DC Premium 87: Damian - Der Sohn von Batman (Grant Morrison, Andy Kubert)

Verlag: Panini Manga und Comic
Softcover: 132 Seiten; 16,99 €

Genre: Superhelden


Klappentext

Damian Wayne lebt – und Batman ist tot!

In einer anderen Welt, einer anderen Realität... in einem anderen Gotham City: Damian Wayne, Batmans Gefährte und Bruce Waynes Sohn, lebt! Doch als er und der Dunkle Ritter der Spur eines grausamen Verbrechens folgen, fällt Batman einem heimtückischen Anschlag zum Opfer. Alles weist auf den Joker als Mörder hin, und Damian folgt der Fährte des irren Verbrechers, wobei er selbst eine Blutspur durch Gotham City zieht – bis zum schockierenden Finale!

Die komplette US-Miniserie Damian: Son of Batman, geschrieben und gezeichnet von Andy Kubert, der schon jetzt eine lebende Legende der Comic-Branche ist. Und zusätzlich noch ein Batman-Klassiker aus US-Batman 666, geschrieben von Comic-Superstar Grant Morrison! Ein Muss für jeden Batman-Fan!


Rezension

2006 schufen Grant Morrison und Andy Kubert eine neue Figur für das Batman-Universum: Damian Wayne. Der Sohn von Bruce Wayne und Talia al Ghul wurde von der Mordliga aufgezogen und genetisch verbessert. Bis zu seinem Tod 2013 am Ende des Morrison-Runs bei Batman war er ein wichtiger Bestandteil der Geschichten über Batman. So wurde er zu Robin, nachdem sich Dick Grayson das Batman-Kostüm nach Bruce Waynes scheinbaren Tod überstreifte. Damian: Der Sohn von Batman spielt nun in einer alternativen Realität, in der nicht Damian starb, sondern Batman alias Dick Grayson.

Als Damian und Dick Grayson mal wieder den Joker jagen kommt es zur Katastrophe. Batman fällt einer Falle des Jokers zum Opfer. Da er kurz zuvor noch einen tiefen Ton wahrnahm, der ihn warnte, macht sich Damian schwerste Vorwürfe und fühlt sich für Graysons Tod verantwortlich. Er sucht Hilfe bei der Mordliga, doch seine Mutter und sein Großvater weisen ihn zurück. Er soll der nächste Batman werden. Zurück in Gotham geht Damian auf einen blutigen Rachefeldzug, jeder Kriminelle, der sich als Mörder Batmans ausgibt, wird von ihm gnadenlos gejagt. Damian tötet dabei seine Widersacher. Egal ob Groß- oder Kleinkriminelle. Es ist ihm egal, solange er früher oder später Batmans Mörder erwischt. Dies führt natürlich zu einem Konflikt mit seinem Vater Bruce, dessen Ehrenkodex als Batman es immer war, niemanden zu töten. Es kommt zu einem Kampf zwischen Vater und Sohn, indem Damian Bruce schwer verletzt. Dies ist der Auslöser für Damian, seine Erbe anzunehmen und zu Batman zu werden und sich tatsächlich an den Ehrenkodex zu halten. Fortan geht er als Batman auf Verbrecherjagd, aber bevor er sich dieser Aufgabe voll und ganz widmen kann, ist da immer noch Jokers Nachfolger mit dem er abrechnen muss. Und diese Abrechnung verlangt ihm alles ab.
Damian: Der Sohn von Batman ist eine Geschichte des Verlustes und der Suche eines Mannes nach sich selbst. Damian ist anfangs ungeschliffen, impulsiv, jemand, der rein aus dem Moment handelt und kaum überlegt. Erst im Laufe der Geschichte entwickelt er sich zu Batman, der methodisch, mehr oder weniger überlegt und kompromisslos vorgeht. Anfangs will er nur Rache, am Ende sein Erbe antreten und würdig vertreten. Dabei muss er wie erwähnt mehrere Verluste hin nehmen. Den Verlust seiner Unschuld, denn er tötet beinahe seinen Vater und den Verlust Alfreds, der der Familie Wayne immer beratend und helfend zu Seite stand. Allerdings scheint dieser Verlust nicht endgültig, denn eine ganz bestimmte Katze taucht wieder auf. Andy Kubert hat hier eine ganz starke Geschichte geschrieben, die durchaus das ein oder andere im Batman-Universum in Frage stellt. Der Vater-Sohn-Konflikt wirkt in seiner Konsequenz nicht aufgesetzt und so ist Damians Entwicklung hin zu Batman eine, die sich aus Geschichte und Charakteren natürlich ergibt. Auch sein Vorgehen ist nicht aus der Luft gegriffen, sondern in seinem Inneren begründet. Hier beweist sich Andy Kubert als äußerst fähiger Autor. Neben seinen schriftstellerischen Fähigkeiten sind seine am Zeichenstift ebenso beeindruckend. Mehr als einmal gelingen atmosphärisch beeindruckende Bilder. Ein einzelnes herauszugreifen ist nicht möglich, denn die Zeichnungen haben eine unheimlich hohe Qualität. Eine, die bei vielen US-Comics sonst nur auf dem Cover zu finden ist. Andy Kubert spielt mit Licht und Schatten und Perspektiven, so dass die Zeichnungen zum Charakter Damians passen. Teilweise wild und ungestüm, wenn sich Damian so fühlt und ruhig und atmosphärisch, wenn er eine kurze Atempause hat. Trotzdem findet sich meistens eine gewisse Grundaggressivität, die den Sohn Batmans bestimmt. Damit ist Damian: Der Sohn von Batman optisch und inhaltlich ein Leckerbissen für alle Batman-Fans.

Als zweite Geschichte und sozusagen als Bonus befindet sich in diesem Band, die bereits 2007 erschienene Batman in Bethlehem. Sie war Teil der 666. Ausgabe von Batman in den USA. Der Zahl entsprechend geht es recht dämonisch und teuflisch zu. Batman alias Damian trifft hier auf den Sohn des Teufels, mit dem er sich einen ungleichen Kampf liefert, wie sich am Ende herausstellen wird. Die Geschichte ist als ein Blick auf eine mögliche Zukunft zu verstehen, denn weder Bruce Wayne, noch Alfred, noch Commissioner Gordon tauchen auf. Zumindest teilweise nicht wie gewohnt. Batman in Bethlehem ist zu kurz um großartige Charakterentwicklungen zu erwarten, aber sie liefert einen interessanten Einblick und besticht auf jeden Fall durch die Zeichnungen Andy Kuberts, der auch hier erstklassige Arbeit abliefert.


Fazit

Damian: Der Sohn von Batman ist ein hervorragend geschriebener Comic von Andy Kubert, über Bruce Waynes Sohn und dessen Anfänge als Batman. Auch wenn er außerhalb des regulären Batman-Universums steht, ist er doch Pflicht für alle Fans.


Pro & Contra

+ Andy Kubert liefert erstklassige Zeichnungen ab
+ starke Geschichte
+ Vater-Sohn-Konflikt

Bewertung:

Handlung: 4,5/5
Charaktere: 4,5/5
Zeichnungen: 5/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 4/5


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