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Die drei Leben der Tomomi Ishikawa (Benjamin Constable)
Geschrieben von Jessica
Sonntag, der 06. Oktober 2013

alt

script5, 1. Auflage September 2013
Originaltitel: Three Lives of Tomomi Ishikawa
Aus dem Englischen von Sandra Knuffinke und Jessika Komina
HC mit SU und LB, 384 Seiten
18,95 € (D) | 19,50 € (A)
ISBN: 978-3-8390-0157-8
Leseprobe

Genre: Belletristik mit Thriller-Elementen


Klappentext:

Ein tragischer Abschiedsbrief und rätselhafte Botschaften einer Toten, die in einer Schatzsuche münden.
Geheimnisvolle Hinweise, die sich versteckt in Notizbüchern, Computerdateien, unter Blumenkübeln und hinter Statuen finden und von Paris nach New York führen.
Ein geistreiches Spiel mit Realität und Fiktion, das ein mörderisches Geheimnis offenbart.
Und all das begleitet von einer unsichtbaren Katze.


Rezension:

Der Tod ist nur ein Stadium im Zyklus der Natur. Und die Entscheidung für den Tod, selbst unter kompliziertesten Umständen, gehört zur Kunst des Lebens. (Seite 95)

Benjamin Constable und Tomomi Ishikawa sind, anders kann man es wohl nicht ausdrücken, so etwas wie beste Freunde. Sie treffen sich zum Trinken und führen ewiglange Gespräche über Gott und die Welt und ihre verdrehten Lebensansichten. Doch Tomomi scheint immer ein wenig unzufrieden zu sein, und so erhält Ben eines Tages einen Brief von „Butterfly“, in dem sie ihren Tod ankündigt. Oder vielmehr bekannt gibt, dass sie, wenn Ben diese Zeilen liest, bereits nicht mehr auf dieser Erde verweilen wird. Dieser Brief löst nicht nur eine enorme Trauer bei Ben aus, sondern schickt ihn auch auf eine Reise, die Tomomi bis ins kleinste Detail geplant zu haben scheint. Ben macht sich auf den Weg an verschiedene Schauplätze New Yorks und lernt seine beste Freundin so auf eine ganz neue Weise kennen – immer wieder tauchen neue Botschaften, Briefe und kleine Notizbücher auf, die von Tomomi stammen und von ihrem Leben vor der Freundschaft mit Ben erzählen. Auf seiner Schnitzeljagd lernt er eines Tages eine junge Studentin kennen, die ihn fortan begleitet und dabei seltsame Parallelen zu ihrem eigenen Leben erkennt. Doch was Tomomi Ishikawa am Ende tatsächlich ausgeheckt hat und mit ihrem Abschiedsgeschenk für Ben bezwecken wollte, hinter dieses Geheimnis kommen sie nur, wenn sie am Ball bleiben und die Reise bis zum Ende machen.

Du bist wie ein winziger Strahl staubigen Lichts, der durch einen Spalt in meiner hölzernen Kapsel dringt, der mir Atem spendet und mich von einem anderen Leben träumen lässt. (Seite 194)

Mit einem etwas langatmigen und sprachlich höchst anspruchsvollen Brief von Tomomi Ishikawa wird der Leser in Benjamin Constables Debütroman gezogen und bereits die ersten Seiten machen es schwer, dem Thema tatsächlich eine Chance zu geben. Denn die Protagonistin bedient sich einer sehr hochgestochenen Ausdrucksweise, die vor allem für Sprachliebhaber eine wahre Freude ist, allerdings auch schwer zu verdauen sein könnte. Dass jedoch gerade diese Sprachfertigkeit einer der Gründe ist, Die drei Leben der Tomomi Ishikawa unbedingt weiter zu lesen, wird dem Leser erst klar, als der Prolog vorbei ist und Ben Constable zum ersten Mal zu Wort kommt und die Geschichte erzählt. Hier bekommt der Leser einen ersten Eindruck von der Unterschiedlichkeit der beiden Hauptfiguren, die sich trotzdem in so vielen Punkten sehr ähnlich sind. Und genau hier findet sich auch das Geheimnis, das dieses Buch zu so einer besonderen, runden Geschichte macht: Das wunderbar harmonisierende Zusammenspiel zweier Menschen, die einander viel bedeuten, zwischen denen es aber auch immer mal wieder kracht.

Obwohl es immer mal wieder Stellen gibt, an denen die Leselust auf Grund der Langatmigkeit von Tomomis Briefen ein wenig nachlässt, ist Die drei Leben der Tomomi Ishikawa nahezu durchweg mitreißend, wenn man aus den vorgegebenen Genrefesseln ausbrechen und sich auf die Geschichte einlassen kann. Denn leichter Lesestoff wird hier ganz sicher nicht geboten, vielmehr erwartet den Leser ein echtes Verwirrspiel und so manche Überraschung. Besonders liebenswert ist der imaginäre Cat, ein sprechender Kater, der aus Bens Fantasie entsprungen ist und ihm in brenzligen oder komplizierten Situationen immer zur Seite steht – dabei ist es egal, ob Ben in Paris oder New York ist. Seine stoische Unbeteiligtheit und Bens zeitweise doch etwas trottelige Art sind zwei weitere Gründe, warum dieser Roman ein echtes Lesemuss darstellt.

Trotzdem ist Ben Constables Debüt auch mit ein wenig Vorsicht zu genießen, denn der Sprachstilmix zweier Personen kann mitunter etwas verwirrend sein und die Sprünge zwischen Rückblicken, Briefen und Gegenwart sind manchmal nicht unbedingt auf den ersten Blick nachvollziehbar. Und vor allem das Ende bricht möglicherweise so manches Leserherz, auch wenn es die ohnehin durchweg verrückte Story perfekt abrundet. Alles in allem kann wohl von einem ganz sicher ausgegangen werden: Von Benjamin Constable hat man definitiv nicht zum letzten Mal gelesen.


Fazit:

Die drei Leben der Tomomi Ishikawa ist ein kleines, sprachgewaltiges Kunstwerk der Literatur. Teilweise sehr verwirrend, in Ansätzen ziemlich exzentrisch, durchweg sprachlich anspruchsvoll, stellenweise langatmig, jedoch definitiv durchweg lesenswert – Benjamin Constable hat einen Roman geschaffen, der sich in kein klares Genre einordnen lässt, aber jeder Zielgruppe ein kleines Stück Zufriedenheit bieten kann, wenn man sich auf das nicht ganz einfache Abenteuer einlässt.


Wertung: alt

Handlung: 4/5
Charaktere: 5/5
Lesespaß: 3,5/5
Preis/Leistung: 4/5

Zuletzt aktualisiert: Sonntag, der 06. Oktober 2013
 

Kommentare  

#2 Rezensionsaufba uJessica 2013-11-12 10:04
Hallo Andreas,

zum Aufbau der Rezensionen auf Literatopia gehört der Klappentext dazu - eine grob zusammengefasst e Inhaltsangabe erfolgt dann immer im ersten Abschnitt der Rezension. Wenn Du den Klappentext nicht lesen möchtest, dann kannst Du diesen Bereich ja jederzeit überspringen.

Viele Grüße,
Jessica
(Chefredaktion)
#1 Die drei Leben der TomomiAndreas Ruedig 2013-11-12 09:32
Der Klappentext bietet nur wenig Inhalt des Buches. Wenn ich ehrlich sein würde, verwirrt er mich eher. Würde des der Rezension sehr schaden, wenn man ihn als Rezensent wegläßt und gleich eine eigene Inhaltsangabe (wenn möglich) schreibt?

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