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Was ich dich träumen lasse (Franziska Moll)
Geschrieben von Jessica
Donnerstag, der 06. Februar 2014

Loewe-Verlag, 1. Auflage Januar 2014
HC mit SU, 276 Seiten
14,95 € (D) | 15,40 € (A)
ISBN: 978-3-7855-7845-2
Leseprobe

Genre: Jugend-Belletristik


Klappentext:

Elena hat ihr Glück gefunden – mit Rico. Doch ein schwerer Autounfall reißt Rico aus Elenas Leben in die Tiefen eines Komas. Tag für Tag zeigt Elena ihm nun, was das Leben für ihn bereithält, und wofür es sich lohnt, zurückzukommen: für ihre Liebe.

Elena ist bis in die Tiefe ihrer Seele erschüttert. Ein Leben ohne Rico ist für sie nicht denkbar, nicht fühlbar. Wie kann sie Rico in der Schwärze seines Komas helfen? Dann findet sie auf seinem Computer eine Liste: die Top Ten der Dinge, die Rico vor seinem Tod noch erleben und tun wollte. Elena fasst einen Entschluss: Solange Rico nicht selbst sein Leben leben kann, wird sie seine Top Ten abarbeiten und ihm jeden Tag von ihren Erfahrungen berichten. Ihr zur Seite steht ganz unerwartet ein hartgesottener junger Krankenpfleger, der für jede Gelegenheit den unpassendsten Spruch parat hat. Seine Freundschaft hilft Elena, Rico nah zu bleiben und die Hoffnung nicht aufzugeben. Sie weiß, es lohnt sich, bis zum Ende zu kämpfen.


Rezension:

"Gefühle, die ungefühlt bleiben, sind wie Gift, das sich in dir einlagert. Irgendwann führen sie dazu, dass du krank wirst."
(Seite 161)


Niemals hätte Elena gedacht, dass sie in ihrem Alter schon die Liebe ihres Lebens treffen würde. Doch Ricos Hartnäckigkeit hat sich ausgezahlt und nun wird das junge Paar in den nächsten Tagen bereits sein einjähriges Jubiläum feiern. Dieser Anlass hat eine besondere Planung erforderlich gemacht und beide sind bereits sehr aufgeregt. Um den Abend noch besonderer zu machen, beschließt Rico, die vorhergehende Nacht mal wieder in seinem eigenen Bett bei seinen Eltern Zuhause zu verbringen. Doch dann passiert kurz nach ihrer Verabschiedung ein schrecklicher Unfall und Rico findet sich im Krankenhaus wieder – er liegt im Koma und es ist unklar, ob er jemals wieder aufwachen wird. Für Elena bricht eine Welt zusammen, aber für Rico bleibt sie stark. Sie sammelt Informationen, wie sie ihm helfen kann, die Schwärze seines Schlafs zu durchbrechen. Tag für Tag besucht sie ihn im Krankenhaus, bringt Bilder und Musik mit, liest ihm aus Büchern und ihren alten Liebesbriefen vor, erzählt ihm von ihrem Tag. Auf der Suche nach weiteren Erinnerungen, die sein Unterbewusstsein wachkitzeln könnten, findet sie schließlich eine Liste auf seinem Computer – seine persönliche Top Ten der Dinge, die er vor seinem Tod noch erleben möchte. Gemeinsam mit dem unleidsamen Krankenpfleger, der Elena gehörig mit seinen neunmalklugen Sprüchen auf die Nerven geht, nimmt sie genau diese Liste in Angriff, um Rico von den Erlebnissen berichten zu können und ihm so klarzumachen, dass es sich lohnt, am Leben festzuhalten und die Augen wieder aufzumachen.

Was würdest Du tun, wenn die Liebe Deines Lebens nach einem Unfall im Koma liegt und Du nicht weißt, ob Du jemals wieder seine Stimme hören wirst? Franziska Moll greift dieses schwere, aber nicht undenkbare Thema in ihrem Debütroman auf und schafft damit eine Geschichte, die den Leser von der ersten Seite an zu fesseln weiß. In einem irgendwie lockeren, gleichzeitig aber auch schwermütigen Sprachstil berichtet sie, wie Elena nichts unversucht lässt, um ihren Rico wieder ins Leben zu holen. Mit teilweise wunderschönen Wortbildern werden authentische Szenen gezeichnet, mit denen sich jeder Leser schnell identifizieren kann. Obwohl die Geschichte aus Elenas Sicht erzählt wird, bekommt der Leser durch perfekt eingeflochtene Rückblenden auch einen guten Eindruck vom Charakter Rico – und sicherlich gibt es unter den weiblichen Lesern so manches Herz, das bei diesen Erinnerungssequenzen ein wenig höher und schneller schlägt. Dabei geht zu keiner Zeit die Ernsthaftigkeit des Themas verloren, denn diese Rückblenden sind immer relativ kurz, gerade lang genug, um sich noch ein, zwei, drei weitere Seiten davon zu wünschen. Diese sehr ausgewogene Mischung macht Was ich dich träumen lasse zu einem Auf und Ab der Gefühle, bei welchem der Leser sich noch während des Abwischen vereinzelter Tränen schon beim nächsten Satz ein herzhaftes Auflachen nicht verkneifen kann. Und genau diese Tatsache ist es, die ein unglaubliches Lesevergnügen bereitet, ohne dabei auch eine nachdenkliche Seite zu wecken.

Obwohl der Roman nur 256 Seiten umfasst und man anfänglich ein paar Bedenken hat, ob dieser verhältnismäßig geringe Umfang dem Thema überhaupt wirklich gerecht werden kann, schafft Franziska Moll eine einnehmende Atmosphäre, die den Leser gefangen nimmt und erst wieder loslässt, nachdem die letzte Seite gelesen ist. Natürlich wirkt die Geschichte auch eine ganze Weile nach und allein daran merkt man, dass die wenigen Seiten durchaus ausreichend sind, um das Thema anzuschneiden und umzusetzen. Ausschweifende Beschreibungen sucht man vergebens und obwohl die Handlung an sich nicht unbedingt viel hergibt und die erzählte Zeitspanne keine lange ist, hat man das Gefühl, als würde man Elena tatsächlich über mehrere Wochen und sogar Monate hinweg auf ihrem Weg begleitet. Mit jedem neuen Versuch hofft man, dass Rico endlich wieder aufwacht, und bei den manchmal unbeholfenen Umsetzungen der persönlichen Top Ten merkt man der Protagonistin das junge Alter an. Und doch ist Was ich dich träumen lasse nicht nur ein Buch für Jugendliche, sondern kann auch erwachsene Leser begeistern und in seinen Bann ziehen. Als Debüt ist dieser Roman ein wunderbarer Einstieg in das Leben einer angehenden erfolgreichen Autorin, die hoffentlich noch viele, ähnlich gestrickte und genauso berührende Bücher schreiben wird. Lesern, die auch der Ernsthaftigkeit des Lebens etwas Schönes abgewinnen können, ist dieses Buch dringend ans Herz zu legen.


Fazit:

Jugendromane, die sich mit einem schwierigen und ans Herz gehenden Thema befassen, findet man derzeit zuhauf auf dem Buchmarkt. Auch Was ich dich träumen lasse reiht sich in diese Sparte ein und bringt dem Leser eine mitreißende Geschichte, die lachen und weinen lässt. Franziska Moll zeigt mit ihrem Debütroman, dass es sich immer lohnt, bis zum Ende zu kämpfen, und dass es erst vorbei ist, wenn es vorbei ist. Trotz nicht sehr umfangreicher Handlung, doch gerade durch sowohl amüsante als auch berührende Rückblenden und großartige Charaktere eine ganz klare Leseempfehlung für dieses Jahr!


Wertung: alt

Handlung: 3,5/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 4/5

Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, der 06. Februar 2014
 

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