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Mystic City - Tage des Verrats (Theo Lawrence)
Geschrieben von Judith
Sonntag, der 25. Mai 2014

Ravensburger (März 2014)
Hardcover mit Schutzumschlag
416 Seiten, 16,99 EUR
ISBN: 978-3-473-40110-9

Genre: Dystopie / Science Fantasy


Klappentext
 
Mystic City steht in Flammen, denn die Mystiker leisten den Mächtigen der Stadt einen erbitterten Widerstand. Aria, Tochter aus einflussreichem Haus, folgt ihrem geliebten Hunter ins Lager der Aufständischen. Sie hat nur ein Ziel: Frieden zu stiften und auf den Ruinen der alten Stadt eine neue zu bauen. Eine Stadt, in der Mystiker und Nichtmystiker gleichberechtigt zusammenleben. Als Aria deshalb Kontakt mit ihrem Bruder Kyle aufnimmt, ahnt sie noch nicht, dass nicht nur er ein doppeltes Spiel treibt …


Rezension

Obwohl Aria für Hunter ihre Familie verlassen und sich auf die Seite der Mystiker gestellt hat, verhalten sich viele ihr gegenüber ablehnend. Sie sehen in Aria den Grund für den aufflammenden Krieg zwischen den Wohlhabenden Manhattens auf der einen und den Mystikern und Armen auf der anderen Seite. Zu allem Übel hat Hunter kaum noch Zeit für Aria, da er an die Stelle seiner ermordeten Mutter getreten ist und die Mystiker in ihrem Kampf anführt. Er will Aria um jeden Preis aus der Schusslinie halten, doch er übertreibt es und sperrt sie ein. Als er auch noch Aufzeichnungen ihrer Videochats, in denen sich Aria gegen ihre Familie ausspricht, für seine Propaganda verwendet, klafft ein hässlicher Riss in ihrer Beziehung. Doch Aria findet unter den Mystikern auch neue Freunde – und sie erhält Unterstützung von Hunters bestem Freund Turk …

Nach dem originellen und spannenden Auftaktband „Das gefangene Herz“ gerät „Mystic City“ nun leider ins Straucheln. Während der erste Band der Trilogie eine schwer romantische Liebesgeschichte á la Romeo und Julia bereithielt, verkümmert die Beziehung zwischen Aria und Hunter im zweiten Band geradezu schmerzhaft schnell. Hunter spielt kaum noch eine Rolle und wenn er doch einmal auftritt, dann nur, um Aria Vorschriften zu machen und sie einzuengen. Man kann also gut verstehen, dass sie sich allmählich von ihm abwendet – und Gefühle für einen anderen Mann entwickelt. Turk hat die Aufgabe übernommen, auf Aria aufzupassen und man spürt schnell, dass er von ihr fasziniert ist. Im ersten Band war Turk noch der coole kumpelhafte Nebendarsteller, doch nun entwickelt er sich zu einem facettenreichen Protagonisten, der den Leser mit Charisma und gedankenlosem Mut überzeugt. Allerdings bleibt der fade Beigeschmack, dass sich wieder einmal eine Dreiecksgeschichte entwickelt. Immerhin ist Turk nicht nur der beste Freund, der ins Leere liebt, sondern kann Aria durchaus für sich einnehmen.

Das Setting bleibt weiterhin spannend, wobei die Geschichte dieses Mal überwiegend in den überschwemmten Tiefen Manhattens spielt. Der Klimawandel hat das Antlitz New Yorks von Grund auf verändert: In der Tiefe bewegen sich die Menschen mittels Gondeln fort, während sich die wohlhabenden Bürger mit den Horsten ein neues Zuhause über den Dächern der Stadt geschaffen haben. Während oben Glanz und Glorie herrscht, zerfallen die Gebäude in der Tiefe zunehmen. Die Menschen leben unter erbärmlichen Bedingungen, ebenso wie die Mystiker, die sich vor den Menschen aus den Horsten verstecken müssen. Theo Lawrence schreibt weiterhin unheimlich atmosphärisch und erzeugt in den Tiefen echte Gänsehautatmosphäre. Aria wird dabei immer deutlicher, was der Krieg anrichtet und dass es endlich echten Frieden geben muss.

Der Krieg war allerdings schon zu Beginn des ersten Bandes absehbar: Die Mystiker mussten Abschöpfungen hinnehmen, bei denen ihnen nahezu ihre gesamte mystische Energie entzogen wurde. Diese wurde dann für die Energiegewinnung der Horste genutzt. Nun sind die Mächtigen jedoch auf die mystischen Speicher angewiesen, die sich zusehend leeren. Zudem würde eine Niederlage gegen die Mystiker bedeuten, dass sich andere Städte wie Aasgeier auf das zerrüttete New York stützen würden. Arias mafiaähnliche Familie will die Mystiker um jeden Preis aufhalten und wieder zu Sklaven machen, während Hunter es ihnen heimzahlen will. Die Kämpfe erschüttern die Stadt, wobei die Zerstörungen vor allem die Menschen in der Tiefe treffen.  Und Hunter ist in seiner Rachsucht blind dafür, dass die meisten einfach nur Frieden wollen.

„Tage des Verrats“ ist durchaus ein passender Titel, denn hier verrät inzwischen jeder jeden. Gerade jetzt, wo die Rebellen zusammenhalten müssten, werden sie von ihren unterschiedlichen Motivationen auseinandergerissen. In „Mystic City“ gibt es kaum Helden, sondern vor allem Menschen, die viel Leid gesehen haben und um ihr Überleben kämpfen – und auf der anderen Seite grausame Schnösel, die ihre Macht nicht aufgeben wollen. Theo Lawrence bietet zudem neue Storyelemente, die der Trilogie eine neue Richtung geben. Nur gelingt es ihm dieses Mal nicht, den Leser genauso zu fesseln wie „Das gefangene Herz“. Viel mehr wirkt es, als hätte der Autor den zweiten Band unter Termindruck geschrieben und keine Zeit für die wichtigen Details gehabt. Stattdessen bekommt der Leser teils lächerliche Fantasyklischees serviert, die selbst auf einer Kinoleinwand nicht mehr zeitgemäß wirken.


Fazit

„Tage des Verrats“ liest sich ebenso wie der erste Band von „Mystic City“ unheimlich atmosphärisch, doch die Geschichte wirkt dieses Mal hastig heruntergeschrieben und lässt die emotionale Spannung, die den Vorgänger ausgezeichnet hat, vermissen. Aria und Hunter werden im Chaos des Krieges auseinandergerissen und während Hunter zu einem unsympathischen Nebendarsteller verkommt, entwickelt sich sein bester Freund Turk zu einem charismatischen Protagonisten. Das Ende hält einige Überraschungen parat, die die Vorfreude auf das das große Finale schüren – hoffentlich nimmt sich Theo Lawrence dann wieder mehr Zeit für die entscheidenden Details.


Pro & Contra

+ weiterhin unheimlich atmosphärisch
+ Turk glänzt mit viel Charisma
+ neue, interessante Nebencharaktere
+ Aria entwickelt sich weiter
+ wunderschönes Cover

- Hunter verkommt zu einem nervigen Nebendarsteller
- Aria muss zu oft gerettet werden
- wirkt szenenweise lieblos heruntergeschrieben
- teils lächerliche Fantasyklischees

Wertung: sterne3.5

Handlung: 3/5
Charaktere: 3,5/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 3,5/5


Rezension zu "Mystic City - Das gefangene Herz"

Rezension zu "Mystic City - Schatten der Macht"

Zuletzt aktualisiert: Samstag, der 21. März 2015
 

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