Freitag, 10. Juli 2020

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martinez alice

Asterix als Legionär - Die Ultimative Edition (René Goscinny, Albert Uderzo)
Geschrieben von Markus
Dienstag, der 14. Januar 2014

Verlag: Egmont Comic Collection; (September 2011)
Gebundene Ausgabe: 48 Seiten; 19 €
ISBN-13: 978-3770434756

Genre: Humor


Rezension

„Na Ja... der Wald hier ist aber auch in einem schlechten Zustand! Überall hat´s Bäume.“

Obelix mit solch einer Gleichgültigkeit gegenüber Wald und Bäumen? Und das obwohl Idefix Bäume liebt und um jeden gefällten Baum herzergreifend trauert? Da kann was nicht stimmen. Und richtig, Obelix´ Gefühlswelt ist in Aufruhr. Denn Falbala ist ins Dorf zurückgekehrt. Aus dem einst kleinen Mädchen mit Zöpfen ist eine schöne und attraktive Frau geworden und Obelix ist wie vom Schlag getroffen. Leider ist er sehr schüchtern und so bringt er keinen Laut heraus, als er Falbala gegenüber steht. Asterix versucht ihm zu helfen, aber auch er muss scheitern. Für Obelix nimmt dann die Geschichte eine tragische Wendung als Falbala die Nachricht erhält, dass ihr Verlobter von den Römern unter Zwang zum Militärdienst eingezogen wurde. Natürlich erklären sich die beiden Freunde sofort bereit ihn zurückzuholen und somit beginnt eine für den Leser mehr als lustige Reise. Zunächst einmal heißt es sich einschreiben und die Grundausbildung hinter sich bringen, in der mächtig Staub von den beiden Galliern aufgewirbelt wird und auch ein Koch zu neuen höchst Leistungen angetrieben werden muss. Bevor es danach nach Afrika geht. Cäsar kämpft hier gegen seine Konkurrenten und das Chaos regiert. Selbst die Römer wissen manchmal nicht mehr, wer Freund und wer Feind ist. Da ist das von den Galliern und ihren Freunden verursachte das Tüpfelchen auf dem I und sogar nützlich!

„Wo ist hier die Auskunft?“
„Weiss nicht. Fragt bei der Auskunft, die geben euch Auskunft!“

Asterix als Legionär ist einer der Klassiker der Reihe und für viele Fans direkt hinter oder gleichauf mit Asterix bei den Briten anzusiedeln. René Goscinny war auch hier für das Szenario und die Texte verantwortlich, was durchaus zu spüren ist. Goscinny spielt auch hier mit unglaublicher Leichtigkeit mit Vorurteilen, Klischees und Wortwitz und sorgt so für eine Zeitlosigkeit, die heutzutage nicht häufig zu finden ist, die aber auch ein Maurice Tillieux oder ein André Franquin besaßen, wenn auch nicht in einer solchen Vollendung.
Wie aus der Verliebtheit Obelix´ eine Reiseerzählung großen Ausmaßes wird, ist einfach schön anzusehen. Dies verbindet Goscinny mit unzähligen Seitenhieben und veredelt es mit kleinen Witzen am Rande, die die Geschichte, die ohnehin schon sehr gut und einfallsreich ist, abrunden. Es ist kaum zu glauben wieviel Inhalt, wieviele Stationen auf 48 Seiten untergebracht werden können, ohne gehetzt zu wirken. Die Grundausbildung ist mit Sicherheit einer der Höhepunkte dieses Bandes, vor allem die Szenen mit den Vorgesetzten und dem Koch. Welcher eine der besten Nebencharaktere darstellt. Ebenso sind alle anderen Nebencharaktere sehr gut ausgearbeitet und eine Quelle des Humors. Egal ob Gote, Belgier oder Ägypter, jeder von ihnen hat eine Eigenheit, die ihn für den Leser interessant macht.
Vor allem Tennisplatzis, der Ägypter ist an Skurrilität beinahe nicht zu überbieten, schließlich hält er alles für einen Erholungsurlaub in einem Ferienlager, auch wenn der Service vielleicht nicht optimal ist. Apropos Service, die Reaktion des Briten auf das Essen ist im wahrsten Sinne des Wortes köstlich.
So gut, wie Asterix als Legionär ist, wundert es nicht, dass er als Vorlage für den Asterixfilm Sieg über Cäsar gedient hat. So viele gute Vorlagen für Pointen sind selten zu finden und wie die Bürokratie persifliert wird, wird nur noch von Asterix erobert Rom übertroffen.

Albert Uderzo ist hier unter anderem auch auf dem Höhepunkt seines Schaffens. Die Zeichnungen sind ebenso pointiert, wie Goscinnys Witz. Die Mimiken der verzweifelten Römer und Piraten sind einfach köstlich. Er weiß immer den richtigen Strich zu setzen, um Atmosphäre zu schaffen und alles notwendige zu transportieren. Die Überarbeitung und Restaurierung hat Uderzos Arbeit sichtlich gut getan. Alles erstrahlt in frischen Farben und detailreich.

Die Ultimative Edition ist auch in diesem Fall eindeutig vorzuziehen, wenn man denn eine Asterix-Sammlung beginnen möchte. Der gebundene Comic im Überformat ist einfach ein Augenschmaus, hat dafür aber auch seinen Preis.


Fazit

Asterix als Legionär ist zusammen mit Asterix bei den Briten für viele Fans das Abenteuer, welches am Besten Asterix repräsentiert. Wortwitz und Slapstick halten sich gekonnt die Waage und die Geschichte ist dazu clever inszeniert. Uderzos Zeichnungen vergrößern dabei noch den Spaß, bieten sie doch immer wieder witzige Einzelheiten im Hintergrund. Ein einfach zeitloser Klassiker, der nichts von seiner Frische eingebüßt hat oder einbüßen wird.


Pro & Contra

+ eins der besten Abenteuer der beiden gallischen Freunde
+ 1.Legion, 3.Kohorte, 2.Manipel, 1.Zenturie
+ Auftritt der Piraten
+ Obelix ist verliebt
+ Zeichnungen erstrahlen im neuem Glanz

Bewertung:

Handlung: 5/5
Charaktere: 4/5
Humor: 5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/ Leistung: 5/5


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Zuletzt aktualisiert: Freitag, der 09. Dezember 2016
 

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