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Ich bin begeistert von Ihren Arbeiten als Kabarettists und Autor. Immer weiter so.
Hallo Jeronimus :) Ich habe die dunkle Edition gehört. Ich meine zu wissen, dass sich die zwei Editionen ...

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Hey Sniffu, ich gebe dir absolut recht. Vielleicht hätte ich die Hörbuchfassung erwähnen sollen. ABER ...

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Die Zwerge Bd.1 - Tungdil (Yann Krehl, Che Rossié, Markus Heitz)
Geschrieben von Markus
Mittwoch, der 12. Februar 2014

Verlag: Splitter; (Dezember 2013)
Hardcover: 48 Seiten; 13,80 €
ISBN-13: 978-3868695410

Genre: Fantasy


Klappentext

Sie sind die schlagkräftigsten Helden aus J.R.R. Tolkiens „Herr der Ringe“:
Zwerge sind klein, bärtig, und das Axtschwingen
scheint ihnen in die Wiege gelegt.
Doch wie lebt, denkt und kämpft ein Zwerg
wirklich? Dies ist die rasante Geschichte des
tapferen Tungdil, der im Kampf gegen Orks, Oger
und dunkle Elfen beweist, dass auch die Kleinen
Großes leisten können …

„Der Bestseller von Markus Heitz.“


Rezension

Im Zuge der Herr der Ringe-Verfilmung erlebte die Fantasy einen nie gekannten Aufschwung. In dessen Folge wurden unzählige Fantasyromane veröffentlicht, mal mehr, mal weniger originell. Unter anderem kamen die sogenannten Völkerromane heraus, wie Die Orks, Die Elfen, Die Drachen usw.. Markus Heitz, der bis dahin eher unbekannt war, beteiligte sich an diesem Trend mit Die Zwerge und sollte damit mehr als nur großen Erfolg haben. Sein Roman wurde durchaus erfolgreich in verschiedene Sprachen übersetzt und eine Verfilmung als TV-Serie ist im Gespräch und Entwicklung. Für den Autoren war Die Zwerge also ein Glücksgriff. Naheliegend, dass auch Umsetzungen in andere Medien aktuell sind. Der Splitter-Verlag geht Markus Heitz Roman nun als Comicversion an. Dafür verantwortlich sind Yann Krehl, der schon das Skript für Kai Meyers Wolkenvolk verfasst hat und Che Rossié, für den Die Zwerge gleichzeitig auch sein Debut als Comiczeichner sind. Bei einem solchen Projekt durchaus eine mutige Entscheidung von Splitter.

Aber zum Inhalt. Das Geborgene Land wird von Ogern, Orks und Trollen angegriffen. Die Zwerge, die die erste Verteidigungslinie darstellen, stehen kurz davor eine verheerende Niederlage einzustecken, ein erster Stamm, der fünf Zwergenreiche wurde schon besiegt und es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch die restlichen sich geschlagen geben müssen. Das Vorrücken der Orks ist aber nicht das Schlimmste, sondern das Tote Land, welches sich immer weiter ausbreitet und dafür sorgt, dass die Toten auf Seiten der Eroberer wieder in die Schlacht ziehen. Die Situation ist also mehr als prekär und doch können die Zwerge keine Einigkeit demonstrieren. Auf einer Versammlung kommt es zum Streit, wegen des weiteren Vorgehens und der König der Zwerge sieht sich gezwungen, zu verhindern, dass Gandogar sein Nachfolger wird und deshalb lässt er nach Tungdil schicken, einem Zwerg, der bei den Menschen aufgewachsen ist, dem Magus Lot-Ionan. Er soll Gandogar den Thron streitig machen.
Tungdil selbst ahnt nichts von alldem und macht sich auf eine Reise nach einem alten Lehrling seines Meisters, um ihn Artefakte zurückzubringen, die sein Meister einst von ihm geliehen hatte.
Lot-Ionan hingegen folgt dem Ruf Nudins, um die magischen Barrieren, die das Geborgene Land vor dem Toten Land und den Albaen, den dunklen Verwandten der Elfen schützen, zu erneuern. Aber alles was auf ihn wartet ist Verrat.

Inhaltlich merkt man sofort, dass sich Markus Heitz stark von J.R.R. Tolkien hat inspirieren lassen. Ein wiederkehrende uralte, böse Macht, die magisch in Schach gehalten wird. Orks und Trolle, die plötzlich wieder angreifen, geheimnisvolle Wesen, ein Protagonist, der zunächst unscheinbar ist und vor allem ein Magier der zum Verräter wird, aus anfänglichen guten Absichten und Wissbegier. Mehr als nur eine Parallele lässt sich finden. So richtig innovativ ist das alles nicht. Sicher, er mischt alles mit ein paar eigenen Ideen, trotzdem kommt dem Leser es doch recht bekannt vor. Allerdings rückt er die Zwerge in den Mittelpunkt und gibt damit eine neue Perspektive, die dann doch alles interessanter werden lässt, als es sich zuerst anhört, zumal es auch viele Informationen zu den Hintergründen gibt. Sowohl zu den Völkern der Zwerge, als auch zu den einzelnen Charakteren. Viel Zeit vergeht mit der Charakterdarstellung, ohne das es langweilig wird. Für Yann Krehl und damit für den Comic bedeutet dies, dass es viel Text zu lesen gibt, um auch wirklich alle Informationen und Zusammenhänge darstellen zu können. Generell natürlich nicht schlecht, allerdings lenkt der Text ein ums andere Mal von den Zeichnungen ab, die naturgemäß zu einem großen Teil einen Comic ausmachen. Text und Bild sind nicht immer im Gleichgewicht. An sich hat Yann Krehl wieder hervorragende Arbeit geleistet. Nie hat der Leser das Gefühl, dass etwas wesentliches ausgelassen wurde, oder zu wenig Hintergründe vermittelt werden. Auch das Tempo der Erzählung und die Darstellung der Protagonisten stimmt und lässt nicht zu wünschen übrig. Der Leser bekommt immer den notwendigen Einblick. Krehl hat einfach durch Wolkenvolk und Frostfeuer Erfahrung in Romanumsetzungen und das notwendige Fingernspitzengefühl hierfür.

Dass Die Zwerge Che Rossiés erster Comic sind, ist hingegen deutlich zu sehen, denn er hat die Figuren, Hintergründe und allgemein Gegenstände längst nicht so im Griff, wie es wünschenswert wäre bei einer solchen Produktion. Nicht missverstehen, schlecht ist seine Arbeit nicht. Aber alles wirkt noch etwas steif und leblos. Die Figuren sind da, aber hinterlassen keinen bleibenden Eindruck und sind teilweise etwas inkonsistent in ihrer Darstellung. Tungdil wirkt hin und wieder wie ein Neandertaler, dann ist er wieder etwas zu groß, dann wieder genau richtig. Die Hintergründe sind manchmal fast lieblos gestaltet. Im Gegensatz dazu gibt es dann aber auch Bilder, die das Potential Rossiés zeigen. Gerade am Anfang sind die Zwerge beeindruckender dargestellt, detailreicher. Richtig in Erinnerung bleibende Panels sind aber sehr selten. Und gerade gegen Ende, erhält der Leser den Eindruck, dass dem Zeichner bei der Ratsversammlung der Magier die Zeit davongelaufen ist, da sie doch unfertig wirkt. Die Kampfszenen hat Rossié in Griff. Nichts besonderes, aber sie erzielen ihre Wirkung und wissen zu unterhalten, mit Blut wird nicht gespart. Die Zeichnungen haben also auf jeden Fall Luft nach oben und werden sich hoffentlich noch steigern.

Bonusmaterial gibt es keins, ist aber auch nicht nötig. Dafür sind die Coverinnenseiten mit Skizzen bedruckt, von denen man sich wünschen würde, die Zeichnungen im Innern würden genau dieser Qualität entsprechen, denn dann wäre Die Zwerge ein visueller Augenschmaus.


Fazit

Die Zwerge Bd.1 - Tungdil ist zeichnerisch eine solide Umsetzung eines Fantasyromans. Yann Krehl schafft es wie gewohnt, den Roman in Comicform umzusetzen und nichts wesentliches auszulassen. Für Fans des Romans und Zwergenfans im Allgemeinen mit Sicherheit eine Empfehlung wert, alle anderen sollten sich vielleicht erst die Leseprobe ansehen.


Pro & Contra

+ altbekannte Geschichte aus einem neuen Blickwinkel
+ Zwerge und Albae scheinen einen interessanten Hintergrund zu haben

0 Che Rossié hat noch Potential nach oben, muss es im nächsten Band aber auch abrufen

Bewertung:

Handlung: 3,5/5
Charaktere: 4/5
Zeichnungen: 3/5
Lesespaß: 3,5/5
Preis/Leistung: 4/5


Literatopia-Links zu weiteren Titeln von Yann Krehl:

Rezension zu Das Wolkenvolk: Seide und Schwert Bd.1 - Wisperwind
Rezension zu Das Wolkenvolk: Seide und Schwert Bd.2 – Mondkind
Rezension zu Das Wolkenvolk – Book 1: Seide und Schwert

Literatopia-Links zu weiteren Titeln von Markus Heitz:

Rezension zu Die Legenden der Albae - Die Vergessenen Schriften
Rezension zu Die Legenden der Albae - Gerechter Zorn (1)
Rezension zu Die Legenden der Albae - Vernichtender Hass (2)
Rezension zu Die Legenden der Albae - Dunkle Pfade (3)
Rezension zu Die Zwerge
Rezension zu Der Triumph der Zwerge
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Rezension zu Exkarnation – Krieg der alten Seelen
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Rezension zu Wédora
Rezension zu Des Teufels Gebetbuch

Interview mit Markus Heitz (04.02.2015)
Interview mit Yann Krehl
Interview mit Markus Heitz (31.03.2010)
Interview mit Markus Heitz (05.12.2008)

Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, der 01. Juni 2017
 

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