Dienstag, 22. Oktober 2019

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Der letzte Krieger (David Falk)
Geschrieben von Maria
Freitag, der 25. April 2014

Verlag: Piper (Juli 2013)
Taschenbuch, 560 Seiten, € 14,99
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3492269254

Genre: Fantasy


Klappentext

Athanor ist der einzige Überlebende des Menschengeschlechts. In den Ruinen des Reiches Theroia, wo er vor den alles vernichtenden Drachenkriegen lebte, hausen nunmehr Orks, und die Wahrheit über seine Abstammung würde ihn überall den Kopf kosten. Als Händler zwischen den verfeindeten Völkern der Zwerge und Elfen verdient er sich seinen Lebensunterhalt und wird mehr und mehr in deren Machtkämpfe hineingezogen. Doch als sich Dunkelheit über das Land senkt und sich die Untoten aus ihren Gräbern erheben, wird ihm der Sinn seines Schicksals offenbar …


Rezension

Es ist ein hartes Los, der letzte seines Volkes zu sein, diese Erfahrung ist seit den Drachenkriegen, die die Menschheit völlig ausgelöscht haben, Athanors ständiger Begleiter. Der ehemalige Kämpfer schlägt sich nun als Händler mit den Elfen und Zwergen plan- und ziellos durchs Leben, von dem er kaum noch etwas erwartet. Als jedoch eine neue Gefahr auftaucht, zeigt sich, dass die Zeit der Krieger und Helden nicht vorüber ist und er dabei eine wichtige Rolle zu spielen hat ...

Bis es so weit ist, wird man zunächst einmal mitten hinein ins Geschehen geworfen, wobei man einen ersten Eindruck von der Welt, den dortigen Bewohnern und auch Athanors Mentalität bekommt. Der klare, mit einer gelegentlichen Portion Humor gewürzte Schreibstil fällt sofort angenehm auf, auch die Liebe zum Detail, mit der die in genau dem richtigen Maß eingefügten  Beschreibungen gehalten sind, machen einfach Spaß zu lesen. Dabei geht es gleich flott zur Sache und man wird von Anfang an an geschickt in die Story hineingezogen.
Ein Protagonist wie hier voller Ecken und Kanten macht sich meistens gut und es ist schnell absehbar, dass er es mit dieser Art nicht leicht haben wird. Besonders bei den Elfen muß er sich mit Vorurteilen, Ressentiments und Arroganz herumärgern. Dennoch, ein Zyniker ist Athanor eigentlich nicht, vielmehr weist er eine ordentliche Portion Großmäuligkeit auf, mit der er nicht nur einmal ziemlich aneckt - und trotzdem sympathisch auftritt.
Ein wenig farblos wirken dafür seine beiden Elfengefährten; sie haben zwar die Anlage zu mehr Tiefgang, jedoch wurde dieser nicht genügend ausgebaut. Genauso verhält es sich mit der Idee, die den Helden als letzten Menschen im gesamten Reich Theroia zurücklässt. Der Gedanke einer Dystopie innerhalb eines klassischen Fantasysettings ist wirklich neu und erfrischend, allerdings kommt dieser Sachverhalt viel zu kurz und wirkt ebenfalls nur ansatzweise entwickelt.

Der Autor weiß um die Problematik, wie leicht man in diesem Genre in die Abgründe der Klischees hineinschlittert, diese zu vermeiden, ist ihm jedoch nicht überall gelungen. So trifft man auf sture Zwerge, die Bier lieben, auf arrogante Elfen, auf die erbitterte Feindschaft beider Völker, auf fiese Orks und Ähnliches. Dank des angenehm zu lesenden Schreibstils und dem teilweise originellen Drumherum stört das zwar nicht wirklich, es reicht aber nicht aus, um dieses ‚kennt-man-schon-aus-zig-anderen-Büchern - Gefühl‘ restlos zum Schweigen zu bringen. Nun ist es gerade in der klassischen Fantasy extrem schwierig, etwas noch nie Dagewesenes zu erfinden, doch in einigen Punkten, wie zum Beispiel der Freundschaft des Menschen mit dem Troll, hat sich der Autor sehr erfolgreich auf Neuland begeben.

Weniger gut gelungen präsentiert sich die weitere Entwicklung bis hin zur Lösung der Bedrohung durch die untoten Armeen; der Auslöser des Ganzen erscheint zu einfach und die genaueren Intentionen der Schurken werden nur flüchtig beleuchtet. Kurz gesagt, das stets so wichtige ‚warum‘ hinter allen wesentlichen Geschehnissen wirkt zu unglaubwürdig, zu oberflächlich, nicht immer ganz logisch und zu vorhersehbar, beinahe so, als wäre dem Autor da nichts Besseres eingefallen. Am Ende bleibt vieles offen beziehungsweise noch unerwähnt, doch eine Fortsetzung ist wohl schon in Planung. Man darf gespannt sein!

Stellenweise erweckt dieser Roman das Gefühl, einen ungeschliffenen Edelstein vor sich zu haben. Neue Ideen werden vorgestellt und angerissen, dann aber leider nicht weitergeführt oder richtig ausgebaut, und häufig ist die mangelnde Erfahrung deutlich zu merken. Doch im Gegensatz zu vielen anderen Büchern gewinnt man hier den Eindruck, dass da eine Menge Luft nach oben ist und der Autor sein Potenzial längst nicht ausgeschöpft hat, denn trotz der Kritikpunkte überwiegt der positive Eindruck. Die Ansage auf dem Cover ‚Für Fans von Joe Abercrombie‘ erscheint deswegen dann doch etwas verfrüht und zu vollmundig, denn dazu brauchten die Charaktere noch mehr Tiefe, enthält der Roman zu viele klassische Fantasyelemente und ist die Sprache viel zu gewählt und zu wenig derb. Diese Aussage ist vermutlich vom Verlag hinzugefügt worden und der Autor daran schuldlos, denn er versucht nicht einmal, Abercrombies speziell-genialen Stil zu kopieren.

Schließlich und endlich wäre eine Karte des Reiches ein nettes Extra gewesen. Man kann sich zwar eine sehr schön gezeichnete im Net herunterladen, doch es gibt immer noch Leser ohne I-Net, die dann leer ausgehen.


Fazit

David Falk hat in seinem ‚Letzten Krieger‘ zwar den Zauberstab nicht neu erfunden, mit seinem Erstling jedoch eine solide Basis geschaffen, die gut ankommt und sich im Genre nicht zu verstecken braucht. Noch mischt er nicht in der Oberliga mit, aber selbst mit den ganzen Kritikpunkten wird bereits deutlich, dass der Autor über ein hohes Potenzial verfügt und sich, wenn er dieses weiter entwickelt, zu einer echten Bereicherung der deutschen Fantasy entwickeln kann.


Pro & Kontra

+ interessante und innovative Ideen
+ spannend und mit Tempo erzählt
+ flüssiger, angenehmer Schreibstil
+ sympathische Charaktere
+ viel Liebe zum Detail
+ anschauliche und stimmungsvolle Beschreibungen
+ stimmiges Konzept mit vielen Wendungen
+ Action im genau richtigen Maß

- Schurken und ihre Intentionen bleiben zu farblos
- einige Charaktere könnten mehr Tiefe vertragen
- diverse neue Ideen zu wenig ausgebaut
- nicht ganz klischeefrei
- zweite Hälfte viel schwächer als die erste
- Auflösung zu konstruiert
- Ende bleibt hinter den Erwartungen zurück
- eine Karte wäre schön gewesen.

Wertung:

Handlung: 3/5
Charaktere: 3,5/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 3/5


Interview mit David Falk (2014)

Rezension zu "Der letzte König"

Zuletzt aktualisiert: Samstag, der 15. August 2015
 

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