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Danke schön für diese Informationen, ich lerne immer Neuigkeiten von euren Posts. Sehr gute Seite ...

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Habe das Buch vor einigen Jahren gelesen. Nun, 2019, in einer Welt voller Unruhe lebend, denke ich ...

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Sehr interessant
Ich habe eine frage zu dem Buch die sabrina hat die eigendlich denn max von der strasse geschupst ...

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Ich bin begeistert von Ihren Arbeiten als Kabarettists und Autor. Immer weiter so.
Verlieren - Vergessen - Verzeihen (Carolin Schairer)
Geschrieben von Nicole
Mittwoch, der 20. November 2013

schairerc-verlieren vergessen verzeihen

Helmer Verlag, 1. Auflage, November 2013
Taschenbuch, 277 Seiten,
19,95 Euro [D] |
ISBN-13:978-3-897-41355-9

Genre: Liebesroman


Klappentext

Eva-Maria Sollenau füllt die Konzertsäle der Welt: sie ist eine international gefeierte Stargeigerin. Doch privat fühlt sie sich weit weniger erfolgreich. Ihre wechselnden Beziehungen zu Frauen sind nie wirklich innig. Als eines Tages ein schweres Unglück geschieht, stürzt Eva in eine tiefe seelische Krise ...

Eine Aufgabe lässt sie wieder neuen Lebensmut schöpfen: Sie wird eine rumänische Pianistin auf deren erster Europa-Tournee begleiten. Doch diese Estella de Winter erweist sich als eine sperrige, unzugängliche Person. Was verbirgt die junge Frau, der der Name Ceausescu mehr als nur einen Schauer über den Rücken jagt?


Die Autorin

Carolin Schairer wuchs in Niederbayern auf. Schon während des Studiums arbeitete sie im Print- und Rundfunkbereich. Die Diplom-Journalistin schrieb als Freie für Zeitungen und Magazine, war in der Medienbeobachtung, in der Markt- und Meinungsforschung und als PR-Mitarbeiterin eines Großunternehmens tätig. Sie lebt in Wien.


Rezension

Musik ist Evas Leben. Seit nunmehr 27 Jahren steht sie mit ihrer Violine auf den Bühnen der Welt. Dabei an ihrer Seite ist seit 15 Jahren Andrea, die ihr zugleich beste Freundin wie auch Managerin ist. Andrea beschafft Auftritte, organisiert die Tourneen inklusive Termine für Interviews und Fotoshoots und ist auch ansonsten rund um die Uhr für Eva da. Die innige Beziehung der beiden Frauen erleidet einen Riss, als Andrea schließlich zugunsten ihrer Ehe kürzer treten möchte. Eva verliert so nicht nur ihre Reisegefährtin und Vertraute, sondern wird sich auch bewusst, dass Andrea mehr für sie ist – vielleicht sogar der Grund, warum sie keine ernsthafte Beziehung zu anderen Frauen aufbauen kann. Mit einem neuen Konzertbegleiter reißt Eva widerwillig nach Südamerika. In Chile jedoch findet ihre Tournee ein jähes Ende. Zurück in Wien muss sie sich einer schrecklichen Realität stellen und bleibt traumatisiert zurück. Über Wochen hinweg kommt sie kaum aus dem Bett. Als die Depressionen untragbar werden, lässt sie sich von Andrea dazu überreden, die aufstrebende Pianistin Estella de Winter auf ihrer ersten Europa-Tournee zu begleiten. Eine Entscheidung, die sie schnell bereut, zum einen, weil sie sich körperlich kaum in der Lage sieht, ihren Aufgaben nachzukommen, und zum anderen erweist sich Estella als äußerst unzugänglich. Wie soll es ihr gelingen, die Tour zu einem Erfolg werden zu lassen? Am Ende steht nicht nur Estellas Karriere auf dem Spiel, sondern auch ihre seelische Gesundheit.

Typisch für Carolin Schairer finden sich in Verlieren-Vergessen-Verzeihen Charaktere, die vor allem durch ihre Tiefe und Lebensnähe überzeugen. Wie es die Aufteilung des Titels bereits andeutet, erzählt die Autoren die Geschichte in drei Teilen. Wie erleben Eva auf dem Höhepunkt ihrer Karriere und ihren plötzlichen Sturz – emotional wie physisch. Düster und beklemmend. Eva vegetiert, und mit ihr der Leser. Da kann auch die Optimistin Andrea mit ihren mintgrün gefärbten Haaren und die fürsorglichen Eltern, denen sich Eva schon lange entfremdet fühlt, nicht helfen. Sie muss sich selbst aus ihrer Depression befreien. Den Willen dazu muss sie allerdings erst finden. Wie lang und mühsam dieser Weg sein kann, erzählt Schairer in sensiblen, leisen Tönen.

Dass die Charakterentwicklung nachvollziehbar und spannend zugleich bleibt, betont die hohe Kunst der Autorin. Denn mit Estella de Winter hat Carolin Schairer ihrer Protagonistin eine komplizierte, aber auch hoch komplexe Partnerin an die Seite gestellt. Trotz ihrer Verschrobenheit schließt man den verschwiegenen Charakter Estellas schnell in sein Herz. Wie Eva möchte man das Rätsel um die junge Pianistin lösen, die darauf beharrt, nur schwarz und weiß zu tragen und auf jegliches Accessoire sowie Makeup verzichtet. Dass Estella mehr zu bieten hat, offenbart sich Stück für Stück. Zaghaft öffnet sie sich Eva, und trotz eigener Probleme wird sie zu einer Art Anker und Fixpunktfür die Violinistin und besticht in einigen Szenen durch einen feinen Sinn für Humor.

Während die beiden Europa bereisen, erwächst aus dem ungewöhnlichen Duo eine zarte Freundschaft. Das Schicksal der anderen bringt die beiden Frauen nicht nur einander näher, sondern auch dazu, über das eigene Leben nachzusinnen. Schlussendlich muss sich Eva besinnen, was sie für Estella empfindet, wo sie selbst steht - im Hinblick auf Andrea, aber auch in ihrer Familie.


Fazit

Nach ihrem Ausflug in das Krimi-Genre kehrt Carolin Schairer mit Verlieren-Vergessen-Verzeihen zurück zu ihren Wurzeln. Die Mischung aus einfühlsamen Drama, pointierten Dialogen und sprachlichem Können lässt die 277 Seiten viel zu schnell vorüberziehen. Eine Lebens- und Liebesgeschichte sensibel und kraftvoll erzählt.


Pro/Contra

+ interessante Geschichte um Verlust und Selbstüberwindung
+ facettenreiche Charaktere mit äußerst komplexem Hintergrund
+ Schreib- und Erzählstil der Autorin

Bewertung: sterne5

Charaktere: 5/5
Handlung: 5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 4,5/5

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Zuletzt aktualisiert: Montag, der 18. November 2019
 

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