheint es, dass bei der Umsetzung derart vieles schiefgegangen ist.

Zu Beginn sieht sich der Leser völlig unvermittelt in eine Handlung mit diversen fremdartigen Bezeichnungen geworfen, die er in keiner Weise durchblickt. An sich nichts Schlechtes, sofern die notwendigen Erklärungen zügig nachgereicht werden. Das ist hier nicht der Fall, vielmehr schleppt sich der Anfang eher zäh dahin, während man auf erste essenzielle Informationen vergeblich wartet. Dafür wird das Aussehen eines Zimmers, ein vollkommen nebensächlicher Schauplatz, der später nie wieder betreten oder auch nur erwähnt wird, in aller Ausführlichkeit beschrieben.
Dieses Phänomen, Unwichtiges oft und gerne ellenlang und bis ins kleinste Detail auszuwalzen, während Wichtiges gar nicht oder nur sehr kurz angesprochen wird, zieht sich durch die gesamte Geschichte und macht es dem Leser extrem schwer, in die Story hineinzufinden und ihr zu folgen. Beinahe unumgänglich sowohl für das globale Verständnis als auch für die zahllosen technischen Begriffe ist deswegen ein Blick in den Anhang und ins Glossar ganz am Ende des Buches. Allerdings ist nicht jeder gewillt, ständig hin- und zurück zu ‚blättern‘, was bei einem E-Book nicht nur ziemlich umständlich ist, sondern extra zulasten des Akkus geht. In der Belletristik sollte zudem ein Roman ohne zusätzlichen Erklärtext problemlos verständlich sein.
Im weiteren Verlauf der Story finden sich dann einige ausführlichere Erklärungen, in denen dem Leser die komplexen Zusammenhänge der dortigen Geschichte, Wirtschaft und Politik nähergebracht werden. Jedoch wurden diese nicht lebendig und in verdaulichen Portionen an den passenden Stellen in den Plot hineinverwoben, sondern als kompaktes Schwergewicht im Lexikon-Stil präsentiert. Diese gelegentliche Informationsflut wirkt eher erschlagend als informativ und liest sich leider staubtrocken.

Ein eigenartiger Mix aus gelungen und missglückt findet sich bei der Art, Dinge, Personen und Örtlichkeiten zu beschreiben. Mit Vorliebe beginnt ein derartiger Satz mit ‚Etwas war‘ - und dann prasselt eine Flut von Adjektiven auf den Leser ein. Auf diese Weise wirken die Sätze, als wären sie mit Eigenschaftswörtern regelrecht gemästet worden, was den Schreibstil unelegant und wenig ausgereift erscheinen lässt. Auch die zweite Hauptaufgabe der Beschreibungen, nämlich Stimmung zu vermitteln, bleibt dabei in weiten Teilen auf der Strecke.
Im Gegenzug nutzt der Autor genauso häufig eine recht ausgefallene Metaphorik, die sich meist passend, originell oder sogar witzig liest:
"... genug um ihre Sinne in der Illusion steriler Überschärfe klirren zu lassen."
Unglücklicherweise hat Odenthal es damit übertrieben und derartige Wendungen zu oft zu sehr verschachtelt und mit zu vielen kunstvollen Schnörkeln versehen verwendet. Dadurch wirkt der Witz gezwungen und die Originalität bekommt den Touch des gewollt auf Anspruch Getrimmten, so als ob der Autor in seine eigenen Satzkreationen verliebt wäre:
"Ein scharfer Spalt, ein Schacht zwischen Augenblicken, durch den eine Sturzflut von Sub-Sinneseindrücken auf sie herabprasselte, wie zerhackt und kondensiert in einem einzigen lichthellen Stoß, der mit mörderischer Gewalt gegen Boden zuckte."
Kein Stilmittel verträgt es, überstrapaziert zu werden, zudem bilden diese beiden Methoden keine harmonische Einheit, vielmehr rücken sie gegenseitig ihre Schwächen deutlich ins Rampenlicht.
Etliche Mankos finden sich auch im Schreibstil, der mit zahllosen Wort- und Ausdrucksdopplern, Wiederholungen bereits bekannter Sachverhalte, Kommafehlern, einer Vorliebe für Lieblingswörter, gelegentlichen Rechtschreibfehlern, Umgangssprache im Erzähltext und grammatikalischen Schnitzern aufwartet. Der Hang zu verschachtelten Bandwurmsätzen in möglichst gestelzter Ausdrucksweise tut ein Übriges, um den Lesefluß zäh und langatmig zu gestalten:
"Sie deutete in die Runde, wo sich die Truppe entweder auf dem zerschlissenen, roten Sofa geräkelt hatte, rittlings auf einem Stuhl saß oder sich an das antike Spielgerät lehnte, das er ‚Flipper‘ nannte."

Eine echte Enttäuschung stellt die Handlung dar, genauer gesagt das Fehlen einer solchen.
Tatsächlich geschieht bis zum großen Showdown gegen Ende nur sehr wenig, beziehungsweise erfährt man irgendeinen Stand der Dinge fast immer nur aus zweiter Hand. Bei unzähligen Zusammenkünften, Essen, Kaffeepausen und sonstigen Konferenzen wird dann besprochen, was gerade wo passiert ist, was man als Nächstes zu tun gedenkt oder was man gerade unternommen hat. Gelegentlich wären derartige Einlagen in Ordnung, als Hauptbestandteil der Geschichte jedoch hinterlässt es das Gefühl, am wirklichen Geschehen vorbei zu lesen. So als ob man nur den schalen Aufguss einer eigentlich hochspannenden Angelegenheit serviert bekäme, was auf die Dauer erheblichen Lesefrust verursacht.
Miterleben, Mitentdecken, Mitfiebern? Das, was in der Unterhaltungsliteratur die Seele einer guten Story ausmacht, ist hier Mangelware.
Beispielsweise die Freundin der Protagonistin, die plötzlich spurlos verschwunden ist. Das wird in zwei Sätzen abgehandelt, sie ist da und da gesehen worden, vermutlich ist ihr das und das passiert. Ende der Begebenheit.
Oder bei einem Treffen in einer Kneipe verfolgt die Heldin eine geheimnisvolle Rebellengruppe hinaus in ein zwielichtiges Viertel, und der Leser freut sich auf endlich ein bisschen Spannung. Leider vergebens, denn umgehend verliert sie die Truppe aus den Augen, gibt auf und ergeht sich stattdessen - zum wiederholten Mal - in tiefschürfendes, gedankliches Wiederkäuen über die Mehrdeutigkeit der örtlichen Sprache und wie schwer hier doch alle zu fassen sein würden. Die aufkeimende Spannung wurde wieder einmal erfolgreich abgewürgt und langsam aber sicher entsteht dabei mehr als nur Frust beim Lesen.
Exzessive Gedankenmonologe sind ein Markenzeichen der Personen, die mit Vorliebe ausgiebigst herumgrübeln und dabei nicht selten bereits bekannte Sachverhalte erneut abhandeln.
Ansonsten bleiben die Charaktere eigenartig farblos, es bilden sich keine markanten Persönlichkeiten heraus und die Nebenfiguren wirken beinahe gegeneinander austauschbar. Auch wenn sie alle gelegentlich mit Kraftausdrücken um sich werfen (kein Problem, das passt), bedienen sie sich größtenteils alle aus demselben Ausdruckspool, was der Individualität auch nicht zugutekommt.
Über Samantha Bergström, die Protagonistin, erfährt man diverse Einzelheiten aus ihrem Leben; welche sich ziemlich belanglos und wenig interessant lesen. Sie wirkt außerdem in ihrem Beruf als Fehlbesetzung und handelt nicht immer logisch. Auf einem Planeten mit Mafia-ähnlichen Gesellschaftsstrukturen wundert sie sich über die rauen Methoden und wird nicht damit fertig, dass es lebensgefährlich sein kann, den örtlichen Bossen gegenüber zu nassforsch aufzutreten. Letzteres stellt ein Schlüsselerlebnis dar, und als Leser wundert man sich schon, was die Frau eigentlich erwartet, warum sie so etwas weder gewohnt ist noch vorausgesehen hat und wie sie es überhaupt so lange in diesem Job erfolgreich ausgehalten hat. Auch die restliche Galaxis scheint schließlich kein Kaffeekränzchen zu sein, bei dem sich alle lieb haben.
Im letzten Viertel nimmt die Sache dann ein wenig Tempo auf und es gibt endlich auch etwas Action, doch die Aufgaben und Probleme lassen sich viel zu einfach lösen. Man marschiert beispielsweise gemütlich in eine hoch gesicherte Datenzentrale, klaut dort diverse Informationen und marschiert genauso unbehelligt wieder hinaus. Überraschende Wendungen passieren so gut wie keine, und dass ein Verräter sein Unwesen treibt, ist genauso vorhersehbar wie dessen Identität.
Zum Schluss bleibt alles offen und driftet auf eine Fortsetzung zu, in der es mit den Abenteuern von Samantha Bergstöm und ihrer Crew wohl weitergehen wird.


Fazit

Ein unglaublich komplex ineinander verschachteltes Weltengefüge, in dem erkennbar viel Arbeit und auch Herzblut steckt, bildet den Rahmen für eine Handlung, die leider kaum unterhaltsam, langatmig und anstrengend zu lesen ist und darüber hinaus sehr viele Schnitzer enthält.


Pro & Kontra

+ ausführlich konzipierte Welten
+ wunderschönes Cover

- kaum Handlung
- schlechte Einführung in das Geschehen
- Erklärungen halten mit dem Plot nicht Schritt
- Glossar zum Verständnis essenziell
- Unwichtiges wird zu sehr ausgewalzt
- unausgereifter, langatmiger Schreibstil
- Längen und Bandwurmsätze
- kaum Spannung
- Wiederholungen bereits bekannter Sachverhalte
- Wort- und Ausdrucksdoppler
- Komma- und Rechtschreibfehler
- Grammatikschnitzer
- Charaktere farblos und nicht immer logisch
- vorhersehbar

Wertung:

Handlung: 1/5
Charaktere: 1,5/5
Lesespaß: 1/5
Preis/Leistung: 2,5/5

Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, der 19. September 2013
 

Kommentare  

#8 Tiefgründig die zweiteMaarten 2013-10-07 11:20
Lems Tiefgründigkeit mit einer Pfütze zu vergleichen, hat mich schlecht schlafen lassen. Ein ganz schön schiefes Bild. ;-)

Um es klarer zu machen: Lem stellt das, was er verdeutlichen will, in den Vordergrund. Macht es zum Focus der Handlung, der Leser kann unmöglich daran vorbeisehen. Das, was er in den Vordergrund stellt, ist natürlich sehr tiefgründig, seine Geschichten selbst literarisch gesehen aber nicht. Wenn Du in dieser Hinsicht von Holzhammer sprichst, dann ist Lem der mit dem Holzhammer. Odenthal hingegen ist subtil, anscheinend zu subtil, schließlich ist Dir einiges entgangen.

Odenthals Welten sehe ich eher als Fraktale. Seine Thesen finden sich in allen Ebenen wieder. Ein paar Stellen hatte ich bereits im letzten Post angesprochen. Aber seine Thesen kommen natürlich auch in der vordergründigen Handlung zum Tragen. Z.B. bei der Befreiungsseque nz, bei der eine Kulisse aufgebaut wird. Und Walser beweist, die Wahrheit dahinter erkennen zu können. Oder beim Sprenggürtel des Attentäters. Bei dem Samantha ebenfalls in der Lage ist, die Wahrheit dahinter zu erkennen. Aber eben auch in Details, wie den Möbeln der Zimmerszene, die hinter ihrer polierten Oberfläche auch nur Gebrauchsgegens tände sind. Oder wenn ein einzelner Attentäter mit einem Schwert 8 mit Schusswaffen bewaffnete Bodyguards erledigt. Es gibt unzählige Beispiele. Oder eben auch in verwendeten Metaphern (sie sind tatsächlich nicht witzig). Die Abgrenzung zwischen 'wie sieht es aus' und 'wie ist es tatsächlich' wird hier auf allen Ebenen wiederholt. Und fast immer ist eine Illusion beteiligt, eine Kulisse, die von dem eigentlichen Kern ablenkt. Ich kannte das vorher nicht, dieses unaufdringliche , subtile Einweben eines Themas auf allen Ebenen inkl. der Sprache. Und schon gar nicht in einem Trivialgenre.

Wenn einem das nicht auffällt, ok, dann sagt einem Hyperdrive womöglich nicht viel. Dann hat Odenthal sich lediglich unnötig schwere Rahmenbedingung en auferlegt, die ihm beim Schreiben einer spannenden Geschichte in den Weg stehen.

Natürlich wird Deine Rezension dem Buch gerecht, schließlich ist jede Rezension subjektiv und sie spiegelt Dein Leseerlebnis offensichtlich wieder. Aber vielleicht konnte ich ein bisschen verdeutlichen, was ich in Hyperdrive sehe und warum ich von diesem Buch so begeistert bin.
#7 SorryMaarten 2013-10-06 22:19
Sorry, Minkey. Der Beitrag ist von mir. Ich bekam beim ersten Abschicken einen Fehler, beim zweiten Versuch war es hier turbulent und gleichzeitig war ich in Gedanken und habe mich gefragt, ob von Dir noch was kommt. Dabei muss ich Dich unter dem Namen eingetragen haben. Sorry, kommt nicht wieder vor.
#6 Letzter BeitragMinkey 2013-10-06 14:29
Der letzte Kommentar war nicht von mir. Bitte ein eigenes Pseudonym verwenden. Danke!!!
#5 Tiefgründig...Maarten 2013-10-06 13:34

gn: right;">(Autor: Maarten)


@Maria: Deine Sicht ist natürlich für Dich richtig und damit ist das Buch aus Deiner Sicht schlecht. Du meinst aber Deine Sicht auf dieses Buch objektivieren zu können. Gleichzeitig zeigt Deine Rezension und auch Deine jetzige Reaktion aber, dass alles was Hyperdrive ausmacht, nicht zu Dir durchgedrungen ist.

Ob man die Sprache als gelungen oder nicht empfindet, ist im Fall von Hyperdrive Geschmackssache . Ja, Odenthal hat eine eigenständige Stimme, schreibt weitab von der üblichen Sprache, die in möglichst knappen, flüssigen Sätzen die Handlung vorantreibt. Das muss man nicht mögen. Mir gefällt das besonders. Das ist wie bei Tom Robbins: Man liebt ihn oder man hasst ihn, dazwischen gibt es wenig.

Was die Tiefgründigkeit angeht: Nimm z.B. Lem, den ich großartig finde. Lem kann wie kein anderer philosophische Thesen und logische Parodoxien in Geschichten erlebbar machen. Bei ihm findet die Verarbeitung direkt im Vordergrund statt, er schreibt nicht literarisch/met aphorisch wie Odenthal.

Spricht man von tiefgründiger Literatur, dann ist Lem im Vergleich zu Odenthal etwa eine Pfütze im Vergleich zu einem See. Was ich weder als Abwertung von Lem noch als Aufwertung von Odenthal sehe, sondern lediglich als Verdeutlichung des Unterschieds. Und auch wenig damit zu tun hat, wieviel die Lektüre bei dem Leser in Bewegung setzt (Lem bei Dir offensichtlich viel mehr als Odenthal). Odenthal vorzuwerfen, dass Du seinen Ozean ledliglich oberflächlich betrachtest und dann alles gleich aussieht, ist aus Deiner Sicht sicherlich richtig, wird dennoch Odenthal in keiner Weise gerecht.

Der von Dir aufgeführte Verräter ist ein relativ einfaches Beispiel. Natürlich ist der Verräter keiner. Minkey hat Recht: Bei Hyperdrive ist nichts, wie es an der Oberfläche aussieht. In diesem Beispiel ist das recht einfach zu sehen, es wundert mich deswegen tatsächlich auch, dass Du hier von einem Verräter sprichst.

Für Leser, die das Buch noch lesen wollen: Ich werde jetzt SPOILERN. Bitte nicht weiterlesen...

=============== =============== =============== ===

Der Verräter ist nie einer gewesen. Die Stelle, die Du zitierst, zeigt das deutlich. Der "Verräter" ist gegenüber Giebra loyal und letztlich vor allem ihm verpflichtet, ansonsten versucht er nur sich durch die Situation zu lavieren. Er wird sowohl durch die Rebellen, als auch durch die UON erpresst, für sie zu arbeiten. Er arbeitet für sie, indem er ihnen Informationen gibt, von denen er glaubt, dass sie nutzlos sind. Dennoch führt eine dieser Informationen entgegen seiner Intention dazu, dass Dugan gefangengenomme n wird. Dadurch gewinnt die UON an Macht über ihn. Er ist eine tragische Figur.

Wenn man, wie Du es machst, die Charaktere von Hyperdrive aus weiter Höhe betrachtet, mag man zu der Einschätzung kommen, dass sie alle gleich charakterisiert sind, irgendwie zerrissen. Letztendlich zeigt das lediglich, dass Du keine Lust hattest, den Charakteren nachzuspüren. Samantha, Giebra, Dodo, Kike, Revaid, Kaitar usw. sind sehr sehr unterschiedlich charakterisiert .

Walser und Dugan sind die Ausnahme: Sie besitzen einen sehr ähnlichen und extremen Charakter, dies ist auch zur Verdeutlichung von Odenthals Thesen notwendig, da er die Auswirkung ihrer Umgebung verdeutlichen will. Beide wirken nicht zerrissen, sondern sehr zielgerichtet und verfolgen Ziele, die sie zu Feinden machen. Tatsächlich ist aber Dugan in sich ruhend und strahlt in jeder Situation eine äußerste Selbstsicherhei t aus. Walser ist ebenfalls selbstsicher, intelligent, charismatisch. Dennoch gibt es einen entscheidenen Unterschied zwischen Walser und Dugan: Walser ist unglücklich (z.B. sehr deutlich bei seinem Traum in Dramenform), opfert sich selbst dem ständigen Aufstiegskampf in einer Hierarchie (Sehr deutlich in seiner Beziehung zu seinem Vorgesetzten General Huybrechts, den er immer als Schuhputzjunge bezeichnet), stellt seine Kompetenzen einem Apparat zur Verfügung, dessen Ziele er übernehmen muss, auch wenn sie nicht seine eigenen sind. Dugan hingegen bezieht seine Kraft aus der Selbstverwirkli chung. Verfolgt seine eigenen Ziele, übernimmt Verantwortung nicht, weil er einen Posten hat, sondern weil es seinen Fähigkeiten entspricht. Dieses Leitthema wird in Hyperdrive in unzähligen Details, wie auch im Aufbau gespiegelt.

Odenthal diskutiert in Hyperdrive u.a. unterschiedlich e Gesellschaftsfo rmen und wie sie sich auf die Ethik des Menschen darin auswirken.

UON und die Anthrochora spiegeln diese Thesen genauso wie Kronos und Baijaku, das UON-Militär und die Rebellen, Walser und Dugan. Doscani spricht in diesem Zusammenhang von dem Unterschied zwischen Ämterdemokratie und Delegationsdemo kratie.

Folgt man Odenthal, dann sieht er es als Voraussetzung für eine Verbesserung der Gesellschaftsfo rmen an, dass Menschen in der Lage sind, die Mechaniken hinter dem Vordergrund zu erkennen. In Hyperdrive zeigt er es uns am Beispiel von Dugan. Gleichzeitig verdeutlicht er in Dugan auch die Verantwortung und die Macht des Einzelnen, nicht nur bezüglich seines eigenen Glücks, sondern auch bzgl. der Gesellschaft. So sagt Doscani in Bezug auf Dugan: "Dass Menschen zu einer gegebenen Zeit an einem bestimmten Punkt stehen, kann den Lauf von Gesellschaften beeinflussen."

Dieser Satz spiegelt sich z.B. auch im Lieblingsgedich t von Dugan:
"Die Klinge meines Schwerts trennt Vergangenheit von Zukunft und ist doch nichts, ein Glitzern, das schon war und kaum erinnert: doch aus dem Schnitt strömt Blut."

Samantha ist die Identifikations figur des Leser. Hyperdrive ist ein Entwicklungsrom an. Samantha erfährt zunächst die Eigenschaften einer hierarchischen, auf Ämter ausgerichteten Gesellschaftsfo rm auf Kronos. Platt gesagt: es geht darum seinen Posten zu erkämpfen und dabei Ziele zu verfolgen, die einem vorgegeben werden. Wenn die Kronos-Episode damit beim Leser ein ungutes, unbefriedigende s Gefühl auslöst, dann hat Odenthal offensichtlich das erreicht, was er beim Leser vermitteln wollte.

Baijaku ist das Gegenteil davon, eine freie Gesellschaftsfo rm in der jeder seine eigenen Ziele verfolgt und verwirklicht. Notwendig ist aus Odenthals Sicht dazu eine gehörige Portion Selbstreflektio n und Erkennen der hintergründigen Mechanismen. Samantha ist weiterhin die Identifikations figur des Lesers. Sie ist überfordert mit dieser neuen Situation, ist im Gegensatz zu Giebra nach wie vor nicht in der Lage hinter die Kulissen zu schauen, möchte weiter agieren, wie sie es von Kronos gewöhnt ist.
Die unterschiedlich en Sichtweisen von Samantha und Giebra findet sich z.B. wunderbar in dieser Leseprobe wieder:
http://www.goodreads.com/story/show/320593-hyperdrive

In der Leseprobe wird der Hack von Giebra in Cyberspace-Mani er geschildet. Tatsächlich steht Giebra für den hintergründigen Leser bzw. Menschen, der die eigentlichen Themen/Thesen versteht und ein Buch oder auch die Welt in einer ganz anderen Sicht sieht.
Samantha hingegen verbleibt im vordergründigen , fühlt sich dann im weiteren Kapitel von der vordergündigen Handlung angezogen und fasziniert, während Giebra dort möglichst schnell flüchten möchte.
Für mich ist z.B. diese Stelle ganz große Kunst. Gänsehaut...
Und es gibt vieles in dieser Art in Hyperdrive.

Odenthal möchte mit Hyperdrive u.a. den Leser von dieser vordergründigen Art zu Denken zu einer hinterfragenden , hintergründigen Art bringen. Dies spiegelt sich z.B. auch im Buch, das Samanatha bei der Anthrochora findet:
"Auf dem Tisch im Wohnzimmer fand sie ein wunderschön gefertigtes, handgebundenes interaktives Buch. Sie schlug es auf, fand den Stift in der Schlaufe des Rückens, schrieb versuchsweise auf den Seiten und stellte, als daraufhin Artikel zu den von ihr geschriebenen Stichworten erschienen, fest, dass sein Synthopapier sowohl über eine Output- und Inputschicht verfügt, sie darüber Informationen erhalten aber auch eigene Gedanken festhalten konnte."

Ohne Zweifel ist Hyperdrive genau dieses Buch. So sehe ich es auch nicht als Zufall an, dass in Hyperdrive die Hyperdrive-Sprü nge eben nicht über Wurmlöcher erfolgen. Es geht hier um einen ganz anderen Sprung. In diesem Zusammenhang ist es z.B. wesentlich wie die Menschheit zu dieser Technik kam und wie sie funktioniert, was ein Nirlot ist etc.

Was mich an Hyperdrive aber am meisten beeindruckt hat, ist die Verhörszene in Kap. 19. Nie wurde mir so deutlich und am eigenen Leib vor Augen geführt, wie wichtig Selbstreflektio n, Hinter-die-Kuli ssen-schauen und das Verfolgen der richtigen Ziele ist. Aber das ist an der Stelle tatsächlich nicht gerade einfach zu entschlüsseln. Man muss sich da wirklich ein bisschen hineinknien. Großartig finde ich dann wieder, dass es keine Rolle spielt, ob man sie entschlüsselt oder nicht. Je nachdem, kommt man mit Walsers oder Dugans Erkenntnis aus der Szene raus. Diese Erkenntnis ist zwar entgegengesetzt , beides funktioniert aber für die weitere Geschichte.

Ein großartiges Buch und ich hoffe sehr auf eine baldige Fortsetzung. >

#4 HyperdriveMaria Jahn 2013-10-05 17:45
Sorry die Verspätung, sehe erst jetzt, dass es hier noch weitergeht.

@Minkey: Man kann!
Komplex und verschachtelt ist nicht automatisch gleichbedeutend mit gut, und auch ausgefallene Metaphorik (wobei ich einiges davon durchaus witzig fand – zum Glück, das hat es gelegentlich etwas aufgelockert) kann man übertreiben.
Eine eigenwillige Grammatik, verschachtelte Bandwurmsätze, geschraubter, uneleganter Schreibstil, Rechtschreibfeh ler und eine unterirdische Kommasetzung werden auch nicht besser, indem man Tiefsinnigkeit hineindeklarier t. Das hat nichts mit irgendwelchem Schreibratgeber wissen zu tun, das sind vielmehr die Basics der Schriftstellere i. Wenns da schon hapert, hat ein Autor bereits viel von seiner Glaubwürdigkeit verspielt.
Dann die Sache mit der Tiefgründigkeit . Der Leser quält sich z.B. durch die extrem zähe Kronos - Episode (70 Seiten oder so), die nur dazu dient, zu vermitteln, wie uncool und zerrissen die vermeintlich coole Protagonistin doch ist. Mit Verlaub, das wäre auch etwas kürzer gegangen, vor allem, weil dieser Sachverhalt später noch zig weitere male erwähnt wird. Und wenn das bereits unter Tiefgründigkeit rangiert ... na ja, man darf es wohl nicht an Werken wie z.B. Peakes Gormenghast-Tri logie messen.
Die Protagonisten sind allesamt irgendwie zerrissen, ansonsten sind sie hauptsächlich mit zwei Dingen beschäftigt: Sie konferieren und sie grübeln. Da alle das so machen, ist die Sache auf die Dauer wenig abwechslungsrei ch. Außerdem sind sie so krampfhaft bemüht, weder zu gut noch zu böse zu erscheinen, dass sie indifferent und farblos wirken.
Irritationen und Hintergründigke iten lassen sich auch anders heraufbeschwöre n als mit dem Holzhammer, das haben Autoren wie Lem, Huxley oder Miéville, nur um einige zu nennen, eindrucksvoll bewiesen.
Ja, es gibt diverse Wendungen, doch wie bereits gesagt, man erfährt davon fast nur aus Berichten und Erzählungen. Wenn man an dieser Art und Weise, Geschehnisse einzuführen und eine Handlung voranzutreiben, Gefallen und den Zugang dazu findet, kann man mit diesem Buch sicher mehr anfangen. Ich konnte es leider nicht - und das meine ich ganz ehrlich, denn es macht wenig Spaß, sich erst wochenlang durch ein Buch zu quälen und dann einen ausführlich begründeten Verriß schreiben zu müssen.


@Alex, es ist schön für dich, wenn dir das Buch gefallen hat und es steht dir völlig frei, dazu eine ausführliche, positive Rezension zu verfassen.
Ersetze das ‚Etwas’ durch den jeweiligen zu beschreibenden Gegenstand; sorry, ich dachte, die Platzhalterfunk tion wäre hier offensichtlich.
Die Überforderung ist in der Tat so weit nicht hergeholt; bei einer Story, die zu etwa drei Vierteln aus Erzählungen, Berichten, Planung und Gedanken besteht, wird das Lesen ein wenig anstrengend. Ist dann alles noch in weniger geglücktem Stil und vielen Fehlern gehalten, könnte man wohl sagen, dass der Autor „zu kompliziert für mich“ geschrieben hat.

Und es gibt keinen Verräter? Dann hat die UON wohl erraten, wo sie der Rebellengruppe auflauern musste, und u.a. dieses Zitat
„... Mit Verrätern ging die UON nicht zimperlich um, hatte man ihm nachdrücklich erklärt. Die Überreste würde man dann einfach in einen Graben werfen; kein Mensch scherte sich darum ...“ bedeutet etwas völlig anderes.
Aber auch diese Figur ist (welch Überraschung) in gewisser Weise innerlich zerrissen und hat möglicherweise irgendwelche zusätzlichen tiefgründigeren Intentionen.
#3 Einmal um die Ecke denken...Minkey 2013-09-24 10:50
Wie kann man so knapp davor stehen, den Einstieg in dieses Buch zu finden und es trotzdem ständig verpassen?

Wenn Odenthal in der Lage ist ein "unglaublich komplex ineinander verschachteltes Weltengefüge" zu entwerfen und "eine recht ausgefallene Metaphorik, die sich meist passend, originell oder sogar witzig liest" zu nutzen (wobei Odenthal in seiner Metaphorik nie witzig ist), warum sollte er dann nicht in der Lage sein, Lieblingswörter und Wortdopplungen zu vermeiden? Warum sollte er nicht in der Lage sein, vielschichtige Charaktere zu entwerfen oder eine Handlung?

Nichts ist in Hyperdrive das, was es an der Oberfläche zu sein scheint. Odenthal zwingt einen doch geradezu, das zu erkennen, genau indem er die Irritationen heraufbeschwört (und vordergründig in Sam B. auch spiegelt), die Du als Leserin bemängelst, z.B. der Verräter, der keiner ist (wie ein anderer schon richtig bemerkte) oder eben auch eine coole Protagonistin, die nicht cool ist.
Und was ist Walser? Was ist Dugan? Was sind die Rebellen? Und wie sehen die Charaktere sich gegenseitig?
(BTW: Dieses 'Hinter die Oberfläche schauen' wird bereits in der von Dir gescholtenen Zimmerszene thematisiert.)

Odenthal möchte uns zwingen, hinter die Kulissen zu schauen. Möchte, dass wir die Dinge hinterfragen. Und gerade wegen der subtilen Art, in der er uns durch den Erkenntnisproze ss führt, ist es für mich so eindringlich.
Hinter den Kulissen passiert immens viel, dort finden genau die Wendungen statt, die Dir in der vordergründigen Story fehlen.

"Miterleben, Mitentdecken, Mitfiebern?"
Das habe ich selten so erlebt wie hier. Es erfordert aber ein genaues Hinschauen, ein Hinterfragen von dem, was zu sein scheint. Es drehen sich hier Aussagen, die im Vordergrund gemacht werden, in das Gegenteil. Doppelbödigkeit ist Trumpf.

Es gibt so viele Hinweise, um Dich in dieses Buch hineinzuziehen, um Dich zu zwingen, hinter die Oberfläche zu schauen. Wie kann man die alle übersehen und die Oberfläche für bare Münze nehmen?

Du beschreibst ja genau einige der intendierten Irritationen in Deiner Rezension: Natürlich ist Sam B. auf Kronos zerrissen, sie ist nicht so cool, wie sie sich nach außen gibt. Das ist doch genau eines der Themen! Und natürlich kümmert sie sich nicht um ihre Freundin, nicht um die tatsächlich wichtigen Sachen. Deine Irritation an der Stelle ist doch offensichtlich genau das, was der Autor will! Einfach mal an so einer Stelle weiterdenken... Warum ist das so?!

Stattdessen kommt es mir vor, als würdest Du dieses wunderbare Buch an Schreibratgeber -Regeln ala 'Wie man einen verdammt guten Roman schreibt' messen. Sorry, aber Du bist da völlig auf dem falschen Dampfer. Es geht bei Hyperdrive offensichtlich nicht darum, dem Leser lediglich einen unterhaltsamen Nachmittag zu bescheren. Hyperdrive bietet da sehr viel mehr.
#2 Tolles BuchAlex 2013-09-21 18:00
Maria, mir hat Hyperdrive sehr gefallen, Deine Rezension kommt bei mir entsprechend garstig und unfair rüber.

Ein Beispiel:
'Mit Vorliebe beginnt ein derartiger Satz mit "Etwas war".'
Dank EBook durchgezählt: Bei mir sind es 5 Sätze auf knapp 600 Seiten.

Das Buch scheint im Wesentlichen an Dir vorbeigegangen zu sein und Dich in vielen Punkten auch zu sehr gefordert zu haben. Klar kannst Du das dem Autor in die Schuhe schieben, der zu kompliziert für Dich schreibt. Es gibt aber auch Leser, wie mich, die sich freuen in der Phantastik auch mal was Anspruchsvoller es lesen zu können. Eben ohne die üblichen Gut-/Böse-Karik aturen, sondern mit plastischen, gebrochenen Figuren, wie es Walser z.B. ist. Wenn dann einem Buch voller Intrigen, politischen Verwicklungen, Attentaten, gesellschaftlic hen Entwicklungen, mehreren Toten und einer, wie ich finde, spektakulären Befreiungsseque nz zu wenig Handlung vorgeworfen wird, dann ist das schon merkwürdig. Es liegt sicherlich auch daran, dass Dir die hintergründigen Themen des Buches, die für mich einen Großteil der Geschichte ausmachen, anscheinend vollkommen entgangen sind.

Oder um es an einem weiteren Beispiel zu zeigen: "...und dass ein Verräter sein Unwesen treibt, ist genauso vorhersehbar wie dessen Identität."

Es gibt keinen Verräter.
#1 HyperdriveMaarten 2013-09-20 16:30
In gewissem Sinne kann ich die Rezension nachvollziehen, kommt doch Hyperdrive als durchaus literarisches und ambitioniertes Buch im Gewand eines Trivialgenres daher und wenn man dann Action-Popcorn- Kino erwartet ("Das, was in der Unterhaltungsli teratur die Seele einer guten Story ausmacht..."), dann kann man hier auf dem falschen Fuss erwischt werden.

Dennoch: Vieles in der Rezension geschriebene habe ich geradezu entgegengesetzt empfunden.

Oder um es mit einem Giebra-Zitat aus Hyperdrive zu sagen:
"Auf den Gläsern seiner Ray-Ban offenbarte sich der Ort als das, was er jenseits der Interface-Darst ellungen war: in schrillen Farben bemalte Leinwände gaukelten die plastische Landschaft einer Stadt vor. Wenn man allerdings die Illusion erkannte, das angeblich sich vor einem ausbreitende Tableau als eine Wand überlappender 2-dimensionaler Abbildungen erkannte, konnte man durch das Labyrinth ihrer Gassen schlüpfen, Schicht um Schicht, Vorhang um Vorhang, bis sich dahinter die wahre Stadt offenbarte ..."
"...Und es kickte ungeheuer."

Diesen Kick habe ich bei Hyperdrive auch erlebt und es kickte wirklich ungeheuer, ein ungwöhnlich faszinierendes Leseerlebnis. Aber ich war eben auch hinter den Interface-Darst ellungen.

Ist man das nicht, mag es einem ergehen wie Sam B. in Hyperdrive:
"Dieses verrückte, irritierende Gefühl ... einen blinden Fleck zu haben, dass ihr hier ein wichtiger Teil an Information fehlte, reichte ihr vollkommen."

Und dann kommt vermutlich ein Leseerlebnis raus, wie in der Rezension geschildert.

Jedenfalls für mich ist alles da, die Umsetzung (abgesehen von den tatsächlich vorhandenen Rechtschreib- und Zeichensetzungs fehlern) empfinde ich sprachlich wie inhaltlich als wirklich gelungen. Ein fesselndes Buch, das mich als Leser in einen intensiven Dialog gezogen hat.

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