Sonntag, 05. April 2020

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Ich fand das Buch von der ersten bis zur letzten Seite super spannend. Konnte es nicht aus der ...

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Habe das Buch vor einigen Jahren gelesen. Nun, 2019, in einer Welt voller Unruhe lebend, denke ich ...

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Sehr interessant
Ich habe eine frage zu dem Buch die sabrina hat die eigendlich denn max von der strasse geschupst ...

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Ich bin begeistert von Ihren Arbeiten als Kabarettists und Autor. Immer weiter so.
Umbrella Academy - Weltuntergangs-Suite (Gerard Way, Gabriel Bá)
Geschrieben von Markus
Montag, der 31. August 2009

Cross Cult; Auflage: 1., Aufl. (Januar 2009)
160 Seiten, Hardcover Din A5, 19,80 EUR
ISBN: 978-3941248168

Genre: Superhelden


Klappentext

Die Umbrella Academy ist eine „Familie“ aus sieben Superhelden der etwas anderen Art, allesamt im Kindesalter von einem reichen Gönner adoptiert und zu einem schlagkräftigen und noch nie gesehenen Superhelden-Team ausgebildet. Jahre später sind die Mitglieder der Umbrella Academy, von Spaceboy alias 00.01 bis zu der Violinistin Vanya aka 00.07, zerstritten und in alle Winde verstreut - bis sie der Tod ihres Ziehvaters und eine globale Bedrohung wieder vereint.


Rezension

Dreiundvierzig Kinder werden gleichzeitig mit dem Sieg eines Mannes über ein außerirdisches Wesen bei einem Ringkampf geboren. Sieben überleben. Sie werden von Sir Reginald Hargreeves adoptiert und zu Superhelden ausgebildet. Auf die Frage „Wozu?“ antwortet er gelassen: „Natürlich um die Welt zu retten.“ Gleich die nächste Frage der versammelten Journalisten lautet: „Wovor?“
Schon hier, nach wenigen Seiten, merkt man, dass man keinen gewöhnlichen Superhelden-Comic vor sich hat. Wird in jenem Genre diese Frage doch eigentlich nie gestellt, schließlich gibt es in deren Welten schon immer Superschurken, die bekämpft werden müssen.

„Umbrella Academy“ ist Parodie und Superhelden-Comic zugleich. Immer wieder gibt es Anspielungen auf andere Superhelden und ihre Gegner und auf die Popkultur im Allgemeinen. Trotzdem wirkt die Umbrella Academy nie lächerlich oder zieht ihre Vorbilder in den Schmutz.
Ein Umstand, der seinen Ursprung in dem anscheinend sehr detailreichen Hintergrund hat. Anspielungen auf frühere Fälle der Umbrella Academy gibt es zuhauf, vereinzelt werden sie gezeigt, in einem Fall sogar detaillierter geschildert, da dieses Ereignis einschneidend für den weiteren Verlauf ist. Dadurch erdet Gerard Way seine Geschichte und lässt sie nicht im luftleeren Raum stehen. Gleichzeitig lässt er seiner Kreativität freien Lauf und ihm ist nichts zu weit hergeholt. 
Zitate aus Filmen und Büchern, vor allem auch visuelle, werden eingebunden und zu etwas Neuem zusammengeführt. 
Obwohl die „Weltuntergangs-Suite“ den Auftakt der Umbrella Academy bildet, bekommt man so den Eindruck, sie schon lange zu kennen, einerseits wegen den Verweise auf alte Fälle, andererseits weil man manche Dinge wiedererkennt.
Allerdings hat dieses Vorgehen auch einen Nachteil.
Da eine Entstehungsgeschichte des Teams ausgeklammert wird, lernt man als Konsequenz daraus nicht alle gut kennen. Einige Charaktere werden wenn überhaupt nur oberflächlich angekratzt. Bei manchen Mitgliedern der „Umbrella Academy“ weiß man noch nicht einmal, welche Kräfte sie genau haben.
Trotzdem wird der Lesespaß dadurch nicht getrübt, dafür gibt es zu viel zu entdecken in den Gesprächen und Zeichnungen.
Der titelgebende Fall „Weltuntergangs-Suite“ steigert sich in ein Finale, das so noch nicht vorgekommen sein dürfte und in anderen Superhelden-Comics nicht unbedingt denkbar wäre. Auf der vorletzten Seite wird dem Leser ein wirklich surreales Bild geboten, welches den Comic abrundet.

Farbenfroh. So könnte man Gabriel Bás Zeichenstil wohl am Besten bezeichnen. Jedes einzelne Bild der Umbrella Academy birst fast über vor intensiv leuchtenden Farben und unterstützt die unübliche Erzählweise und parodistische, teilweise surreale Seite des Comics.
Sowohl große Actionszenen als auch Detailzeichnungen gelingen ihm und es gibt keinen Bruch in der Qualität. Spielerisch schafft er es, die ganzen popkulturellen Zitate unterzubringen, sodass sie manch einem vielleicht gar nicht auffallen.

Cross Cult hat sich, wie gewohnt, Mühe bei der Ausstattung gegeben. In dem Hardcover befinden sich eine Einleitung, ein Nachwort, Bilder aus den Skizzenbüchern von Gerard Way und Gabriel Bá und zwei Kurzgeschichten mit einer Einleitung von Gabriel Bá.
Die erste, „Mon Dieu“, zeigt auf ihren zwei Seiten, schon welch humoristisches Potential die Umbrella Academy hat und macht Lust auf mehr. Die zweite, „Immer so ein Mordstheater“, ist dann eine gelungene Einführung in die andersartige Welt der „Umbrella Academy“ mit einer gelungenen Charaktervertiefung Rumors, deren Namen einen klaren Hinweis auf ihre Fähigkeiten gibt.


Fazit

Gerard Way, Sänger der Band „My Chemical Romance“, mixt hier einen Cocktail aus den verschiedensten popkulturellen Anspielungen, einer manchmal leicht surrealistischen Erzählweise und den typischen Klischees eines Superhelden-Comics. Und der Cocktail schmeckt erstaunlich gut. Nicht umsonst erhielt er 2008 mehrere Eisner Awards, die Oscars der Comics. In der vorliegenden Ausgabe von Cross Cult auf jeden Fall lesenswert.


Pro & Contra

+ die Handlung vermag den Leser von der ersten Seite an in ihren Bann zu ziehen
+ teils sehr skurrile Charaktere
+ eine gut durchdachte Welt 

° es klafft eine große Lücke zwischen Kindheit und Erwachsensein der Protagonisten, dadurch fehlen manche Erklärungen

- nicht alle Charaktere bekommen die gleiche Aufmerksamkeit, sodass manche blass bleiben

Bewertung:

Handlung: 4,5/5
Charaktere: 3,5/5
Zeichnungen: 4/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 5/5

Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, der 02. September 2010
 

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